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Analyse, Gesprächs-, Verhaltens- oder Gruppen-Therapie?

Axel61

Axel61

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Ich hatte 2005 schon mal einen Zusammenbruch :seufzen: Damals wollte ich eigentlich eine Gruppentherapie machen. Es war aber kurzfristig nichts frei, sodass ich bei einer klassischen Analyse gelandet bin. Nach 3 Jahren konnte ich aber einfach nicht erkennen, wie es da weiter gehen soll. Ich habe halt funktioniert und war medikamentös eingestellt. Nebenwirkungen erträglich und das Finanzamt zufrieden. Also haben wir uns dann halt einvernehmlich getrennt, mein Analyst und Ich. :roll: Nachdem es mich jetzt wieder so erwischt hat, wollte jetzt eigentlich diesmal eine Gruppen-Therapie angehen. Aber die Therapeutin, die ich damals in's Auge gefasst hatte ist jetzt 100km weit weg gezogen. Ich glaub nicht, dass 3 Stunden An- und Abfahrt so toll wären. Jetzt habe ich am Donnerstag den 2. Termin bei einer Therapeutin, die Gesprächstherapie macht. Ist mir zumindest mal sympathischer, als an die Decke zu starren. Trotzdem bin ich noch unsicher. :seufzen: Ich will nicht wieder in die falsche Richtung. Nochmal kann ich nicht 10 Jahre verschwenden. :knuddeln:

Gibt es irgendwelche Leitlinien, was man wann am besten machen sollte?

22.01.2019 15:54 • x 1 #1


Alexandra2

Alexandra2

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Hallo Axel, ich kenne Gruppentherapie über Rezept in der Ergotherapie (dort nachfragen), als Bestandteil der Sozialpsychiatrie (Gemeindepsychiatrie) oder Tagesklinik. Das wäre vielleicht geeignet, einen Anfang zu finden
Liebe Grüße

22.01.2019 16:35 • x 1 #2


Frederick1

Frederick1

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lieber Axel,

die besten Erfahrungen habe ich seither im Einzelgespräch mit meinem Therapeuten gemacht. Es hat aber lange gedauert, bis ich einen guten für mich gefunden habe. Als Beamter musste ich früher die Kosten vorstrecken, einreichen, und war einer zu teuer, durfte ich es selbst bezahlen. Viele verdienen da schon, wenn sie dir guten Tag sagen, dir die Hände reichen.

Aber inzwischen habe ich einen guten und sehr klugen, aber auch menschlichen Betreuer gefunden. Der konnte mir schon so oft helfen.

Er versucht mir zu helfen, indem er versucht, sich in meine innersten Gedanken und Gefühle einzufühlen, ohne mich zu bewerten, oder zu verurteilen. Ich fühle mich angenommen und verstanden, und ich kann alles was in mir ist, aussprechen.

Ich habe keine Angst mehr, irgend etwas zu verheimlichen, mich zu schämen, gerade wenn es um meine S. geht usw.

Mein Therapeut versteht mich, und so unterstützt er mich, mich selber besser anzunehmen und zu verstehen.

Das hat eine heilende und befreiende Wirkung auf mich. Er kommt auch nicht besserwisserisch von oben herab, sondern sagt mir, das er auch seine Sorgen und Probleme hat, und wie er persönlich damit umgeht.

Du, endlich kann ich mal das sagen, was mich tief in meinem Innersten bedrängt, was ich aber nie gesagt habe, weil ich mich so dafür geschämt habe.

Aber indem ich es offen und ehrlich aussprechen kann, verliert es oft seine vergiftende Wirkung für mich. Da brauche ich nicht mehr meine ganze Lebensenergie, um mein Unangenehmes und Unaussprechliches zu verheimlichen.

Es kommt an das helle Licht, und kann sich verwandeln. Und Licht, Helligkeit, Ehrlichkeit.ist immer gut in der Depression.

Die Wahrheit muss an das helle Licht, das macht dich frei, wenn ich die Wahrheit, das Dunkle in mir drin lasse, sie nie rauskommt, dann wird es auch in meiner Depression immer schlimmer. Darum lieber Axel, schaue der Dunkelheit deiner Depression ins Gesicht, verheimliche, verstecke sie nicht, und verstecke auch dich nicht. Gehe auch mal raus in die Natur, ins helle Leben.

Du und das Wort verstehen, kommt von stehen. Wer dich versteht, der stellt sich vor dich, der schützt dich vor Dingen, die andere Menschen auf dich brutalst werfen.

Dein Therapeut stellt sich vor dich, neben dich, steht hinter dir, damit du mehr und mehr lernst, selbst zu dir zu stehen.

Das du zu dir stehst, egal was manche Menschen an dich ranlabern, Menschen, die keine Ahnung haben, dich ablehnen, ungerechtfertigt kritisieren, Lügen über dich verteilen. Aber je mehr du innerlich stärker wirst, einen besseren Stand bekommst.

Und dein Therapeut steht dein Leben, deine Probleme mit dir durch. Er fällt nicht so schnell um, wenn er von deiner Haltlosigkeit hört.

Indem er manche Lebenskrise mit dir durchsteht, bist du eher in der Lage, cool in deiner Krise zu bleiben.

