Psycho-Analyse / was wird da gemacht?

hallo,

ich wüsste sehr gerne, ob schon mal einer hier psycho analytisch behandelt wurde und mir davon berichten könnte?

seit zwei wochen bin ich nun bei einer neuen therapeutin, die weniger mit der verhaltenstherapie arbeitet und mehr analytisch. doch ich kann mir noch keinen reim darauf machen, was sie eigentlich von mir hören will.

Bei der frage, was und wie die therapie verläuft, sagte sie nur, dass ich die selbst gestalten würde. Ja, prima....danke...!!! das habe ich schon oft genug gehört bei anderen therapeuten. Doch mich interessiert es mehr, was von mir erwartet wird. was soll ich tun????

Mir ist klar, dass dies eigentlich die falsche frage ist, aber ich brauche die kontrolle. ich will und muss vorgebreitet sein. sie scheint mir aber in diesem punkt nicht entgegen kommen zu wollen. wie gesagt, ich kenne diese frau ja auch noch nicht und kann sie deshalb nicht einschätzen. das macht mich schon recht unsicher. obwohl sie mir mit anderen worten versucht hat sicherheit zu geben. doch leider dauert das bei mir recht lange.

aus diesem grund wäre ich sehr froh, wenn mir hier jemand von seinen erfahrungen diesbezüglich berichten könnte.

ganz liebe grüße sandra

03.06.2010 10:25 • #1


Vorbereitet sein auf was?

03.06.2010 13:00 • #2


Hallo Sandra,

Ich selbst habe jahrelang eine Analyse gemacht. Ich kann dich verstehen, wenn es dir fremd vorkommt. Aber der Sinn und das Ziel einer A. ist eben, dass du die Therapiestunde bestimmst, du sprichst, der Analytiker hört eigentlich nur zu. Manchmal habe ich auch nur geschwiegen und so ist dann auch die Stunde vorbeigegangen.

Ich habe mit der Zeit gelernt, all das zu erzählen, was mir in den Kopf kam oder was eben gerade akut war.

Wenn es dir unangenehm ist und du damit Probleme hast, sprich bitte deine Therapeutin darauf an. Schon das gehört zur Analyse.

Serafina

03.06.2010 15:14 • #3


Hallo Sandra,

ich kann mich Serafina nur anschließen. Ich mache seit zwei Jahren eine Psychoanalyse und habe mich in der ersten Zeit auch sehr schwer getan damit. Ich habe die meiste Zeit erzählt und der Therapeut hat zwei bis drei Anmerkungen gemacht.
Ich fand das erst sehr einsam und habe mich auch selbst unter Druck gesetzt, nämlich irgendwann war ich bei dem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr wusste, was ich erzählen sollte, ich hatte ja alles erzählt.
Außerdem habe ich mir Druck gemacht, dass ich jede Stunde etwas leisten muss, denn ich musste ja die Stunde gestalten.

Ich habe irgendwann den Mut gefasst, meine Bedenken und Probleme anzusprechen und der Therapeut ist sehr gut auf alles eingegangen. Heute bin ich sehr frei, gehe gerne dorthin und stehe nicht mehr unter Druck, etwas sagen oder leisten zu müssen.
Es ist alles erlaubt, Du musst nichts bestimmtes sagen, einfach das, was Dich akut beschäftigt oder all das, was Dir in den Sinn kommt.Oder auch mal nichts, wenn Dir nichts einfällt oder Du keine Lust zum Reden hast!

Ich bin heute sehr froh, die Psychoanalyse zu machen.

Der Therapeut spiegelt mich nur, er gibt keine Tips, Anregungen oder Lösungsstrategieen, das muss jeder bedenken, der sich auf solche eine Therapieform einlässt.

Alles Gute!

03.06.2010 22:57 • #4


hallo serafina, hallo sonnenblume,

erst mal vielen dank für euere info`s.

gestern war ich erneut zur therapie. mir ist dabei aufgefallen, dass es immer sehr, sehr schwierig und anstrengend für mich ist. danach geht es mir einige tage gar nicht gut. ich grüble nur und fühle mich kaum fähig meinen alltag zu bewältigen.

zudem habe ich bei ihr einen persönlichkeitstest, einen verständigungstest druchgeführt und muss bis in 14 tagen einen lebenslauf schreiben. im moment spricht sie noch viel mit mir. was wohl daran liegt, dass ich nur schwer vertrauen fassen kann.

was mich aber ein bisschen irritierte, war ihr aussage, dass meine erkrankung nur schwer zu behandeln wäre. was heißt das wohl. ich habe mich erst mal nicht getraut nachzufragen. Das es schwer wird, ist mir schon klar.Doch hoffenlich habe ich eine richtige chance gesund zu werden.

Liebe grüße sandra

11.06.2010 12:17 • #5


Hi moonlieghtwoman,

gerade habe ich mir die seite vorgenommen, welche du beschrieben hast. Das ist sehr interessant und informativ gewesen. doch eine frage habe ich noch: bist du immer noch in therapie? wenn ja, geht es dir gut damit?

bb sandra

11.06.2010 17:09 • #6


Hallo Sandra,

ich schließe mich Moon an. Viele von uns hier kennen dass. Zu Beginn einer Therapie geht es einem meistens schlechter, also vorher. Doch das ändert sich, wenn der Therapeut gut ist - und davon gehe ich mal aus-.

Auch bie mir hat es Monate gedauert, bis ich mich nach der Stunde einigermaßen fühlte.

Verlange nicht gleich zu viel, laß dir und dem Thera. Zeit. Ihr müßt euch doch auch erst finden.

