Private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht

Mitchi

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Hallo!
Wollt nur mal meinen Unmut loswerden und vielleicht auch mal nen Schulterklopfer einheimsen :-)
Ich habe eine Direktversicherung, in der eine Zusatzversicherung eingeschlossen ist, die Berufsunfähigkeitversicherung. Nun steht in den Bedingungen drin, dass eine Berufsunfähigkeit dann schon besteht, wenn ich über ein halbes Jahr krank geschrieben bin. Ich bin jetzt schon 1 Jahr und 3 Monate krank geschrieben.Habe also nen Antrag gestellt und auch meine Dame von der Geschäftsstelle machte mir Mut. Habe alle möglichen Belege beigefügt, auf denen meine Arbeitsunfähigkeit bestätigt wird. Sogar ein Gutachten vom MDK (!) und natürlich einen Bericht von meiner Psychologin und meines Therapeuten. Jetzt wollen die auch noch den kompletten Entlassungsbericht einer Klinik haben (schon ein Jahr alt), wo mein gesamtes Leben offenbart wird. Mein gesamtes Erleben, meine Gefühle zu einigen schwierigen Lebensphasen, Infos zu meinen Beziehungen, meiner schwierigen Kindheit und so weiter. Dazu war ich nicht bereit, denn wozu gibt es sonst das Recht auf Schweigepflicht!Ich will einfach nicht, das dieses alles auf ewig bei einer Versicherung gespeichert wird! Jetzt stellen die sich krumm. Und ich bin am Ende, weil ich mich gar nicht im Stande dazu fühle, mich darum zu kümmern, mich zu wehren. Ich halte auch diesen Druck sehr sehr schwer stand. Das zieht mich um so mehr runter und mir geht es auch dadurch wieder sehr schlecht. Ich werde behandelt, als wenn ich etwas ergaunern wollte. Klar müssen die einige Dinge überprüfen, keine Frage. Aber reicht denn nicht ein MDK Gutachten, welches erst ein Monat alt ist und die anderen Berichte? Ich kann das gar nicht verstehen und die wissen wahrscheinlich genau, das ich nicht die Kraft habe, mich zu wehren. Ich bin zu tiefst enttäuscht. Das wollte ich mir nur mal von der Seele schreiben.
Liebe Grüße

13.12.2007 00:10 • #1


peanuts

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Hallo Mitchi,

ja das kann ich verstehen. Ich habe auch einiges in dieser Richtung erlebt u. einige Threads weiter unten dazu geschrieben !

Ich habe auch in den BU-Bedingungen (BBV Bay.Beamten-Vers. ) drin stehen, daß man nach 6 Mon. bereits Geld bekommt (bekommen sollte). Aber in Wirklichkeit ist das NICHT so. !

Auch ich habe alle Gutachten, welche je über mich erstellt wurden , eingereicht. Aber die wollten immer mehr ! Die wollten, daß meine Ärzte ganz bestimmte - von der Vers. formulierte - Fragen vollständig mit ja beantworten. Meine Ärzte stehen zwar alle voll hinter mir, aber derartigen Fragen konnten die Ärzte einfach nicht beantworten. Ich meine, die haben bewußt solche komplizierten Fragen gestellt, weil sie wissen, daß die kein Arzt in Deutschland beantworten kann !

Dann habe ich mir einen Anwalt genommen. Ich dachte, die Kosten dafür würde meine Rechtschutzversicherung übernehmen ! (Diese Rechtsschutz-Ver. gehört nicht dem Konzern der BBV an, das ist wichtig!)

Denkste: nachdem die private Bu-Vers. ja noch nicht endgültig die Zahlung abgelehnt hat, ergibt sich für mich kein Klagegrund, so die Aussagen der Rechtschutz-Vers. Erst wenn die BU-Vers. endgültig ablehnt, dann übernehmen sie die Prozeßkosten.......

Mein Anwalt hat inzwischen mit der BBV verhandelt u. ich bekomme inzwischen die BU-Rente, jedoch befristet bis 31.7.08. (meine 1oo %-BfA-Rente ist befristet bis 30.9.09 !)

die Anwaltskosten belaufen sich auf rd. 1.ooo,-- euro, und die BBV lehnt die Zahlung der Anwalts-Rech. ab, also bleibe ich auf diesen Kosten sitzen !

Und ich befürchte, daß zum 31.7.08 das Spiel wieder von vorne losgeht.

Mein Anwalt sagte mir, daß die private BU andere Kriterien zur Beurteilung einer BU lt. Bedingungen hat als z.B. die DRV/BfA. Und ich ging zumindest davon aus, daß wenn die BfA 1oo % zahlt, daß dann auch die BBV zahlen würde, Denkste !!!

