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Sport und Serotonin bei Depression

Topo

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Hallo Leute,

meine Diagnose ist eine langjährige schwere Depression, die sie vor allem in endlosem Grübeln, innerem Kritiker, Ängsten, Hoffnungslosigkeit etc. ausdrückt. SSRI Antidepressiva möchte ich nicht nehmen, weil ich davon starke S. Störungen bekommen habe, die mir Angst machen.

Trotz der Schwere meiner Depression gehe ich nun seit ein paar Wochen täglich 1 Stunde joggen, da aufgeben für mich keine Option ist und ich in einer Klinik etwas Motivation bekommen habe. Die Psychiaterin und die Therapeutin sagen immer abstrakt, dass Joggen die Serotonin-Produktion ankurbelt. Aber hilft das auch ausreichend bei einer schweren Depression? Und kann man beim Sport auch ungefähr sagen, ab wann es mit dem Serotonin losgeht? Nach 3-6 Wochen wie bei den Medikamenten oder ist es da anders? Bisher habe ich leider nicht den Eindruck, dass sich etwas ändert.

Danke und viele Grüße

19.04.2022 12:51 • #1


Tealight

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Zitat von Topo:
Hallo Leute, meine Diagnose ist eine langjährige schwere Depression, die sie vor allem in endlosem Grübeln, innerem Kritiker, Ängsten, ...

Wie lange es dauert, kann ich Dir auch nicht sagen. Aber ich schätze das Monate vergehen werden....

Für das Gedächtnis kannst du auch zusätzlich 5 htp einnehmen. Es ist ähnlich der Antidepressiva, aber eben keine Chemie. Dh es geht nicht negativ auf die S....
Informiere Dich einfach über Google über 5 htp.
Zusätzlich ist auch rhodiole rosea interessant ( Google auch da drüber).

Beides sind natürliche Produkte, die man bei Depressionen einsetzt. Man kann beide super kombinieren...
Ich nehme beide zeitversetzt am Tag...

19.04.2022 13:08 • x 1 #2



Hallo Topo,

Sport und Serotonin bei Depression

x 3#3


Michi87

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Zitat von Topo:
Und kann man beim Sport auch ungefähr sagen, ab wann es mit dem Serotonin losgeht?

Es sind eigentlich zwei Effekte. Einerseits werden schon während dem Joggen Glückshormone ausgeschüttet - dafür reichen 20-30 Minuten Ausdauersport. Andererseits wirkt sich regelmäßiger Ausdauersport langfristig auch positiv auf die Stimmungslage in Ruhe aus. Es reduziert das Anspannungsniveau, verbessert den Schlaf, usw. All das hebt dann auch die Stimmung an.

19.04.2022 13:18 • x 1 #3


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Kate

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Hi Topo,

Ich bezweifle stark, dass man eine schwere Depression, wie Du sie ja wohl hast mit Sport wieder los wird.
Da gehört Therapie, Bereitschaft von einem selbst und (bei der Schwere) auch oftmals Medikamente dazu.

Wenn die Depression immer mal unterschwellig da ist, oder man mies gelaunt ist, dann wirkt Sport wirklich Wunder.

LG Kate

19.04.2022 14:09 • x 1 #4


Womo

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Danke für die Antworten! @Kate Ich mache auch Verhaltenstherapie und die Therapeutin hat mir Sport als Alternative empfohlen, wenn ich keine Medikamente nehmen kann/ will. An mir arbeiten tue ich in diesem Zusammenhang auch schon seit Jahren therapeutisch aber es verändert sich nichts, sodass ich einen Serotoninmangel vermute. Von meinem letzten Medikament habe ich 25 kg zugenommen. Wenn ich nun noch durch SSRI Impot. werde, ist mir das insgesamt ein zu hoher Einsatz, sodass ich eben auf Sport als Serotonin-Motivator gehofft habe.

19.04.2022 15:57 • #5


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Mit180gen0

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Hey, kommt für dich ein Sport infrage, den du nicht alleine ausführst?

Ich finde immer, wenn man gemeinsam etwas geschafft hat, wirkt man danach noch glücklicher, als hätte man es alleine gemacht.

