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Umgang mit Suizidversuch

Hallo Leute,

ich habe dummerweise einen Suizidversuch unternommen. Mit der Bürde kann ich schwer leben. Wie sind eure Erfahrungen? Was hilft bei der Bearbeitung des Themas?

LG
PsychDepression

02.05.2019 18:56 • x 1 #1


Hallo,

ich kann leider zum Thema nicht viel sagen, weil ich es bisher geschafft habe, mir kurz vor dem Suizidversuch immer Hilfe zu suchen. Deswegen kann ich mich nicht reindenken, insbesondere nicht, warum das eine Bürde ist.

Aber wenn Du es so empfindest, wird es seine Berechtigung haben. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, das einfach als Fehler abzuhaken. Das wäre natürlich das Beste.

Eigentlich wollte ich nur was schreiben, damit Dein Post hier nicht so unbeantwortet rumsteht.

Hast Du in irgendeiner Form Hilfe? Hausarzt, Psychologe, Psychiater?

Schöne Grüße
Martina

03.05.2019 08:21 • x 2 #2


Flocon_de_Neige
Zitat von PsychDepression:
Mit der Bürde kann ich schwer leben.


Hallo PsychDepression,

welche Bürde, die Bürde Dir gegenüber, die Bürde Deines Umfeldes gegenüber? Die Bürde, daß es misslungen ist?

Vielleicht ist professionelle Hilfe eine Erwähnung wert?

LG

03.05.2019 09:29 • x 2 #3


Die Bürde mir gegenüber. Der Fakt soetwas getan zu haben, obwohl Frau und Kinder vorhanden sind. Ich schäme mich sehr und habe die Befürchtung, wenn außerhalb des professionellen Settings davon erfahren wird, dass meine Familie und ich gemieden werden.

03.05.2019 10:20 • x 1 #4


Flocon_de_Neige
Bist Du denn in Behandlung?

Wie sollte es nach außen dringen, wenn es bei Euch bleibt? Und Ärzte haben Schweigepflicht.

Im Fall, daß Freunde es erfahren - vielleicht stößt Du / stoßt Ihr sogar auf Verstandnis und offene Ohren?

03.05.2019 10:45 • x 1 #5


Vielen Dank für die Antworten.

Ja, ich bin in Behandlung. Würde den Fehler gerne wettmachen, befinde mich aber in einer schweren Depression. Es fällt mir schwer Gefühle für meine Liebsten abzuringen. Ich habe Angst, dass es nicht mehr klappen wird, gerade wenn Leute davon erfahren, meine Kinder Probleme bekommen. Ich bin ziemlich verzweifelt.

LG

03.05.2019 14:36 • x 1 #6


Also, die Leute die Euch deshalb meiden, sind dann auch nicht die hellsten.

Inzwischen weiß jeder, dass eine schwere Depression Suizid(versuche) auslösen kann. Das hat nichts mit Schwäche, Egoismus, etc zu tun! Es ist kein Grund sich zu schämen!

Vielleicht schaffst Du's in der Therapie, Dir bewusst zu machen, dass Du nichts dafür kannst. So ist es nämlich!

Ich habe meine Depression als Überlebenskampf gesehen. Weil es tatsächlich darum geht, sich am Leben zu halten. Nicht (nur) für die anderen, sondern für sich selbst! Das Leben nach der Depression ist absolut lebenswert!

Du machst alles richtig: Bist in Behandlung, holst Dir Unterstützung im Forum.

Natürlich gibt es Menschen, die mit einer Depression oder einem Suizidversuch nicht umgehen können. Nich wissen wie sie sich verhalten sollen.
Das ist auch verständlich.

Aber es kennen auch viele Menschen die Depression und haben Verständnis.

Ich wünsche Dir, dass Deine Schuldgefühle (die durch die Erkrankung bestimmt noch verstärkt sind) annehmen und Du mit Dir Frieden schließen kannst!

Was passiert ist, ist passiert.

Du hast das Recht auf Leben!

03.05.2019 15:11 • x 3 #7


Vielen Dank, ohne Funktion.

Deine Worte machen Mut. Ist es normal, dass Gefühle bei der schweren Depression ausgeblendet werden. Ich habe 2 kinder und konnte im Moment des Tun nicht realisieren, was ich Ihnen antäte. Gehört das zur Krankheit? Ich beginne sogar zu zweifeln, ob ich je aufrichtige Gefühle hatte und befürchte ich sei ein Psychopath. Es ist wirklich schlimm, wie es mir aktuell geht.

03.05.2019 15:26 • #8


Furchtbar finde ich auch, dass ich für nix Interesse aufbauen kann. Das hemmt mich natürlich im Umgang mit meinen Kleinen. Ich hoffe es kommt wieder, wenn ich der Depression entfliehen kann. Bin jetzt schon 3 Monate in Behandlung.

03.05.2019 15:29 • #9


Ylvi13
Hallo PsychDepression,
ich hatte für nichts und niemanden Gefühle, war völlig leer, kein Interesse an gar nichts. Mit Medikamenten gegen die Symptome und Verhaltenstherapie ging es langsam Berg auf. Zumindest in diesen beiden Punkten bin ich wieder die"Alte".
Auch wenn du es im Moment nicht so sehen kannst, es wird wieder besser.
Viele Grüsse

03.05.2019 15:52 • x 2 #10


Hallo nochmal!

Ja, ist definitiv ganz "normal" in der Depression. Das sind die klassischen Symptome: Alle Formen der "Losigkeit" (freudlos, interessenlos, antriebslos, gefühllos, etc); Ängste, Schuldgefühle, Angst wahnsinnig zu werden, etc.

Wenn's nicht so furchtbar wäre, könnte man sagen: "wie im Bilderbuch"

Für mich war es das Wichtigste mir immer vor Augen zu halten, dass das die Krankheit macht.

Es geht ganz langsam wieder heraus. Dauert länger als man bereit ist, geduldig zu sein. Aber es gibt Heilung!
In der Depression kann man's nicht glauben. Aber es ist wirklich so!

Es geht vorbei! Auch bei Dir.

03.05.2019 16:07 • x 2 #11


Hallo PsychDepression,
ich möchte mich den anderen anschließen. Das sind die typischen Symptome und es ist wichtig, dass Du Dir immer wieder klar machst, dass das eine KRANKHEIT ist, die man heilen kann. Es bist nicht Du. Du hast nicht Deine Persönlichkeit generell verändert, nur vorübergehend durch die Krankheit. Die Gefühle kommen zurück.

Du nimmst doch sicher Medikamente oder? Wirken die?

Liebe Grüße

04.05.2019 11:36 • #12




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