Zitat von Bonita: Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, nicht zu offen zu sein und meine Privatsphäre etwas besser zu schützen - ich bin oft zu gutgläubig und kam erst beim Lesen verschiedener Beiträge drauf, dass hier wohl aus persönlichen (gutem) Grund manche mit gefälschten Daten und Angaben schreiben
Dazu steht ja in den Forenregeln, dass man keine privaten Daten veröffentlichen soll.
Aber was könnten denn für gefälschte Daten genannt werden? Im Profil wären das ja lediglich Geschlecht und Alter, denn das sind Pflichtangaben. Namen und Adressen werden nicht abgefragt. Was Texte angeht, so kann jeder inhaltlich sowohl wahr oder auch gelogen sein und für einen persönlich ist doch eh nur wahr, was man von einer Geschichte glaubt.
Die meisten gemachten Angaben sind ohnehin oft sehr wage, was es mitunter schwierig machen könnte, etwas zu antworten. So typische Fragen wie: „Kennt das jemand?“ oder „Gehts jemandem hier genauso?“ kann man je nach Mitteilungsbedürfnis theoretisch auch lediglich mit ja oder nein beantworten und gibt damit ja nichts preis, dass missbraucht werden könnte.
Konkrete Sachfragen sind oft leichter zu beantworten, beispielsweise wenn es um Behördendinge geht und ein Tipp bezüglich einer Vorgehensweise gefragt ist. Dann wäre man als Antwortender gefragt, eben bestenfalls keinen Stuss zu reden, oder lediglich die eigene persönliche Erfahrung mitzuteilen und dem Fragenden zu überlassen, ob er was damit anfangen kann. Das gleiche könnte man auch im Bezug auf Medikationen überlegen, wenn jemand Fragen zu Wirkungen und/oder Nebenwirkungen hat, die ja selten bei jedem gleich sein dürfen und oft so grundlegende Informationen wie der tatsächliche gesundheitliche Zustand, oder der allgemeine Lebenswandel nicht genau bekannt sind. Allerdings kann es natürlich informativ sein, zu wissen wie was bei jemand anderm wirkt, sofern man dessen Schilderung auch glaubt. Will man Ratgeber sein und hat den Anspruch, das der Rat auch zu befolgen ist, darf man das ja entsprechend äußern. Inwieweit der Anspruch dann erfüllt wird, liegt aber zu Glück im ermessen des Anderen und ob ein Rat hilfreich war oder nicht, würde man auch nur erfahren, wenn dieser es dann mitteilt.
Bei Fragen zu Beziehungen wirds durchaus noch schwieriger etwas zu antworten, weil ja meist nur die eine Sichtweise eines Partners zu lesen ist, die man eben so als zutreffend betrachten müsste ohne den anderen Partner gehört zu haben. Trotzdem darf man natürlich Tipps oder Zuspruch geben, wenn man denkt, es könnte irgendwie hilfreich sein. Ob es das dann wäre, entscheidet dann wiederum der, der seine Situation zunächst geschildert hat. Natürlich bleibt es einem selbst überlassen, ob man dann den Parner, der sich nicht äußern kann, analysieren will oder irgendwelche Attribute zugestehen, die einem halt so einfallen um dann vielleicht erfahren zu können, wie das von demjenigen der etwas geschildert hat, aufgefasst wird. Ob das aber hilfreich ist, entscheidet auch da lediglich derjenige der es liest.
Im Grunde könnte man sich also generell auch sparen, in einem Anonymen Forum irgendwas zu posten oder zu antworten, wenn der absolute Anspruch an Wahrheit besteht, weil man es ohnehin kaum überprüfen kann, ob es so ist. Weshalb man aber postet oder antwortet ist völlig klar, nämlich weil mans kann und die Plattform dafür existiert, die man nutzt.
Letztlich ist eigentlich jeder selbst gefragt, was er von einem Forum erwartet oder in welcher Form er es nutzen will und ob es dass ist, was er will. Von ernsthafter oder ernstgemeinter Kommunikation, ob sachlich fundiert oder kundtun der persönlichen Meinung bis hin zu Hauptsache mal was gepostet, gibt die Bandbreite einer Forennutzung ja einiges her. Ergründen wollen, weshalb jemand etwas postet oder weshalb jemand jemand viel oder wenig postet, kann man natürlich trotzdem, nur ob man da die Wahrheit erfahren kann, bleibt halt offen, selbst wenn man jemanden diesbezüglich konkret befragt. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass jemand schreibt, es wäre alles nur Fake, was er hier von sich gibt.