Mir fällt da Spinning ein. Oder google mal Drums alive bei YouTube. Das ist mit fetziger Musik, gemeinsam mit anderen. Am Ende ist man total ausgepowert und super happy

19.04.2022 16:07 • #6


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Kate

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Zitat von Mit180gen0:
Das ist mit fetziger Musik, gemeinsam mit anderen. Am Ende ist man total ausgepowert und super happy

Manchmal frage ich mich, ob manchen überhaupt bewusst ist, was eine Depression bedeutet. Das ist eine tödliche Krankheit. Da denkt man nicht an Sport oder S.. Da versucht man nur noch am Leben zu bleiben.

Da schafft man es weder zum Sport noch ist man happy.

Aufgrund solcher Aussagen kann ich manchmal gar nicht anders, als zu denken, so schlimm kann’s ja nicht sein. Und eine schwere Depression ist das schon mal gar nicht.

Sorry für meine Direktheit, aber aus diesem Grund haben Menschen die es nicht schaffen überhaupt aufzustehen, was zu essen oder zu reden, ein schlechtes Gewissen und denken sie bekämen nichts auf die Reihe, weil man sich von anderen "schwer" Depressiven anhören muss, Sport und frische Luft hilft.

19.04.2022 16:17 • x 6 #7


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Mit180gen0

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Zitat von Kate:
Manchmal frage ich mich, ob manchen überhaupt bewusst ist, was eine Depression bedeutet. Das ist eine tödliche Krankheit. Da denkt man nicht an ...

Sorry für meine Direktheit, aber ich habe nur auf eine Frage hier geantwortet.
Es war man nicht meine Idee mit dem Sport, richtig?

19.04.2022 16:26 • #8


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michi2879

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Hi,

genau genommen hat mir ein Gutachter genau das in's Gesicht gesagt, würden wir alle mehr Sport treiben, wäre die Hälfte der Psychater arbeitslos.

Ganz so einfach ist es nicht, aber fragt Euch doch mal folgendes, warum ist die Hälfte derZeit in einer Psychosomatischen Klinik Sportangebote ?. Die werden schon wissen warum.

Gruß michi

19.04.2022 16:49 • x 4 #9


Womo

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@Kate Ich bin seit Jahren latent suizidal, wache täglich morgens um 4 in meiner inneren Hölle auf und war mehrfach in verschiedenen Kliniken, wo mir auch die Diagnose gestellt wurde. Aber aus Respekt mir selbst und meinen Verwandten gegenüber würde ich den letzten Schritt nicht gehen, sondern arbeite halt und jogge nun zusätzlich, um mich durch die Struktur über Wasser zu halten. Es gibt auch viele andere Depressive mit so einer Situation, man muss mit schwerer Depression nicht im Bett bleiben. Von daher wäre es auch fair, diesen Depressiven nicht ihr Problem abzusprechen. Aber ich verstehe natürlich den Punkt, dass frische Luft und Tanzen kein adäquates Gegenmittel ist. Dennoch danke an den Autoren des Tipps.

19.04.2022 16:55 • x 1 #10


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Kate

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Zitat von Womo:
Ich bin seit Jahren latent suizidal, wache täglich morgens um 4 in meiner inneren Hölle auf und war mehrfach in verschiedenen Kliniken,

Und das alles ist es Dir wert, es nicht mal medikamentös zu probieren?

Ich habe auch tagtäglich unsägliche Schwierigkeiten und Probleme, diese wären aber noch schlimmer ohne Medikamente. In einem Selbstversuch getestet.

Ich stelle mir das immer so vor: als hätte man Krebs, an dem man stirbt, lehnt aber eine Chemo ab, weil einem davon die Haare ausfallen könnten.

Aber das ist nur mein Vergleich.

19.04.2022 17:35 • #11


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Mit180gen0

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Zitat von Kate:
Und das alles ist es Dir wert, es nicht mal medikamentös zu probieren? Ich habe auch tagtäglich unsägliche Schwierigkeiten und Probleme, diese wären aber noch schlimmer ohne Medikamente. In einem Selbstversuch getestet. Ich stelle mir das immer so vor: als hätte man Krebs, an dem man stirbt, lehnt aber eine Chemo ...

Am Ende ist jeder für sich selber verantwortlich. Auch in der Frage ob und welche Medikamente er/sie nimmt.

