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Probleme mit dem Rausgehen

ChrischiB

ChrischiB

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Hallo, kurz zu mir

Ich leide seitdem ich denken kann an Depressionen und nicht vorhandenem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.
Ich bin bereits auf einer Warteliste für eine Psychotherapie aber ich muss eben noch warten bis ein Platz frei ist und ich endlich beginnen kann.
Ich war mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich mit meinem Anliegen im richtigen Forum bin.

Das Hauptproblem ist, dass meine größte tägliche Schwierigkeit das fertig machen zum rausgehen ist (Arzt/Arbeit/Therapie usw.)
Ich brauche Ewigkeiten und die schlechten Gefühle dabei sind so arg, dass ich extrem viel während dessen rauche, um das Gefühl zu haben mich zu schädigen und das die Depressionen in dieser Situation umlenkt werden bzw. es mir sogar das Gefühl gibt dass es mir gut tut, mich zu schädigen!

Ursache ist dass ich mich hässlich fühle, mich beobachtet fühle und abgelehnt und draußen teilweise nicht weiß wo ich hinschauen - , oder wie ich stehen soll.
Habt ihr Tipps was ich an Stelle des Selbstschädigendem Rauchens machen kann, um diese Angst vorm Rausgehen zu mildern? Hat jemand vielleicht das selbe Problem mit dem Rausgehen?

Lieben Dank für jeden Tipp, Gruß Chrischi

17.06.2020 19:27 • x 2 #1


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Luna1985

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Hallo Chrischi,

Willkommen im Forum!

Kenne die Angst rauszugehen auch, nur nicht so ausgeprägt wie bei dir. Werde aber auch medikamentös wegen der Depression behandelt und hab zur Bedarfsmedikation Tavor. Wenn die Ängste zu stark werden.

Vielleicht wäre eine medikamentöse Behandlung ja hilfreich bei dir. Ein Psychiater kann dich dahingehend beraten. Die seelischen Ursachen gehst du ja dann während der Therapie an.

Ansonsten hilft mir auch, wenn ich eine Sonnenbrille trage, die ich sowieso bei fast jedem Wetter brauche. Dann sieht auch niemand wohin ich schaue. Wenn du gern Musik hörst, kannst du dich so zusätzlich ablenken und abschotten.

LG Luna

17.06.2020 19:37 • x 1 #2


ChrischiB

ChrischiB

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Danke dir schon mal. Ich gehe nur mit kleinen Kopfhörern los, weil das in der tat ablenkt, aber erst wenn ich draußen bin, vielleicht muss ich das mal während des Ausgehfertigmachens probieren , dass ich schon da abgelenkt bin, dass ist vielleicht eine Idee.
Medis bekomm ich schon bei mir ist es Risperidon minimal dosiert und Bupropion. Ehem. hatte ich anstelle des Risperidon Mirtazapin bekommen was kaum gewirkt - und als Nebenwirkung bei mir das Restless-Legs-Syndrom ausgelöst hat.

17.06.2020 19:48 • #3


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Kate

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Hallo Chrischi,
vielleicht kannst Du eine Routine entwickeln, welche Du zu Beginn natürlich erstmal noch aufschreibst, wie Du genau beim Rausgehen vorgehst.
Zum Beispiel:
Sachen rauslegen, anziehen ... 1. Zig.
Bad etc. ... 2. Zig.
Sachen packen etc. ... 3. Zig.
Schuhe an, Kopfhörer rein, Sonnenbrille auf und vor die Tür ... 4. Zig.

Das kannst Du dann natürlich minimieren und anpassen, nur so als Plan, weißt Du wie ich meine?

LG Kate

17.06.2020 20:15 • #4


ChrischiB

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Ich denke du meinst damit ein festes Ritual das ich Punkt für Punkt abarbeite. Das Problem dabei ist, dass ich vor kurzem aufgehört habe zu rauchen und sich dass als einziges Hindernis herausgestellt hat, also das fertig machen zum rausgehen. Das ich sobald ich damit anfange und mich im Prinzip mit mir selbst beschäftigen muss, ein ganz schlechtes Gefühl (ich denke Angst) aufkommt und ich mir was schlechtes tun muss, um mich davon abzulenken. Nun hab ich diesen Mechanismus nicht mehr und ich suche nach Ideen wie ich dieses schlechte Gefühl, ohne mir schaden zu wollen kompensieren kann.

17.06.2020 20:31 • #5


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Kate

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Ach so. Hm. Probier vielleicht Dich fürs rausgehen fertig zu machen und geh dann gar nicht raus. So könnte sich vielleicht auch eine Routine entwickeln.

