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Abwertung von anderen Personen wegen Kleinigkeiten

Guten Morgen.

Ich brauche gerade einfach das Gefühl, damit nicht alleine zu sein.
Wer rutscht noch wegen Kleinigkeiten direkt in die Abwertung der/den anderen Person/en gegenüber? (Edit: Ich werte sie ab, nicht sie mich.)

Ich hab momentan das Gefühl, dass es nur mir so geht und nur ich "so schlimm" bin.

Danke im Voraus, falls ich damit falschliege.

undefined.

17.05.2019 08:06 • #1


Resi
Meinst du, daß andere dich abwerten oder du sie?

17.05.2019 08:10 • #2


Ich werte sie ab.

17.05.2019 08:11 • #3


Resi
Du, ich kenn das von mir auch, heute nicht mehr so schlimm, wie früher.
Das hatte damit zu tun, daß ich mich selbst abgewertet habe, wie ich lernen durfte.
Und ich habe lange gebraucht, mir das einzugestehen- es ist ja kein schöner Zug an einem selbst.
Ich finde es klasse, daß du das ansprichst.

Es passiert mir heute immer noch immer wieder, aber ich weiß jetzt, daß es mit mir zu tun hat und nur mit mir, daß ich dem nachspüren kann, daß es ein Hinweis ist, aufzupassen, auf mich achtzugeben.

Es geht, man kann es lernen, wenn man bei sich guckt, ich hab ganz viel über mich gelernt.
Geholfen hat mir auch ein Spruch, der eine Weile überall in der Wohnung geklebt war: "es geht dich nichts an".
Es geht mich nichts an, wie mein Gegenüber spricht, wie es gekleidet/geschminckt was weiß ich ist.
Es ist einfach eine Person, die mir meinetwegen unsympathisch sein kann aber ich brauche sie nicht abzuwerten, um mich aufzuwerten, weil ich mich so klein und häßlich fühle.

17.05.2019 08:20 • x 1 #4


Danke für deine Antwort, Resi.
Ich hab mich leider nicht ausreichend ausgedrückt - es geht nicht um Kleinigkeiten an der Person selbst, sondern um Handlungen.
Ein paar Minuten zu spät kommen; trotz Stille-"Gebot" mal sprechen, etc. Solche Dinge. Ich hoffe, das ist verständlicher.

Dass es aus mir, aus meinem Inneren kommt, ist mir bewusst und auch das Einzige, was mich daran hindert, ausfällig oder irgendwie anders unfair zu werden.

17.05.2019 08:24 • #5


Resi
Ja, auch das kenne ich.
Ich nannte es "unbarmherziges Verhalten" mir und anderen gegenüber.

Zuspätkommen kann ich nach wie vor nicht leiden, aber ich beschränke mich aufs zuspätkommen und stelle nicht die ganze Person in Frage.
Ich hatte es so gelernt:
Wenn ich als Kind was falsch gemacht habe hat meine Mutter mich komplett in Frage gestellt:
Nicht meine Handeln war schlecht, sondern ich als komplettes Kind, als Person.
Ich hatte das so verinnerlicht, daß ich das mein halbes, ach was zwei Drittel meines Erwachsenenlebens mit mir rum getragen habe.
Es hilft wirklich nur zu üben, das zu trennen.

17.05.2019 08:51 • x 1 #6


Genau das meinte ich. Danke dir dafür, es tut gut, damit nicht alleine zu sein.
Ich hab das auch gerade mit meiner Therapeutin aufgedröselt. Wir haben das alles angeschaut, wieso ich da so extrem reagiere, was da für Bedürfnisse und Erfahrungen dahinterstehen.
Wie ich damit am Besten umgehe etc.

Nochmal danke.

17.05.2019 09:01 • x 1 #7


Alexandra2
Moin undefined, es geht darum, daß Regeln nicht eingehalten werden? Klar, das bringt mich auf die Palme. Leider zerschlage ich damit Porzellan und mache mehr kaputt, als überhaupt nötig wäre. Außerdem stelle ich mich selbst in schlechtes Licht.
Das Einzige, was mir hilft, an rosa Elefantenbabys denken, aus der Situarion gehen und nichts sagen. Später dann, wenn ich mich beruhigt habe, das Gespräch suchen. "Wie kann es sein, daß?" Und über die Auswirkungen für Andere sprechen. Ich rege mich sehr schnell auf, geholfen hat das nie.
Aber mit meiner veränderten Reaktion konnte ich die Aufreger etwas distanzierter lassen, was meine Aufregung minderte. Und der Andre war eher gesprächsbereit.
Liebe Grüße Alexandra

17.05.2019 11:58 • x 1 #8


Hi Alexandra,
auch dir danke für deine Antwort!
Ich hab es jetzt so gelöst gehabt, dass ich gestern in der jeweiligen Situation nichts gesagt habe, dafür aber heute nochmal das Gespräch gesucht habe. Konnte das auch klären.
So mache ich meistens (da bin ich auch stolz drauf, dass ich das schaffe), nur ärgere ich mich dann manchmal darüber, dass diese Gefühle der Abwertung den anderen gegenüber so schnell einsetzt.

Aber dann denke ich mir - ich habe ein Gefühl, ich bin nicht mein Gefühl. Und es kommt ja drauf an, wie ich damit dann umgehe.

17.05.2019 12:01 • x 1 #9


Alexandra2
Ja das verstehe ich. Es braucht etwas Übung den Wutzwerg, den Jähzorn, das Aufbrausende runter zu dimmen. Deswegen meine ich, aus der Situation gehen und vielleicht hast Du schwere Knete dabei. Das Bearbeiten der Knete lenkt ab und lässt die Wut verrauchen. Probiere das mal aus.

17.05.2019 12:25 • x 1 #10


maya60
Hallo undefined, es spielt auch eine Rolle, ob du vielleicht ständig gereizt im Sinne von aggressiv in dir sowieso schon rumkochst, also unter Dampf stehst, z.B. durch die Depression? Oder ob du vom Typ her cholerisch bist, einfach von jetzt auf gleich schnell aufbraust und zwar total? Oder ob es eben eine starke Wut als Altlast ist nach dem Motto: Damals musstest du dich an Regeln halten, die anderen taten, was sie wollten. Alles Beispiele.

17.05.2019 13:21 • x 2 #11





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