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Post COVID Depressiv & gesundheitlich angeschlagen

Sebb

Sebb

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Hey,
seit ich im November Corona hatte, ist nichts mehr wie vorher.
Auch wenn ich einen moderaten Verlauf hatte, hatte ich Todesangst zuerst um mich und dann um meinen Partner. Man weiß ja nicht, was im Körper passiert.
Und keiner kann einem helfen.

Und nach der Genesung fing es an mit Angst um die Lieben, Panik erneut zu erkranken, der Körper will nicht mehr wie vorher (Herzrasen, Druck auf der Brust, Durchschlafprobleme, Entzündungen/Infektionen, Rückenschmerzen, Lustlosigkeit, depressive Phasen, Gedanken, die sich nur um Negatives/Frust/Corona drehen usw.)

Wem geht es noch so? Wann hört diese Negativspirale endlich auf?

22.03.2021 23:41 • x 3 #1


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Juju

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Hallo Sebb.

Herzlich willkommen hier im Forum.
Ich kann Dir keine Zeit nennen, wann diese Negativspirale aufhört.
Die Frage, die sich mir sofort gestellt hat, ob es Nachwirkungen von Corona sind oder ob Dein Körper auf die Angstzustände reagiert. Vielleicht auch Beides.
Grundsätzlich gehe ich selbst immer wie folgt mit den Ängsten um.
Ich schaue dem Säbelzahntiger tief in die Augen, was heißt, dass ich die Angstgedanken immer bis zum Ende denke. Was kann also im schlimmsten Fall passieren und dann überlege ich, wie wahrscheinlich diese Annahme den wirklich ist.
Der nächste Schritt wäre es zu akzeptieren, nicht dagegen zu kämpfen.
Alles sehr leicht gesagt, man kann ja anderen meist die besten Ratschläge geben.
Wenn ein negativer Gedanke kommt, aufschreiben, annehmen, und dann ablenken.
Mehr kann ich Dir dazu leider nicht sagen. Vielleicht hilft es Dir bisschen.
Liebe Grüße, Juju

23.03.2021 07:26 • x 5 #2


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Hoffnung21

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Zitat von Juju:
Was kann also im schlimmsten Fall passieren und dann überlege ich, wie wahrscheinlich diese Annahme den wirklich ist.


Das ist eine Möglichkeit, an die mich meine Therapeutin immer wieder erinnert und die gut funktioniert.

Ich hatte letztes Jahr im März Corona. Ich habe auch Depressionen mit entsprechend deutlicher Symptomatik. Es steht immer wieder mal die Frage im Raum, ob die Corona-Infektion einen Anteil daran hat. Letztendlich nützt mir die Antwort aber nicht wirklich was, es ändert ja nichts an der Tatsache an sich.

Ich weiß aber, dass es eine Selbsthilfegruppe für Corona-Erkrankte mit Folgeschäden gibt. Vielleicht kann dir dort jemand weiterhelfen. Ansonsten bleibt dir nur übrig, an den Symptomen zu arbeiten.

LG Hoffnung21

23.03.2021 10:57 • x 1 #3


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Heideblümchen

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Guten Morgen, @Sebb ... nach dem, was dir passiert ist, ist es kein Wunder, dass du voller Ängste und Zweifel bist. Diese Erkrankung hat dich völlig aus der Bahn geworfen und die Pandemie ist ja täglich noch präsent. Es kann jeden und immer treffen. Die Gefahr für sich und alle, die man kennt und liebt ist also nicht gebannt. Somit entsteht, so sehe ich das, eine ungeheuer große Unsicherheit und Zukunftsangst.

Ich persönlich habe es ohne Hilfe nicht geschafft, aus dieser Abwärtsspiralte allein raus zu kommen. Und es ist keine Schwäche, Hilfe anzunehmen. Man muss sich aber dazu aufraffen, bevor es zu spät ist und man das Haus nicht mehr verlässt (das war in meinem Fall so). Mein Partner hat die Gefahr erkannt und mich umgehend zu einem Fachmann geschleppt. Mit seiner Hilfe, der Hilfe eines Klinikaufenthaltes und der entpsrechenden Medikamente bin ich jetzt, nach einem Jahr, wieder stabil und zurück im Leben. Kleine Rückschläge gehören dazu, aber wer fühlt sich schon jeden Tag gleich gut? Rückblickend war es gut, keinen Moment zu lange gezögert und Hilfe angenommen zu haben.

Achte auf dich, lass dir helfen, geh zum Arzt deines Vertrauens und gönn dir eine Auszeit, um die Gedanken zu sortieren. Wenn nötig, medikamentös. Schreib deine Ängste auf und analysiere sie (der Vorschlag weiter oben von @Juju ist sehr gut!). Lass dir helfen, bitte. Und wenn du Erfolge oder Misserfolge erlebst, teil sie hier im Forum, denn hier sind genügend Gleichgesinnte, die dich verstehen können! Alles Gute für dich!

