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Ständige Müdigkeit durch Depressionen?

Fjölnir

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Hallo zusammen
ich bin kurz vorm verzweifeln. Jeden Tag schleppe ich mich durch den Tag und könnte die ganze Zeit eigentlich nur schlafen. Ich weiss nicht wo diese bleierne Müdigkeit herkommt. Es ist nun schon fast ein Jahr lang so. Ich dachte zuerst das es vielleicht durch die Depression kommt, doch auch an guten Tagen ist kein Unterschied festzustellen. Auch beim Arzt war ich bereits. Ich dachte an Vitamin- und Eisenmangel. Im Blutbild ist keine Mangelerscheinung ersichtlich. Auch in einem Schlaflabor habe ich genächtigt. Das Resultat waren geringfügige Atemaussetzer im Schlaf. Ich habe Tabletten dagegen bekommen, doch auch diese schaffen keine Besserung.
Ich stehe morgens ausgeruht auf, versorge die Katzen, koche Kaffee, und dann könnte ich mich gleich schon wieder ins Bett legen. Für mich ist es eine riesige Belastung.
Kennt jemand diese Sorgen???

15.08.2012 10:33 • x 1 #1


Martina

Martina

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Hallo du,

Moon hat vollkommen Recht.

Auch ich habe mich, bedingt durch Depressionen, mit einer entsetzlichen Müdigkeit über längere Zeit rumgequält.

Neben dem Antidepressiva für die Nacht habe ich für den Tag ein antriebssteigerndes Antidepressiva bekommen. Jetzt habe ich diesbezüglich keine Probleme mehr. Du solltest wirklich mit deinem Arzt reden.

15.08.2012 15:15 • #2


Fjölnir

Fjölnir


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Hallo Moon, hallo Martina
danke für eure Antworten. Ich nehme keine Medikamente, also sind es auch keine Begleiterscheinungen. Und wenn es nach ein paar Tagen wieder vorüber wäre, wäre ich sehr dankbar. Leider hält es an und zieht sich nun schon wie gesagt seit etwa einem Jahr so hin.
Ich lege mich Nachmittags für eine halbe Stunde ins Bett. Manchmal wird auch ne ganze Stunde daraus. In den meisten Fällen schlafe ich da auch richtig fest ein. Ich könnte auch den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, doch versuche ich mich zusammen zu reissen und irgendwie Schwung in die Knochen zu bringen. Allerdings eher wegen meiner Freundin als aus freien Stücken.
Wenn es in depressiven Phasen so wäre, könnte ich es verstehen und mir einen Reim darauf bilden. Doch auch an wirklich guten Tagen habe ich diesen Schleier vor Augen und auch im Hirn. Diese ständige Müdigkeit hat natürlich auch immense Auswirkungen auf die Konzentration.
Am Freitag habe ich wieder einen Termin bei meinem Psychologen. Ich wollte eh mal ansprechen wie es mit einer Medikation aussieht. Dann werde ich auf direkt nach der Müdigkeit und einer möglichen Hilfe dagegen fragen.
Wenn ich ja nur wüsste was ich machen kann ohne direkt zur chemischen Keule zu greifen. Ansich möchte ich gar keine Medikamente nehmen, da ich die Depression mittlerweile recht gut "ohne Hilfsmittel" handhaben kann. Doch diese Schlappheit ist einfach nur niederschmetternd. Zudem komme ich mir vor meiner Freundin vor wie der grösste Faulpelz.

15.08.2012 15:30 • #3


Steffi

Steffi

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Hallo Fjölnir,
Zitat:
Ich wollte eh mal ansprechen wie es mit einer Medikation aussieht

dazu würde ich dir auch raten. Keine Medikamente zu nehmen, bedeutet nicht, gesünder zu sein. Das, was Du seit 1 Jahr erlebst, habe ich vor rund 10 Jahren durchlebt. Dauermüde und dazu alle psychosomatischen Störungen, die es nur geben kann. 2 Jahre lang jeden Tag dieselben Beschwerden. 2 Jahre lang bin ich weiterhin jeden Tag arbeiten gegangen, bis es nicht mehr ging. Die Depression habe ich bis dahin brav geleugnet und stattdessen auf den Zusammenbruch gewartet, damit es nach außen hin auch sichtbar wurde, dass ich krank bin und nicht nur simuliere. Heute könnte ich mir an den Kopf greifen für meine Dummheit.

Lass es nicht soweit kommen. Und lass Dir nicht weismachen, Du seist ein Faulpelz. Wahrscheinlich denkst nur Du selber das von dir.

