Wahnvorstellungen mit Depressionen bekämpfen

little-tiger

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hallo ihr lieben, ich fühle mich wie in einer endlosen Zeitschleife gefangen. Seit Jahrzehnten kämpfe ich nun gegen die Depression und meine Wahnvorstellungen. Versuche immer wieder neue Wege zu finden um irgendwie damit leben zu können. Interessant ist nur die Erkenntnis das vieles, was Therapeuten mit einen gemeinsam versuchen zu erarbeiten, ich schon selbst intuitiv gemacht habe. Nur leider habe ich wohl "gepfutscht" den es kommen in letzter Zeit wieder vermehrt Flash-Backs, in einer Intensivität das ich sie kaum unter Kontrolle bekomme. Oder anders gesagt : die schwarze versiegelte Kiste und der Safe helfen nicht mehr. Sie tauchen auf und die Schlösser öffnen sich von selbst. Also versuche ich nun diese wieder zu verschließen und in einer unterirdischen Pyramide irgendwo im Labyrinth tief zu vergraben und ein zu mauern. Was ich nicht verstehe ist: Ich habe mich ALLEN gestellt. Habe alle Erinnerungen wieder und wieder durch lebt.
Habe alles analysiert und von ALLEN Seiten betrachtet. Ich weiß heute warum meine Eltern waren wie sie waren und kann vieles verstehen. Ich weiß auch warum meine Geschwister und meine Nichte sind wie sie sind. Ich weiß ( heute ) auch warum ich immer den selben Typ Mann als "Partner" hatte. Ich habe vieles verändert in meinen Leben und auch in mir selbst.

ES WAR A L L E S UMSONST !

Verdammt.. irgendwann muss es doch mal einen "Endpunkt" geben. Es muss doch irgendwann mal "erträglich" werden.

es fühlt sich an als wenn ich schon mein ganzes leben lang versuche die Niagarafälle rauf zu schwimmen... die Versuchung einfach auf zu hören und für immer in den Fluten unter zu tauchen wird jeden Tag stärker.

Ich werde wieder ein Medikament einschleichen und hoffe das es damit erträglicher wird.

eine unendlich müde Little-tiger

25.06.2014 21:56 • #1


Martina

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Liebe little-tiger,

Zitat von little-tiger:
Also versuche ich nun diese wieder zu verschließen und in einer unterirdischen Pyramide irgendwo im Labyrint tief zu vergraben und ein zu mauern.


Vergrabe sie noch nicht wieder, räume sie komplett aus und sortiere, was zum vorscheinen kommt.

Du hast schon vieles bearbeitet aber mir scheint, dass da noch etwas anderes ist. Vielleicht mußt du bei dem, was aus der Kiste kommt, noch genauer hinschauen. Einfach wieder eingraben hilft nicht, du siehst selber, dass die Kiste sich immer wieder öffnet.

Und ich weiß auch, wie schwer und anstrengend das immer wieder ist. Aber wenn alle gravierenden Dinge aufgearbeitet sind, wird es definitiv besser.

26.06.2014 11:23 • #2



Hallo little-tiger,

Wahnvorstellungen mit Depressionen bekämpfen

x 3#3


Hüpfburg

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Ich für meinen Teil arbeite nicht mehr auf. Damit habe ich Schluss gemacht. Es gibt Dinge die verwindet man nie, soweit bin ich inzwischen. Ich habe nun seit ca 35 Jahren mit Depressionen zu kämpfen. Hatte aber lange lange gute Zeiten. Ständig wurde wieder gebohrt und gebohrt. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt krame ich nicht mehr. Und was soll ich sagen??? Es geht mir besser. Ich muss nicht verstehen lernen warum mir in der kindheit weh getan wurde. Dies mache ich nicht zu meiner Aufgabe. Wie erwähnt, meine eigene Meinung

28.06.2014 14:21 • #3


little-tiger

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hallo ihr lieben

ich denke es ist an der Zeit das ich für mich einen Weg finde mit allem soweit es geht abzuschließen.

Die Dinge die da wieder hoch kommen K A N N ich heute nicht mehr rückgängig machen.

Ich weiß schon länger das ich nicht "nur" traumatisiert bin. Der seelische und körperliche Missbrauch ist nicht mehr umkehrbar.

Aber ich W I L L mir davon M E I N LEBEN nicht mehr bestimmen und kaputt machen lassen !!

Ich habe K E I N E Kraft mehr , bin so unendlich müde... seit fast 50 Jahren kämpfe um ein "leben" mein leben... ich will und kann nicht mehr kämpfen...

ich bin fast soweit für immer auf zu geben... ich ertrag es einfach nicht mehr...

