Alles ist schlecht

Nachtheld

4
1
Ich weiß nicht wie ich den Thread nennen soll, ich kann meine momentane Situation sehr schlecht einschätzen oder wie man das ganze nennen kann.
Zu mir, ich bin 19 Jahre alt und habe im August eine Ausbildung angefangen, davor habe ich 1 Jahr nach dem Abitur erstmal Pause gemacht und hier und da mal ein bisschen Urlaub. Nur seit ein paar Monaten ist es richtig schlimm. Meine Hauptprobleme sind Ängste, Antrieblosigkeit, Panikattacken (Nur Nachts, wache dann plötzlich auf und bin vollgeschwitzt, Herz pumpt wie nach einem Marathon), ein schlechtes Verhältnis zu meinem Stiefvater und das alles zusammen macht mich sehr depressiv bzw. traurig. Zu allererst mit Ängste meine ich so soziale Sachen, es ist kein Problem für mich einkaufen zu gehen oder jemanden Fremdem nach etwas zu fragen, eher solche Kennenlernen-Gespräche und vor allem bei attraktiven Frauen. Ich kann dann einfach nichts sagen manchmal oder nur kurze Wörter, bin dann wie erstarrt manchmal. So kann ich mich nur sehr schlecht sozialisieren und irgendwo Anschlüsse finden. Ich würde so gerne jemanden liebhaben können und mit der Person mein Leben teilen, aber ich bin wie gefangen in meiner Welt.

Dann muss ich jeden Tag um 6 Uhr aufstehen um zur Arbeit mit dem Zug zu fahren eine Stunde. Es ist kalt morgens, aber ertragbar, ich fahre kurz zum Bahnhof mit dem Rad,auf dem Weg eine Zig. ist ein Muss, danach eine Stunde Bahn fahren, die Sitze sind so unbequem, ich kann nicht schlafen im Zug, viel zu hell. Danach muss ich noch eine Stunde in der Stadt verbringen etwas Essen oder so und dann zur Arbeit. Also schon 2:30 Stunden vorher aufstehen dann von 8:30-17:30 arbeiten und dann wieder mit dem Zug nachhause. Ich mache eine Informatiker Ausbildung nur leider ist fast nie was los und ich sitze eigentlich fast nur rum. Dann muss ich wieder zurück und bin um 19:30 Uhr Zuhause. Da man ja wegen Corona oder auch weil man morgen wieder arbeiten muss nichts machen kann, spiele ich mit meinen Freunden CSGO oder ich verzocke Geld in der Online-Spielo, obwohl ich dieses eigentlich für den Führerschein bräuchte, aber mein Fahrlehrer antwortet mir nie oder sagt er kümmere sich. Danach liege ich noch bis 1-2 Uhr wach und schlafe ein. Und meistens also ca. alle 2 Tage werde ich um 3-4 Uhr nochmal wach durch einen Albtraum oder Panik-Attacke, das ist jetzt seit Wochen so. Danach kann ich meinen sch. Ar. wieder zur Arbeit schleppen und das gleiche Nochmal. Ich freue mich auch nicht auf den Feierabend oder so, ich kann es nicht, das bisschen gedaddel hat schon vor 1-2 Jahren seinen Reiz verloren. Ich cheate im Spiel eh nur noch, weil ich dann wenigstens ein paar Glücksgefühle habe wenn ich gewinne.

Zu meinen Stiefvater er hat mich damals nur verarscht, hat Sachen erzählt die ich nicht gemacht hatte, hat immer das Internet per Handy im Router ausgemacht nur für mich meistens, meine Geschwister durften es benutzen. Das alles mit 14/15/16. Als man es angesprochen hatte, war ich der Böse, was mir denn einfallen würde ihn zu beschuldigen. Dann hat er mir schon früher mal eine Ohrfeige gegeben und mich sogar gewürgt, weil ich mit 11/12 halt irgendein Quatsch gemacht habe als Gäste da waren, rumgerannt oder Grimassen gezogen irgendetwas. Dann hat meine Mutter mit ihm noch ein Kind bekommen und dann sei ich es der immer nur Mist machen würde und ihr falsche Sachen beibringen würde. Also redete ich irgendwann nicht mehr mit ihm und ignorierte ihm. Also ich sage in seiner Umgebung nicht mehr viel oder gar nichts.
Weil es für mich einfach kein Sinn macht, wenn sowieso alles falsch ist, was ich mache und wie ich bin. Nur leider ist es dann nervig jeden Tag beim Abendessen ihn zu sehen oder ihm über den Weg zu laufen. Ich kann auch niemanden mit nachhause bringen weil ich mich einfach nur für die Situation schäme.

