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Sterben wollen und Depressionen - wie damit umgehen?

sam_sam

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Hallo zusammen, ich hab nochmal ein Thema und diesmal eins über das ich gern hier schreiben möchte bzw wissen möchte wie es anderen damit geht.

Das Thema um dass es geht ist sterben. Ich meine dass in einem schluss bezogenen Kontext also dass alles irgendwann ein Ende hat. Und dass das auch gut ist.

Mir geht es aktuell so dass ich NICHT aktiv mir schaden zufüge oder schlimmeres, aber dass ich es sehr beruhigend finde daran zu denken einfach einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen oder dass alles durch ähnliche Umstände ein Ende findet.

Ich denke sogar soweit dass ich denke Gott sei Dank ist es dann geschafft und denke mich soweit wie,wenn es gleich vorbei wäre.
Und nicht zum ersten Mal kommt da der komische Gedanke hoch: durch das Ende einen heilsamen Frieden zu bekommen und nicht mehr kämpfen zu müssen.
Aber wie gesagt ich habe keine Handlungen die ich dazu TÄTIGE. Nur dieses angenehme Gefühl eben.

Ich glaube dass kennen einige Leute und gerade welche die mit Depressionen zu tun haben natürlich, meine frage ist nur:

ob es Personen gibt die auch denken: "dieser gedanke ist schön, ich hab schon so und soviel durchgemacht/gekämpft es ist ok" oder ist es bei anderen Leuten anders?

05.12.2020 22:50 • #1


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Kate

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Ich verstehe das vollkommen und kann es absolut nachempfinden. Ich fühle mich bei dem Gedanken oftmals auch gleich viel besser. Das ist wie ein Hintertürchen was immer offen steht.
Einschlafen dürfen wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen, die man viel zu lange getragen hat, das ist eine wunderbare Sache
Hermann Hesse

05.12.2020 22:58 • x 2 #2


ohneFunktion

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Ja, das sind typisch depressive Gedanken.
Hatte ich auch.
Genau so.

Und geblieben ist das Wissen, dass man wohl (hoffentlich erst) im Alter, diese Gedanken wieder hat, was einem wohl hilft einen friedlichen Übergang zu finden.

05.12.2020 23:35 • #3


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DownTown

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Ohja, das kenne ich auch nur zu gut. In der Depression ist ja alles besser als das, was man gerade durchmacht. Ich dachte schon oft dass es meine Erlösung wäre nicht mehr aufzuwachen, einfach so, ohne mein Zutun. Dann wiederum kam mir meine Familie und vor allem meine Kinder in den Sinn...und dann war klar, dass ich das im Grunde gar nicht will, sondern die Depression.

05.12.2020 23:44 • x 3 #4


sam_sam

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Danke für die Antworten.

Ich muss sagen, mir fällt auf dass das Thema oft nicht leicht zu finden ist grade online und eben in Foren.

Ist nur ein Gedanke aber ist es nicht sogar so dass wir heutzutage sehr weit vom Tod "entfernt" sind und es oft nicht wahrnehmen dass alles mal endet und das gute daran vergessen:

Vieles "heilt" auch gerade dadurch dass etwas endet.
Krankheiten und gerade psychische störungen die sehr komplex sein können und ja oft nicht mit einer "tablette" oder ähnlichem besser werden.
Das ist doch nur natürlich dass etwas "heilen kann" indem auch manchmal der Tod dabei eine Rolle spielt.
Es ist ja auch natürlich dass nicht alles perfekt ist und manchmal auch besser endet.

Es überlebte früher auch nicht jedes Kind was früher ja bei größeren Familien noch öfter passierte wie heute (leider) immernoch.

Kann es denn sein dass das heute tabuiisiert wird oder ähnliches ?

06.12.2020 21:27 • #5


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DownTown

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Zitat von sam_sam:
Kann es denn sein dass das heute tabuiisiert wird oder ähnliches ?