Serafina

11.06.2010 19:10 • #7


hallo serafina,

danke für deine antwort. das gibt mir ein bisschen kraft eher durchzuhalten. und die neue situation besser einzuschätzen

Liebe Grüße sandra


hallo moonlight,

ich glaube , ich kann dich ein wenig verstehen, doch leider fällt es mir sehr schwer teile aus deiner antwort richtig zu ...... verstehen....? das ist bei mir ein ursächliches problem und hat gar nichts mit dir oder deiner antwort zu tun.

diese reise durch krankenhäuser, kuren und reha`s , sowie verhaltentherapie ambulant, habe ich auch leider durchlaufen müssen. in akutsituationen hat es auch immer ein wenig geholfen.

Ich gehe jetzt auch erstmal alle zwei wochen zu therapeutin, da ich reingeschoben wurde und sie eigentlich keinen platz mehr hatte.

die problematik mit dem vertrauen ist eine recht schwierige angelegenheit. einerseits möchte ich vertrauen und andererseits hindere ich mich selbst daran, indem ich jedwede ihrer antworten oder fragen, in frage stelle. Du kennst das ja sicher auch. da wird erst mal geschaut, ob die therapeutin/therapeut auch alles richtig machen, oder ob sie auch wirklich an einem interssiert sind. Ich lote sie richtig aus. sie hat mir auch schon klar zu verstehen gegeben, dass ihr mein verhalten klar ist. Ich fühle mich schon noch peinlich berührt, wenn sie mich so "erwischt", denn bisher war keiner meiner therapeuten so gerade heraus wie sie.

leider kann ich noch keinen roten faden finden, an dem ich mich festhalten kann und ich bin mir sicher, dass sie mir keinen gibt. dieser prozess ist eine enorme aufgabe für mich, daher bin ich halt immer noch am zweifeln.

Deine aussagen hier helfen mir sehr, die Dinge so zu sehen wie sie sind. es hilft mir zu wissen, dass andere menschen soetwas verstehen und selbst ähnlich wie ich sind. Auch das du von deinen ängsten geschrieben hast, gibt mir ein gefühl nicht alleine zu sein. dafür danke ich dir.

mir ist schon klar, dass hier im forum sehr viele von ihren ängsten schreiben und mich eigentlich dort schon dazu gehörig hätte fühlen müssen. doch mit deinen aussagen kann ich einfach prima klarkommen.

magst du mir vielleicht nochmal schreiben, was du so in der therapie machst? musst du aber nicht!!!!!

ganz herzlichen dank sandra

15.06.2010 16:57 • #8


auch wenn dieser beitrag schon einpaar tage älter ist muss ich doch mal was da zu sagen.

als erstes würde ich bei einer therapie nicht zwangsläufig nach der richtung gehen sondern, nach "symphatie" dem therapeuten gegenüber!!!

in jungen jahren hab ich auch mehrmals versucht ne analyse zu machen - aber keiner wollte mich so behandeln - was ich im nachhinein als sehr verantwortungsvoll betrachte. eine psychoanalyse ist nicht für jeden geeignet - zumal sie ja auch jahre dauern kann. der/die patient/in muss selbst schon einigermaßen stabil sein und vor allem in einem stabilen umfeld leben.

generell finde ich es von therapeuten, egal welcher richtung, unmöglich zu sagen "sie sind schwer zu behandeln" - da kann ich mich echt tierisch drüber aufregen. wer will das denn wissen?

lg psychochicken

19.07.2010 16:10 • #9


hallo psychochick,

ich bin mir nicht so sicher, ob es gut, oder schlecht war, mir zu sagen, dass ich nur schwer zu behandeln wäre. einerseits fühle ich mich ja dadurch angenommen und verstanden (hab immer angst ich sei nur doof, faul....), doch andererseits frage ich mich schon, macht es denn sinn, wenn ich überhaupt noch was mache, oder ist es eh für die katz.

ich bin all die jahre schon immer eine kämpferin gewesen (leide seit meiner kindheit daran), doch mit zunehmenden alter werde ich müder und müder, mich immer wieder diesen krankheiten zu stellen und zu trotzen. leider weiss ich auch gar nicht, wie so ein "normales" leben aussieht, da ich es mir bis heute nicht vorstellen kann, warum die menschen anders denken und mich seltsam finden.

naja, mal schauen

lg

19.07.2010 17:48 • #10


Hallo psychochicken,
Zitat:
generell finde ich es von therapeuten, egal welcher richtung, unmöglich zu sagen "sie sind schwer zu behandeln
es ist doch wohl angebracht, dass Therapeuten die Wahrheit sagen, wie soll man ansonsten zu seinem Therapeuten Vertrauen bekommen. Es ist ja wohl allgemein bekannt, dass niemand gerne die Wahrheit hört.

Wenn ein Therapeut solch eine Aussage macht, sollte man doch mal an sich selbst arbeiten und versuchen, sein Verhalten zu ändern.

19.07.2010 19:54 • #11


hallo mag,


naja das ist ansichtssache. prinzipiell hast du schon recht. aber vorher finde ich zumindest, sollte der therapeut seinen patienten schon etwas länger kennen, um ihn auch einschätzen zu können. und selbst dann kann er / sie sagen "ihr problem" bzw. krankheit ist schwer zu behandeln. ich denke, psychische erkrankungen haben viel mit einem schlechten oder nicht vorhandenen selbstwertgefühl zu tun und so eine aussage von einem therapeuten kann für den einen oder anderen ziemlich niederschmetternd sein. dies ist zumindest meine meinung!!!

lg psychochicken

19.07.2010 21:34 • #12





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