Reduzierung der Arbeitszeit wegen Depressionen sinnvoll?

Nani

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Hallo ihr Lieben,

ich war nun eine ganze Weile nicht mehr hier weil es mir eigendlich viel viel besser ging.
Nur leider habe ich dabei völlig die Gefahr des Rückfalles vergessen. Nun habe ich das Bedürfnis mich mit euch auszutauschen.......

Ich leide ungefähr seit 10Jahren unter Depressionen, die mal schwächer und dann wieder stärker ausgeprägt sind. Ich war bereits in einer Klinik und lange in psychotherapeutischer Behandlung. Ich nehme noch immer Antidepressiva.

Aus meinem letzten Tief habe ich mich gut berappelt.Ich bin umgezogen, habe einen neuen Job angetreten und einen neuen Freundeskreis aufgebaut, in dem keiner von meiner Erkrankung weiß.Doch anstatt es langsam anzugehen habe ich Vollgas gegeben, bin von meiner halben Arbeitsstelle auf Vollzeit gegangen und habe jedes Wochenende bis in die Puppen mit Feiern und viel Alk. verbracht. Also von dem einen extremen - gar nix zu tun - in das andere extreme! Das habe ich nun knapp 6Monate durchgehalten und nun kam der Zusammenbruch. Nun bin ich wieder in meinem Tief, ständig krank........nicht nur seelisch sondern auch körperlich........Ich fehle nun schon einen Monat auf der Arbeit.

Ich wollte es einfach nicht wahr haben.......ich dachte jetzt gehts mir gut, das muss ich ausnutzen........klar - der Zusammenbruch war absehbar, das weiss ich heute auch.

Kennt ihr diesen Zustand vielleicht?

Ich überlege nun wie es weiter gehen soll, am liebsten würd ich wieder weglaufen, wieder in eine andere Stadt wo mich keiner kennt. Mir sind die Depressionen peinlich, in meinem neuen Freundeskreis kennt man mich nur als gut gelaunte Partyqueen.

Aber das würde sich wohl ständig wiederholen, also muss ich hier und jetzt etwas ändern.

Ich habe überlegt von meiner Vollzeitstelle wieder runterzugehen, damit ich auch wieder mehr Zeit für mich habe für z.Bsp. Sport. Ich weiss, dass ich einfach nicht so belastbar bin wie andere.
Natürlich will ich auch den Party - und Alk. einschränken, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Meine Eltern sind total dagegen. Sie meinen das wäre sehr schlecht, ich müsste auch an die spätere Rente denken.

Aber wie soll es sonst weiter gehn?

Ich will versuchen mit dieser Krankheit zu leben und nicht dagegen zu arbeiten, darum muss ich mich aber auch schützen und schonen.
Es war schon immer so, dass ich bei Belastungen wie Umzüge, langes Arbeiten, Stress, Streit...... zusammen gebrochen bin. Schon damals in der Ausbildung musste ich mich nach der Schule erst einmal hinlegen.

Wie ergeht es euch? Wie macht ihr das mit der Arbeit? Wie kommt ihr finanziell zurecht?

13.02.2012 21:58 • #1


mag

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Hallo Nani,
Zitat:
Ich überlege nun wie es weiter gehen soll, am liebsten würd ich wieder weglaufen, wieder in eine andere Stadt wo mich keiner kennt.
du weißt selbst, dass dies kein guter Weg ist, man kann nicht immer weglaufen. Der Grund deines Zusammenbruch ist dir selbst bewußt und von daher solltest du vielleicht dein Privatleben in erster Zeit kürzer antreten und du wirst sehen, wenn du beruflich gefestigter bist, sind auch private Ausschweifungen vertretbar.

Jedem ist bei einem Neustart im Beruf klar, dass es am Anfang eine sehr schwierig Zeit ist, denn mal will alles zeigen, was man kann und du wirst sehen, nach einer gewissen Zeit tritt Routine ein und dann läßt auch die Belastungsstreß nach.

Zitat:
Meine Eltern sind total dagegen. Sie meinen das wäre sehr schlecht, ich müsste auch an die spätere Rente denken.

Hier kann ich die Bedenken deiner Eltern voll und ganz verstehen.

Was nützt es dir, deine Vollzeitstelle zu kürzen und dann treten die finanziellen Probleme auf. Das kann es dann auch nicht sein.

Du weißt selbst, wo du kürzer treten mußt, versuch es einfach mal !!!!

13.02.2012 22:42 • #2



Hallo Nani,

Reduzierung der Arbeitszeit wegen Depressionen sinnvoll?

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Sarah

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Hallo Nani,

ich kann mich mag nur anschließen. Du hast selber erkannt, dass du es übertrieben hast bzw. das deine Kraft nicht für alles ausreicht.

Mir geht es da sehr ähnlich. Ich würde manchmal gerne mehr machen. Aber ich muss akzeptieren, dass meine Kräfte begrenzt sind - und meist klappt das auch. Aber meinen Job runter zu setzen käme für mich nicht in Frage. Das hat zum einen finanzielle Gründe, zum anderen hat es auch damit zu tun, dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten ein "normales" Leben führen will. Also muss ich mir immer wieder klar machen, dass ich nicht alles kann was ich will. Also muss ich bei meinen Hobbies haushalten. Ich tanze zum Beispiel sehr gerne und auch viel. Aber ich muss akzeptieren, dass ich phasenweise nicht jede Party am Wochenende mitnehmen kann. Manchmal fahre ich auch mein Engagement hier im Forum zurück. Oder meine Aktivitäten in einem anderen Verein.

Auch mit einem Vollzeit-Job kann man sich seine entsprechenden Ruhepausen schaffen.

13.02.2012 23:39 • #3


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Pyxidis

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Hallo Nani,

Zitat:
Ich habe überlegt von meiner Vollzeitstelle wieder runterzugehen, damit ich auch wieder mehr Zeit für mich habe


ich finde die Idee gut, die Vollzeitstelle zu reduzieren. Wichtig ist doch zunächst einmal Deinen völligen Zusammenbruch mit einem weiteren Klinikaufenthalt zu verhinden. Daß Du in der Freizeit beim Feiern auch kürzer treten mußt, hast Du ja schon begriffen. Aber auch die reduzierte Arbeitszeit gibt Dir Möglichkeiten wieder mehr für Dich zu tun.

Du mußt es Dir natürlich ganz genau durchrechnen, ob Dir das Geld dann noch zum Leben reicht. Und meistens ist es so, Wolfgang bitte berichtige mich, daß man das Recht hat von einer Vollzeitstelle mir reduzierter Stundenzahl wieder auf eine Vollzeitstelle aufzustocken.

Also alles was hilft einen kompletten Zusammenbruch zu verhinden, ist gut im Moment. Denn wenn Du gar nicht mehr arbeiten gehen kannst aus gesundheitlichen Gründen wie ja jetzt seit 4 Wochen, ist das auch nicht gut für Deine Rente.

Alles Gute für Dich,
Scorpio

14.02.2012 14:20 • #4

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