Ich weiß nicht ob tabuisiert trifft. Ich denke, dass es einfach unbequem ist, sich über dieses Thema Gedanken zu machen. Jeder will ja so lange wie möglich mit seinen Lieben zusammen sein. Schmerz und Trauer wollen wir nicht. Wir wollen schnell über solche Geschehnisse hinweg kommen.
Ein Problem unserer Zeit ist sicherlich, dass der Mensch alles wissen, erforschen und beweisen will. Man kann so vieles ergründen nur eben nicht, wie es nach dem Tod weitergeht. Das kann einem niemand sagen. Ich denke, dass es diese Blackbox ist, die die Menschen verunsichert und vielleicht auch Ängste hervorruft.
Ich gebe dir recht, dass der Tod früher viel mehr zum Leben dazu gehört hat. Die Familien waren sehr groß, da kam das immer wieder mal vor, dass jemand verstarb. Damit wuchsen auch die Kinder auf. Heute können wir ja in der Regel relativ lange leben. Daher wollen wir keinen Gedanken dran verschwenden. Die Kinder werden von dieser Thematik so lange wie möglich fern gehalten. Da ist es sicherlich ein Tabu.
In so Foren wie hier, hat es sicherlich mit Trickern zu tun. Aber ich finde es großartig darüber zu "reden". Danke für diesen Threat!

06.12.2020 21:58 • x 1 #6


sam_sam

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Und danke für die Antwort.
Ich finde es ist menschlich zu forschen und Dinge zu ergründen usw dass war und wird immer so sein, aber heutzutage, meinte ich auch so ähnlich in der letzten Antwort, sind wir oft sehr weit "weg" von dem Thema Tod.

Ich muss sagen dass ich einfach (zum glück) nur den tod von haustieren und von 2 ehemaligen klassenkollegen erlebt habe aber noch nie von nahestehenden Menschen.

Aber heute geht es uns im vergleich zu früher gesundheitlich viel besser, wie du sagtest leben wir auch länger, und dazu sind wir wesentlich mehr mit Ablenkungen umgeben.
Dass trägt vielleicht dazu bei dass wir den Tod so weit weg denken.

06.12.2020 22:21 • #7


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buddl1

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der Tod? er ist nicht weit weg,
tagtäglich läuft er uns über den weg,
in den Medien, wir fast täglich hören, der und der ist gestorben
und die Covid-Toten, es sind nur Zahlen und doch hinter jeder mehr als nur ein Schicksal steckt...
wir haben kaum mehr Zeit über der Tod zu denken,
erst wenn unsere Gedanken sich im Kreis verfangen uns langsam runter ziehen,
erst dann wird er uns wieder bewusst,
wie einmalig und zugleich vergänglich wir doch sind....

je älter man wird, desto näher rückt er auch, der Tod...
viele Weg Begleiter, aus Film, Musik, fasst alle bereits gingen...
in der Verwandtschaft, aus dem Freundeskreis, der immer kleiner wird,
wie viele sind da denn noch?

wenn ich meine Mutter sehe, 78 Jahre, sie hat nur noch den einen Wunsch...
zu sterben, es war lang genug. sie will mir nicht erzählen, was für Krankheiten sie hat
will mich nicht beunruhigen und doch,
bei dem nächsten Besuch sie wieder davon anfangen muss.
sie hat abgeschlossen, ist fertig und lässt ihren Partner,
ihren Kindern es nicht nur wissen, sondern auch spüren
das der Tod eine Erlösung sein muss?

ich selber denke nicht über den eigenen nach,
wenn er kommt, kommt er sowieso zu früh,
unheilbar krank, verbringe ich die verbleibende Lebenszeit so gut es eben geht.
wobei doch die guten Jahre jetzt erst kommen sollten,
... alle Schulden bezahlt, die eigenen Kinder groß,
alle Lebensträume gelebt, von allen unerreichbaren sich getrennt,
...ist das den so, dass man jetzt bereit ist für den Tod?
buddl1,

07.12.2020 07:46 • x 1 #8

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