Therapie Zwang bei Schizophrenie

Hallo,

ich habe jetzt im Internet schon ab und zu gelesen, dass Menschen mit Depressionen und auch Schizophrenien oft unter Therapie "Zwang" stehen. Es ist meistens so, man geht zum Beispiel zum Therapeuten, weil man Ängste hat. Dieser verweist einen an einen Psychiater weiter und der Psychiater stellt dann z.B. eine Schizophrenie fest. Dann heißt es ganz schnell, man muss Medikamente nehmen und man braucht unbedingt Therapie. Ich habe die Erfahrung gesammelt, dass ich jetzt nicht einfach mal so die Therapie abbrechen kann, obwohl mir eben öfter danach ist. Eben wegen den Medikamenten, die ich nehmen muss und wegen den damit einhergehenden Blutkontrollen. Ich mag mal jetzt nicht schreiben, warum ich abbrechen möchte. Aber es ist so, dass die Freiwilligkeit nun doch schon irgendwie in "Zwang" übergeht, oder etwa nicht ? Mein Umfeld drängt mich zu dieser Therapie. Eltern meinen es wäre wichtig, Psychiater sagt das sowieso, usw ... Dabei heißt es so schön, dass Therapie unter "Zwang" (bitte die Gänsefüßchen beachten) keinen Sinn macht ... Oder sehe ich da etwas falsch ?

Jemand sagte mir mal, dass man auch bei Schizophrenie Therapie abbrechen kann, stimmt das denn ? Jemand anderes schrieb mir auch, dass man das durchaus tun könnte, aber dann ohne Hilfe da stünde, wenn mal wieder ein Schub kommen würde ? Ist dem so ?

LG,
Seelenpein

27.11.2011 16:34 • #1


Steffi
Hallo Seelenpein,

ich werde nicht wirklich schlau aus Dir. Habe eben Deine Beiträge im anderen Forum zum Thema Schizophrenie und Psychosen gelesen und mutmaße mal, dass Du tatsächlich wenigstens eine schizophrene Psychose gehabt haben musst, wenn Du hier darüber schreibst und offenbar ja auch Kenntnisse hast.

Abbrechen kannst Du jede Therapie. Es ist nicht selten, dass gerade an einer Psychose Erkrankte sich für gesünder halten als dies ursprünglich der Fall ist. Das kann und wird sicher Dein Arzt und Dein Umfeld besser beurteilen können, als Du selbst oder irgend ein anderer User hier.

Wenn es so ist, dass Du unter Schizophrenie gelitten hast oder leidest, dann wirst Du nach einem schizophrenen Schub auch unter der anschließenden Depression gelitten haben. Ist das so ?

Wenn ja, dann spielst Du bei einem Therapieabbruch - und damit meine ich insbesondere die regelmäßige Einnahme von Medikamenten - mit Deiner Gesundheit. Eine Schizophrenie kann bei Nichtbehandlung oder wenn sie mehrfach hintereinander aufgetreten ist, chronisch werden. Dies würde dann bedeuten, dass sich die Symptomatik nicht mehr zurückbildet, Du am Ende nicht mehr therapiebar wärst.

27.11.2011 17:13 • #2


Hallo Steffi,

Zitat:
ich werde nicht wirklich schlau aus Dir. Habe eben Deine Beiträge im anderen Forum zum Thema Schizophrenie und Psychosen gelesen und mutmaße mal, dass Du tatsächlich wenigstens eine schizophrene Psychose gehabt haben musst, wenn Du hier darüber schreibst und offenbar ja auch Kenntnisse hast

Ich denke, das Problem wird sein: ich werde selbst nicht schlau aus der Geschichte. Ich meine, es könnte tatsächlich ein psychotisches Erlebnis gewesen sein oder aber eben doch Mobbing / Stalking. Ich meine, wenn man sich den Fall einmal ganz genau anschaut, kommt man zu Übereinstimmungen die auf eine Psychose, sowohl als auch Mobbing / Stalking passen. Mich macht diese Geschichte auch selbst manchmal recht fertig. Ich möchte aber mal annehmen, dass es sich hierbei um eine Psychose handelt, ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen so fies sein können.

Ich habe nie behauptet, dass ich gesund bin, aber ich möchte halt einfach keine Therapie unter einem auferlegten "Zwang" von meiner Umwelt machen. Du verstehst bestimmt, wie ich das meine. Es ist nicht leicht für mich, in unregelmässigen Abständen zum Psychiater zu gehen, Medikamente zu nehmen und mir Blut abnehmen zu lassen. Vor allem die letzten beiden Dingen stressen. Ich nehme die Medikamente halt nur, weil es mir durch sie wirklich besser geht, aber die ständigen Blutkontrollen nerven. Ich denke, ich werde sie reduzieren.

Hm, nein, ich leide nicht unbedingt unter Depressionen. Das ist eine Erkrankung, die bei mir nicht so stark ausgeprägt ist, als dass man sie mir bisher hätte diagnostizieren müssen. Und ich bin froh, dass dem so ist. Wenn ich akut unter etwas leide, dann eben unter Verwirrung, aber wie gesagt, nach einem psychotisch abgeklungenen Schub kann so eine Verwirrung schon mal auftreten. Mit der Verwirrung werde ich auch noch mal mit meinem Psychiater sprechen. Versprochen !

Okay, das mit dem chronischen Verlauf mit der Erkrankung klingt logisch. Manchmal komme ich echt nicht auf die einfachsten Dinge. Danke für den Denkanstoss. Aber es ist so, dass ich immer mal Pausen mit meinen Therapien brauche, das ist ganz normal bei mir. Werde da auch noch mal mit meinem Psychiater drüber reden, wie er das sieht.