Mein richtiger Vater ist früher mal sehr Alk. gewesen und hat meine Mutter als ich 5 war im Streit geschlagen und in der Wohnung randaliert. Das habe ich alles mitbekommen. Ich habe nur noch sehr selten Kontakt mit ihm, ich denke auch er hat einen Knacks in der Birne, da er uns immer wieder die selben Geschichten erzählt und er jetzt auch seit 20 Jahren ca. Arbeitslos ist und jeden Tag B. trinkt.

Die einzige Person die da übrig bleibt ist meine Mutter, ich habe sie gern und mit ihr kann und ich will ich nicht über meine Probleme sprechen. Sie muss auch jeden Tag arbeiten und sich um meine kleine Schwester kümmern, Haushalt etc. Und sie sieht schon manchmal etwas fertig aus. Meinen Freunden und Kollegen stehe ich nicht so nah, sie wissen nichts von diesen Problemen, außer vielleicht das ich nicht so gut mit Frauen reden kann, aber das können die meisten selber nicht.

Am Wochenende muss ich meine Probleme immer mit Alk. begießen, bis es nicht mehr geht. Also bis ich kotzen muss meistens, einmal musste mich auch der Krankenwagen abholen.

Ich habe das Gefühl ich kann mich nicht entfalten oder richtig ausleben aufgrund der Ängste und der Depressionen etc.

05.11.2020 01:24 • #1


Avatar

Lost111

2731
11
1154
Hallo Nachtheld,

es ist ja schon einiges, was du da erlebt hast.

Du bist erst seit August in Ausbildung; vielleicht braucht es einfach Zeit, da rein zu wachsen. Aber auch Ausbildung verlangt Einsatz. Wie meine Oma immer so schön sagte: "Von nichts kommt nichts". (Das soll jetzt nicht negativ gemeint sein).
Du hast dir den Ausbildungsplatz ausgesucht.

Zitat:
Da man ja wegen Corona oder auch weil man morgen wieder arbeiten muss nichts machen kann, spiele ich mit meinen Freunden CSGO oder ich verzocke Geld in der Online-Spielo, obwohl ich dieses eigentlich für den Führerschein bräuchte, aber mein Fahrlehrer antwortet mir nie oder sagt er kümmere sich.


Ist es strebsam, sein Geld zu "verpulvern"? Nun ja, letzten Endes bleibt es jedem selbst überlassen. Weiter helfen tut dir das nicht wirklich, und das weißt du selber nur zu gut. Für mich bereitete der Führerschein damals "FREIHEIT".
Was meint dein Fahrlehrer damit? Wie er "kümmert sich"?

Vllt. solltest du darauf hinarbeiten, dir eine eigene Wohnung zu suchen. Dann bist du dein eigener Herr.

Du sagst, deine Mutter ist eine Bezugsperson; warum kannst du nicht mit ihr reden?

Wie würdest du dich denn gerne entfalten und ausleben?

Bist du in Behandlung/Therapie?

LG Lost111

05.11.2020 01:48 • #2


Nachtheld

4
1
Zitat von Lost111:
Hallo Nachtheld,

es ist ja schon einiges, was du da erlebt hast.

Du bist erst seit August in Ausbildung; vielleicht braucht es einfach Zeit, da rein zu wachsen. Aber auch Ausbildung verlangt Einsatz. Wie meine Oma immer so schön sagte: "Von nichts kommt nichts". (Das soll jetzt nicht negativ gemeint sein).
Du hast dir den Ausbildungsplatz ausgesucht.



Ist es strebsam, sein Geld zu "verpulvern"? Nun ja, letzten Endes bleibt es jedem selbst überlassen. Weiter helfen tut dir das nicht wirklich, und das weißt du selber nur zu gut. Für mich bereitete der Führerschein damals "FREIHEIT".
Was meint dein Fahrlehrer damit? Wie er "kümmert sich"?

Vllt. solltest du darauf hinarbeiten, dir eine eigene Wohnung zu suchen. Dann bist du dein eigener Herr.

Du sagst, deine Mutter ist eine Bezugsperson; warum kannst du nicht mit ihr reden?

Wie würdest du dich denn gerne entfalten und ausleben?

Bist du in Behandlung/Therapie?

LG Lost111


Natürlich ist das dumm aber ich weiß nicht was ich sonst machen soll, es macht alles keinen Spaß wenn man immer durch seine Ängste zurückgehalten wird.

Für eine eigene Wohnung wäre ich glaube viel zu unselbstständig und würde ich vermutlich nicht auf die Kette bekommen.

