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Tageszeit der Beschwerden

Sifu

Sifu
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Seit Jahrzehnten leide ich unter Depressionen und generalisierter Angststörung mit schweren Einschlafstörungen.

Dabei fällt mir auf:

Morgens sind die Depressionen am schlimmsten. Da brauche ich dann Koffein und ein antriebssteigerndes Antidepressiva.

Abends - egal wie müde ich bin - kommen die Ängste, weswegen ich ohne sedierende Anitdepressiva und ein sedierendes Neuroleptikum nicht in das Bett komme. Manchmal noch zusätzlich ein Schlafmittel. Deswegen mache ich auch nur abends Sport - um mich runter zu bringen. Je weniger ich Sedativa nehme, desto mehr Sport und Meditation brauche ich, kann das aber altersbedingt nicht mehr leisten (Sport).

Wie geht es Euch was die Tageszeiten angeht ?

x 1 #1


Aboi
Bei mir sind die Beschwerden am Vormittag am schlimmsten. Sie fangen direkt beim Aufwachen an. Es sind aber keine Symptome einer Depression, die mir zu schaffen machen.
Ich sitze die schwierigen Stunden aus. Das Bedarfsmedikament nehme ich nur, wenn ich mich zu schlecht fühle. Ab Mittag geht es mir besser.

x 2 #2


A


Hallo Sifu,

Tageszeit der Beschwerden

x 3#3


Grenzgaenger
Zitat von Sifu:
Morgens sind die Depressionen am schlimmsten.

Vorab mal eine Frage:
Wenn Du Morgens wach wirst,ist dann der erste Gedanke auch der letzte vor dem Schlaf als hätte es es die Zeit dazwischen quasi nie gegeben?

Meine Depression war damals Zeitlich durchgehend - heißt:
seit dem Aufstehen (meist Mittags) war sie da und blieb Konstant bis zu dem Zeitpunkt wo ich die Augendeckel im Bett zuklappte...

Nun hatte und habe ich natürlich auch"nur" eine Depression bzw. eine Baustelle.. 🎪

x 2 #3


Caro66
Depressionen habe ich keine.
Morgens komme ich generell ganz schlecht in die Gänge, schon wegen niedrigem Blutdruck. Ich gehe das heute gelassener an und nehme mir einfach die Zeit, die ich brauche.
Termine mache ich, wenn überhaupt, eher nachmittags.
Gegen Nachmittag geht s meist besser.
Bedarfsmedis habe ich noch , brauche sie zum Glück kaum.
Die Tatsache,diese parat zu haben, beruhigt und nimmt mir den Druck.

x 5 #4


Dys
Zitat von Sifu:
Je weniger ich Sedativa nehme, desto mehr Sport und Meditation brauche ich, kann das aber altersbedingt nicht mehr leisten (Sport).

Da scheint ja all das nicht zu wirken. Somit stellt sich doch eher die Frage, wozu etwas tun, dass nicht hilft, statt mal was anderes zu probieren. Erstrecht wenn man doch Rentner ist und nahezu keine Verpflichtungen mehr gegenüber Anderen hat. Da ließe sich doch sicher einiges am eigenen Verhalten ändern und beobachten was davon funktioniert.

x 2 #5


Momo58
Ich habe "nur" Depressionen. Das Tief am Morgen begleitet mich schon sehr lange und inzwischen denke ich, ich muss damit vielleicht einfach leben, egal, wie es mir sonst geht.

Als ich noch gearbeitet habe (75 Prozent im Büro), brauchte ich morgens Koffein und Nikotin, um mein Dopamin zu stimulieren. Inzwischen rauche ich nicht mehr und es bleibt nur noch das Koffein. An den arbeitsfreien Tagen kam ich allerdings oft kaum aus dem Schlafanzug. Als Corona kam, konnte ich von einem auf den anderen Tag Homeoffice machen. Nun saß ich im Schlafanzug vor meinem Laptop und niemand sah mich. Das empfand ich als echten Segen 😄 Auch nach Corona konnte ich viel Homeoffice machen.

Inzwischen bin ich in der Altersrente und kann vieles entspannter sehen. Termine mache ich meistens nachmittags aus. Ich muss nicht mehr fit sein und trotzdem belasten mich die Depressionen, wenn ich das Gefühl habe, dass es mir schlechter geht. Ein Beispiel: Letztes Jahr habe ich gerne mal einen Kurzurlaub gemacht. Zurzeit fühle ich mich so erschöpft, dass ich dafür keine Energie habe. Allerdings stelle ich auch fest, dass es im Laufe des Tages auf einmal viel besser werden kann. Gestern ging es mir um 15 Uhr richtig gut, ich war zuversichtlich, die Welt sah nicht mehr grau in grau aus. Die Sonne schien und ich hatte Lust auf einen Spaziergang. Ich konnte mich tatsächlich auf diesem Spaziergang an den vielen Frühlingszeichen freuen. Es kann aber auch sein, dass am selben Tag die Stimmung kippt und mir mein Leben völlig sinnlos erscheint bzw. dass der Tag mit dieser Stimmung beginnt.

