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Welches Antidepressivum löst keine Mundtrockenheit aus?

S

Schumacher
Mitglied

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Während meiner langen Erfahrung mit Depressionen
habe ich noch kein Medikament bekommen, das bei mir stimmungsaufhellend gewirkt hätte. Im Gegenteil ich fühlte mich ruhig gestellt und einer der schlimmsten Nebenwirkungen waren ein bitterer Geschmack im Mund und totale Mundtrockenheit. Der Geschmack verliert sich auch beim Essen und Trinken nicht. Einfach ekelhaft.
Die Mundtrockenheit ist nachts und morgens natürlich besonders schlimm. Hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht?

#1


12 Antworten ↓

T
Hallo,

bei meinem ersten Antidepressiva Escitalopram hatte ich keine Mundtrockenheit als Nebenwirkung (weder kurzzeitig noch längerfristig). Bei meinem neuen Antidepressiva Bupropion hatte ich die Mundtrockenheit in der Einschleichphase und das hat sich mittlerweile wieder so normalisiert, dass ich es jetzt nicht mehr wahrnehme.

Mein Gedanke ist hier: lässt sich überhaupt generell eine Aussage dazu treffen? Die Nebenwirkungen sind ja bei vielen sehr unterschiedlich. Es gibt Antidepressiva bei denen steht das in den Nebenwirkungen mit drin und bei anderen nicht.
Bei dir scheint es nur leider bei jedem Antidepressiva aufzutreten (?).

#2


A


Hallo Schumacher,

Welches Antidepressivum löst keine Mundtrockenheit aus?

x 3#3


Fritz
Hi Schuhmacher
Mundtrockenheit nehme ich als Nebenwirkung in Kauf.
Es geht anscheinend nicht anders.
Mit der Zeit gewohnt man sich daran.
Servus

x 3 #3


bones
Zitat von Schumacher:
Während meiner langen Erfahrung mit Depressionen habe ich noch kein Medikament bekommen, das bei mir stimmungsaufhellend gewirkt hätte. Im ...

Welche Antidepressiva hast du denn bis jetzt probiert?

#4


ZeroOne
@Schumacher , auch dir erstmal ein freundliches Hallo und herzlich Willkommen im Forum...

Die Mundtrockenheit trifft leider viele, weil sie sich über eine breite Palette von Antidepressiva erstreckt. Das Problem liegt in der stark anticholinergen Wirkung, wodurch die Speicheldrüsen ausgeschaltet werden.

Mir hat ein früherer Arzt vor Jahren erklärt, dass mit anhaltender Mundtrockenheit nicht zu spaßen sei, da es der Hauptfaktor für Karies schlechthin wäre.

Man kann Antidepressiva ausprobieren, die weniger stark anticholinerg wirken (z.B. Agomelatin, Bupropion, usw.). Dies bezüglich müsste dich dein Facharzt gut beraten können.

Ansonsten kann man mit Hausmitteln den Speichelfluss anregen (ungesüßte Tees, säuerliche Getränke, zuckerfreie Bonbons, etc.). In Apotheken gibt es spezielle Gels, Sprays, Spülungen, usw. Auch auf Rezept gibt es Medikamente, die den Speichelfluss steigern (dürfen nach meinem Wissen aber nicht dauerhaft eingenommen werden).

Du schreibt, dass du schon lange Zeit Erfahrung mit Depression hast und - vom Speichelfluss abgesehen - noch nie ein Medikament hattest, das zur gewünschten Stimmungsaufhellung führte (zu diesem Thema gibt es hier auch einen Thread).
Vielleicht kann man sich vor diesem Hintergrund die Frage stellen, in wie weit diese Art der Therapie sinnvoll ist?

x 2 #5


Dys
Ich denke, dass zunächst mal darauf zu schauen wäre, was die Stimmung trübt und ob dies mit einem Medikament geändert werden könnte oder ob es andere Möglichkeiten geben könnte. Gerade im höheren Alter kommt es ja vor, dass mehr Medikamente genommen werden weil zum Teil auch chronische körperliche Erkrankungen dies erfordern und alle haben auch irgendwelche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Deswegen ist es umso wichtiger, darauf zu achten was außer Medikamente möglich wäre, um ein Wohlbefinden zu generieren. Denn Die Glückspille gibt es eh nicht.

Sicher mag es helfen, wenn man im Arbeitsalltag gefordert ist, etwas antriebssteigerndes zu nehmen um in die Gänge zu kommen. Macht einen sowas aber ansonsten unruhig und erfordert dann etwas um wieder runter zu kommen, hat das für mich eher etwas davon, den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen. Und wenn man ohnehin nicht mehr einer Leistungsforderung und vollen Funktionserwartung seitens eines Arbeitgebers unterliegt, sich beispielsweise als Rentner sogar eine freie Einteilung leisten kann, wann man was zu erledigen hat, wäre es meines Erachtens besser, wenn man sich dahingehend trainieren würde, auch mal ein Ungemach aushalten zu können, wenn es absehbar auch wieder positive Aspekte im Leben geben kann.

Antidepressiva wurden zu keiner Zeit als Langzeit Medikament konzipiert, ohne dass es nicht mehr gehen würde, wie beispielsweise Insulin. Daher ist es ratsam, alternative Möglichkeiten zumindest in Betracht zu ziehen, wobei Psychotherapie auch nur dazu führen kann, an sich selbst zu arbeiten und weder Vergangenes ungeschehen machen kann, noch dafür sorgen wird, dass andere Menschen sich in ihrem Verhalten einem selbst gegenüber ändern.

