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Habe keine Kraft mehr

Lucie

Lucie

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Hal!o, vor 5 Jahren habe ich die Diagnose Depression bekommen, habe zwei stationäre Klinik Aufenthalte hinter mir, bin in Moment in eine ambulante Tagesklinik in Behandlung. Trotz 40 mg Fluoxetin/Tag geht's mir nicht gut.
Die Tage in Klinik sind noch in Ordnung, fühle mich ziemlich wohl dort. Habe aber riesige Angst davor, irgendwann wieder arbeiten zu gehen und am normalen Alltag teilnehmen zu müssen. Habe absolut keine Kraft dazu. Keine Kraft und Energie für gar nichts mehr.
Denke fast jeden Tag an Suizid. Der Gedanke einzuschlafen und nie wieder aufkommen zu müssen, empfinde ich als sehr tröstlich. Das Einzige, was mich bis jetzt davon abgehalten hat, ist meine Familie. Habe große Schuldgefühle, will niemandem weh tun. Die Vorstellung,endlich mal Ruhe zu haben, ist trotzdem sehr verlockend. Weiß nicht, was ich tun soll. Kann ich einmal im Leben so richtig egoistisch sein und das tun, was ich will? Ohne Rücksicht auf Andere?

19.04.2018 00:31 • x 2 #1


Lucie

Lucie


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Hallo, ich bin so müde, trotzdem kann ich nicht schlafen. Liege fast die ganze Nacht wach. Früher, wenn es mir schlecht ging, habe Tag und Nacht schlafen können, es war wie eine Flucht. Seit Wochen gibt es diese Flucht nicht mehr für mich. Denke so oft an den Tod. Es wäre ein Ausweg, der einzige Ausweg. Bin total überfordert mit meinem Leben, habe keine Kraft mehr. Für mich gibt's nichts schönes im Leben, keine Freude, alles ist nur noch grau. Jede Nacht werde ich noch ein wenig wahnsinniger. Am Morgen weiß ich nicht ,wie ich den ganzen Tag überstehen soll. Weiß vor allem nicht warum. Alles erscheint mir so sinnlos. Und hoffnungslos. Ich möchte einfach nur schlafen

19.04.2018 02:35 • x 1 #2


julienne

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Hallo Lucie,
ich hoffe, du konntest heute Nacht doch noch etwas erholsamen Schlaf abbekommen.
Mir wurde kürzlich auch eine Reha in einer Tagesklinik empfohlen, aber ich sträube mich dagegen, weil es mir Angst macht. Magst du mir sagen, warum du dich dort wohler fühlst als zu Hause?

Gruß
Julienne

19.04.2018 10:11 • x 1 #3


Timeless77

Timeless77

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Du Lucie, mal eine Frage. Was macht dich eigentlich so richtig glücklich? Du sagst, der Gedanke die Welt zu verlassen ist tröstlich aber du verlässt sie doch sowieso irgendwann und das für viel länger als die Zeit hier? Ist das nicht eine Motivation um zu sagen, "hey, warum die Vorstellung früher verlassen, so schlecht ist es doch nicht?"

Sag bloss du findest es toll, in dieser dunklen Kiste 3 Meter tief zu liegen?

Was du brauchst, ist eine Umarmung. Einen Spaziergang und jemand, der dich rausholt aus diesem Loch der falschen Gedanken.

Frage: Siehst Du eigentlich noch, dass deine Entscheidung falsch sein könnte oder bist du wirklich davon überzeugt, dass deine Gedanken und diese Grundstimmung die richtige ist?

Lass Dir helfen und gib mir Antworten.

Liebe Grüße

19.04.2018 17:15 • #4


Lucie

Lucie


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Hallo Julienne, danke für deine Antwort. Leider habe ich gestern nur vielleicht eine halbe Stunde geschlafen, das macht mich langsam wahnsinnig. Warum willst du nicht in eine Klinik? Wovor hast du Angst? Es ist wirklich nicht schlecht. Die Therapien sind ähnlich wie beim stationären Aufenthalt, nur nicht so anstrengend. Du kannst das zumindest versuchen, kannst doch jederzeit abbrechen, wenn damit nicht klar kommst. Ich bin zufrieden damit ( stationär fand ich aber besser), mein Psychologe sagt, ich verstecke mich in der Klinik vor Außenwelt. Es stimmt, er hat Recht. Ich habe geregelten Tagesablauf, brauche keine Verantwortung übernehmen, Keine Entscheidungen treffen. Der Alltag zu Hause (seit Oktober krank geschrieben ) überfordert mich. Alles ist mir zu viel, selbst ganz selbstverständliche alltägliche Erledigungen , Entscheidungen usw. Dazu fühle ich mich zu Hause sehr einsam, trotz Familie. Habe große Schuldgefühle deswegen. Liebe Grüße Lucie

