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Umgang mit Mutter wird immer schwieriger

ayda_lil

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Hallo Liebe Community,

ich schreibe diesen Beitrag hier an erster Stelle weil mich dieses Thema traurig macht und ich merke, dass ich mit der Situation einfach nicht so zurecht komme.

Einmal zur Vorgeschichte: Ich hatte eine schöne Kindheit mit rundum guten Erinnerungen. Während meiner Jugend sind viele Sachen passiert, die mich verändert haben. Eltern hatten eine sehr schwierige und mit voller Streiterein und Vorwürfen bepackten Trennung, ich litt insgesamt 6 Jahre an Anorexie, hatte mehrere Aufenthalte und eine toxische Beziehung mit sehr schweren traumatischen Folgen, weswegen ich 2 Jahre in einer Traumatherapie war. Mein Vater ist zurück in unser Heimatland, mein Verhältniss zu meiner Mutter wurde immer und immer schlechter.

Letztendlich: habe ich jetzt, mit Ende 19 mein Leben in den Griff bekommen. Ich schreibe ein Buch, habe mein Abi, einen Job als Barkeeperin bevor ich mit dem studieren beginne und hab letztendlich vor einem Jahr meine große Liebe gefunden und führe seitdem eine gesunde und vor allem glückliche Beziehung.

Meine Mutter kann mich nicht leiden. Ich glaube wirklich, sie hasst mich einfach. Ich muss dazu sagen, meine Mutter hat es nie wirklich einfach im Leben gehabt. (Traumatische Erinnerungen, Verletzungen, Keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern weil da Dinge in ihrer Kindheit vorgefallen sind und und und). Ich versuche ihr wirklich immer zu helfen, doch sie sieht es nicht. Sie geht auch die ganze Zeit davon aus, dass ich sie hassen würde. Aber das ist nicht alles. Sie geht davon aus, dass jeder sie hasst.
Aber das größte Problem habe ich damit, dass sie mich extrem unter Kontrolle hält und "an ihrer kleinen Tochter " festhält, denn sie sieht immer noch dieses Mädchen was so unbeholfen war und leiden musste und letztendlich sie auch verletzt hat.

Beispielsweise im Haushalt helfen. Ich darf nichts allein machen. Sie sagt immer das gleiche, ich kann das noch nicht, oder das geht zu zweit besser oder ähnliches. Sie hat jetzt eine schwere OP hinter sich und ich wollte die Wäsche nach unten bringen und waschen. Sie kommt mit obwohl sie sich schonen muss mit, weil die Waschmaschinen Tür angeblich kaputt ist. Ich darf nicht alleine an die Gefriertruhe weil die angeblich nicht richtig zu geht. Na und? In meinem Job muss ich ständig an die Gefriertruhe und das im zackigen Tempo,das ist nur eine dumme Ausrede.

In meinem Zimmer fühl ich mich nicht wohl. Ich bin viel viel lieber bei meinem freund. Dort bin ich auch überwiegend. Denn hier hat sie mein Zimmer eingerichtet. Und sie kommt täglich mindestens 3 mal rein. Um zu schauen ob noch gelüftet werden muss, ob noch was zum Spülen da ist oder sonst was. 1000 mal hab ich ihr gesagt dass ich mich einängt fühle, dass ich dass nicht möchte und verdammt noch mal eine Frau bin die ihren eigenen Bereich hier braucht.

Einmal war ich zwei Wochen am Stück bei meinem freund. Sie hat dann einfach meine Kontoauszüge durchgestövert, damit sie weiß wie viel Geld ich auf dem Konto habe.

Mich macht das wütend und das möchte ich auch einfach nicht mehr. Und das weiß sie auch. Ihre Antwort ist dann immer darauf: ach du bist noch in der Pubertät, ich hoffe da kommst du bald wieder raus.
Dazu: Einmal waren wir bei meiner Tante und ich erzähle am Tisch über meinen Job etc weil ich meine Patentante wirklich gern hab. Meine Mutter grätscht dazwischen und sagt "Ach du mit deinen 19 Jahren bist doch noch in der Pubertät, das merkt man noch. Süß was für Ansichten du hast". Meine Tante guckt irritiert in die Runde und hat ihr widersprochen wie sie so etwas sagen kann und behaupten kann, weil ich einfach ganz normal für mein Alter bin.