Auch ich war/bin nicht in der Lage, aufgrund meiner Krankheit (Depressionen) diese Sache alleine/selbst durchzukämpfen. Und das wissen die bei den Versicherungen auch. Und wenn man es doch versucht selber durchzukämpfen, wird einem dies ggf. als gesund ausgelegt !

Ich jedenfalls würde heute keine private BU mehr abschließen !!

Also wenn du ggf. die Möglichkeit hast, Dir einen Anwalt zu nehmen, dann tuts...

Ich drücke Dir alle verfügbaren Daumen...

liebe Grüsse

13.12.2007 14:19 • #2



Hallo Mitchi,

Private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht

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Mitchi

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Hallo Peanutz!
Vielen Dank für deine Antwort! Auch wenn die mich nicht aufbaut, ist es doch sehr wichtig, deine Erlebnisse und Erfahrungen gehört zu haben!
Mir geht es wirklich durch diesen Vorgang sehr schlecht und ich kann es aus logischer Sicht in keinster Weise verstehen. Es steht eindeutig in den VB, dass nach einer 6 Monatigen Arbeitsunfähigkeit ich berufsunfähig bin. Dieses soll ärztlich bescheinigt sein, welches auch zu genüge ist. Da fühlt man sich echt hintergangen und betrogen. Doch was kann ich machen? Ich halte es auch selber gar nicht mehr aus. Ich habe zwar eine Rechtschutzversicherung, aber auch wie bei Dir vermute ich, dass die auch den Anwalt nicht zahlen werden. Dann käme also noch ein Ärgernis hinzu, welches ich keinesfalls aushalten kann. Mensch, wie armseelig und hilflos man sich doch so vorkommt. Obwohl zwar noch gar nicht eine Entscheidung gefallen ist, bin ich ungeheuerlich ärgerlich, wütend und fertig über diese Art der Machenschaften!

Vielen Dank nochmals für deine ausführliche Schilderung deiner Erlebnisse!

Gruß
Mitchi

16.12.2007 18:06 • #3


peanuts

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Hallo zusammen,

ich darf weiter berichten:

mit Hilfe meines Anwaltes zahlt inzwischen die private BU-Versicherung die BU-Rente, jedoch befristet bis 31.07.2008. wir werde dann weitersehen....

Nun ging es um die Anwaltskosten. Meine Rechtschutzversicherung meinte zu Anfangs, sie könne keine Kosten übernehmen, weil ja die BU-Vers. die Leistung nicht grundsätzlich abgelehnt hatte (die haben nur ein weiteres Gutachten gefordert, welches ich in der geforderten Formulierung/Bestätigung so nicht beibringen konnte).

Mein Anwalt hat nun weiter mit der Rechtschutz-Vers. hin u. her verhandelt und hat vergangene Woche doch tatsächlich erreicht, daß die Rechtschutz-Vers. die bisherigen Anwaltskosten übernimmt !!!! (Ich muß nur den vereinbarten Selbstbehalt von 15o,-- Euro zahlen )

Ich teile Euch dies alles NUR mit, um Euch Mut zu machen !

Meinen Anwalt hatte ich aus dem Telefonbuch u. mich ansonsten auf mein Bauchgefühl verlassen, daß er ein guter engagierter RA ist. Er ist noch sehr jung und muß sich seine Sporen erst noch verdienen. ein älterer RA ist ggf. schon satt u. an einem kleinen Vers.Fall nicht so interessiert. Ohne Anwalt hätte ich dies nicht durchgestanden. Ich meine auch, daß die Versicherungen insbesondere bei psychisch Kranken zuerst mal ablehnen, nach dem Motto die können sich ja nicht wehren.

Also nur MUT !!!!

liebe Grüsse

Peanuts

20.02.2008 10:20 • #4


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skipi11

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Hallo!

Kann das sehr gut verstehen, das es die nicht Passt was die alles wissen wollen.
Habe eine Zeit lang für eine Versicherung gearbeitet. Es soll halt alles so geprüft werden, das sie nicht Zahlen müssen.

Verbraucherzentrale können dir Vielleicht helfen.

Michi

20.02.2008 11:19 • #5


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Albarracin

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Experte

20.02.2008 19:35 • #6


peanuts

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Hallo,

da geb ich Dir Recht,
ich habe im Telefonbuch mir einen Fachanwalt für Versicherungs-Recht gesucht und bin dann eben zufällig auf einen Jungen, (noch hungrigen) Anwalt gekommen.
Klar ist es immer besser, wenn man einen empfohlen bekommt.

lg
peanuts

21.02.2008 05:53 • #7

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