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Therapie bei suizidgefährdeten Patienten - der Ablauf?

Hallo,
ich habe schon viel gegoogelt aber finde immer wieder nur diese nichts aussagenden Suizid-Hilfeseiten wo steht, man soll es nicht tun und Hilfe / Therapie annehmen.

Was mich aber beschäftigt: Wie sieht diese Hilfe aus? Ablauf der Hilfe? Dauer? Erst in eine Klinik und Psychiatrie, dann zu Hause auf Therapiebeginn warten? 3-4 Monate Wartezeit? Werde ich so lange Krankgeschrieben? Und dann? Was ist wenn ich freiwillig in die Psychiatrie gehe, die mir Medikamente geben, aber ich nach 3 Tagen sage dass es mir zu viel wird und hier raus will? Habe ich überhaupt noch ein Selbstbestimmungsrecht wenn ich auf Medikamente bin und der Arzt anderer Meinung ist? Was ist nach der Therapie, bin ich dann gebrandmarkt? Gibt ja verschiedene Berufe wo man ärztliche Unterlagen (Tauglichkeit) vorzeigen muss usw usw Was ist mit meinen Rechnungen die ich mit dem bisschen Krankengeld alle nicht mehr bezahlen kann und keine Ersparnisse mehr habe? Usw usw.
Man liest immer nur: LASS DIR HELFEN! Aber auf all diese Fragen finde ich keine richtigen Antworten.
Einmal angenommen ich bin im Augenblick in solch einem tiefen Loch und weiß nicht ob ich aufgeben oder mir Hilfe suchen will Wie läuft die Hilfe dann ab?

Links zu entsprechenden Antworten würden mir schon reichen.

06.02.2019 17:15 • x 1 #1


Luna1985
Hallo timeless,

solltest du akut suizidgefährdet sein, bietet sich die Akutstation einer Klinik an. Da kann man erstmal "unterkommen" und wird betreut. Falls du bereits Medikamente bekommst (Antidepressiva oder so), bekommt man die meines Wissens nach auch in der Klinik. Da ich noch nie selbst in einer war, kann ich dir nicht sagen, wie das überprüft wird. Denke mal, die nehmen Kontakt zu deinem behandelnden Arzt auf.

Wenn die Suizidgefährdung nicht mehr akut besteht, das kann nach ein paar Tagen sein oder länger, kannst du sicher nach Hause. Dich selbst entlassen, während du noch suizidal oder instabil erscheinst, kannst du dich meines Wissens nach nicht.

Welche Hilfe du dann in Anspruch nimmst, ob Therapie, Klinik oder ambulante ärztliche Behandlung (Psychiater), das bleibt dir überlassen. Bei akuter Suizidgefährdung bleibst du allerdings erstmal in der Akut oder Psychiatrie, je nachdem wo du dich selbst oder jemand, der deinen Zustand bemerkt, dich eingewiesen hat.

Am besten machst du mal einen Termin bei einem Psychiater aus und erwähnst die Dringlichkeit deiner Angelegenheit. Normalerweise muss man 2-3 Monate auf einen Termin warten, aber ich hatte es auch schon, dass ich nach 2 Wochen einen bekam. Wenn es bei dir aber ganz akut ist, dann kannst du auch bei einem Sozialpsychiatrischen Dienst (Caritas) jemanden zum Reden finden oder bei einer entsprechenden Hilfe Hotline. Diese ist anonym und vielleicht können die dir auch genauer auf deine Fragen antworten. Das würde dir sicher Klarheit verschaffen.

LG Luna

06.02.2019 18:49 • x 2 #2


Guten Abend timeless und herzlich willkommen,
Ich kann dir aus Erfahrung mitteilen, wenn du bereit bist auf eine Station dich behandeln zu lassen, so wirst du
auf Menschen treffen, die versuchen dir zu helfen. Sicher kann ich deine Angst und dadurch mit vielen deiner
Fragen behaftet, verstehen, aber es ist eine Notsituation, wo es nur um dich als Mensch geht, der leidet.
In Würde wirst du dort aufgenommen, keiner zwingt dich zu etwas. Wichtig ist, das du bereit bist dir helfen zu lassen,
damit auch dein Heilungsprozess beginnen kann.
In Psychiatrien wird meines Wissens nach ein Sozialdienst angeboten. Dieser bemüht sich all deine exentiellen
Sorgen zu bearbeiten. Ganz wichtig bei vielen Patienten wäre auch eine Betreuungsperson, die ein exentiellen Chaos
verhindert. Ich habe viele Mitpatienten gesprochen, die solche Dienste in Anspruch nehmen und sehr dankbar sind.
Es geht nur um dich, und dein neu erhofftes Wohlbefinden.
Bitte warte nicht ewig, jede Klinik stellt eine Notfallambulanz. Da kannst du zu jeder Zeit aufgenommen werden.

Habe Mut und Energie für dein Weg, glaube mir, du bist nicht allein.

liebe Grüße

06.02.2019 18:57 • x 3 #3


Alexandra2
Liebe/r timeless,
Ich kann mich Luna nur anschließen.
Jeder suizidal in die Klinik eigelieferte Mensch hat trotz der Unterbringung Rechte, welche das sind, steht im jeweiligen "Psychisch Kranken Gesetz" des Bundeslandes.
Diese Unterbringung ist zeitlich eng gefasst, aber die dient dem Schutz vor sich selbst.
Die von Dir angesprochene Brandmarkung/ Stigmatisierung nehme ich beim Fachpersonal nicht an, in der Öffentlichkeit schon. Wenn Du wieder selbstbewusst bist, kannst Du das thematisieren.
Finanzen: wenn Du kein Krankengeld bekommst aus einer Arbeitsstelle, käme der Gang zum Sozialamt in Frage, nachdem Du Eigenkapital aufgebraucht hättest. Die ARGE möchte von kranken& arbeitslosen Menschen regelmäßig Atteste als Nachweis haben.
Solltest Du lange psychisch krank sein, käme die Eingliederungshilfe in Frage. Voraussetzung ist der Nachweis einer psychischen Behinderung. Die ambulante psychiatrische Pflege mit Bezugstherapeuten arbeitet in der Eingliederungshilfe.
Grundsätzlich musst Du beim Arbeitgeber nur die den Arbeitsplatz betreffende Krankheit bekannt geben, die unmittelbar Auswirkung hat. Z. B. Epileptische Anfälle als Maschinist, Diabetes als Pfleger etc.
Liebe Grüße

06.02.2019 19:13 • x 2 #4


Liselotte
Sozialpsychiatrischen Dienst Deiner Stadt anrufen. Die haben eigentlich immer Ansprechpartner, googel mal.

Gute Nacht.

06.02.2019 23:12 • x 2 #5




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