Täglich Magenbeschwerden - was sind die Ursachen?

Elmo343

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Hallo, Ich entschuldige mich jetzt schon mal für meinen Roman. Ich weiß nicht mehr so recht was ich machen soll. Seit Dezember 2015 habe ich eigentlich täglich Magenbeschwerden, wobei es gute und schlechte Tage gibt. Mal kann ich sie fast schon ausblenden und mal sind sie alles überschattend. Sämtliche Tests auf organische Ursachen waren o.B. Im Sommer fing es dann an, dass ich keine 2 Wochen am Stück arbeiten konnte und ich bei jedem neuen Anflug von stärkeren Beschwerden resignierte. Ich musste ständig weinen und hatte keinen Elan mehr. Konnte mich zu nichts begeistern. Das zog sich so bis in den Dezember 2016. Ich war mal wieder beim Arzt um mich wegen Magen Problemen krank schreiben zu lassen, doch darin sah die Ärztin keinen Zweck. An dem Tag hatte ich meinen ersten richtigen Zusammenbruch. Ich habe nur noch geweint und konnte mich nicht ablenken. Noch an dem Tag machte ich einen Termin beim Psychologen. Ich bekam Beruhigungstropfen und Antidepressiva verschrieben. Die Tropfen halfen auf der Arbeit zunächst sehr gut. Endlich spürte ich diesen Druck und die innere Anspannung nicht mehr. Doch dann wurde wieder alles zu viel und ich bekam einen Heulkrampf auf der Arbeit. Ich wurde von meinem Chef nach Hause geschickt. Noch am selben Tag konnte ich zu meiner Psychologin, die mich für zwei Wochen krank schrieb.
In der Zeit hatte ich gute und schlechte Tage. Solange ich Ablenkung hatte ging es mir soweit gut doch dann kam wieder diese Trauer ohne Vorwarnung und ohne Grund.
Seit gestern bin ich jetzt wieder am arbeiten. Und gleich habe ich wieder Magen Beschwerden und diese innere Unruhe. Meiner eigentlichen Arbeit im Kundenverkehr kann ich momentan nicht nach gehen. Da kommt sofort die Panik in mir hoch.
Heute hatte ich wieder einen Heulanfall auf der Arbeit. Ich fühle mich so nutzlos und als wäre ich den Aufgaben nicht gewachsen.
Noch viel schlimmer ist, dass wir nächste Woche 3 Tage Seminar haben in dem wir vor der Gruppe Rollenspiele halten. Allein wenn ich daran denke bekomme ich Panik. Aber ich möchte mich nicht schon wieder krank schreiben lassen. Außerdem ist dieses Seminar die Vorbereitung für meine Abschlussprüfung.
Ich bin hin und her gerissen. Einerseits weiß ich, dass das Seminar sehr wichtig ist, andererseits fühle ich mich dem überhaupt nicht gewachsen.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht, ist es besser sich diesen Stresssituationen zu stellen oder ist das eher kontraproduktiv?

05.01.2017 23:04 • #1


77Balea

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Hallo Elmo343,

leider ist jeder anders. Was einem hilft muss dem nächsten nicht unbedingt helfen.
Die Magenschmerzen haben sich vor Monaten bei mir auch immer wieder eingestellt. Sodbrennen, sehr unangenehm und meist nur wenn ich arbeiten musste. Ich habe dann angefangen Magenschutz (Pantoprazol, Omep, Esomeprazo, oö.) genommen. Ich nehme ca. 40mg am Montag, Mittwoch und Freitag, und komme damit ganz gut um die Runden. Da ich auch immer wieder Durchfälle habe, war ich auch beim Gastroenterologen, aber wirklich helfen konnte er mir auch nicht. Seit 2 Wochen ist es wieder schlimm. Ich therapiere mich jetzt selbst mit Perenterol, Ibugast, Lefax und Zimttabletten. Ich hoffe weiter.

