Ruby_da_Cherry
Gast
Hallo Kleeblatt,
Ich habe selbst vor einigen Wochen ÄVPS diagnostiziert bekomme. Davor hatte ich die Diagnose soziale Phobie, aber eine soziale Phobie kann gar nicht die Tragweite und die tiefe Verwurzlung meiner Angst erklären.
Bei mir zeigt sich die ÄVPS darin, dass ich während meines ganzen Studiums nicht eine Person kennengelernt habe. Ich hatte während meiner ganzen Jugend nicht einen einzigen Freund. Ich verbringe die meiste Zeit alleine Zuhause, weil ich mich Zuhause so viel sicherer fühle. Die ÄVPS zeigt sich sowohl in der Öffentlichkeit wenn ich z. B. Bus Fahre oder einkaufen gehe, aber auch bei meiner Familie und meinem besten Freund. Es ist jetzt nicht jedes Mal so, dass ich bei meiner Familie ängstlich bin. Das ist eher von meiner aktuellen psychischen Phase abhängig (Stress, Depressionen, Hoffnungslosigkeit, alltägliche Herausforderungen…). Vor lauter Angst und Stress dissoziiere ich in stressigen Situationen, dass ich auch Sehstörungen, in Form von Tunnelblick und verschwommener Sicht, bekomme. Ich weiß nicht, ob es sich der ÄVPS zuordnen lässt, aber ich will mit meinen 23 Jahren keine Verantwortung für mein Leben übernehmen, weshalb ich sehr passiv geworden bin. Ich sabotiere mich unbewusst immer wieder, damit sich mein Bachelorabschluss immer weiter nach hinten verschiebt, weil der Gedanke später einen Vollzeitjob mit sozialen Kontakten zu haben, mir unglaublich viel Angst macht.
Neben der ÄVPS hab ich klassischerweise auch Depressionen, aber auch die Borderline-Störung, körperdysmorphe Störung und Skin Picking diagnostiziert bekommen.
Ich komme mir mit so vielen, tiefgreifende psychischen Störungen als ziemlich hoffnungslosen Fall vor. Aber irgendwo in mir schlummert ein Schimmer Hoffnung, selbst wenn ich mir noch keine schöne Zukunft vorstellen kann.