Und sei es ihre bekannten, unsere Nachbarn etc. Behandelt sie mich wie 12. Womit sie sich schon viele komische Blicke einfangen musste. Weil alle offensichtlich mich als normale junge Frau sehen und sie mich behandelt als wäre ich gerade in die Pubertät gekommen. Und wenn sie dann komisch angeschaut wird bekomm ich es zu spüren, indem sie mir sagt, dass ich mich peinlich verhalte und so widerwillig wirke.

Generell kann ich mich schon immer daran erinnern, dass sie für mich gesprochen hat. Einmal, da musste ich wegen meinem Kreislauf ins Krankenhaus. Dort hat mich die Ärztin bei der Aufnahme befragt, mit ganz normalen Fragen , dazu gehört auch ob eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist, ich rauche usw. Sie hat alles verneint und die Ärztin ganz stark kritisiert wie sie so etwas von ihrer Tochter erwarten könnte. Dann musste mich die Ärztin in einen extra Raum nehmen und ich habe ganz normal mit ihr gesprochen, weil sie nämlich das Gefühl hatte, meine Mutter lässt mich nicht für mich selbst sprechen.

Ich könnte noch so viel erzählen aber ich glaube mein Anliegen wird so deutlich.

Das Thema was mich aber am meisten traurig macht ist, dass sie meinen Freund nicht kennen lernen will. Erst hieß es "schaff mal erstmal 6 Monate in einer Beziehung sein" okay, das ist längst um. Dann hieß es schaff mal ein Jahr, dann können wir weiter reden. Okay, nächsten Monat ist es ein Jahr her und ich bin so glücklich darum. Ich habe sie einfach damit konfrontiert was sie tun würde wenn ihre "mitten in der Pubertät steckende " bald 20 jährige Tochter in 3, 4 Jahren einen Antrag bekommt? In 8 Jahren eventuell mutet wird? Und in einem Jahr auszieht? Sie meint daraufhin, ich habe keine Ahnung vom Leben ich werde nichts schaffen usw.

Da ich nach dem Abi ein FSJ gemacht habe, wo ich mit Kindern gearbeitet habe , habe ich beschlossen bis zum Herbst ein Jahr Pause zu machen. Damit ich ihr nicht auf der Tasche liege, habe ich mit dem Job angefangen der mir Spaß macht. Die jobwrfahrung hat mich auch sehr stark und selbstbewusst gemacht. Genau so wie die Liebe und das zu mir selber finden.

Gut. Ich hab meine Emotionen immer im Griff. Und dieses Thema wäre auch nicht so sensibel, wenn meine Mutter nicht so leiden würde. Aber ihr geht es psychisch überhaupt nicht gut. Und das bringt mich häufig auch regelrecht zum weinen.

Vielleicht hat irgendjemand Tipps oder Ratschläge, um sich von dem ganzen emotional zu distanzieren? Das wäre eigentlich mein größtes Ziel.

Ich hoffe man konnte mir hier in diesem Text gut folgen und danke an all die Leser, die bis hier geblieben sind.

22.07.2021 21:02 • x 1 #1


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Lilly-18

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Hallo Ayda, willkommen hier im Forum. Ich habe deine Geschichte gelesen und werde dir später darauf antworten.
LG Lilly