Little-tiger

29.06.2014 19:57 • #4


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Nogua

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Hey hey little tiger, du willst aufgeben? Auf all die schönen Dinge verzichten? leckeres Essen, Sonnenschein im Gesicht, Vogelgezwitscher, das Rauschen eines Flusses, der Wellen am Meer, ein Sommergewitter, Regen im Gesicht, das Lachen deiner Freunde....Ich könnte noch ohne Ende Dinge aufzählen die es wert sind weiter zu machen. Denk da mal dran

30.06.2014 11:09 • #5


auferstehung

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Ich bin auch der Meinung, dass es keinen Zweck hat, immer und immer wieder alles aufzuarbeiten. Bei mir gibt es auch eine "Leiche im Keller", die ich, so gut ich kann, verdränge. Dies habe ich als die für mich sinnvollste Methode des Umgangs mit dem Problem erkannt. Ändern kann ich sowieso nichts mehr – wie oft ich mich damit auch beschäftigen würde.

01.07.2014 13:58 • #6


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Pyxidis

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Ich muss jetzt auch mal etwas PRO-Aufarbeitung sagen.

Ich hatte auch viele schwierige Themen zum Aufarbeiten und bin schon jahrelang dabei. Trotz dieser langwierigen und auch schmerzhaften Arbeit, merke ich bei jedem Thema, was bei mir keine schlimmen Gefühle mehr hervorruft oder verdrängt werden muss, wieviel besser es mir geht und wie viel schöner, leichter und unbeschwerter mein Leben wird. Ich möchte gerne auch bestimmte Therapiemethoden wie EMDR hevorheben, weil bei traumatischen Inhalten, das alleine Reden darüber einfach nicht helfen wird oder sogar kontro-produktiv ist, weil die Sachen im Gehirn anders abgespeichert werden müssen und das durch alleiniges damit Beschäftigen nicht passiert. Da muss man anders ran.

Es ist auch bei mir noch nicht alles gut, aber ich hätte niemals in meinen Leben für möglich gehalten, dass es ein Gefühl gibt zeitweise unbeschwert und unbelastet zu sein. Ich kannte diesen Zustand vorher nicht.

Also Aufarbeiten von Erlebnissen, Beziehungen, Traumen, etc. lohnt sich!!!!

Und ja Ändern kann man im Nachhinein nichts mehr, das stimmt, wichtig ist aber viel mehr, dass die Vergangenheit nicht mehr die Gegenwart und Zukunft negativ beeinflusst!!

Viele Grüße
Pyxidis

01.07.2014 14:31 • #7


little-tiger

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hallo ihr lieben

mir läuft die Zeit davon... meine Therapie wurde letztmalig um 15 Stunden verlängert.

Heißt ich muss einen Weg finden 2 Jahre zu überstehen.

Werde nächste Woche mit meinen Psychiater und übernächste Woche mit meiner Therapeutin darüber reden. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Weg weiter zu machen.

Zitat von Pyxidis:
wichtig ist aber viel mehr, dass die Vergangenheit nicht mehr die Gegenwart und Zukunft negativ beeinflusst!!


Damit hast du sooo Recht !

Ich will es doch "nur" erträglich und einigermaßen steuerbar haben, damit ich , E N D L I C H !!! , ein eigenes LEBEN habe.

Ich finde nach fast 50 Jahren leiden habe ich ein Anrecht darauf. Und mir ist es zu Zeit völlig egal auf welchen Weg ich das erreiche.

little-tiger

18.07.2014 17:49 • #8


little-tiger

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hallo ihr lieben

ein kleines "Up - Date" natürlich habe ich mehr als "nur" diese 15 Std. Gott sei dank ! Das war mein Wissensstand als dieses schreiben von der Krankenkasse kam.

Meine heftige Reaktion , es hat mir für eine Woche den Boden unter den Füßen weg gezogen, hat den Medizinischen Dienst zusammen mit den Gutachten von meiner Therapeutin überzeugt das ich so viele Stunden wie ich brauche, bekomme. Es sind sofort 20 weitere Stunden schon genehmigt und alles weitere Formsache.

Mein Psychiater hat mir auch die Optionen auf einen weiteren stationären Aufenthalt, in einer Klinik die auf schwere Traumatische Störungen spezialisiert ist, in Aussicht gestellt. Oder auch Tagesklinik zur Auswahl.
Und auch meine Therapeutin hat einige Kliniken zur Auswahl.

Oder wenn ich es zu Hause nicht alleine schaffe kommt regelmäßig ein/e Betreuer/in zu mir.

Die Medikamente haben noch nicht den vollen Wirkspiegel erreicht und die innere Unruhe futtert gut an meiner Substanz.