15.08.2012 16:54 • x 1 #4


Fjölnir

Fjölnir


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Hallo Steffi
Natürlich denke nur ich das ich als Faulpelz erscheine. Meine Freundin macht zwar ihre Spässe, doch ich weiss ja wie es gemeint ist und von wem es kommt. Auch leugne ich die Depression nicht. Sie ist ein Teil von mir und diesen Teil möchte ich auch nicht missen. Zwar ist es oft sehr schwer damit zu leben, doch habe ich auch so viel DURCH die Erkrankung gelernt.
Ich habe lange Zeit Medikamente genommen, doch besser wurde es nicht. Ok, ich muss zugeben das ich wohl auch noch nie richtig auf eine Medikation eingestellt war. Dennoch Läuft es ohne Medikamente recht gut. Es gibt Höhen und Tiefen. Ja, die Höhen und Tiefen haben einen grösseren Ausschlag als bei "Normalsterblichen", doch war es mit den Medikamenten ebenso. Ich habe über Jahre Cipralex genommen.
Es ist richtig das man sich eingestehen muss das man krank ist. Erst dann kann man handeln. Doch ich weiss ja das ich krank bin. Ich handele ja. Nur habe ich das Gefühl, je besser es wird, desto grösser wird die Müdigkeit. Ich habe schon schlimme Zeiten hinter mir, und da war ich im Vergleich zu jetzt ein wahres Energiebündel. Nun geht es mir emotional besser und das Drumherum stimmt auch, und ich könnte mich einfach hinlegen und alles Gute verschlafen.
Ich habe einfach bis jetzt arg schlechte Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht....

15.08.2012 18:41 • #5


Steffi

Steffi

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Hallo Fjölnir,

ich bin gerade über das hier
Zitat:
Das Resultat waren geringfügige Atemaussetzer im Schlaf.

gestolpert. Du schreibst, Du warst in einem Schlaflabor, hättest auch Tabletten bekommen, die nicht halfen.
Wie ist es denn jetzt ? Schnarchst Du und hast Du möglicherweise immer noch Apnoe ? Es wäre zumindest eine mögliche Erklärung für Deine Müdigkeit, wenn dadurch Dein Gehirn nachts nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird.

15.08.2012 19:46 • #6


Fjölnir

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Hallo Steffi
eine leichte Apnoe habe ich und böse Zungen behaupten ich würde auch schnarchen Die Apnoe wäre allerdings nicht stark genug als das sie damit zu tun haben könnte. Zumindest war das die Aussage vom Facharzt. Ich habe erst Theophyllin 150 bekommen und das wurde auf 200 gesteigert. Es ist allerdings kein Erfolg in Sicht.
Mein Hausarzt meinte, der richtige Weg um das mit der Müdigkeit und auch andere meiner Beschwerden in den Griff zu bekommen, wäre der Gang zum Psychologen. Nun bin ich ja schon eine Weile dort (unabhängig von der Aussage meines Arztes) und kann auch für mich selbst feststellen das z.B. die Stimmungsschwankungen etwas zur Ruhe gekommen sind. Ich muss allerdings auch sagen das ich ein Mensch bin der die Therapie nicht als Therapie sieht. Eher als Lernstunde. Ich finde es äusserst spannend was ich alles lernen kann. Nur mal kurz in eigener Sache.
Die Müdigkeit ist mindestens gleich geblieben, wenn nicht noch schlimmer geworden. Ich suche mir an allen Ecken Beschäftigung, doch kaum ist das erledigt stellt sich Hirn und Körper wieder auf Sparflamme.

16.08.2012 08:24 • #7


Fjölnir

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Hallo Moon
ja, eine Krücke in Anspruch zu nehmen ist eine feine Sache. Ich bin mir nicht ganz sicher, doch denke ich manchmal darüber nach, ob ich ohne diese Gehhilfe in Sachen Krankheit auch soweit gekommen wäre.
Nur geht es mir ja nicht um die Depression. Es geht um diese Müdigkeit. Wie ich schon sagte könnte ich mir ein Bild machen wenn ich in der depressiver Phase so erschlagen wäre. Es wäre auch plausibel wenn ich in einem harten Kampf mit mir und der Depression stecken würde. Doch dem ist ja nicht so. Ich stehe morgens ausgeruht und gut gelaunt auf und plötzlich, aus heiterem Himmel kommt ein "Schlag" und ich könnte mich direkt hin legen und schlafen. Was mich auch noch ein wenig wurmt: Ich schlafe dann ja wirklich tief und fest. Also muss ja theoretisch ein defizit an Schlaf da sein. Doch schlafe ich Nachts eigentlich auch genug. Und wie ich bei Steffi schon geschrieben habe, ist laut Facharzt die Apnoe nicht der Grund für diese Müdigkeit.
Meine Freundin macht zwar hier und da ihre Scherze darüber, doch eher um mich ein wenig aufzuheitern. Sie sieht mich nicht als Faulpelz; das sind meine Gedanken. Ohne die Beziehung wäre ich nicht soweit gekommen. Meine Partnerin unterstützt mich in allen Belangen und bringt auch das Verständnis auf, in dem Grade wie man als nicht depressiver verstehen kann was vor sich geht.

