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Was gibt euch Kraft?

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xxxxxxx
Gast

Hallo ihr lieben,

ich bin neu hier im Forum. Da ich seit vielen Jahren mit wiederkehrenden teils sehr schweren Depressionen zu kämpfen habe, im Moment aber in keiner Therapie bin, habe ich mich hier angemeldet um mich mit euch/anderen Betroffenen austauschen zu können. Und ich möchte direkt mit einer Frage beginnen: Was gibt euch in sehr schwierigen Phasen Kraft? Was macht ihr, damit ihr euch besser fühlt und damit ihr wieder Kraft empfindet, um anzupacken und weiterzumachen. Vielleicht können voneinander lernen? Ich bin gespannt und freue mich auf eure Antworten!

Viele liebe Grüße!

x 5 #1


57 Antworten ↓
X

xxxxxxx
Gast

Wow, vielen Dank für eure Antworten und die Begrüßungen! Smile Ich finde es insb total schön, wie viele von euch aus dem Kontakt zu Tieren schöpfen. @Tierliebe: Deine Worte dazu haben mich sehr berührt. Und @Pessimist: Ich bin auch sehr in der Musik verwurzelt; wie Nietzsche schon sagte: "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."

Zitat von Bollefix:
Wenn ich ganz unten bin versuche ich mich daran zu erinnern, dass es auch bessere Zeiten gab, und dass es sie auch wieder geben kann.


Das finde ich sehr differenziert formuliert. Und ich erkenne mich in diesem Versuch der Erinnerung deutlich wieder. Aber zumindest mir fällt dies unglaublich schwer. Es ist dann vieles wie ausradiert; als wäre man in den tiefsten Abgründen der Depression ein Mensch, den man eigentlich gar nicht kennt. Schon erstaunlich! Und auch wenn ich ganz genau weiß, was mir eigentlich gut täte, sei's Schlaf, gesunde Ernährung, soziale Kontakte, Sport etc., manchmal scheint (fast) alles unmöglich. Ich kann in Zeiten des Abrutschens manchmal noch gegensteuern, aber wenn ich erst mal unten bin... ! Vielleicht bräuchte ich auch ein Hündchen, dass einfach da ist und das schließlich auch auf mein Sein angewiesen ist. herz

14.12.2021 23:18 • x 4 #17


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A


Hallo xxxxxxx,

Was gibt euch Kraft?

x 3#3


Schlüsselkind

Schlüsselkind
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Zitat von Hexe4269:
Diese Aktivität habe ich noch nicht gefunden. Erschwerend hinzu kommt aktuell die Tatsache dass ich mir vor 4 Wochen während eines Klinikaufenthaltes das Sprunggelenk gebrochen habe und jetzt quasi festsitze. Dazu kommt die Hoffnungslosigkeit und schon ist das Drama perfekt. Frage an alle: was macht ihr zur ...


Da ich chronisch krank bin und dadurch (und natürlich die aktuelle pandemische Situation noch erschwerend hinzu kommt) leider Hobbies manchmal aus körperlichen Gründen zeitweise nicht für mich umzuetzen sind, ein paar Anregungen. Seit der Pandemie hadere ich dahingehend auch oft, vieles ist ja gerade nur alleine umsetzbar. Es ist auf jeden Fall immer gut, mal in sich hineinzuhorchen, was einen perönlich weiterbringt und gut tut. Das kann durchaus jeden Tag etwas anderes sein, um Abwechslung in den Alltag zu bringen. Mir fällt das oft auch schwer, aber dank Internet kommt man manchmal doch auf gute Ideen, um sich Inspirationen zu holen.

Vielleicht hast Du ein noch verborgenes Talent oder etwas, was dich immer schon interessiert hat und gerne mal umsetzen oder lernen möchtest?