Ach, Mensch, natürlich wusste ich von diesen allen Möglichkeiten. Trotzdem ( oder gerade darum ? ) läuft das katastrofieren voll automatisch und sehr heftig ab. Es war einfach alles weg und tief, tief, tief schwarz.

Es zeigt mir sehr deutlich das der Weg aus dieser Krankheit soweit raus zu kommen das es für mich erträglich wird noch sehr, sehr, sehr weit ist.

eine nachdenkliche little-tiger

03.09.2014 20:36 • #9


kompers

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wow!
das ist sehr interessant was ihr da alle schreibt! meine freundin leidet auch an depressionen. sie verdeckt sie über viele wochen. aber dann kommen sie mal durch, dann kloppt sie alles in ihrem leben kaputt, ausser ihren job. ja, sie arbeitet in vollzeit. sie brauch dann wieder ein paar tage um auf die spur zu kommen. ich selber bin auch dauernd depri, aber selten so, das ich alles hinschmeisse. allerdings hab ich überhaupt keine kraft für einen volzeitjob, obwohl meine letzte therapeutin meinte das ich wieder voll erwerbstätig wäre. nun, ich versuche zurecht zu kommen und tue alles, (soweit ich kann) um die dinge zu bekommen, die mir gut tun. vom richtigen "durchstart " bin ich aber weit entfernt. ich hab leider die falschen überzeugungen und erwartungen an diese welt.
und wenn ich meine über ewigkeiten hart erarbeiteten neuen überzeugungen versuche zu leben, stelle ich immer wieder fest das ich fast täglich von vorne anfangen muss. echt anstrengend. das erinnert mich an die hier beschriebene zeitschleife. gefangen in nicht verarbeiteten geschehnissen. ich kann mich aber erinnern das es dinge gab , mit denen ich über jahrzehnte gehadert habe, aber schon sehr lange nicht mehr dran denke. vor allem aus der kindheit ist da garnix mehr. aus der jugend tauchen da noch ein paar dinge auf, aber da war man ja schon nicht nur opfer, sondern auch täter. und als erwachsener steht man ja nur noch unter seinem eigenen schutz. hier gilt es daran zu arbeiten sich selbst zu schützen, für sich selbst zu sorgen, und die preise für eigene erwartungen abzuschätzen.

gedankenschleifen (trauma) sind aber was ganz grässliches, das kann ich bestätigen. trotz allem kann ich sagen das es mir momentan viel besser geht als vor einiger zeit. es lohnt also für sich zu arbeiten. ich stelle mich mehr und mehr unter eigenen schutz. fehler verzeihe ich mir leider kaum.
ich habe aber auch noch große hoffnungen und visionen an denen ich mich hochziehe. meine mitmenschen belächeln mich permanent dafür und meinen ich wär ein träumer. aber ich werde weiterträumen, da ich weiß das diese träume oft in erfüllung gehen. schade, das meine menschen so perspektivlos sind. unglaublich finde ich das.. tja, höhenflüge und tieftauchen. sehr anstrengend! aber niemals aufgeben!

die therapien waren immer hilfreich, aber die meiste arbeit muss man selber leisten, und am ball bleiben wenn der drachen einmal wind bekommt. immer obacht geben das er nicht wieder abstürzt.


...

10.09.2014 13:10 • #10


little-tiger

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hallo kompers

Zitat von kompers:
wow! das ist sehr interessant was ihr da alle schreibt!


Ich hoffe es ist nicht nur interessant sondern hilft dir dich und deine Freundin besser zu verstehen.

Zitat von kompers:
stelle ich immer wieder fest das ich fast täglich von vorne anfangen muss. echt anstrengend.


Oh, ja ! Jeder Tag ist ein neuer Kampf.
Ein "normaler Tag" ist für mich beim aufwachen fest zu stellen das ich bis zum Hals im schweren Morast stecke, mein Körper ist wie mit Blei aus gefüllt. Also versuche ich mich da irgendwie raus zu buddeln oder zu hieven. Wenn ich es geschafft habe über den bröckeligen Rand des Morast-lochs heraus zu kommen brauche ich eine gewisse Zeit um mich zu erholen. Während ich auf den Rücken liege und Richtung Himmel schaue stelle ich fest das ich in einen Kanon liege. Um mich herum sind sehr, sehr hohe Berge die mich einschließen. Der Himmel ist trübe und es wehen dunkle Wolken fetzen darüber weg. Die Hänge von den Bergen sind mit losen Geröll, Schnee und Eis bedeckt. Da es keinen anderen Ausweg gibt mache ich mich auf den Weg nach oben. Wo ich, natürlich, nie ankomme.