16.08.2012 08:38 • #8


Martina

Martina

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Hallo Fjölnir,

wer sagt denn, dass du momentan keine depressive Episode erlebst. Auch wenn du dich jetzt anders fühlst als sonst bei Depressionen, heißt das nicht, dass du keine hast. Die Depression ist ein hinterhältiges Luder und hat viele Gesichter.

Als bei mir Depresionen diagnostiziert wurden, hatte ich ständig Heulkrämpfe. Mit Hilfe von Antidepressiva's und Therapie ging es mir viel besser und ich hatte jahrelang Ruhe. Nach ca. 3 Jahren bekam ich wieder Depressionen aber ohne Heulerei. Die Depression zeigte sich gaaaaanz anders. Unter anderem auch mit Müdigkeit.

Ich denke, der Facharzt hat gut daran getan, dich zum Psychologen zu schicken.

16.08.2012 11:31 • #9


Pandoras

Pandoras

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Hallo zusammen, hallo Fjölnir!

Ich kenne das auch mit den Ermüdungserscheinungen. Allerdings von anderer Stelle, als ich noch arbeiten war. Damals in der Spätschicht, als ich noch im Krankenhaus gearbeitet hatte, hatte ich auch ständig solche Symptome, dass ich auf einmal ohne Vorwarnung total erschöpft war und während der Arbeit das Gefühl hatte, ich kippe gleich um. Ohne dass es mir vorher schlecht ging oder ohne dass ich die Nacht vorher schlecht geschlafen hätte.
Und ich hatte immer das Empfinden, dass ich wie benommen war. Teilweise war es so schlimm, dass ich mich zwischendurch hinsetzen musste und eine Pause einlegen musste.

Kenne es auch noch von der Schulzeit, wo ich während des Unterrichtes aufeinmal wie benommen war und so müde wurde, dass ich die Augen nicht mehr aufhalten konnte. Nur wusste ich zu dem Zeitpunkt noch garnicht, dass ich womöglich schon richtig krank war. Trotz des festen und guten Schlafes die Nacht davor.

Und wie Martina es schon sagte, die Depression ist echt wie ein fieses hinterhältiges Biest, das sehr verschiedene Gesichter zeigen kann und wo es immer unterschiedliche Symptome gibt. Auch welche, von denen man es nie erwartet hätte dass sie auf eine depressive Phase hindeuten können.

16.08.2012 14:46 • #10


Fjölnir

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Hallo zusammen,
gestern hatte ich dann endlich den Termin bei meinem Therapeuten. Leider mussten wir ihn von Freitag auf eben gestern verschieben. Doch so schlimm ist es auch nicht, die Probleme laufen ja nicht weg
Er ist ebenfalls der Meinung das es eine depressive Phase ist. Nur hat er es mir so erklärt das ich mir auch was darunter vorstellen kann. Soll keine Kritik sein
Also: Er meinte, dass das mit der Müdigkeit eigentlich verständlich ist. Ich lebe ja nun schon seit frühester Kindheit mit den Depressionen und habe mich die letzten Jahre intensiv mit mir selbst auseinander gesetzt, allerdings ohne psychische Betreuung. Er hat es mir so erklärt, das es in etwa so ist, als wenn man mit einem Auto fährt und stets wäre die Bremse ein wenig angezogen. Natürlich fährt das Auto, doch der Spritverbrauch und der Verschleiss sind ungleich höher. Irgendwann gibt der Motor den Geist auf und man sollte früh genug nach der Ursache suchen.
Ich mag Vergleiche Und solch einen Vergleich kann ich auch sehr gut verstehen. Da ich erst ein paar Sitzungen bei meinem Therapeuten hatte, und doch schon in einigen Bereichen merke wie es geholfen hat, schaue ich der ganzen Sache recht positiv entgegen.
Nun die Sache mit den Psychopharmaka. Auch dieses habe ich angesprochen und er würde es gutheissen. Nun ist die Frage ob mein Hausarzt sich dazu in der Lage sieht oder ob ich einen Facharzt aufsuchen sollte. Ich persönlich tendiere zu zweiterem. Aber da ich am Freitag eh einen Termin bei meinem Hausarzt habe kann das da auch geklärt werden.
Alles in Allem habe ich jetzt wenigstens etwas in der Hand mit dem ich arbeiten kann. Es tut mir leid wenn ich nicht gerade die von euch geschriebene depressive Phase so annehmen konnte. Mir haben einfach die typischen Symptome gefehlt die ich bei mir in solchen Zeiten kenne. Und manchmal brauche ich auch einfach eben einen solchen Vergleich damit ich es mir bildlich vorstellen kann.
So, und nach dieser ganzen Anstrengung werde ich nun mal ins Bett gehen