19.04.2022 17:51 • #12


Womo

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@Kate Ich habs schon einmal probiert und wegen der Nebenwirkungen wieder aufgehört. Vielleicht war es zu voreilig, weil die Medikamente nach den paar Wochen nicht richtig wirken konnten. In den Packungsbeiliagen der SSRI muss neuerdings drinstehen, dass die S. Funktionsstörungen bei manchen Menschen auch nach Absetzen der Medikamente lebenslang bestehen bleiben. Und da habe ich Angst vor, sodass ich es erst nochmal mit Klinik+Sport probieren wollte. Aber wenn es mit dem Sport tatsächlich so wenig bringt, werde ich es wohl bald doch nochmal mit den Tabletten probieren.

19.04.2022 17:52 • x 1 #13


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Kate

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Zitat von Mit180gen0:
Am Ende ist jeder für sich selber verantwortlich. Auch in der Frage ob und welche Medikamente er/sie nimmt.

Dies ist ein Forum. Hier bekommt man Tipps, Erfahrungen etc.
Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich, aber dann braucht man auch kein Forum.

Oder für was soll das Deiner Meinung nach dann noch gut sein?

19.04.2022 17:54 • x 1 #14


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Mit180gen0

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@Kate Du könntest damit aufhören mich zu kritisieren. Ich mache das mit dir auch nicht.

Wenn mir Fragen nicht gefallen, antworte ich einfach nicht.

19.04.2022 17:56 • x 1 #15


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Kate

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Zitat von Womo:
@Kate Ich habs schon einmal probiert und wegen der Nebenwirkungen wieder aufgehört. Vielleicht war es zu voreilig, weil die Medikamente nach den ...

Du könntest Deine Sorge vielleicht explizit mit dem Arzt/Psychiater besprechen? Es gibt bestimmt auch dafür eine Lösung.

Ich wog immer recht wenig, meinem Arzt war es demnach "egal" ob ich von dem Medikament zunehme. Nach 15 Kilo mehr hatte ich auch gesagt, dass geht so nicht. Danach bekam ich eins ohne dieser Nebenwirkung und das klappte und hilft.

Irgendwas ist meistens dabei was hilft, oder eine Kombi. Das erfordert aber oftmals immense Geduld und Vertrauen in den Arzt.

19.04.2022 17:59 • #16


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Jedi

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Zitat von Kate:
Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich

Das ist ganz sicher so, doch hilft es sich auszutauschen u. verschieden Erfahrungsberichte hier zu lesen.
Denn, so finde ich, kann man für sich zu einer stimmigen Entscheidung kommen.
Oft vermittelt dr Austausch auch Mut u. Zuversicht zuzulassen, wenn man vor einer schwierigen Entscheidung steht u.
es einem schwer fällt, nun die richtige Entscheidung für sich zu treffen.

19.04.2022 18:00 • x 2 #17


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Kate

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Zitat von Mit180gen0:
@Kate Du könntest damit aufhören mich zu kritisieren. Ich mache das mit dir auch nicht. Wenn mir Fragen nicht gefallen, antworte ich einfach nicht. ...

Joar, kann man machen.
Mir scheint allerdings Du kannst oder magst meine Frage nicht beantworten.
Dies hier ist schlicht ein sachlicher Meinungsaustausch. Wo habe ich Dich gleich nochmal kritisiert?

19.04.2022 18:02 • #18


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Mit180gen0

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Zitat von Kate:
Joar, kann man machen. Mir scheint allerdings Du kannst oder magst meine Frage nicht beantworten. Dies hier ist schlicht ein sachlicher Meinungsaustausch. Wo habe ich Dich gleich nochmal kritisiert?

Nicht ICH frage hier nach Sport, warum zitierst du mich und übst Kritik an einem Tipp zum Sport, nach dem explizit gefragt wurde?

19.04.2022 19:35 • x 2 #19



Hallo Topo,

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Mit180gen0

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Zitat von Kate:
Manchmal frage ich mich, ob manchen überhaupt bewusst ist, was eine Depression bedeutet. Das ist eine tödliche Krankheit. Da denkt man nicht an Sport oder S.. Da versucht man nur noch am Leben zu bleiben. Da schafft man es weder zum Sport noch ist man happy. Aufgrund solcher Aussagen kann ich manchmal gar nicht ...

Das habe ich nie niemals behauptet! Du stellst es aber so dar!

19.04.2022 19:35 • x 1 #20

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