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Schattentanz sagt Moin

S

Schattentanz
Mitglied

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Moin -
herzlichen Dank für die Aufnahme in Forum. Ich steige noch nicht so ganz durch. Eine Vorstellungsrubrik habe ich nicht gefunden, aber vermutlich ist es angebracht, sich kurz vorzustellen.

Ich bin weiblich, Ende 40 und habe seit Jahrzehnten Depressionen. Seit ca anderthalb Jahren bin ich endlich in Therapie. Aktuell hart. Aber erforderlich.

Eigentlich bin ich eher pragmatisch, hadere dementsprechend gerade mit "Logik kann Gefühle nicht besiegen".

Naja, ich freue mich, dieses Forum gefunden zu haben - vermutlich kann ich viel lernen und hoffentlich irgendwann auch helfen.

LG
Schattentanz

• x 2 #1


9 Antworten ↓

Dys
Hallo Schattentanz,

Logik muss Gefühle auch nicht besiegen können. Logik kann aber helfen Gefühle zu verstehen. Fühlen und logisches Denken und Handeln schließen sich daher nicht aus, wenn man beides kann.

Also, willkommen im Forum.

• x 1 #2


A


Hallo Schattentanz,

Schattentanz sagt Moin

x 3#3


Marylu
Liebe Schattentanz,
herzlich Willkommen in unserem Forum, hier gibt es verschiedene Spiele und Tagebücher und du kannst dich mit anderen Betroffenen über interessante Themen austauschen
Viel Freude beim Ankommen wünscht dir Marylu

• x 1 #3


S
@Dys - Du hast Recht. Das weiß ich. Aber da ich kaum Zugang zu meinen Gefühlen habe (das ist gerade der harte Teil des Lernens in der Therapie), kommt vieles, was ich rational tatsächlich weiß, noch nicht wirklich an... Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll.

Ich weiß zB rational auch, dass eine Depression eine echte, schwere Krankheit ist und würde das für jeden Erkrankten so annehmen und Verständnis haben.
Aber das ich diese Krankheit habe und nicht nur... nachlässig, bequem, faul bin - hm. Ich weiß das. Irgendwie aber irgendwie auch nicht.

Naja - es wird schon werden.

Danke an Dich und @Marylu für die Begrüßung. 💐

• #4


Grenzgaenger
Hallo Schattentanz,

erest einmal Herzlich Gruppenumarmung unter guten Gruppe .....
Zitat von Dys:
Irgendwie aber irgendwie auch nicht.

Als mehr Rationaler Logiker kann ich diese Überlegung aber auch die Empfindungen dazu nur all zu gut nach vollziehen.... seufzen / traurig

Was mir später dann geholfen hat, war die "Logik" es nicht mehr mit dem Verstand zu begreifen (Frei nach dem Motto: Es ist wie es ist) sondern mich irgendwann meinen Dämonen mit Emotionen zu stellen, um dadurch die "Bedrohung dieser Monster" endlich in den Griff zu bekommen.... Herzfahne

Doch das war halt mein Weg - denn eine Patent Lösung gibt es leider nicht... traurig

• x 2 #5


Dys
Zitat von Schattentanz:
Ich weiß zB rational auch, dass eine Depression eine echte, schwere Krankheit ist und würde das für jeden Erkrankten so annehmen und Verständnis haben.
Aber das ich diese Krankheit habe und nicht nur... nachlässig, bequem, faul bin - hm. Ich weiß das. Irgendwie aber irgendwie auch nicht.

Logisches Denken lässt auch ein sowohl als auch zu. Es wäre demnach möglich, nicht wegen einer depressiven Episode in einem zugegebenermaßen nicht erwünschten Handlungsspektrum zu agieren, sondern trotz diesem. Nachlässig, bequem und faul sein ist tatsächlich erlaubt und kommt dementsprechend auch vor. Mit und ohne Depression. Umgekehrt kann es auch passieren, in einer Depression handlungsfähig zu sein, weil das eben kein binäres System ist, wo es nur 0 und 1 gibt.

Letztlich kommt es nur darauf an, ob und wie man gegebenenfalls die eigene Handlungsweise gegenüber sich selbst und / oder Anderen rechtfertigen will, wenn es darum gehen würde, eine Bewertung vorzunehmen. Da wäre die Frage, muss dass sein?
Wenn jemand in der Hängematte liegt und die Beine baumeln lässt und sonst nichts macht, wäre ja wohl nicht die erste Frage, die man demjenigen stellen würde, hast Du eine Depression? Oder?