- Kochen (hier probiere ich immer mal wieder etwas Neues aus, was mich anspricht): gerade lerne ich ein wenig japanisch zu kochen. Hier gibt es viele youtube-Videos von Japanerinnen, wo ich mir Inspiration hole. So tut man auch gleichzeitig etwas für seine Gesundheit.
- Tanzen/Bewegung ist gut für die Endorphine: ich betreibe das eigentlich regelmäßig mit anderen, da das nun leider wegen Pandemie entfällt, studiere ich manchmal kleinere Schrittfolgen, um mich in Bewegung zu halten. Gerade ist es zu kalt, aber wenn es wieder wärmer wird gibt es draußen oft auch Aktivitäten oder man packt sich dick ein und macht mal einen Dauer-Spaziergang und erkundet die letzten Winkel seiner Stadt. Wenn Dir das Spaß macht, kannst Du dabei auch fotografieren oder vielleicht eine kleine Staffelei mitnehmen oder anders kreativ sein, um den Augenblick einzufangen. Würde wegen Deiner Erkrankung gerade ausfallen, aber vielleicht für später mal aufheben?
- Wenn tanzen nicht so Deins ist: es gibt auch auf youtube viele Entspannungs- und Atemübungen, die man nach Anleitung durchführen kann. Vielleicht stöberst du dort mal ein wenig, um herauszufinden, was Dir gut tun könnte. Vieles kann man auch im sitzen ausüben, daher ist Deine Erkrankung hier kein Hindernis.
- Fernlehrgänge. Wenn Du dich beruflich oder persönlich weiterbilden möchtest, findet man neben kostenpflichtigen Seminaren auch viele online-Seminare die kostenlos sind und bei denen man etwas lernt und geistig in Bewegung bleibt.
- zoom-Treffen mit Familie oder Freund*innen Wenn man sich auch gerade nicht sehen kann, kann das doch wenn Familie und Freudn*innen vorhanden sind, auch interaktiv stattfinden. Z. B. zusammen virtuell essen, plaudern etc.
- online-Lesegruppe beitreten Ich bin schon seit Jahren in einer (englischsprachigen: da ich mein englisch immer mal auffrischen/beibehalten will, gibt es auch aber deutschlandweit) online-Lesegruppe: man liest über einen Monat verteilt zusammen ein Buch und tauscht sich darüber im Monat dann aus. Finde das sehr interessant, weil man dadurch auch mal Bücher entdeckt/liest, an die man sich vorher nicht herangetraut hätte. Die Lesegruppe und der Austausch motivieren einen dabei sehr dranzubleiben. Erreichbar z. B. über goodreads.com

22.12.2021 12:08 • x 2 #49


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B
Zitat von Lischen:
Was gibt euch in sehr schwierigen Phasen Kraft?


der Glaube an mich selbst und die Erfahrung, dass ich die Kraft habe mich immer wieder selbst hochzuziehen.

Mein Wille.

Meine positive Sichtweise, die ich mir Gott sei Dank angeeignet habe.

x 5 #2


Unliebenswert
Zitat von Lischen:
Was macht ihr, damit ihr euch besser fühlt und damit ihr wieder Kraft empfindet, um anzupacken und weiterzumachen.

Hallo Lischen!
Willkommen im Forum. Auch ich habe mich erst vor kurzem angemeldet, kann Dir aber versichern, dass man hier Trost und Hilfe finden kann. Bezüglich Deiner Frage zitiere ich mich einfach mal selbst:

Vermutlich werde ich auch zukünftig den Kampf oft verlieren, aber ich habe die Erinnerung an meine Siege und weiß, dass ich stark genug bin, um zu gewinnen. Vielleicht wird es das nächste Mal schon leichter, etwas für mich zu tun. Weil ich weiß, dass der Kampf nicht sinnlos ist.

Das habe ich erst gestern geschrieben, unter dem Thema "Ich bin stolz". Ganz unbescheiden empfehle ich Dir den ganzen Text zu lesen. Scheinbar ist er ganz gut gelungen, da sich schon 8 Leute bedankt haben.
Ansonsten schau mal in den Adventskalender (s.o.) , das lohnt sich immer!
Liebe Grüße
Unliebenswert

x 4 #3


X
Danke dir, Unliebenswert (Warum dieser Name?), für deine Zeilen! Wie ist das bei dir? Erinnerst du dich auch in deinen Tiefpunkten an deine Siege? Für mich zeichnet sich eine Krise nämlich gerade dadurch aus, dass ich solch Wissen in diesen Momenten scheinbar vergesse. Dann ist alles schwarz. Und alles sinnlos. Ich wünschte, ich könnte eben diese Gefühle von Stolz und Sinnhaftigkeit (die ich durchaus erlebe und empfinde) abspeichern und in schlechten Zeiten "auspacken". Aber irgendwie funktioniert das bei mir nicht...

x 1 #4


Kitten
Hallo @Lischen
Schön, dass du den Weg ins Forum gefunden hast. Ein herzliches Hallo an dieser Stelle. Bestimmt wirst auch du hier drin viel Unterstützung finden.

Nun zu deiner Frage:
Mir hilft es in schlechten Zeiten, den Tag einfach so zu nehmen wie er kommt. Tag für Tag, ohne in die Zukunft zu blicken. Frische Luft tut mir gut, Austausch mit lieben Leuten, viel Schlaf und genügend Nahrung. Auch mir hilft der Glaube an mich selber und die Hoffnung, dass es wieder bessere Zeiten geben wird. Nicht sofort, sondern Schritt für Schritt.

