Wenig Hunger - Folge von Depressionen?

Alomie

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Hallo Ihr Lieben,

seit ca. 1 Monat falle ich wieder in regelmäßigen Abständen in das sogenannte schwarze Loch. Zur Zeit bemühe ich mich um einen Therapieplatz, aber das lässt ja bekanntlich auf sich warten. Ich merke, dass mich die bösen negativen Gedanken bei jeder Kleinigkeit die meine Umwelt tut (ganz extrem bei meinem Freund) einholen und unglücklich machen. Ich zweifle an jedem und allem und dies belastet ganz extrem meine Beziehung.

Aktuell ist mir jedoch aufgefallen, nein falsch, nicht mir ist es aufgefallen sondern Familie und Freunde weisen mich meist abends daraufhin, dass ich mal wieder nichts gegessen habe. Ich komme zeitweise lediglich auf ein Brötchen und einen Cappuchino am Tag und dies ess ich dann im Beisein von anderen Leuten, damit ich mir nicht ständig anhören muss, dass ich nichts esse und trinke.
Seit ca 1 Woche kontrolliere ich mein Gewicht. Ich habe schon 4 Kilos abgenommen...

Ich meine Depressionen alleine genügen mir schon, muss ich mir nun auch noch Gedanken um meine Art zu essen und trinken machen? Ich habe zur Zeit einfach kein Bedürfnis (Hungergefühl)! Hat jemand das selbe?

Gruß ins Land

30.01.2010 00:32 • #1


Merlin.70

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Oder ist Dein Essverhalten ein Symptom deiner Deppresion??? Könnte es sein , wenn du etwas gegen Deine Deppression tust sich dein Essverhalten ändern kann....
In meinen Augen ist ein zu viel an Essen eine Art von Kompensation emotionaler Defizite und das Hungern ist das gegen die Art einer Selbstverletzung oder auch bestrafung

Nur in einem emotionalen Loch ist da auch die Wahrnehnung eingetrübt, vielleicht kennst du Dinge die Dir gut tun (spaziergang oder Sauna etc. um Dich da rauszuboxen)

ich wünsche Dir viel Kraft
und Geduld
sei nicht zu hart zu Dir

lG

Merlin.70

30.01.2010 11:09 • #2



Hallo Alomie,

Wenig Hunger - Folge von Depressionen?

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Steffi

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Hallo Alomie,

Ich halte es für äußerst normal, während einer depressiven Phase - egal, welcher Ausprägung - weder Appetit noch Hungergefühl zu haben.
Als ich 2001 krank wurde, gehörte dies zu meinen allerersten Symptomen. Ich konnte nicht mehr essen, empfand Übelkeit und sogar Ekel allein beim Lesen einer Speisekarte oder dem Anblick von Essen.
Und in der Folgezeit nahm ich natürlich auch ab. In meiner schweren akuten Phase aß ich am Tag gar nichts mehr. Mein Mann machte mir abends etwas zu essen, damit ich nicht verhungerte. Über eine Scheibe Brot kam ich nicht hinaus. Das änderte sich alles wieder, als ich gesund wurde.

Denk nicht gleich an eine Essstörung. Wenig essen bedeutet nicht gleich, verhungern zu müssen oder essgestört zu sein. Ich persönlich finde, dass heute viel zu schnell an eine Essstörung gedacht wird, wenn man mal nicht mehr so essen kann, wie man es vorher gewöhnt war.

Appetitlosigkeit mit der Folge, dass man weniger oder auch mal gar nichts mehr isst - das erleben wir doch schließlich auch, wenn wir ne Grippe haben, erkältet sind, uns eben einfach krank fühlen, oder nicht ? Denkt dabei jemand an eine Essstörung ?

30.01.2010 13:22 • #3


GastAccount

Es ist auch nicht gut, wenn du ständig dein Gewicht kontrollierst. Damit machst du dich nur noch verrückter. Und bei gerade mal vier Wochen, kann man m.E. noch nicht von einer Essstörung reden. Vielleicht hast du vorher auch zu viel gegessen und deswegen fällt es auf. Und die gut gemeinten Ratschläge mit: Kind du musst doch was Essen. Und ist den Teller leer und so weiter, sind meistens eher kontraproduktiv. Ich bin mit diesen Sätzen aufgewachsen und habe bestimmt 5 Jahre nach meinem Auszug gebraucht, bis ich Essen auch mal stehen lassen konnte, ohne mich zu schämen.

30.01.2010 15:34 • #4


Alomie

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Sicherlich habt Ihr recht, dass es keine Essstörung im medizinischen Sinne wie Bulemie o.ä ist. Ob ich mich damit bestrafen möchte?! Ich muss darüber nachdenken...ich weiß nicht genau, ob es mir vielleicht sogar gefällt nichts oder wenig zu essen...

Da ich in den letzten Tagen mehrfach darauf angesprochen wurde, habe ich mir halt ein wenig Gedanken gemacht. Dieses Verhalten hatte ich während meiner letzten Therapiephase nicht. Der Post von Dir liebe Steffi trifft es aber sehr genau. Auch eine gewisse Übelkeit schleicht sich mit ein, jedoch nicht wenn ich ans Essen denke, sondern einfach wahllos den Tag über verteilt.

Ich denke aber auch, dass es besser wird, wenn ich anfange wieder glücklich zu sein. Glücklich mit mir selber und meiner Umwelt.

Danke für Eure lieben Posts und danke ebenfalls an Euch, die dieses Forum hier ins Leben gerufen haben. Ich bin noch nicht lange angemeldet, jedoch empfinde ich eine gewisse Sicherheit, wenn ich hier reinschaue und jemand Anteil an meinen Problemen nimmt, so weiß ich das ich nicht allein bin.

30.01.2010 23:49 • #5

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