22.08.2012 08:44 • #11


Pandoras

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Hallo Fjölnir! Ja, der Vergleich ist gut! Da kann man sich schon eher was drunter vorstellen. Geht mir auch so. . . . man hat ständig das Gefühl, mit angezogener Handbremse unterwegs zu sein. Oder irgendwie immer auf Sparflamme zu laufen Ist bei mir heute auch wieder ganz extrem :-( so müüüde. . . . verdammt Aber gut, dass Du dann auch einen Termin bei Deinem Hausarzt hast. LG

25.08.2012 12:16 • #12


Fjölnir

Fjölnir


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Hallo Pandoras,
das Gespräch mit meinem Hausarzt bezüglich Medikation war leider etwas unbefriedigend. Er möchte gerne eine Einschätzung von meinem Therapeuten hinblicklich der Medikamente. Mein Therapeut war ein wenig verwirrt als ich ihm das sagte. Er ist kein Psychiater und hat somit auch nichts mit dem Verschreiben von Psychopharmaka zu tun. Morgen habe ich wieder einen Termin beim Hausarzt und werde das nochmals thematisieren. Es ärgert mich ein wenig, da ich mich nun endlich durchgerungen habe mich auch ein Medikament einstellen zu lassen und irgendwie von einem zum anderen geschickt werde während ich durch die Welt strahle wie Prinz Valium. Zudem möchte ich natürlich auch wieder ins Berufsleben finden, doch mit einem ständigen Schleier im Hirn und einer Konzentration die geradezu unterirdisch ist traue ich mir nicht zu den ganzen Tag auf der Arbeit zu verbringen und mit gutem Gewissen zu sagen, das ich gute Leistung bringen werde. Alles ein wenig depremierend im Moment.
Ich kann meinen Zeichnungen nicht mehr nachkommen, da ich mich nicht konzentrieren kann. Mit dem Lesen ist es ebenso. Sobald ich den PC anmache verschwimmt mir alles vor Augen und ich komme nicht dazu, mich darauf zu konzentrieren was geschrieben wurde und was ich schreibe. Dazu kommt das Problem das ich nicht mehr wirklich gut schlafen kann. Mehrfach wache ich nachts auf von schlechten bzw. emotionalen Träumen und brauche dann wieder einige Zeit bis ich wieder zur Ruhe komme. Und morgens klingelt dann der Wecker, da einige meiner Katzen Medikamente brauchen.
Ohje, alles ein wenig schwierig zur Zeit. Ich bin sehr froh das bei mir die Entspannungsübungen, die mein Therapeut mir gezeigt hat, recht gut funktionieren. Ich habe sie ein wenig umgewandelt, so das ich mich besser da einfinden kann und das klappt wirklich recht gut. Doch das kann ja nicht alles sein.
Also, kurz und knapp: Meidkamente habe ich noch keine. Dafür eine Müdigkeit für 5. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
Depression ist ein A....loch
Liebe Grüsse
Fjölnir

04.09.2012 09:45 • #13


Pyxidis

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Hallo Fjölnir,

Zitat:
meinem Hausarzt bezüglich Medikation war leider etwas unbefriedigend. Er möchte gerne eine Einschätzung von meinem Therapeuten hinblicklich der Medikamente


ja das ist leicht nachzuvollziehen, warum Dein Hausarzt da gerne Hilfe vom Therapeuten möchte. Ein Hausarzt hat im Normalfall nämlich keine Ahnung von psychischen Krankheiten und dehalb noch nicht einmal davon, daß Therapeuten auch keine Ahnung von Psychopharmaka haben (müssen). Und deshalb gehörst Du ja auch zu einem Facharzt sprich Psychiater.

Was hält Dich davon ab, Dich schnellstmöglich dorthin überweisen zu lassen.

Alles Gute,
Pyx

04.09.2012 10:04 • #14


Löckchen73

Löckchen73

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Hallo Fjölnir

Kann dir auch nur raten zu einem Neurologen/Psychiater zu gehen.
Der versteht dich auch besser wenn du ihm die Beschwerden erklärst und wird dir dann das richtige verschreiben.
Das mit der Konzentration ist bei mir zur Zeit auch sehr schlimm.

04.09.2012 10:11 • #15




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