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Partner trennt sich weil er nichts mehr fühlt

Peppel2501

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Hallo liebe Gemeinde!
Ich habe folgendes Problem und erhoffe mir von euch Ratschläge oder Erklärungen für das Verhalten meines Ehemannes!
Wir sind seit 23 Jahren ein paar und 18 Jahre verheiratet. Mein Mann litt drei Jahre an Krebs (unheilbar eigentlich) nun konnte er im April sich operiert werden und ist nun krebsfrei! Dieses unverhoffte für mich positives Ereignis hat ihn in schwere Depressionen gestützt!
Er kann arbeiten und auch seinem Hobby dem Fußball nachgehen ABER er fühlt nichts mehr (weder für mich oder unsere Tochter … für niemanden) … auf Grund dieser fehlenden Gefühle hat er sich nun getrennt!
Er sagt er bräuchte Zeit für sich, muss sich selber finden etc
Ich ziehe nun aus um ihm diesen Anstand zu geben!
Könnt ihr mir sagen ob er seine Gefühle wiederfinden wird? Oder muss ich mich nun wirklich damit abfinden das er 23 Jahre einfach aufgibt?
Er befindet sich seit ein paar Wochen in Therapie (einmal die Woche) und nimmt keine Medikamente!
Vielen Dank für eure Hilfe
Lieben Gruß

08.09.2022 09:26 • x 2 #1


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Pilsum

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Hallo Peppel,

es tut mir Leid, dass ihr eure Trennung nach vielen Jahren Ehe beschlossen habt. Das tut sicherlich
erst mal furchtbar weh. Wie geht es Dir damit? Kannst Du einigermaßen sachlich darüber
nachdenken? Oder bist Du erst einmal völlig ratlos und ziellos?
Niemand wird voraussagen können, ob Gefühle von der Seite Deines Mannes wieder zurückkommen.
Deshalb denke ich. Auch wenn es sehr schwer für Dich sein wird, solltest Du die aktuelle Situation
erst einmal so annehmen, wie sie heute ist. Damit schützt Du Dich selbst. Denn auf etwas hoffen, was
vielleicht nicht mehr zurückkommt, könnte Dich noch zusätzlich stark belasten.

Falls Du das Gefühl hast, dass Du eine psychische Unterstützung benötigst, überlege mal, ob Du
über Deinen Hausarzt kurzfristig einen Thermin zu einer Therapeutin bekommen kannst.

08.09.2022 10:24 • x 3 #2



Hallo Peppel2501,

Partner trennt sich weil er nichts mehr fühlt

x 3#3


Peppel2501

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@Pilsum hallo! Danke für deine schnelle Antwort… nicht wir haben die Trennung beschlossen sondern er ich beuge mich mittlerweile nur weil alles andere eh nichts bringt!
Habe mir heute leider antidepressivum verschreiben lassen müssen weil es mir wahnsinnig schlecht geht mit der Situation! Ich leide wie ein geprügelter Hund weine viel und hadere mit dem ganzen Leben … bin zur Zeit auch krank geschrieben nur das kann ja auch kein Dauerzustand sein!
Am liebsten würde ich einfach liegen bleiben und warten auf das was die Zukunft bringt … oder auch nicht

08.09.2022 10:43 • x 3 #3


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Pilsum

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Hallo Peppel,

das habe ich mir gedacht, dass fütr Dich jetzt erst einmal scheinbar alles zusammenbricht.
Das kannst Du auch gar nicht verhindern.

Zitat von Peppel2501:
Am liebsten würde ich einfach liegen bleiben und warten auf das was die Zukunft bringt … oder auch nicht

Das verstehe ich. Genau darum geht es aber jetzt. Weine, aber versuche diese schwierige Situation
einfach erst einmal zu akzeptieren. Auch wenn es schwer fällt.
Und sobald Du das Gefühl hast, Deine Kraft kommt ein wenig zurück, dann überlegen, plane und
geh wieder los. Besinne Dich auf Deine Kraft.
Du wirst das schaffen.