Meine Depressionen haben mich nie so außer Gefecht gesetzt das ich nix mehr machen konnte. Bei mir stellt sich ein Schalter auf Automatik und ich steh morgens auf und geh arbeiten. Besonders wenn ich den Tag einen wichtigen Termin habe, den niemand anders machen kann, geh ich arbeiten. Wenn dann mal nix ist und ich Zeit für ne Arbeitsunfähigkeit hätte, bekomme ich sofort ein schlechtes Gewissen und geh arbeiten. Ich war dieses Jahr 2x ne Woche Arbeitsunfähigkeit wegen ner dicken Erkältung. Also wenn dann bin ich eher körperlich krank als psychisch. Ich nehme seit 2009 wieder Antidepressiva und seit 5 Jahren bin ich nun auf Amitriptylin, mal mehr mal weniger. Möchte es immer mal wieder absetzten, aber bin jetzt doch endgültig zu dem Entschluss gekommen, das ich sie weiter nehme, egal wie "gut" es mir grad zu gehen scheint. Das nächste Loch ist meist nicht weit. Wenn es danach gehen sollte, das man sich bei Suizidgedanken ins KH begeben sollte, wäre ich 200 Tage im Jahr da. Mein Hirn bietet mir gerne und schnell den Ausweg an, seit Jahren. Ich fühl mich wie eine tickende Zeitbombe, spaziere immer an der Klippe entlang.

Fortbildungen mit Workshops finde ich ganz besonders nervig. Da vergeht mir alles. Meine Stimmung geht auf Notstrom. Zum Glück sind das bei mir keine Pflichtveranstaltungen, so das ich entweder direkt gehen kann, oder gar nicht erst hin gehe.

Tja, so ist das bei mir. Ich kämpfe seit 25 Jahren mit dem schei., werde in ein paar Wochen 40.
Ich hab genug Medis und Therapien durch. ich für mich, sehe es als ein Chemisches Ungleichgewicht meines Hirns. Da helfen Medikamente. Leider ist es sehr schwer herauszufinden welche einem helfen. Wenn man Diabetes hätte, würde doch auch keiner ankommen und fragen wie es einem geht und warum man denkt der Zucker ist zu hoch. Oder bei Blutdruck oder ein gebrochenes Bein. Ein Organ funktioniert nicht richtig und braucht chemische Hilfe. Klar gibt es auch immer Menschen mit Traumatischen Vergangenheiten, aber nicht alle zerbrechen daran, weil ihre Chemie besser funktioniert.

Wenn die Tropfen Dir gut helfen, ist das doch ein Anfang. Und wenn der Psychologe Dir hilft, toll. Aber wenn Du sonst keine Probleme im Leben hast, dann kann es nur an einem chemischen Ungleichgewicht liegen. Finde heraus was Dir helfen kann. Das wird eine Zeit dauern und sich mit den Jahren ändern, aber das muss jeder für sich finden.
Mach kleine Schritte. Einer nach dem anderen.

06.01.2017 12:46 • #2


Elmo343


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Vielen Dank für deine Antwort!
Ich hatte das ganze noch nicht auf chemischer Ebene betrachtet und habe verzweifelt nach einem Auslöser gesucht. Aber was du sagst macht Sinn.
Ich bin jetzt nochmal zwei Wochen bis zur Prüfung krank geschrieben. Und dann schauen wir mal weiter

07.01.2017 10:00 • #3


inaritter

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Du darfst dir auf keinen Fall irgendwelchen Druck machen !

08.01.2017 18:33 • #4


Elmo343


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Ich war jetzt die letzten Tage zu Hause und bin auch etwas runter gekommen. Aber seit gestern Abend ist diese innere Unruhe zurück. Ich konnte auch kaum schlafen und habe das Gefühl ich hätte 1000 Gedanken im Kopf aber kann keinen einzigen davon fassen. Sie schwirren da einfach rum und ich kann mich auf nichts konzentrieren als auf dieses Gefühl
Kennt ihr das? Habt ihr einen Tipp was man da machen kann?
Ich war schon mit dem Hund draußen um mich abzulenken, das hat aber nichts gebracht.
Vielen Dank schonmal!

09.01.2017 13:57 • #5




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