Selbstschädigendes Verhalten aufgeben / loswerden

MaybeNow

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Ihr kennt das wahrscheinlich alle irgendwie... Ihr erzählt jemandem von eurer Krankheit oder von bestimmten Verhaltensweisen, und euer Gegenüber sagt "Ja, das kenne ich." Oder "Ja, das habe ich auch schon mal gemacht". Manchmal sogar "Das macht doch jeder mal..." Mich bringen solche Kommentare sehr zum Nachdenken und dann frage ich mich, wo genau fängt selbstschädigendes Verhalten an, wann ist es zur Borderline-Persönlichkeitsstörung einzuordnen und wann ist es vielleicht einfach nur eine Art, sich etwas Gutes zu tun?

Die letzte Frage mag komisch klingen... Ich meine damit, dass es manchen Menschen vielleicht gut tut, einen Tag lang nur im Bett zu bleiben, mal mit einer fremden Person zu schlafen, schnell Auto zu fahren weil man bei dem Geschwindigkeitsrausch Stress abbauen kann... Oder was auch immer, da gibt es ja unzählige Beispiele...

Betreibt beispielsweise ein Alk. SVV wenn er sich betrinkt? Ist es SVV, wenn man sich einsam fühlt und Bestätigung bei einem anderen Menschen sucht? Wo lässt sich da eine Grenze ziehen?

Ich finde ja, dass mittlerweile sehr sehr viele Menschen hier in Deutschland Borderline-Kandidaten sind. Und ich muss ehrlich sagen, ich finde das unglaublich nervig. Auch, dass man gleich jemandem eine Persönlichkeitsstörung unterstellt, wenn er sich mal den Namen eines Schwarms auf seinem Arm verewigt hat... Meine Meinung dazu ist ziemlich zwiegespalten. Ich selbst habe mit 16 die Diagnose bekommen, mit 22 dann plötzlich nicht mehr, obwohl erst da heftigere Verhaltensweisen auftauchten wie übermäßiger Alk., SVV und wechselnde Partner. Komisch...

Mich würde einfach interessieren, wie ihr darüber denkt. Genau die gleiche Frage stelle ich mir oft zum Thema Depressionen, daber das gehört nicht hier rein...

Bis Bald,
Maybe

01.03.2014 16:00 • #1


fluuu

Hallo,
die Frage ist interessant und immer aktuell, man könnte vereinfacht auch fragen wie weit ist es noch gesundes Verhalten und wann fängt das Krankhafte an.
Es kommt häufig auf den Verlauf der Situation an nach meiner Ansicht und auf die schmerzhaften Symptome die dabei entstehen können.
Schon eine Depression ist ein inneres SVV und niemand der in dieser Lage ist wirt bestreiten, dass es sich um etwas krankhaftes handelt,
man kann jede Depression mit Geduld und angemessenem Verhalten behandeln bis zur völligen Gesundheit im besten Fall.
Natürlich ist Alk. und Nikotin-Genuss ein SVV aber legal und gesellschaftlich geduldet, auch mit dem Auto rasen ist ein SVV wenn es gegen den Baum geht usw.
Es gibt keine definierte Grenze wenn man ehrlich ist, sie muss in jeder Situation und für jede Persönlichkeit separat gefunden werden.
Es ist richtig, dass in unserer materiell und informativ überfrachteten Gesellschaft die Borderline Persönlichkeitsstörung stark begünstigt wird
aber das ändert bei der einzeln betroffenen (meist) Frau nichts daran, dass sie sich um ihre ganz persönliche Seele kümmern muss, denn der Allgemeinheit
ist es letztlich relativ egal ob jemand krank ist oder nicht.
Somit ist wichtig was für Dich SVV ist, wie Du damit umgehst, welche negativen Auswirkungen es auf die Lebensqualität hat und welche Methoden sich
finden lassen um das SVV möglichst vermeiden zu können, denn es führt immer zu negativen Gefühlen und schlechtem Gewissen.
SVV ist destruktiv, zieht runter, macht negative Gefühle und verhindert somit ein eigenverantwortliches und freudiges Leben, deshalb sind für den Druck
der im Alltag entstehen kann andere Wege und Möglichkeiten zu finden als SVV. Wenn Du schon so lange die Diagnose BPS hast bist Du sicherlich
bestens über die theoretischen Hintergründe Informiert denn sie würden hier im Diskussionsforum über Depression den Rahmen sprengen.

03.03.2014 18:54 • #2