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Danke für das Thema, @laluna74 ! Ich finde das sehr spannend und habe lange darüber nachgedacht.
Bei dem Wort scheint der Fokus auf
"Selbst" zu liegen. Also, dass ich meine eigenen Ziele, Wünsche und Vorstellungen verwirklichen kann und nicht zu sehr an irgendwelche externen Vorgaben und Zwänge gebunden bin (egal, ob diese gesundheitlich, gesellschaftlich, ethisch - oder wie auch immer - bedingt sind).
Vor diesem Hintergrund sehe ich Selbstverwirklichung als ein Luxusgut, oder auch als reines Glück an, welches nicht für mich bestimmt ist.
Diese Aussage mag für manche destruktiv klingen. Aber ich sehe, dass ich definitiv Ziele, Wünsche, Träume und Vorstellungen habe / hatte, die vor ein paar Jahren für mich noch realistisch erreichbar gewesen wären und ich mich selbst auch verwirklichen hätte können. Aufgrund der psychischen Erkrankung ist dies nun nicht mehr der Fall (und wird auch bei allem Optimismus hinsichtlich einer Genesung nie mehr der Fall sein).
Jetzt wird der
"engagierte Therapeut" wieder empfehlen, nicht mehr nach den Sternen zu greifen, sondern kleinere, nähere Ziele zu definieren, die unter den gegebenen Umständen erreichbar sind. Das klingt logisch, realistisch und verständlich - ist es auch!
Allerdings hat es für mich nichts mehr mit
Selbstverwirklichung zu tun, wenn ich mir Ziele durch meine Erkrankung reglementieren lasse. Damit bastle ich mir ein erträgliches (mehr oder weniger lebenswertes) Leben um meine Krankheit herum zusammen - einen Kompromiss.
Man könnte argumentieren, dass die Krankheit ja ein Teil des
"Selbst" ist und somit auch Bestandteil der Selbstverwirklichung. Für mich ist sie das aber nicht - für mich ist sie das Hindernis auf dem Weg der Selbstverwirklichung, das nicht übersprungen, oder umlaufen werden kann.
Für die Frage des Threads
"Was tut ihr, um euch selbst zu verwirklichen?" habe ich daher für mich noch keine Antwort, bzw. Lösung gefunden.
Sorry, wenn dem einen oder anderen meine Gedanken hierzu etwas zu düster waren.
LG
ZeroOne