20.04.2018 00:18 • #5


Lucie

Lucie


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Hallo bernd77, natürlich finde ich mein tiefes Loch nicht toll, es gelingt mir aber nicht da rauszukommen. Und in der Nacht erscheint alles noch viel schlimmer und bedrückender als das ohnehin schon ist. Su fragst, was mich glücklich macht. Es gibt leider nichts. Glücklich zu sein habe ich wahrscheinlich schon verlernt und vergessen. Früher hat mir meine Familie dieses Gefühl gegeben. Die ist jeztz zwar immer noch da, aber ich bin total gefühllos geworden. Fühle mich einfach nur leer. Innerlich schon tot. Ich weiß, meine Gedanken sind nicht richtig, es ist eigentlich total krank, aber mir fällt nichts anderes ein. Ich sehe einfach nichts schönes mehr im Leben, sehe keine Zukunft vor mir. Liebe Grüße Lucie

20.04.2018 00:46 • x 1 #6


foxi

foxi

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Grüss dich Lucie,

nicht ausreichend schlafen können tut gar nicht gut,
dazu immer grübeln in dunklen gedanken bringt dich auch nicht weiter.
selbstmord ist keine Lösung des problems. wenn du in so einem dunklen zustand da drüben ankommst,
kennst du dich noch weniger aus dort und es wird noch schwieriger alles.
probiers lieber im hier .Nütze diese Möglichkeit, so weh es auch mal tut und so anstrengend es mal ist.

ist doch frühling, geh in der natur spazieren, auch wenn es anfangs bisschen mühsam ist dich zu überwinden.
alles wächst und blumen blüh in vielen Farben mach deine augen auf und spüre den wind und die sonne und das Wetter und nimm die Kraft der natur in dich auf. das macht auch gut müde zum besser schlafen.

kannst dich in der natur ja auch wo hinsetzen an schöne plätze und bisschen kontemplieren. die wolken am himmel betrachten, dich unter einen Baum setzen. wieder paar schritte gehn, die *beep* zwitschern hören, vielleicht einen kuckuck
hören. auch wenn du in einen zug steigen musst um aus der stadt raus zu kommen, so lohnt es sich.

Bewegung und Natur geben kraft und auch wenn es dich sehr ermüdet alles, so ist das dann eine gesunde und schlaffördernde Müdigkeit. die Gedanken werden davon auch besser.
beginne in kleinen schritten , kannst dir ja auch 2 stöcke als stütze mitnehmen.
die Natur gibt Kraft, probiers mal !

von nix kommt nix retour. bisschen überwindung und du wirst deine Kraft neu erkennen.
das Leben ist im fliessen, stagnation ist sowieso scheintot sein,
wir sind hier um uns zu bemühen und zu lernen, das kann uns niemand anders abnehmen.
also besser sich hochrappel und raus, als sich zu verkriechen.
besser fehler und kleinigkeiten machen, als nichts.
probieren geht über studieren.
in dem sinn, der frühling ruft und raus aus dem Loch !
beste wünsche
von foxi

du schaffst das Lucia. medikamente schlucken is nur eine krücke, weitergehn müssen wir schon selber mit unseren
eigenen Beinen.

20.04.2018 02:03 • x 1 #7


Timeless77

Timeless77

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Liebe Lucie,

schön, dass Du ansprechbar bleibst und dich auch noch reflektierst bzw. das Du zumindest die Möglichkeit siehst, dass du dich irren könntest. Mir geht es heute auch nicht so gut. Ich bin heute morgen aufgewacht und hatte ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Ich fand es anstrengend in den Tag zu starten, weil ich beruflich so große Herausforderungen meistern muss, die echt frustrierend sind. Mein erster Gedanke beim Aufwachen galt Dir. Ich fühlte mich verbunden. Wenn man schreibt und helfen will aber nicht das selbe Grundgefühl im Körper trägt, redet man an der Hilfe vorbei.

Mir hat es heute morgen geholfen, dass ich mich abgelenkt habe. Wenn man einmal aus der Spirale rauskommt und sich plötzlich von Außen sieht, ist das schlechte Gefühl weg. Dazu kam, dass ein mir nahestehender Bekannter ins Krankenhaus gekommen ist. Er hat Herzprobleme und sein Leben wird wohl nicht mehr so sein wie vorher.

Mit seinem Problemen will ich jetzt nicht tauschen. Dagegen sind meine Sorgen lächerlich. Vielleicht geht es uns auch nur zu gut und dadurch kommen diese ganzen Gedanken? Wir sind doch körperlich fit...

Gibt es etwas, dass Du gerne isst?
Du bist verheiratet, wie geht dein Partner damit um?
Kennst Du die Ursprünge deiner Depression?

Liebe Grüße

20.04.2018 10:49 • x 1 #8


foxi

foxi

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ich wollte auch nur helfende Gedanken schreiben, aber mir ist schon klar, wenn man tief drinnen steckt im schwarzen Loch geht kaum noch was.
in Kliniken wird man aber auch motiviert zu bewegung und zum Kreativ sein, also was malen etc.
natürlich gibt es dort auch professionelle gesprächstherapie und sicher vieles mehr, was helfen kann.
die richtigen medikamente finden und verständnis.
es dauert ja auch paar wochen bis die medikamente greifen und man sich besser fühlt und Nebenwirkungsfrei wird.
Hoffentlich kannst du bald mehr schlafen Lucie, dann fühlst du dich bald besser.
das wünsch ich dir echt von Herzen.
ohne genügend guten schlaf ist alles eher eine Folter.

dir auch alles gute bernd.