08.09.2022 11:07 • x 3 #4


Peppel2501

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@Pilsum weißt ich liebe diesen Menschen … auch wenn er gerade ein komplett anderer Mensch ist! Ich kann nicht anders als immer wieder an ihn zu denken und mir zu überlegen was ich noch tun könnte um uns zu retten!
In meinem Kopf ist quasi eine Kirmes auf der ich von einem Fahrgeschäft zum nächsten renne… ich weiß das mir das nicht gut tut und kann es dennoch nicht bewusst abstellen:(
Wenn ich in meiner eigenen Wohnung eingezogen bin geht das vielleicht etwas besser weil ich ihn nicht mehr sehe und auch wenig bis gar keinen Kontakt haben werde:(
Ich kann schwer loslassen und hab aber gerade versucht bei einem Psychologen einen Termin zu bekommen… alleine werde ich diesen Weg nicht gehen können

08.09.2022 11:58 • x 5 #5


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Pilsum

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Ja, das wird ein schwieriger Weg. Das einzige, was ich da machen kann, ist.
Ich versuche Dir Kraft und Mut zuzusprechen. In solchen Situationen fühlt man sich sehr allein.
Du wirst nach und nach bestimmt etwas inneren Abstand dazu gewinnen können. Das braucht
sicher auch einige Zeit.
Hast Du in Deinem privaten Kreis jemanden, mit dem Du sehr persönlich reden kannst?

08.09.2022 12:41 • x 3 #6


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Jedi

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Hallo @Peppel2501

Kann mich @Pilsum nur anschließen u. so gibt es von mir da auch keine Ergänzungen !
--
Doch, villt gibt es die Möglichkeit,
Zitat von Peppel2501:
Er befindet sich seit ein paar Wochen in Therapie (einmal die Woche)

wenn er in der Therapie einmal nachfragt, ob Du zu der ein oder anderen Therapiesitzung mal hinzukommen
könntest ?
Könnte mir vorstellen, dass dies vom TP wohlwollend aufgegriffen wird.
Natürlich muss Dein Mann damit Einverstanden sein !
Aber eine Überlegung, bzw. Möglichkeit, wäre es doch wert.

08.09.2022 15:10 • x 1 #7


Florian1

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Zitat von Peppel2501:
Könnt ihr mir sagen ob er seine Gefühle wiederfinden wird? 


Wie bitte sollen WIR das sagen können?

Es tut mir leid und es ist insbesondere nach so einer langen Zeit hart. Aber es wird dir nichts anderes übrig bleiben, als es zu akzeptieren. Ich sage das in dieser Deutlichkeit, weil es da eigentlich keinen anderen Weg gibt. Gut und richtig, dass du den Auszug in Angriff nimmst. Überleg nicht, was du tun kannst. Du kannst in Wirklichkeit nicht viel tun. Warte ab. Wenn seine Gefühle zurückkommen sollten, dann wird er sich melden. Aber darauf würde ich nicht endlos warten.

08.09.2022 15:57 • x 1 #8



Hallo Peppel2501,

x 4#9


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aurora333

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Auch ich möchte mich unbedingt meinen Vorschreiben anschliessen. Ich finde es gut, dass Du Dir eine Psychotherapie gönnst , und auch Antidepressive nimmst. Denn für Dich ist die Abwendung von Dir und Euren Kindern seitens Deines nun geheilten Mannes ein Schock.
Möglicherweise muss er jetzt zuerst mal die lange Krankheitszeit ( Krebs zu haben ist eine Art Damoklesschwert) verarbeiten, denn während dieser Zeit musste er all seine Energie aufs Durchhalten investieren. Da konnte er sich vielleicht keine Gefühle leisten. Man hört ja viel von Menschen, die in Krisenzeiten bedrohliche Gefühle bravurös verdrängen können, doch wenn dieser Lebensmodus vorbei ist, der Zusammenbruch kommt. Wichtig jetzt, dass Du für Dich schaust. Ja, der Abstand wird bestimmt helfen. Ich drücke Dir alle Daumen, Du schaffst das !

08.09.2022 17:10 • x 1 #9

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