Bisweilen ist man nunmal Konfrontiert mit Dingen, die man partout nicht will. Und das Leben kann Spuren von Müssen enthalten. Medikamente alleine helfen diesbezüglich aber leider auch nicht unbedingt und dauerhaft, etwas erträglich zu machen, das schwer zu ertragen ist. Und natürlich sind Ärzte in der Verantwortung Medikamente zielgerichtet einzusetzen und auch darauf zu achten, wann es Zeit wäre, sie wieder auszuschleichen. Aber als Patient ist man auch in der Verantwortung sich diesbezüglich zu informieren und auch mal nachzufragen wie sinnvoll ein Medikament noch sein kann, dass man schon gefühlt ewig einschmeißt, weil man es nunmal so gewohnt ist. Zumindest würde ich das erwarten, von einem Menschen der seine Mündigkeit noch nicht gänzlich abgelegt hat und auch nicht vor hat, dies zu tun.

In der Tat kann man mittlerweile im Internet aber zu jedem Medikament den Beipackzettel lesen bevor man es sich verschreiben lassen würde und schauen ob man mit eventuellen Nebenwirkungen zurecht kommen könnte. Weniger Sinn macht es, Andere zu fragen, welches Medikament Sie für das geeignete halten, weil es ohnehin bei jedem anders wirken kann und weil ja auch nicht jeder Mensch unter den gleichen Bedingungen lebt und sich gleich Verhält oder Ernährt, oder Bewegt, oder Wohnt, oder finanziell gleich aufgestellt wäre.

Daher sind Fragen dazu, wie was bei jemandem wie auch immer wirkt, eigentlich lediglich unter dem Aspekt sinnvoll, wenn es rein um die Information geht, wie etwas bei jemand anderem eben wirkt. Rückschlüsse auf eine Wirkung bei sich selbst sein könnte, können sie aber nicht geben. Natürlich muss das niemanden abhalten, fahrlässig Medikamente zu empfehlen die Statt Mundtrockenheit dann eben Herzrhythmusstörungen erzeugen können, oder die Leber stark belasten können, oder andere Organe in ihrer Funktion irgendwie nachteilig beeinflussen könnten. Ebenso fahrlässig wäre aber halt auch, wenn man sich beispielsweise für Agomelatin entschieden würde und weiß, dass man schon eine angegriffene Leber hat, nur weil es ein Anderer in höchsten Tönen loben würde. Allerdings hätte dies den Vorteil, wenn die Leber hinüber ist, dem Anderen, der es empfohlen hat, die Schuld dafür zuweisen zu können, was ja vielleicht tröstlich sein kann.

#6


S
@ZeroOne
Hallo,
vielen Dank für die Rückmeldung und die Informationen.
Gruß 🙋‍♀

x 1 #7


S
@Teller
ja leider ist das ein Problem, das bei den Medikamenten, die ich bisher hatte immer so war, genau wie ein ekelhafter bitterer Geschmack, der mich immer begleitet.
Aber natürlich ist das bei jedem Menschen anders. Genau wie die Wirkung. Da man jedes Mittel ja auch erst mal Wochenlang ausprobieren muss, schafft man es wahrscheinlich nicht, das Richtige irgend wann zu finden. Zumal man ja auch keinen Termin bei erfahrenen Ärzten bekommt.
Gruß 🙋‍♀

#8


Sifu
Zitat von Schumacher:
Während meiner langen Erfahrung mit Depressionen habe ich noch kein Medikament bekommen, das bei mir stimmungsaufhellend gewirkt hätte. Im Gegenteil ich fühlte mich ruhig gestellt und einer der schlimmsten Nebenwirkungen waren ein bitterer Geschmack im Mund und totale Mundtrockenheit. Der Geschmack verliert sich ...

Ja, bei Trimipramin einem sedierenden schlaffördernden Antidepressiva.
Nehme stattdessen jetzt das Neuroleptikum Dominal. Hilft noch besser zum runter kommen.

x 1 #9


Sifu
8 Tage ohne Trimipramin und daher 8 tage jede nacht Alpträume und Zähneknirschend aber ich nehme es trotzdem nicht mehr.

Als nächstes gehe ich das Duloxetin an.

x 1 #10


MeisterEder
8 Tage ohne Trimipramin.
Alleine der Gedanke löst bei mir schon Panik aus.
Ich hab das vor zwei Jahren mit Quetiapin retard mitgemacht.
Damals war es lange Zeit nicht lieferbar. Ich musste auf Trimipramin wechseln. Und jeder Medikamentenwechsel ist ja wenig lustig. Aus- und Einschleichen….
In der Zwischenzeit hängt man in der Luft.

x 1 #11


MeisterEder
Jetzt bin ich vom Thema abgekommen.
Es geht ja um Mundtrockenheit.
Ich hab schon einiges durch, aber Mundtrockenheit hatte ich noch nie.
Naja, jeder reagiert halt anders.

x 1 #12


A


Hallo Schumacher,

x 4#13


bones
Zitat von Sifu:
8 Tage ohne Trimipramin und daher 8 tage jede nacht Alpträume und Zähneknirschend aber ich nehme es trotzdem nicht mehr. Als nächstes gehe ich das ...

Gib dein körper Luft zum Atmen mit ausschleichen mit ein anderen medi. Die nw gehen wieder weg bzw werden immer weniger. Hab Geduld. Ich kenne diese Symptome nicht beim ausschleichen. Aber stell ich mir schwierig vor. Wenn du zähneknirschen hast, Rat ich dir eine Prothese zu tragen nachts. Es schadet sonst nicht nur die zähne sondern kann zu Verspannungen führen.

x 1 #13

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