Unruhig und gestresst - Burnout oder Depression?

Noroelle

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Hallo,
ich bin ganz neu hier und ich weiß nicht mehr, was vorne oder hinten ist.
ich bin 42 Jahre alt, bin verheiratet, habe 3 wunderbare Kinder, einen sicheren Job - wenn auch nicht mehr unbedingt in der Firma -
und ich könnte, ja ich sollte wirklich glücklich sein.
Bis auf ein paar finanzieller Unpässlichkeiten hier und da mal, habe ich alles, was man sich zum glücklich sein wünschen könnte.

Aber schon seit einiger Zeit merke ich, das etwas nicht stimmt.
Ich bin sonst ein ruhiger gelassener Mensch, höre zu, finde Lösungen für die Probleme der anderen, etc.
Das alles gelingt mir nicht mehr.
Ich bin schon seit Monaten sehr unruhig, nervös, wirke in einer Tour gestresst, trinke zu viel und werde schnell aufbrausend bis aggressiv.
Zeitgleich möchte ich mich aber nur noch verkriechen, heule für mich alleine, bin antriebslos - einfache dinge schaffe ich nicht mehr, wenn ich nicht arbeiten muß - , erfinde immer neue ausreden, warum ich den Haushalt, Verabredungen, etc nicht schaffe und fühle mich sogar flüssiger wie Wasser, hier und da denke ich sogar darüber einfach die Seite von hier nach da zu wechseln und das es doch eigentlich ganz einfach wäre, wären da nicht meine Kinder, die mich noch brauchen, ich verletzte mich, wenn der Druck zu stark wird, aber immer kontrolliert.

Eine Freundin sprach nun aus, was ich selbst eigentlich schon länger weiß, aber nicht wirklich wahr haben will.
Ich habe eine Depression.
Ich war beim Arzt, leider war nur sein Azubi zu sprechen und der sprach von Burn out.
Gut, er hat nicht ganz unrecht, da mir meine Chefin - ich arbeite derzeit in einem renommierten ambulanten Pflegedienst - die Hölle heiß macht, weil sie meine Überlastungsanzeigen dazu nutzt, mich noch mehr zu den Leuten zu schicken, wo es derzeit einfach nicht geht, obwohl es andere Möglichkeiten gäbe.

Gibt es sowas wie eine Mischung aus Burn out und Depression?
Ich weiß wirklich nicht mehr, was gerade mit mir passiert.
ich versuche, das alles für mich in die reihe zu kriegen, ich suche nach einem weg da raus.
ich will wieder leben, lachen, mich freuen können, wieder schlafen, essen alles, was normal ist.
statt dessen kann ich nur noch heulen, sobald ich alleine bin, Gedanken die böse sind versuchen zu verdrängen, mich zum essen zwingen und warten, bis der schlaf vor Erschöpfung kommt.

ich will das alles so nicht, ich will mich so nicht.
ich will wieder eine Mama sein, eine Krankenschwester, ein mensch.
im moment bin ich nicht mal mehr das.

was passiert da gerade mit mir?
wie komme ich da wieder raus?

eure Noroelle

30.09.2018 23:09 • #1


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ChildofLight

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Burnout = Depression.
Klingt nur hübscher, da man ja ganz viel gearbeitet haben muss um daran auszubrennen.
Symptome, Medikation, Therapie ist so gut wie die gleiche.

Ich habe das in den Kliniken bisher immer so erlebt: super wichtig erfolgreiche Managertypen und Erfolgsmamis mit Vollzeitjob haben Burnout. Weil Depression so einen kranken-versager-beigeschmack hat.
Alle anderen (mit einem gesünderen Ego) gestehen sich eine Depression ein und brauchen diese nicht noch irgendwelche zu modifizieren damit es besser klingt.
Wir sitzen dennoch alle am gleichen Tisch in der Kunst-, Bewegungs-, Gruppengesprächstherapie. Und beim Frühstück und Mittagessen essen wir auch das gleiche.

Dein Azubiarzt hat also schon Recht, wenn er sagt das du überarbeitet bist, deine Batterien einfach vollständig entladen sind und ein herkömliches Ladegerät nicht mehr reicht. Dein Akku ist ausgebrannt. Und nichts macht mehr Sinn noch Freude.

Alleine kommt man da nur bei ganz leichten Graden der Erkrankung wieder raus. Bitte gehe nochmals zu einem Psychiater und Frage ihn um rat.da du deinen Alltag noch einigermaßen gestalten kannst, kann es sein dass er dir zu einer Psychotherapie rät. Mit dem Therapeuten kannst du dann rausfinden was gerade bei die passiert und ihr erarbeitet Methoden da wieder raus zu bekommen.
Der Arzt verschreibt dir eventuell auch ein Medikament, welches den Antrieb steigern soll, damit du wieder genug Kraft hat Dinge zu tun die dir mal Freude gemacht haben. Den die Freude und der Antrieb kommt erst mit der Tat selbst. Also wenn du dir denkst ein Mandala auszumalen wäre schön im, aber es ist so weit weg und die Stifte liegen irgendwo rum .... Dann brauchst du hier eine kurze Aktivierungsenergie und die Sachen zusammen zu suchen. Aber wenn du diese Hürde geschafft hast und losmalsr, dann kommt das Interesse daran von selbst wieder. Vielleicht nur abgeschwächt, aber sie kommt.

Erst in schweren Stufen der Erkrankung käme ein Aufenthalt in einem Krankenhaus in Frage.

Also geh nochmal zu einem Arzt, einem ausgewachsenen ohne Pickel im Gesicht. Er wird dir helfen.

01.10.2018 09:03 • #2


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JuliaW

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Hallo Noroelle,

Deine Symptome klingen so, als ob der Weg zum Arzt sinnvoll wäre, da würde ich ChildOfLight zustimmen. Als ich Deine Zeilen las, dachte ich gleichzeitig an ein Buch, das ich Dir empfehlen möchte. Es könnte hilfreich sein, um das, was bei Dir passiert besser einordnen zu können. Es ist geschrieben von einem langjährigen Psychotherapeuten, der sich auf die Behandlung von Depressionen spezialisiert hat:

Depression ist keine Krankheit - neue Wege, sich selbst zu befreien von Josef Giger-Bütler:
https://www.amazon.de/Depression-ist-ke ... _1?ie=UTF8

Der Autor vertritt aufgrund seiner Erfahrungen mit Patienten eine Sichtweise, die anders ist und Mut macht. Vielleicht hilft Dir das, um einen Weg da raus zu finden?

Liebe Grüße
Julia

01.10.2018 09:48 • #3

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