20.04.2018 17:01 • x 1 #9


Lucie

Lucie


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Hallo bernd, tut mir leid, dass es dir schlecht geht. Mache mir Vorwürfe, habe ich das mit meinem Beitrag verursacht? Tut mir wirklich leid, wollte niemanden runterziehen. Hoffe, dir geht es wieder besser. Habe heute Schlaftabletten bekommen, hoffentlich wirken sie auch. Der Gedanke, ob es mir einfach nur zu gut geht, habe ich mir auch schon mal gestellt. Objektiv betrachtet ist mein Leben in Ordnung. Ich habe Mann und Kinder, gut bezahlten Job, alle sind gesund. Eigentlich habe ich kein Grund depressiv zu sein. Trotzdem geht es mir schon lange schlecht. Die Ursachen liegen zum Teil in meiner Kindheit, (Gewalt, Missbrauch), zum Teil in Gegenwart. Ich habe keine Freunde, meine Kinder sind von zu Hause ausgezogen; fühle mich sehr einsam. Mein Mann versucht verständnisvoll zu sein, kann mir aber nicht helfen. Er kann sich nicht mal annähernd vorstellen wie mir wirklich geht's. Wie verbringen auch sehr wenig Zeit zusammen, er arbeitet viel. Liebe Grüße und alles Gute

21.04.2018 01:35 • #10


Lucie

Lucie


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Die Schlaftabletten wirken nicht!

Bernd, sorry, habe vorher vergessen Deine Frage zu beantworten.
Ich esse sehr wenig, manchmal paar Tage gar nichts. Habe keinen Appetit
LG

21.04.2018 02:32 • #11


Timeless77

Timeless77

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Zitat von Lucie:
Mache mir Vorwürfe, habe ich das mit meinem Beitrag verursacht?


Nein auf keinen Fall. Mit dir hat das überhaupt nichts zu tun. Es geht um meine Arbeit. Das hier im Forum würde mich nie runterziehen. Es hilft mir sogar, meine Gedanken zu sortieren.

Was Du brauchst ist einfach ein Lichtblick. Zunächst hast du ja Kinder. Das ist toll und wertvoll. Allein der Kinder willen ist es ja schon Wert, der Sache mehr und mehr auf den Grund zu gehen.

Gibt es denn etwas, dass dich glücklich macht? Du sagst dein Mann arbeitet viel. Denkst du, mit einem anderen Mann, wo Du dich vielleicht mehr verstanden fühlst, könnte sich dein Zustand etwas ändern. Noch glaube ich irgendwie, dass man dich mit schönen Momenten aus der Spirale holen könnte. Sei es z. B. ein schöner Urlaub, eine Cabrio Tour, bisschen Aussicht, etwas zusammen trinken gehen.

Kann es sein, dass Du dir nicht gefällst? Wenn du in den Spiegel schaust, was siehst du?

Als erstes bitte bitte regelmäßig essen. Ohne Nahrung wird man depressiv.

21.04.2018 11:58 • x 1 #12


Lucie

Lucie


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Hallo Bernd,
Du hast so Recht, ein Lichtblick wäre bestimmt sehr hilfreich. Habe leider das Gefühl, im meinem Leben gibt es nichts schönes, warum sollte das in Zukunft anderst sein? Auto fahren ist wirklich das einzige was ich noch gerne mache. Manchmal hilft mir das auch ein wenig.

Ich war noch nie mit meinem aussehen zufrieden, Habe auch niemals Komplimente von anderen Leuten geglaubt. Mein Psychologe nennt das gestörte selbstwahrnehmung und meint, es ist bei mir ziemlich stark ausgeprägt.
An einen anderen Mann habe ich auch schon manchmal gedacht. Aber erstens gibt es sowieso niemanden (ich habe nicht mal Freunde), und zweitens wäre das doch total unfair meinem Mann gegenüber. Unsere Ehe ist eigentlich ok.

Was machst du denn beruflich? Ich finde bewunderswert, dass obwohl dich deine Arbeit so krank macht, bist immer noch in der Lage zu arbeiten
Wünsche dir alles gute.

22.04.2018 00:04 • #13


foxi

foxi

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Gruess dich Lucie,

Jetzt probier ich dir das 3. Mal antworten und hoffe es geht nicht wieder verloren.
Klar fuehlt man sich einsamer, wenn die kinder weg und ihren eigenen weg gehn.
Daran gewoehnt man sich auch mit der zeit. Danach muss man mal mit Nachbarinnen vorlieb nehmen zum plaudern. Muss ja nicht gleich ein neuer Mann sein

23.04.2018 14:52 • #14


foxi

foxi

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Vielleicht lernst du ja auch in det Tagesklinik nette Leute kennen.
Machst du Fortschritte mit der Therapie?

23.04.2018 14:56 • #15




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