LG,
Seelenpein

27.11.2011 17:29 • #3


Martina
Zitat von Seelenpein:
aber die ständigen Blutkontrollen nerven. Ich denke, ich werde sie reduzieren

Ich verstehe das Problem nicht so ganz Ich weiß nicht, welche Medikamente Du nimmst aber wenn Dein Arzt regelmäßige Blutkontrollen für nötig hält, wird das seinen Grund haben. Da will Dich bestimmt niemand ärgern.

Ich habe hier bei einigen usern gelesen, dass sie durch die Einnahme des einen oder anderen Medikaments erhöhte Leberwerte hatten. Da mußte dann das Präparat gewechselt werden. So betrachtet sind die Blutuntersuchungen doch wohl wichtig und sinnvoll.

27.11.2011 17:44 • #4


Hallo,

Zitat:
Ich weiß nicht, welche Medikamente Du nimmst aber wenn Dein Arzt regelmäßige Blutkontrollen für nötig hält, wird das seinen Grund haben. Da will Dich bestimmt niemand ärgern.


Es mag ja sein, dass mich dort niemand ärgern möchte. Aber ich möchte noch lange nicht das machen, was mir Ärzte ständig sagen. Ich meine: ich habe doch auch einen eigenen Willen ?

Sry, in dem Fall bin ich aber echt ganz empfindlich und bis vor einiger Zeit, kamen wir auch mit weniger Blutkontrollen aus. Außerdem geht es mir eben gut und durch die Blutkontrollen fühle ich mich kranker, als ich *aktuell* wirklich bin. Nein, ich lasse mich da echt nicht unter Druck setzen, auch auf die Gefahr hin, dass wir mit unserer Meinung diesbezüglich auseinander gehen. So läuft das jedoch nicht für mich.

Ich gehe morgen zum letzten Mal zum Blutabnehmen, dann erst wieder in einem halben Jahr. Notfalls unterschreibe ich dann da auch etwas, man vergisst ganz, dass das ganz mein Körper und meine Gesundheit ist und ich da noch ein Mitspracherecht habe ! Und gerade mit dem Mitspracherecht habe ich eh so meine Probleme. Ich muss das erst lernen. Das hängt aber mit meiner Vergangenheit zusammen ...

Ja, meine Leberwerte können durch die Einnahme des Medikaments auch erhöht sein, deswegen auch die ständigen Kontrollen. Andere, bzw. die alten Medikamente darf ich nicht unbedingt nehmen, weil ich von denen schlimme Krampfanfälle bekomme. Das hatten wir schon einmal gehabt und die Krampfanfälle möchte ich nicht wieder durchleben. Die Geschichte wird als malignes neuroleptisches Syndrom bezeichnet und da besteht bei mir der Verdacht drauf. Kannst ja mal googeln, wenn du magst. Das Syndrom ist eine Nebenwirkung von der Einnahme von Neuroleptika, ist ein psychiatrischer Notfall und tritt eher selten auf !

LG,
Seelenpein

27.11.2011 18:02 • #5


Hallo Seelenpein,

es kann dich keiner zwingen, eine Therapie zu machen. Weder ein Arzt noch Deine Mitmenschen.
Eine Therapie kann ohne Eigenwille sowieso nicht funktionieren.

Natürlich kann es Konsequenzen haben, wenn man eine Therapie einfach abbricht oder unterbricht.
Der Gesundheitszustand kann sich wieder verschlechtern oder der gesamte Zustand kann, wie Steffi schon geschrieben hat, chronisch werden.

Diese Konsequenzen, die auftreten können, die musst Du dann allerdings auch selbst tragen.

Es kommt eben auch immer darauf an, wie groß die Motivation ist, dass es einem auf Dauer besser gehen kann.

Zitat von Seelenpein:
Aber ich möchte noch lange nicht das machen, was mir Ärzte ständig sagen. Ich meine: ich habe doch auch einen eigenen Willen

Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das klingt mir ein bisschen bockig!

Wenn Blutkontrollen stattfinden, dann hat das seinen Sinn. Wenn es Dir nicht wichtig ist, ob Dein Körper evt. durch die Medikamente geschädigt wird, dann mach eben keine Blutkontrollen mehr oder weniger. Auch diese Konsequenz, die daraus resultieren könnte, musst Du dann selbst tragen.

27.11.2011 18:30 • #6


Martina
Ich schließe mch Sonnenblume voll und ganz an.
Zitat von Seelenpein:
Aber ich möchte noch lange nicht das machen, was mir Ärzte ständig sagen. Ich meine: ich habe doch auch einen eigenen Willen ?


Das hört sich für mich ziemlich kindisch an. Deinen eigenen Willen will dir sicher niemand nehmen und ein Mitspracherecht hast du ja ganz sicher. Hast Du denn auch das medizinische Wissen, um die Notwendigkeit der häufigen Blutabnahmen beurteilen zu können?
Zitat von Seelenpein:
Andere, bzw. die alten Medikamente darf ich nicht unbedingt nehmen, weil ich von denen schlimme Krampfanfälle bekomme.
Diese Auswirkung war doch wohl ganz schön heftig, warum wehrst du dich so gegen Blutabnahmen? Was ist denn schon dabei??? Nur um deinen Willen durchzusetzen, solltest du kein unnötiges Risiko eingehen.

28.11.2011 17:47 • #7


Ich muss meine Schilddrüse medikamentös therapieren, wie auch Blut kontrollieren lassen, ob ich das will oder nicht. Aber der Verstand sagt mir einfach, dass die Kontrollen wichtig sind.

26.05.2019 14:32 • #8


Machara
@mutmacher du hast schon gesehen das der Beitrag aus dem Jahr 2011 ist?
LG Machara

26.05.2019 14:51 • #9




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