Beim Zugang und vor allem beim Umgang mit den eigenen Gefühlen hilft Logik unter Umständen dabei, wenn es darum gehen würde, eine Handlung daraus zu generieren. Aber zwingend notwendig wäre eine Handlung auch nur, wenn man unbedingt handeln will. Das Gefühlte anzunehmen, ist ja was ganz anderes und ob man dass wie auch immer bewerten will, liegt ohnehin an einem selbst, ändert aber nicht das Gefühl als solches.

Gefühle richten sich ja auch nicht nach einer Logik, die es zugrunde zu legen gelten sollte.
Das subjektive Empfinden folgt nicht einer Logik und auch die Wahrnehmung muss das nicht zwangsläufig. Wird man beschenkt und freut sich nicht darüber, dann ist das eben so. Ist man angesäuert, weil jemand etwas zu einem sagt, dass in keinster Weise kritisch oder böse gemeint ist, dann ist das so. Welche Reaktion es bei einem selbst hervorbringt, lässt sich aber unter Umständen mit Logik betrachten, wobei es trotzdem möglich ist, sowohl logisch als auch unlogisch zu handeln.

Hinzu kommt noch, dass die eigene Logik ja kein allgemein gültiger Standard ist. Schaue ich in die Welt, sehe ich vieles, das mir jeglicher Logik entbehrt, dass Menschen aber tun. Und da schließe ich mich ja nichtmal aus, weil ein „mir ist gerade danach“ nicht zwangsläufig erfordert, ob das jetzt eine logikbasierte oder absolut rationale Handlung wäre.

Falls Du deine Gefühle verstehen willst, helfen eigene Erfahrungen, Prägungen, der eigene Charakter und die eigene Biografie vielleicht besser, als die Frage, wo darin eine Logik zu sehen ist. Und erst wenn einigermaßen feststeht, wo man sich wie ändern will, ließe sich mit rationalem und logischen Denken vielleicht auch etwas ändern. Vorausgesetzt die Hirnchemie oder irgendetwas organisches oder genetisches hemmen das eigene rationale Denken nicht.

Auch in einer Therapie hilft Logik manchmal nicht weiter, wenn einem Etwas zu unkonventionell erscheint, weil man ja in der eigenen Logik verharren könnte. Da braucht es halt den Willen, es auszuprobieren und zu sehen, was es mit einem macht. Hilft es, ist es gut. Hilft es nicht sofort, könnte man es trotzdem noch eine Weile probieren. Hilft es nicht, dann hilft vielleicht was anderes.

Käme man zu der womöglich unlogischen Erkenntnis, mir hilft eh nichts, wäre zumindest eine logische Konsequenz, es dann auch nicht weiter zu versuchen. Ob das dann zu beklagen wäre, würde einem vielleicht die eigene Logik erklären können, wenn etwas damit erreicht werden soll.

Ich denke, Du bist auf einem guten Weg, weil Du Dich auf eine Therapie einlassen konntest. Ohne Pragmatismus würde man sowas vielleicht gar nicht in Betracht ziehen können. Denn wer nicht erkennen kann, dass Unterstützung eine Hilfe bieten kann, würde keine in Anspruch nehmen wollen. Gefühle zu offenbaren war auch mein größtes Problem in der Therapie, solange ich dachte, ich müsste sie rational begründen. Darüber bin ich zum Glück hinaus. Jetzt geht’s bei mir um die „Feinheiten“ im Umgang mit meinen Gefühlen, wobei mir bewusst ist, dass dieser Prozess mein Leben lang andauern und über die Therapie hinaus gehen wird.

• x 1 #6


S
@Dys: vielen Dank! Du sprichst da einiges an über das ich auch nachdenke.
Es hilft mir sehr, dass ich mit meinem Gedanken/Überlegungen offenbar nicht allein bin.

Der Hängemattenabsatz ist besonders schön... Da kann ich was draus mitnehmen.