Zitat von kompers:
vor allem aus der kindheit ist da garnix mehr.


Das bricht bei mir zur Zeit mit aller Gewalt alles wieder durch. Es war gut verschlossen und tief vergraben in mir und aus einen mir unbekannten Grund bricht es wieder hervor. Das ist sehr erschreckend, vor allen weil ich es kaum kontrolliert bekomme.

Zitat von kompers:
als erwachsener steht man ja nur noch unter seinem eigenen schutz


Da muss ich dir wieder sprechen. Ich stand schon als Kind nur unter meinen eigenen Schutz. Daher habe ich sehr gut Mechanismen gehabt die viele erst mühsam in einer Therapie erlernen müssen.

Zitat von kompers:
für sich selbst zu sorgen


Das habe ich schon immer getan. Da K E I N E R aus meiner Familie bereit war mir zu helfen, musste ich zum überleben mir selbst helfen, das funktioniert gut bei mir.

Zitat von kompers:
trotz allem kann ich sagen das es mir momentan viel besser geht als vor einiger zeit.


Mir geht es zur Zeit viel schlechter da meine "Monster" wieder aus gebrochen sind.

Zitat von kompers:
es lohnt also für sich zu
Zitat von kompers:
arbeiten.


Das hoffe ich sehr. Ich bin inzwischen fest davon überzeugt das A U C H ich ein R E C H T darauf habe ein, für mich, lebenswertes Leben zu haben !

Zitat von kompers:
fehler verzeihe ich mir leider kaum.


Das geht mir und ich denke vielen anderen hier, ebenso.

Zitat von kompers:
schade, das meine menschen so perspektivlos sind.


Bin ich seit dem Ausbruch meiner schweren Episode ebenfalls. Da ich fest gestellt habe das A L L E meine Wünsche / Hoffnungen / Träume vom Leben und der Krankheit vernichtet wurden.

Zitat von kompers:
aber niemals aufgeben!


Da stimme ich dir voll zu ! Auch wenn es immer schwerer wird neu auf zu stehen und zu kämpfen.

Zitat von kompers:
die therapien waren immer hilfreich, aber die meiste arbeit muss man selber leisten


Die Therapie und auch die Medikamente, können nur Hilfsmittel sein um seinen eigenen persönlichen Weg aus seiner eigenen, persönlichen Höhle heraus zu finden.
Jeder empfindet und interpretiert alles auf seinen eigene persönliche Art und Weise. Das ist das was es für Ärzte und Therapeuten so schwierig macht uns zu helfen. Daher dauert es einfach bis man über mehrere Umwege einen oder vielleicht sogar mehrere Wege für sich gefunden hat, die einen das Leben wieder lebenswert machen.

little-tiger

21.09.2014 13:44 • #11



Hallo little-tiger,

x 4#12


zaskarom

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ich leide auch seit meiner kindheit, also nun schon 52 jahre, unter psychischen problemen. lange jahre ist es mir gelungen diese zu verdrängen, damit umzugehen und ein zumindest lebenswertes leben führen zu können. im alter von 39 jahren ist allerdings durch ein entscheidendes negatives ereigniss, quasi über nacht mein gesamtes leben zusammengebrochen.
seitdem leide ich unter starken depressionen , generalisierten angststörungen, einer posttraumatischen belastungststörung, sozialen phobien, desweiteren würden diverse persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. derzeit empfinde ich das leben als nicht lebenswert, denke häufig an suizid und hatte auch schon mehrere versuche. allerdings habe ich mich dazu entschieden den kampf gegen meine krankheiten anzunehmen und bin entschlossen diesen zu gewinnen und es zu schaffen ein zumindest wieder lebenswertes leben zu führen. aufgrund von diversen physischen erkrankungen bleibt mir leider nicht mehr viel zeit aber diese will ich so gut es möglich ist nutzen. ich kann mir deine situation von daher recht gut vorstellen little-tiger und glaube beurteilen zu können wie sehr du leidest. das leben ist nicht gerecht einige leute bekommen alles in die wiege gelegt und andere so wie wir, müssen um jede kleinigkeit einen erbitterten, knallharten kampf führen. das hat das schicksal so verherbestimmt und wir sind nicht in der lage das zu ändern, so das uns nur übrigbleibt uns den schwierigkeiten, so gross sie auch sein mögen, zu stellen oder den bequemeren weg zu wählen und einfach wegzulaufen. ich bin leider nicht in der lage dir zu helfen tiger aber ich wünsche dir zumindest viel erfolg bei deinem kampf.

msg zaskarom

04.11.2020 07:42 • #12

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