Du findest deinen Standpunkt, deinen eigenen Lebensmittelpunkt, um den du dich drehst.

Du wackelst nicht mehr so oft hin und her so wie ein Dackel, der nicht weiß was los ist, was abgeht.

Du wirst abgeklärter, auch wenn andere Schwachsinn reden, weil du einfach klüger wirst. Du lernst für dein eigenes Leben.

Du verstehst dich mit dir selbst wieder besser, hast mehr Selbstvertrauen, du versöhnst dich mit dir und deinem Leben, musst dich aber von keinem Menschen mehr abhängig machen.

Du hast wieder eine eigene Würde, erkennst deinen Wert.

Dein Herz hat nicht mehr so die Ängste, es wird weiter. Aus Angst, dass du nicht gut genug bist, das vergeht mehr und mehr.

Verurteilungen, Krisen treffen dich nicht mehr so, weil du es lernst, von innen heraus immer stärker zu werden.

Du und das möchte ich dir jetzt von ganzem Herzen ganz feste für dich wünschen. Hab keine Angst, und fürchte dich nicht mehr so, stehe zu dir, dein Leben wird dir mehr und mehr gelingen. Und selbst aus Fehlern, Niederlagen, Enttäuschungen wirst du lernen, anders zu denken, für dich zu denken.


in guten Gedanken für dich,

liebe Grüße,


Frederick

22.01.2019 17:04 • x 1 #3


Axel61

Axel61


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Sowas such ich auch. Aber das ist dann ja nur einmal die Woche. :knuddeln: Aber die Frage die ich mir stelle ist halt, ob eine Gruppentherapie für mich nicht effektiver wäre (Ängste wie es weitergeht, Schlafprobleme, Antriebslosigkeit, Ratlosigkeit.). Aber vielleicht habe ich da bei eine Gruppe auch zu viele Hintergedanken (.Gleichgesinnte kennenlernen). Vielleicht wäre das genau die falsche Erwartung.

23.01.2019 08:59 • x 1 #4


Frederick1

Frederick1

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lieber Axel,

bei einer Gruppentherapie wäre ich zu arg abgelenkt. Aber mal sich Zeit nehmen, nur für sich, da wirst du meiner Meinung nach auch beziehungsfähiger. Ja ich weiß, es ist nicht einfach sich seinem Leben zu stellen, wenn dann Dinge an das Licht kommen. Aber wenn du nicht mehr so in der Dunkelheit der Depression leben möchtest, musst du auch Licht in dein Leben lassen.

Bei mir habe ich gemerkt, ich kann mich ja auch hinter meiner Depression verstecken.

Oft wissen wir nicht, woher unsere dunklen Gefühle kommen, schon von unserem falschen Denken her, aber wo denke ich falsch, wo habe ich schmerzliche Erfahrungen in meinem Leben machen müssen?

Und wenn du an deine Zukunft denkst, nur Dunkelheit. Und wenn ich mein Leben, meine Beziehungen betrachte, alles scheint dunkel.

Alles , woran du dich bisher gefreut hast, gleitet dir aus den Händen. Du hast Angst in einem dunklen Loch zu sitzen, aus dem du nicht mehr heraus findest. Alles scheint fühllos,sinnlos, bitter. Selbst menschliche Liebe erreicht dich da nicht mehr so, oder nur noch kurzfristig. Leider gehen Menschen in der Depression doch tiefe menschliche Beziehungen ein, doch die Trennungsrate ist leider sehr groß.

Worte der Liebe scheinen schal, erreichen dich nicht mehr. Du hörst Worte, liest Worte, aber sie erreichen dich nicht.

Da ist es gut, wenn du einen Menschen findest, der dich da versehen und annehmen kann, der weiß warum und wieso, der dich auch nicht aufgibt, wenn mal gar nichts mehr geht.

Und diese Chance würde ich dir wünschen.


in guten Gedanken für dich,

Frederick

23.01.2019 15:07 • #5


Riu13

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Lieber Axel,
eine schwierige Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist.
Ich war sowohl in Gesprächstherapie als auch in der Tagesklinik,wo Gruppengespräche stattgefunden haben.
Beides war zu seinem Zeitpunkt gut und hat mich weiter gebracht.
Da es mir damals sehr schlecht ging,war die Gruppentherapie in der Tagesklinik die richtige Entscheidung. ( Es fanden natürlich auch Einzelgespräche statt) die Therapie war durch hohe Akzeptanz und Respekt gegenüber den anderen und seiner Problematik geprägt und durch den Austausch hatte ich das Gefühl, verstanden und angenommen zu sein. Ich befand mich allerdings auch in Akutsituation. Die Einzelgespräche sind harte Arbeit an sich selbst und nur durch Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und den Willen, nicht mehr den selben Weg zu gehen, führen sie langsam zu Veränderung.
Ich würde jede Hilfe annehmen und versuchen,diese für mich zu nutzen.
Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, letztendlich kommt es immer auf jeden einzelnen an,in welcher Verfassung er ist und was ihm gut tut.
Viele Grüße Riu

23.01.2019 17:21 • x 1 #6




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