23.07.2021 09:23 • x 1 #2



Hallo ayda_lil,

Umgang mit Mutter wird immer schwieriger

x 3#3


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Heideblümchen

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Guten Morgen, @ayda_lil und alle anderen, mir fällt spontan nur der Vorschlag ein, entweder eine zeitlang von zuhause auszuziehen oder aber ganz! Klar, Mama hängt sich an dich, du bist die "Kleine", du wirst erwachsen (damit können viele Eltern nicht gut umgehen), sie hat Angst, dass du Fehler machst oder nichts "aus dir wird", sie hat wohl auch einen starken Beschützersinstinkt. Aber auf Dauer ist das toxisch, denn du kannst ihr ja scheinbar nichts Recht machen, sie steht nicht zu dir, traut dir nichts zu, findet, du hast noch Flausen im Kopf.....ein gewisser Abstand täte da vielleicht mal gut. Du hast geschrieben, deiner Mutter geht es psychisch nicht gut. Ja, okay, aber sollst du dauerhaft darunter leiden? Dein eigenes Leben, deinen eigenen Weg deshalb aus dem Blick verlieren? Es ist vielleicht auch so ein Kultur-Ding, dass eure Familienbande ein eigenständiges Leben nicht so vorsieht wie bei anderen. Ich persönlich könnte so nicht leben, daher fällt mir spontan tatsächlich nur ein, dass du deinen eigenen Weg gehst und dich "unabhängig" machst. Heißt ja nicht, dass du deine Mutter komplett meiden sollst, aber sie hat in deinem Leben dann keine Mitbestimmung mehr.....ich wünsche dir alles Gute zur Lösung eures Konfliktes.
PS: wie steht denn dein Freund dazu? Hättest du die Möglichkeit, eine zeitlang bei ihm zu wohnen, quasi auch, um deiner Mutter dann klar zu machen, dass es Kompromisse geben muss, wenn sie möchte, dass du wieder zurück zu ihr ziehst, sie aber klar auch Grenzen gesetzt bekommen muss?

23.07.2021 10:24 • x 2 #3


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Lilly-18

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Zitat von ayda_lil:
Letztendlich: habe ich jetzt, mit Ende 19 mein Leben in den Griff bekommen. Ich schreibe ein Buch, habe mein Abi, einen Job als Barkeeperin bevor ich mit dem studieren beginne und hab letztendlich vor einem Jahr meine große Liebe gefunden und führe seitdem eine gesunde und vor allem glückliche Beziehung.

Respekt, liebe Ayda! Für dein Alter stehst du schon richtig fest im Leben! Deine Mutter kann stolz auf dich sein!
Zitat von ayda_lil:
Aber das größte Problem habe ich damit, dass sie mich extrem unter Kontrolle hält und "an ihrer kleinen Tochter " festhält, denn sie sieht immer noch dieses Mädchen was so unbeholfen war und leiden musste und letztendlich sie auch verletzt hat.

Deine Mutter kommt offensichtlich nicht mit deiner Entwicklung zu einer erwachsenen Frau zurecht. Für sie bist du immer noch das Kleinkind, das sie bemuttern möchte. Bei manchen dauert das ein Leben lang. Es gibt viele toxische Mutter-Tochter-Verhältnisse, eures ist scheinbar besonders schlimm.
Zitat von ayda_lil:
Da ich nach dem Abi ein FSJ gemacht habe, wo ich mit Kindern gearbeitet habe , habe ich beschlossen bis zum Herbst ein Jahr Pause zu machen. Damit ich ihr nicht auf der Tasche liege, habe ich mit dem Job angefangen der mir Spaß macht. Die jobwrfahrung hat mich auch sehr stark und selbstbewusst gemacht. Genau so wie die Liebe und das zu mir selber finden.

Gott-sei-Dank bist du selbstbewusst geworden! Ihr habt einen sehr schwierigen Weg vor euch.
Eigentlich müsste man deiner Mutter raten, sich Hilfe zu suchen, wenn sie dich nicht auf Dauer verlieren möchte.
Kennst du eine Ihrer Freundinnen, der du dich anvertrauen kannst? Und die vielleicht Einfluss auf sie hat?
Ich bin der Meinung, das muss dringend jemand Dritter eingeschalten werden.
Die letzte Konsequenz ist eigentlich nur Kontaktabbruch. Das sollte man ihr schleunigst klar machen, dass ihr das droht wenn sie ihr Verhalten nicht ändert.
Zitat von ayda_lil:
Gut. Ich hab meine Emotionen immer im Griff. Und dieses Thema wäre auch nicht so sensibel, wenn meine Mutter nicht so leiden würde. Aber ihr geht es psychisch überhaupt nicht gut. Und das bringt mich häufig auch regelrecht zum weinen.

Das Leiden deiner Mutter hast nicht du verschuldet! Im Gegenteil! Du gibst ihr allen Grund, stolz auf dich zu sein. Und genau das solltest du ihr sagen.
Auch dass sie dich mit ihrem Verhalten verlieren wird.
Ich wünsche dir viel Kraft! Und du kannst wirklich sehr stolz auf dich sein. Auch dass du immer noch irgendwie Verständnis und Empathie für deine Mutter aufbringst.

27.07.2021 18:59 • #4

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