Mir hilft oft das Mantra "Nichts dauert ewig", um weiterzumachen.

x 4 #6


Caro66
@Momo58,
Mein Werdegang nach der C- Zeit war ähnlich,Homeoffice, später Rente.
Ich weiss nicht,ob das interessant für Manche mal wäre... hatte vorhin gerade längeres Gespräch mit Gyn.und dort eine sog.VNS- Analyse machen lassen.
Das ist eine Vegetative Nervensystemanalyse (die auch andere Ärzte anbieten ,Igelleistung ) .Ich zahlte 2025 25Euro, 2026 nun 35Euro aber ok.
In der Analyse wird unter verschiedenen.Bedingungen zuerst Herzfrequenzrate und gleichzeitig Vagusnerv mit.Symphaticus /Parasymphaticus gemessen, dann ein Auswertungsgespräch mit Arzt geführt.
Eigentlich sollte ja ein ausgeglichenes Verhältnis gut und gesund sein.
Ich war für mich heute geschockt, wie niedrig mein Prasymphaticuswert war,welcher ja eigentlich zu Ausgeglichenheit führen sollte.
Ergo ,äußerlich völlig ruhiger Eindruck von mir, so auch Eindruck meiner Ärztin, innerlich scheint bei mir allerdings ständig Alarmbereitschaft zu herrschen, trotz weniger ,nämlich keinen Arbeitsstress ,dafür Rente seit reichlich einem Jahr.
Soviel zu "Beschwerden", die man vllt.tgl.hat oder bekommt.
Da muss und werde ich nun hinterfragen müssen, woran das liegen könnte.
Dass etwas nicht funktioniert, merke ich schon, über Auslöser warum und wieso immer wieder Fragezeichen.
Insofern ist die Fragestellung von @Sifu
schon richtig.
Frage ist nur ob man u.U.den Ansatz seiner eigenen Einschätzung nicht öfters mal wieder hinterfragen müsste, ob man die richtigen Mittel einnimmt noch oder evtl.anderen Ansatzpunkt anschauen sollte...Ernährung,Bewegung,zuviel Ablenkung/Nutzung Medien insgesamt.
Das mal so als Gedanken.... Meinung

x 3 #7


Sifu
Zitat von Aboi:
Bei mir sind die Beschwerden am Vormittag am schlimmsten. Sie fangen direkt beim Aufwachen an. Es sind aber keine Symptome einer Depression, die mir zu schaffen machen. Ich sitze die schwierigen Stunden aus. Das Bedarfsmedikament nehme ich nur, wenn ich mich zu schlecht fühle. Ab Mittag geht es mir besser.

Ja, da ich erst sehr spät aufstehe ist es mir auch so. Die Wachwerden Phase ist am schlimmsten.

#8


Sifu
Zitat von Grenzgaenger:
Vorab mal eine Frage: Wenn Du Morgens wach wirst,ist dann der erste Gedanke auch der letzte vor dem Schlaf als hätte es es die Zeit dazwischen quasi nie gegeben? Meine Depression war damals Zeitlich durchgehend - heißt: seit dem Aufstehen (meist Mittags) war sie da und blieb Konstant bis zu dem Zeitpunkt wo ich die ...

Ja, aber nicht nur das. Die Träume behandeln auch oft meine Probleme.

x 1 #9


Sifu
Zitat von Dys:
Da scheint ja all das nicht zu wirken. Somit stellt sich doch eher die Frage, wozu etwas tun, dass nicht hilft, statt mal was anderes zu probieren. Erstrecht wenn man doch Rentner ist und nahezu keine Verpflichtungen mehr gegenüber Anderen hat. Da ließe sich doch sicher einiges am eigenen Verhalten ändern und ...

Aber WAS anderes ?

#10


Sifu
@ ALLE

Ich habe die letzen 45 Jahre wirklich ALLES ausprobiert was Schulmedizin, Psychologie, Alternativmedizin, Ernährung usw. usw. angeht. Nichts - außer meine Medikamente - half mir wirklich. Es stört mich, aber wahrscheinlich muß ich die Pillen lebenslang nehmen wie auch meine Blutdruck und Cholesterinpillen.

Ich kann ein zwei Problem erkennen, die aber definitiv nicht lösbar sind.