• #7


Dys
@Schattentanz
Der Hängematten Satz bezieht sich tatsächlich auf meine eigene Erfahrung bezüglich dessen was der Depression geschuldet ist und was meinen ja trotzdem vorhandenen freien Willen betrifft. Denn in einer Episode fehlte oft die Fähigkeit etwas zu tun, was in der Handlung gerne fehlender Lust zugeschrieben werden könnte. Befreiend empfand ich es jedoch dann, wenn ich fehlende Lust auch konkret geäußert habe. Die „Logik“ Anderer, wie man zu etwas lediglich keine Lust haben kann, obwohl man dazu doch Lust haben müsste, interessiert mich heute nicht mehr. Viel wichtiger ist mir, Etwas zu tun, wozu ich Lust habe und das ich dann trotz eventueller Bedenken oder eventuell unangenehmer Umstände auch tatsächlich tue.

Denn nur das beweist mir Selbstwirksamkeit. Und wenn es mich anfängliche Zweifel im Nachhinein als unbegründet empfinden lässt, dann hab ich doch richtig gehandelt. Sogar wenn es sich als „Fehler“ herausstellt, bringt es ja einen Erkenntnisgewinn.

In meinem Umfeld wissen diejenigen die es wissen müssen von meiner Erkrankung, aber sie Behandeln mich nicht und das erwarte ich auch nicht. Das sie mich nicht auf die Erkrankung reduzieren, ist der Tatsache geschuldet, dass ich entsprechend mit Ihnen kommuniziere. Trotzdem kann ich nicht deren Gedanken lesen. Das ist aber auch nicht nötig, wenn eine Akzeptanz erkennbar ist, mit der Alle leben können. Das meiste im Leben ergibt sich Situationsbedingt und fordert dann eine der Situation angemessene Handlung, die sogar darin liegen kann, nicht konkret zu handeln, obwohl vielleicht ein Impuls vorhanden ist, handeln zu müssen. Das dabei auch Gefühle vorhanden sind, liegt in der Natur der Sache und dass diese auch mal unangenehm sein können.

Der Trend etwas unangenehmes nicht aushalten zu können liegt meiner Meinung nach daran, dem Irrglauben zu unterliegen, es gäbe ein wie auch immer verbrieftes Recht darauf, etwas unangenehmes nicht aushalten zu müssen, nur weil man es nicht will. Wobei das eben im Leben sehr selten vorkommt, weil man halt keinen uneingeschränkten Einfluss darauf hat, was es mal auszuhalten gäbe. Wenn man eine Zahnbehandlung möglichst schmerzfrei über sich ergehen lassen will, wird es trotzdem nötig sein, den ersten Pieks der Betäubungsspritze auszuhalten. Und wählt man eine Vollnarkose, besteht vielleicht die Möglichkeit, nicht mehr zu erwachen, oder das Erwachen gestaltet sich unangenehm. Ob es hilfreich sein kann, sich dem vermeintlich Unangenehmen zu entziehen, liegt auch daran, welche Konsequenzen das mit sich bringen könnte. Denn natürlich muss man dann aktuell nichts aushalten, wenn man sich Diesem entziehen kann. Und es bleibt auch immer die Frage, wenn ich Etwas tatsächlich aushalten kann, will ich das jetzt, oder für eine offensichtlich begrenzte Zeit, mit der Zuversicht oder sogar dem Wissen, dass es ja nicht ewig so sein wird?

In meinen Therapien habe ich mir erarbeitet, mit meinen unangenehmen Gefühlen umzugehen und als Nebeneffekt ist es mir tatsächlich gelungen, gute Gefühle auch wieder als solche wahrzunehmen zu können. Beide sind deswegen trotzdem nicht von Dauer und wechseln immer wieder.

Gedanken kann ich nicht ungedacht machen und Gefühle nicht nicht fühlen. Meine Logik sagt mir, dass wird so bleiben, so lange ich denken und fühlen kann. Für mich wäre es unlogisch, gegen diesen Umstand vorgehen zu wollen.

• x 1 #8


Lost111
Hallo @Schattentanz ,

sei herzlich willkommen hier!
Komm erstmal an und schau dich um.

LG Lost111

• x 3 #9


A


Hallo Schattentanz,

x 4#10


S
@Lost111 : auch Dir ein herzliches Dankeschön für das Willkommen.

@Dys: wow - aus Deinen Texten kann ich wirklich viel mitnehmen. Vielen vielen Dank.

• #10

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