23.03.2021 11:14 • x 1 #4


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LeLion

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Ich sehe das ähnlich wie @Hoffnung21 ob es nun an Corona liegt oder nicht ist für das
weitere Leben doch zweitrangig, denn es ist jetzt so wie es ist.
Gerade aber bei Angst und Panik sieht die Realität meist so aus das es hierfür bereits seit eigentlich
schon immer bei der betroffenen Person Charaktereigenschaften gibt die eher in Richtung ängstlich gehen.
Damit ist natürlich nicht gemeint das man Angst vor z.B. Spinnen hat sondern eher der Typ Mensch ist
der alles drei mal überdenkt und gerne auch zögerlich ist, um nur mal zwei Punkte zu nennen.
Evtl. war Corona somit nur der letzte Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Wann es besser wird liegt eigentlich an einem selbst (zumindest immer zum Teil), wenn es wie bei dir körperliche Symptome
gibt würde ich dieser immer abklären lassen auch wenn (zum Glück) dabei meist alle Ergebnisse ohne Befund sind bekommt
man so Gewissheit und kann für sich an diesen Punkten schon mal einen Haken machen und etwas Erleichterung tanken.

Der Rest ist dann (je nach Schwere der Depression) "nur noch" etwas am Mindset schrauben, sich die Welt wieder Positiv gestalten und auch darin aktiv leben, natürlich kann das ganze wenn nötig von einem Therapeuten begleitet werden, aber man muss aktiv mitarbeiten und das ganze ist meist leider ein Marathon und kein Sprint.

23.03.2021 11:18 • x 3 #5


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Hoffnung21

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Zitat von Hoffnung21:
Ich weiß aber, dass es eine Selbsthilfegruppe für Corona-Erkrankte mit Folgeschäden gibt. Vielleicht kann dir dort jemand weiterhelfen.


Schau mal hier:

https://m.facebook.com/story.php?story_...5597939937

Das ist der Link zu der Selbsthilfegruppe

LG Hoffnung21

23.03.2021 11:42 • x 1 #6


Sebb

Sebb

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Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Antworten.
In der Tat ist aktive Umgang damit wichtig, allerdings bin ich erst an einem Punkt, wo ich alles als schrecklich empfinde und mich in meinem Leid suhle. Mich nervt es kolossal, dass mein Körper rebelliert. Vor Corona war doch alles gut

Ich setze mich seit Wochen damit auseinander, dass ich die Negativspirale stoppen muss, aber dieses Kopfkino macht vieles schlimmer. Ich weiß einfach nicht wie ich anfangen soll und muss, um Hilfe zu bekommen. @Hoffnung21 der Tipp mit der Selbsthilfegruppe ist super, DANKE!

23.03.2021 11:55 • x 2 #7


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Heideblümchen

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Hello again, @Sebb ... der Anfang wäre ansonsten über den Hausarzt, der dich an eine/n Fachmann/Fachfrau weiter empfehlen/überweisen kann. Größere Städte bieten psychiatrische Ambulanzen an, an die man sich wenden kann oder sie können dir empfehlen, an wen du dich aktuell wenden kann.
Man kann sich die Mühe machen, alle örtlichen Psychologen abzuklappern (ist aber verständlicherweise derzeit ein bischen schwierig). Krankenkassen bieten Termin-Service an, wenn es schnell gehen muss und man bereit ist, auch ein bisschen weiter bis zum nächsten Arzt zu fahren. Das wäre immerhin einen Versuch wert, einen ersten Schritt in Richtung Hilfe zu machen. Und es könnte auch helfen, bei allen Stellen, die man kontaktiert, ehrlich (!) auf die aktuelle psychische Verfassung hinzuweisen, es dringend zu machen mit einem Termin!

23.03.2021 12:25 • x 1 #8


Sebb

Sebb

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Vielen lieben Dank für die Tipps. Es ist einfach nur frustrierend, wie schwierig es ist, Hilfe zu bekommen bzw. zu finden. Ich selbst merke, dass ich in einem Loch bin, Ängste habe, unerklärliche körperliche Symptome und es fehlt einem die Person, die einem die Puzzleteile zusammenlegt. Ich verfalle mehr und mehr in eine Negativspirale und übertreibe es mit "Dr. Google", was mir noch mehr Angst macht, weil man sich in Selbstdiagnosen reinsteigert.

Ich werde die nächste Woche noch einmal zu meiner Hausärztin gehen und das Thema Depression und Hilfe konkret ansprechen.

Ich habe zu große Angst noch tiefer abzudriften und möchte versuchen in mein "altes Leben" zurückzukommen.

29.03.2021 00:01 • #9

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