17.06.2020 21:01 • #6


ChrischiB

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Gar keine schlechte Idee, wenn ich mich fertig mache und gar nicht raus muss kann ich ungezwungen üben und mich bewusst mit mir auseinandersetzen, ohne den Druck zu haben heraus zu müssen. Kann ich mal versuchen, lieben Dank .
Es geht dabei zwar nicht um die Routine, die habe ich, sondern vielleicht darum Strategien für mich selbst zu entwickeln, das dabei nicht diese Angst und die Aggression gegen mich aufkommt, die es mir letztendlich so schwer macht.

17.06.2020 21:12 • #7


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Kate

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Für mich ist das gerade auch schwer nachvollziehbar, wenn man solche Probleme nicht kennt. Die Ursache sind doch im Grunde die Menschen oder Situationen VOR der Tür. Vielleicht solltest Du auch dort ansetzen.

17.06.2020 21:20 • #8


ChrischiB

ChrischiB

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Klar, wie gesagt, das hat Ursachen und ich bin bereits auf einer Warteliste also ich will mich dem Problem professionell stellen. Es geht auch nicht so sehr darum das Problem zu beheben, dass ist hier gar nicht möglich, darüber bin ich mir vollkommen im klaren. Ich halte nur die Ohren offen, ob jemand das schlechte Gefühl des Selbsthasses kennt und den Zwang sich zu schaden, anstatt eine Strategie zu haben diesem Gefühl anders zu begegnen.

17.06.2020 21:28 • #9


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Kate

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Zitat von ChrischiB:
Ich halte nur die Ohren offen, ob jemand das schlechte Gefühl des Selbsthasses kennt und den Zwang sich zu schaden, anstatt eine Strategie zu haben diesem Gefühl anders zu begegnen.


Na das wiederum kenne ich leider zu gut. Ich könnte mich regelmäßig selbst auf links ziehen und zermetzeln. Ich mache in solchen Momenten auch alles was mir schadet. Mein Problem ist dann noch, dass ich das auch so will. Ich finde das vollkommen in Ordnung und habs nicht besser verdient. Da ist es schwierig eine andere Strategie zu entwickeln, wenn man eine plausible Rechtfertigung für selbstschädigendes und verletzendes Verhalten hat. Ich bin schlecht und das muss so. Klingt verrückt, aber für mich ganz selbstverständlich.

17.06.2020 21:35 • #10


ChrischiB

ChrischiB

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Ja leider nicht verrückt. Eigentlich ist es ganz schlimm, wenn man sich selbst so behandelt, wie man niemand anderen behandeln würde. Ich bin auf jeden Fall auf die Therapie gespannt, wenn sie beginnt und was das für Ursachen hat. Ich ahne es zwar schon, aber wer weiß, was alles im unterbewussten verborgen ist.

Das schlimme an der Sicht von sich selbst ist, so geht es mir jedenfalls, dass man von anderen erwartet, dass sie einen genauso sehen und das macht Angst. Warum macht es mir dann aber keine Angst mich selbst so zu sehen? Im Prinzip müsste ich die meiste Angst vor mir selbst haben und wie ich mit mir umgehe.

17.06.2020 22:51 • x 1 #11


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Dani82a

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Die Ängste, die du genannt hast, kenne ich gut. Bei mir hängt die Intensität von meinem Stresspegel ab, bzw ob ich gerade in einer mittelschweren oder schweren Depression stecke.

Vor meinem letzten Zusammenbruch auf Arbeit habe ich bereits Wochen vorher wieder viel zu viel Zeit morgens gebraucht (2 Std bis ich mich vor die Tür begeben konnte, auch weil die Kraft abnahm).

Mein immense Misstrauen in die Menschen bewirkt gleichzeitig diese Ängste /Panik, dass sie mich beobachten, über mich reden etc. Kurzum: ich befinde mich immer auf Obacht.

Das alles kenne ich seit meiner Kindergartenzeit. Da war die losgelöste Kindheit nämlich vorbei. Mobbing bis Ende Realschule...
Hinzu kam ein großer Konflikt innerhalb meiner Familie, der bis Heute unterschwellig schwelgt. Manipulation und Lügen waren oft der Fall.

Was ich damit sagen möchte : Viele Ursachen liegen in der Kindheit begraben.
Diese Ursachen in einer Therapie aufdecken und bearbeiten zu können, kann helfen.

18.06.2020 12:07 • x 1 #12

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