Da hilft dann nur das tägliche Üben von Akzeptanz dessen WAS IST.

x 2 #11


Stromboli
Zitat von Sifu:
@ ALLE Ich habe die letzen 45 Jahre wirklich ALLES ausprobiert was Schulmedizin, Psychologie, Alternativmedizin, Ernährung usw. usw. angeht. Nichts - außer meine Medikamente - half mir wirklich. Es stört mich, aber wahrscheinlich muß ich die Pillen lebenslang nehmen wie auch meine Blutdruck und Cholesterinpillen. ...


Hallo Sifu

Das könnten weitgehend meine Worte sein. Ohne Medikamente wäre das Leben kaum mehr vorstellbar bzw. eine einzige Folterqual. Ein Unterschied besteht vielleicht darin, dass es sich bei mir erst in den letzten ca. 15 Jahren so entwickelt hat. Vorher gab es schon zweimal heftige Krisen (mit 20 und mit 30), dann aber auch längere Phasen ohne grosse Beschwerden. Aber jetzt? Habe ich mich - ein zweiter Unterschied? - damit angefreundet, dass ich auf die Medis angewiesen bin, ich störe mich eigentlich nicht mehr daran, anders als in jungen Jahren. Nur der Gedanke, dass bestimmte Medis eines Tages nicht mehr erhältlich sein könnten, macht mir Angst. Und dieser Gedanke ist ja nicht aus der Luft gegriffen.

Das heisst nicht, dass ich nichts anderes mehr tue dafür, dass es mir besser geht. Ich weiss, dass mir bestimmte Aktivitäten gut tun und helfen, z.B. die Natur, die Musik, vor allem aber gute Kontakte. Die zu pflegen ist schon auch sehr wichtig, sonst würden auch die Medis nicht allzu viel helfen oder sie würden dann in einen ausufernden Konsum münden.

Ich vermute mal, solche Aktivitäten, die helfen auszugleichen, gibt es bei dir schon auch? Auch wenn sie die Medikamente nicht überflüssig machen?

x 6 #12


Sifu
Hallo Stromboli,

vielen Dank ! Auf Deinem Profil sehe ich das wir auch sonst viel gemeinsam haben. Schade das mein PN Konto gesperrt ist, oder ich muß dafür zahlen.

Ja, was würden wir ohne die Pillen machen ? Bin auch froh sie (noch) zu haben. Ohne wäre ich für andere Menschen oft nicht ertragbar, abgesehen von meinen eigenen inneren Zuständen. Wahrscheinlich würde ich den ganzen Tag Alk. trinken.

Soziale Kontakte habe ich als Rentner leider sehr wenige. Ich habe aber fest gestellt das ich nicht unbedingt reden, sondern nur in einer Gruppe SEIN muß. Z.B. im Fitnessstudio (ach das heißt heute ja Gym) fühle ich mich mit den anderen Trainierenden gut aufgehoben obwohl ich nur für mich selbst trainiere. Das tut meiner Selle unheimlich gut !

In meinen Herkommensfamilien väterlich- und mütterlicher Seite weit verzweigt haben ALLE psychische Krankheiten, also ich habe daher mit Sicherheit eine genetische Disposition.

Musik ist auch sehr hilfreich obwohl bei mir auch manchmal belastend. Seit dem Tod meiner Mutter höre ich nur noch Kindheitsmusik (70er). Ein Art Nostalgie meiner Kindheit die auch ein paar schöne Seiten hatte. Dabei ist meine Mutter hauptsächlich für meine Traumatas verantwortlich, mein Vater aber auch. Es ist ist wohl eine Art Hassliebe.

Zur Zeit meditiere ich immer mehr um mich innerlich unabhängig zu machen. Das ist mittlerweile ein wichtiges Tool.

x 4 #13


ZeroOne
Zitat von Sifu:
wie auch meine Blutdruck und Cholesterinpillen.


Vielleicht ist gerade dieser Gedanke ein weiter führender Ansatz?

Letztlich ist es auch wieder Framing. Viele dieser Tabletten schluckt man ein Leben lang, ohne sie ernsthaft zu hinterfragen, weil man weiß, dass es sein muss. Den Psychopillen hingegen erklärt man häufig den Krieg.

Vielleicht kann es helfen, diese Tabletten wie alle anderen anzusehen? Sie sind eben nötig. Punkt.

x 3 #14


A


Hallo Sifu,

x 4#15


Marylu
Hallo Sifu,
ich habe mich auch damit abgefunden, dass ich die Tabletten immer nehmen muss und hab mittlerweile auch gar kein Problem damit
Bei mir ist es auch phasenweise so, dass es mir morgens beim Aufwachen am schlechtesten geht. Ich weiß, dass es besser wird, wenn ich aufstehe, schaffe es aber oft nicht, da ich mir nur die Decke über den Kopf ziehen und nichts mit der Welt da draußen zu tun haben will
Habe ich es dann geschafft, aufzustehen, geht es schon besser

x 7 #15

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