Bei wiederkehrenden (schweren) Depressionen ist eine begleitende Therapie sicherlich notwendig.
Liebe Grüsse, Kitten

x 5 #5


T
Hallo @Lischen ,
willkommen im Forum.
Mir hilft an schlimmen Tagen und Zeiten die Liebe und Zuneigung die ich durch unsere Hündin bekomme.
Ich glaube wenn es sie nicht gäbe, gäb es mich vielleicht auch schon nicht mehr. Mit ihr zu schmusen,ihr dabei erzählen
wie schlecht ich mich fühle,wie traurig ich bin und einfach meine Tränen laufen lassen zu können, das tut mir gut.
Ich spüre ihre Liebe zu mir, sie schenkt mir Geborgenheit. Niemand kann mir soviel Kraft
schenken wie dieses Tier.

Lg. Tierliebe

x 3 #6


B
Zitat von Lischen:
Was gibt euch in sehr schwierigen Phasen Kraft?


ich möchte noch hinzufügen, Kraft gibt mir auch der Glaube an Gott, etwas das größer ist als alles hier auf dieser Welt.
Zitat von Tierliebe:
schenkt mir Geborgenheit.


das konnte ich schon ganz oft in schwierigen Phasen erspüren.

x 3 #7


Mira13
Hallo @Lischen ,
mir hilft ganz besonders meine kleine Katze. Sie heitert mich auf, bring mich zum Lachen und gibt mir Liebe.
Der Glaube an Gott ist mein größter Anker... Ohne Ihn ist nichts möglich.

Ein sehr schönes Thema, wie ich finde 👍

x 3 #8


B
Wenn ich ganz unten bin versuche ich mich daran zu erinnern, dass es auch bessere Zeiten gab, und dass es sie auch wieder geben kann. Ich versuche auch den Tag eben so zu nehmen wie er kommt. Telefonate mit guten Freunden haben mir sehr geholfen durchzuhalten. Der regelmässige Kontakt war mir besonders wichtig. Ich musste dabei gar nichts Schwieriges besprechen, alltägliche Themen haben mir besser geholfen. Ich habe 2 Hunde für die ich da sein muss. Auch das Wissen um diese Verantwortung hilft mir durchzuhalten.
LG Bollefix

x 5 #9


Lost111
Zitat von Lischen:
Und ich möchte direkt mit einer Frage beginnen: Was gibt euch in sehr schwierigen Phasen Kraft?

Willkommen hier im Forum @Lischen .

Mir gibt definitiv meine Katze Kraft, Liebe und Geborgenheit in schweren Zeiten. Sie ist es, die mir jeden Tag auf's neue ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

LG Lost111

x 4 #10


T
Zitat von Bollefix:
Wenn ich ganz unten bin versuche ich mich daran zu erinnern, dass es auch bessere Zeiten gab, und dass es sie auch wieder geben kann. Ich versuche auch den Tag eben so zu nehmen wie er kommt.

Super Einstellung, darum beneide ich dich.
Ich denke dbzgl. nur noch negativ, sehe mein Leben ablaufen und die Welt wird immer schlimmer anstatt besser.
Gut das ich da meine Hündin habe die mir Kraft schenkt und Mut gibt.

x 2 #11


Pessimist
Ich mache seit knapp 45 Jahren selber Musik (Gitarre). Ich habe und mache nichts anderes! Davon zehre ich und gewinne somit ein klein wenig Kraft.

Ich brauche sonst auch nichts, nur das Nötigste zum Leben, ich war aber schon immer ziemlich genügsam und bescheiden! Das liegt ganz gewiss an meinem damaligen Elternhaus und den Umständen in den ich aufgewachsen bin.

Wenn ich meine Musik nicht hätte, wer weiß was dann wäre... mag gar nicht daran denken😌

x 5 #12


B
Ich nehme mir auch ein Beispiel an meinen Hunden: Sie leben im Jetzt. Tiere können grosse Heiler sein, finde ich.

x 5 #13


B
Zitat von Tierliebe:
die Welt wird immer schlimmer anstatt besser.


das scheint tatsächlich so. Am besten ausblenden.

x 3 #14


A


Hallo xxxxxxx,

x 4#15


Pessimist
@Bollefix Stimmt, ein Hund wäre auch noch was für mich. Hunde sind die besten Freunde... sie lügen nicht!

x 5 #15

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