Und mit der Ausbildung würde mich ja gerne reinhängen aber es macht überhaupt keine Laune jeden Tag mit ein paar Stunden Schlaf und Ängsten da hinzukommen und keine tiefen Gespräche führen zu können. Außerdem sind eher so Kundendienst nur leider ruft nur 5x am Tag irgendwer an und dann kann ich auch fast nichts machen, weil es ja fast immer ein anderes Problem ist, kann nur meinen Kollegen zu gucken dann.

05.11.2020 01:58 • #3


Avatar

Lost111

2731
11
1154
Warum glaubst du zu unselbständig zu sein für eine eigene Wohnung? Du hast es noch nicht versucht.

Zitat:
Und mit der Ausbildung würde mich ja gerne reinhängen aber es macht überhaupt keine Laune jeden Tag mit ein paar Stunden Schlaf und Ängsten da hinzukommen und keine tiefen Gespräche führen zu können. Außerdem sind eher so Kundendienst nur leider ruft nur 5x am Tag irgendwer an und dann kann ich auch fast nichts machen, weil es ja fast immer ein anderes Problem ist, kann nur meinen Kollegen zu gucken dann.


Da fragt man sich, warum du mit Ängsten zur Arbeit gehst...
"Tiefgründige Gespräche" kannst du auf Arbeit eh meistens knicken. Es sei denn, du hast den richtigen Menschen dafür gefunden; aber auch dabei steht die Arbeit dann erstmal im Vordergrund. Alles andere kann man privat ausmachen.
Ausbildung heißt aber leider auch "zugucken und lernen". Warum nimmst du dir diese Chance / die Zeit?

05.11.2020 02:07 • #4


Nachtheld

4
1
Zitat von Lost111:
Warum glaubst du zu unselbständig zu sein für eine eigene Wohnung? Du hast es noch nicht versucht.



Da fragt man sich, warum du mit Ängsten zur Arbeit gehst...
"Tiefgründige Gespräche" kannst du auf Arbeit eh meistens knicken. Es sei denn, du hast den richtigen Menschen dafür gefunden; aber auch dabei steht die Arbeit dann erstmal im Vordergrund. Alles andere kann man privat ausmachen.
Ausbildung heißt aber leider auch "zugucken und lernen". Warum nimmst du dir diese Chance / die Zeit?

Man ey es ist wirklich schwierig, das ist eher so ein familiäres Unternehmen. Und alle können immer ganz entspannt plaudern (wirklich da wird 30% gearbeitet und der Rest über andere Sachen oder über deren Privatleben geredet). Und wenn ich irgendwas alleine machen soll, bin ich mir immer sehr unsicher. Da es auch vorkommt, dass ich oft Sachen vergesse, die man mir schon öfters gesagt hat, es geht dabei eigentlich um Kleinigkeiten. Aber dadurch stehe ich dann auch immer unter Spannung und ich bin mir sicher in größeren Betrieben läuft das anders ab.

05.11.2020 02:14 • #5


Avatar

Lost111

2731
11
1154
Zitat:
Und wenn ich irgendwas alleine machen soll, bin ich mir immer sehr unsicher. Da es auch vorkommt, dass ich oft Sachen vergesse, die man mir schon öfters gesagt hat, es geht dabei eigentlich um Kleinigkeiten. Aber dadurch stehe ich dann auch immer unter Spannung und ich bin mir sicher in größeren Betrieben läuft das anders ab.


Dazu fällt mir nur ein: "es gibt keine dummen Fragen". Egal, um was es geht, fragen ist das Zauberwort. Egal, wie groß der Betrieb ist.
Natürlich hat man es als Berufsanfänger nicht einfach, das verstehe ich. Aber wie willst du sonst Erfahrungen sammeln? Wie stellst du dir dein weiteres Leben denn vor?

05.11.2020 02:22 • #6


Nachtheld

4
1
Zitat von Lost111:

Dazu fällt mir nur ein: "es gibt keine dummen Fragen". Egal, um was es geht, fragen ist das Zauberwort. Egal, wie groß der Betrieb ist.
Natürlich hat man es als Berufsanfänger nicht einfach, das verstehe ich. Aber wie willst du sonst Erfahrungen sammeln? Wie stellst du dir dein weiteres Leben denn vor?


Ja den Spruch habe ich doch auch schon tausend mal gehört aber es geht mir einfach nicht gut. Sonst läuft auch nichts. Da sehe ich auch keinen Sinn irgendwas zu erlernen, was mir im Endeffekt auch keine Zufriedenheit bringt.

05.11.2020 02:27 • #7

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag