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Bin ich depressiv oder nur gestresst?

xFranzi28

xFranzi28

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Guten Tag, mein Name ist Franzi und bin 28 Jahre alt. Ich weiß selber nicht so genau was mit mir los ist und ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll. Ich habe aber in meinem Leben bereits zu viele negative Erfahrungen gemacht. Ich fühle mich innerlich einfach tot, einfach ausgelaugt und am Ende. Oft wache ich Nachts auf und weine einfach nur noch und fühle mich so schrecklich allein, und habe furchtbare Angst. Ich habe keine lust und keinen Antrieb mehr zur Arbeit zu gehen, und noch weniger Lust freundlich zu meinen Kunden zu sein. Ich bin entweder total traurig den ganzen Tag oder so endlos wütend und schlecht drauf, und lasse meine Wut an anderen raus. Und dann gibt es Tage da ertrage ich es nicht wenn sich jemand streitet. Ich habe keine lust mehr zu Zeichnen oder zu Fotografieren und das für mich schlimmste ist, ich möchte nicht mal mehr in den Wald gehen. All diese Dinge die ich sonst so gerne gemacht habe bereiten mir keine Freude mehr. Ich war immer total gerne bei meiner Familie und hatte den Trubel und das Familienleben echt gern, heute bin ich da oft einfach genervt von. Ich habe kaum noch Appetit und muss mich oft zum Essen zwingen. Seit mein Freund mich verlassen hat wegen einer anderen wurde das ganze noch schlimmer. Ich schlafe seit Tagen nicht eine Nacht mehr vernünftig durch.

Vielleicht dramatiesiere ich das ja auch, aber ich merke halt einfach selber das ich nicht mehr dieses Freundliche immer glückliche Mädchen von früher bin und das macht mir Angst. Ich habe einfach keinerlei Motivation morgens aufzustehen ich weiß nicht mehr wofür? Es ist alles einfach nur noch so extrem trostlos und dunkel. die Schmerzen in der Hüfte und die ungewissenheit was das sein könnte trotz Monate langer Behandlung belasten mich zusätzlich noch.

Meine Familie, mein Job, meine Freunde alles belastet mich nur noch und stresst mich enorm. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben? Liebe Grüße

05.03.2019 18:36 • x 1 #1


CeHaEn

CeHaEn

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Moin Franzi,

am sinnvollsten ist ein Arztbesuch, wo du deine Probleme erstmal in Ruhe schilderst. Da kannst du als ersten Schritt zunächst den Arzt deines größten Vertrauens ansprechen. Nach Möglichkeit sollte dich der Weg dann natürlich zum Facharzt führen. Was du hier beschreibst, klingt schon ziemlich deutlich. Es ist aber nochmal etwas Anderes, wenn ein Profi draufschaut. Mögliche andere Ursachen sollten auch ausgeschlossen oder erkannt werden.

05.03.2019 19:26 • x 3 #2


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe Franzi, ich schließe mich CeHaEn an. Habe keine Scheu, einen Psychiater aufzusuchen. Sie sind Experten und kennen alle Varianten der Krankheit und umfangreiche Behandlungsmöglichkeiten. Das ist sehr wichtig.
Bis Du einen Termin hast, was lange dauern kann, suche parallel einen Psychologen auf, mit dem Du mehrere Vorgespräche haben kannst, um Dich zu entscheiden, ob Du Vertrauen entwickeln könntest.
Und dann gibt es gute Bücher, wo die Depressionen gut beschrieben werden. Sie äußern sich bei jedem anders, sehr verschieden.
Tue Dir selbst viel Gutes, erhole Dich.
Liebe Grüße

05.03.2019 22:03 • x 3 #3


Carsten

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Natürlich sind das Depressionen, das ist nicht die Frage. Neben den Fachärzten, Psychologen und wer einem dabei sonst noch so geschlichen kommt, aber womöglich notwendig ist, würde ich Dir raten zu zeichnen, zu fotografieren und gute Waldluft zu inhalieren, was das Zeug hält. Es ist Dein Beitrag hilft Dir ganz sicher, einen freien Kopf zu bekommen.

05.03.2019 23:56 • x 2 #4


Matt_iu

Matt_iu

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Hallo Franzi,

gibt es jemanden in deinem familiären (Bekannten-)Kreis, dem du dich in einem gewissen Umfang mitteilen könntest? In der Art, dass du einen Rat brauchst oder einen Zuhörer - oft helfen solche Gespräche zu guten Bezugspersonen sehr, nicht selten sind sie hilfreich, da sie durch das Bezeichnen von Gedanken und Gefühlen Strukturen schaffen und das Innenleben, das so wild und chaotisch erscheint, plötzlich etwas klarer zum Vorschein tritt. Man sollte sich hierbei auf so wenig Personen konzentrieren, wie möglich und es sollten die verständnisvollsten sein, die unparteiisch darüber reflektieren können. Du solltest dich dadurch nicht mehr unter Druck gesetzt fühlen, als du es bereits bist.

Mit den schnellen Diagnosen der Mitforisten wäre ich etwas vorsichtig, auch wenn es Anzeichen für eine Depression gibt, könnten die beschriebenen Belastungsreaktionen, Emotionen und Gedanken auch ein Ausdruck von z.B. Burnout sein oder deine Ungewissheit einer möglichen Erkrankung trotz intensiver Untersuchung, die du beschrieben hast, lässt dich hypochondrisch werden, was nicht selten zu Depression führt. Zudem die gescheiterte Beziehung, die für sich bereits eine Reihe von den - das Leben bedrückenden Zuständen und Empfindungen - erzeugt. Liebesentzug, -kummer und die Verarbeitung von einer Trennung erzeugt ähnliche Symptome wie eine Depression. Und Ängste spielen dann natürlich auch eine Rolle.

Aber ich schließe mich auch meinen Mitforisten in der Hinsicht an, dass du ganz sicher bald einen Therapeuten aufsuchen solltest und zwar, weil es akut ist und weil Störungen des Geistes und Körpers bei frühen Interventionen sehr positive Veränderungen erfahren. Dann könntest du etwas über deine Persönlichkeit erfahren, deren Strukturen und Zusammenhänge dir möglicherweise unbekannt waren.

Beispielsweise weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich in der vorletzten Beziehung gerade durch sie (die Beziehung in jedweder Form) Gedanken und Gefühle entwickelte, die mir das Leben matter, grauer, lebloser erscheinen ließen und ich jegliche Energie im Leben verlor, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Dass ich seit meiner Jugend Probleme mit Ängsten und Depressionen hatte, ließ darauf schließen, dass die Beziehung für meine spätere schwere Krise ein möglicher Auslöser war. Meine Probleme schlichen sich sehr leise in unsere Beziehung und entwickelten sich über einen Zeitraum von 15 Monaten und gegen Ende erkannte ich, dass ein Schluss zunächst das schädliche Verhältnis zwischen mir und meiner ehemaligen Partnerin unterbrechen würde, um Platz für eine Therapie meines Geistes und Körpers zu ebnen.

Die Art und Weise, wie dein Körper mit dir spricht, hat seine Gründe, auch wenn sie oft nicht lesbar sind und erschrecken und stören, sie haben ihre Berechtigung, weil es die Sprache des Körpers (in Konflikten oder Widersprüchen) ist und uns Zeichen und Signale senden, wenn die innere Balance gestört ist, deshalb: verachte oder verurteile dich nicht dafür, genauso wenig sollst du dich hassen, dass du zur Zeit so bist; das straffe Seil unseres Wesens, das wir in den Jahren zwischen all den verschiedenen Bergspitzen spannten, um über den Widrigkeiten des Alltags hinüber zu balancieren ist zwar hier und da gerissen, aber es hindert uns nichts daran, sie wieder an einer anderen Stelle zu spannen.

Nehme den Zustand als Zeichen an, und mit einer wohlwollenden Einstellung und Vertrauen schöpfst du ganz sicher wieder neue Energie.

06.03.2019 15:11 • x 4 #5




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