Mit einer Depression keine Beziehung eingehen?

G

Glücksritter
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20
2
Hallo
Ich finde,das Thema ist noch lange nicht ausdiskutiert.
Da ihr meinen vorigen Thread einfach geschlossen habt,bevor ich auch nur irgendwas dazu sagen konnte,werde ich hier versuchen meinen Standpunkt zu vertreten.
ich finde weder,daß ich eine "Zumutung"bin(@maja) noch "perv."(@)bin ,nur weil ich der Meinung bin,daß eine Beziehung ,in der beide krank sind für beide sinnvoll und bereichernd sein kann.Das ist übrigens nicht irgendeine Theorie,sondern das habe ich so erfahren.
Wenn ihr der Meinung seid,daß Kranke keine Beziehung eingehen sollten,dann sprecht ihr allen Kranken dieses Recht ab.Sei es Rollstuhlfahrer,Diabetiker oder eben psychisch Kranke.
Das ist extrem runterziehend.
Sicher wäre es erst besser gesund zu werden,wer will das nicht,aber wenn man es nach 20 Jahren einfach nicht wird?
Soll man deswegen für immer alleine bleiben?
Da ich der sicher bin,daß bestimmt noch andere meiner Meinung sind,möchte ich diese Diskussion anstossen.

#1


43 Antworten ↓
Steffi

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Zitat von Glücksritter:
Ja,das stimmt schon,man sollte die Welt nicht in Gesunde und Kranke unterteilen,da die Übergänge fliessend sind und man es niemandem ansieht ob er/sie psychische Probleme hat oder nicht.
Ich habe das Problem mit der Einsamkeit,seit ich wieder allein bin.Kann auch nicht warten,bis meine Depressionen weg sind"um niemand zu belasten"denn diese habe ich seit 20 Jahren.

Du hast seit 20 Jahren Depressionen und bist 35. Wie merkst Du, wenn (dass) Du keine Depression mehr hast ? Woran würdest Du erkennen, dass Du gesund bist ?
Ich bin mir sicher, dass Du schon sehr viel für Deine Gesundheit erreicht und getan hast, aber kann es nicht auch sein, dass Du diese Depression mit all ihren Begleiterscheinungen so stark verinnerlicht hast, dass Du Dir den Weg zu einem anderen, besseren oder nenne es gesünderen Leben schon selbst versperrst ?
Wenn Du wüsstest, wie Du gesund würdest, hättest du es schon längst gemacht. Das glaube ich Dir gern. Vielleicht aber musst Du auch gar nichts "machen", vielleicht genügt schon ein einziger kleiner Schritt in eine andere Richtung, um die Sichtweise langfristig ändern zu können ? Weißt Du, man muss nicht immer etwas tun, um etwas zu erhalten oder zu erreichen. Die Erfahrung lehrt, dass es manchmal besser ist, etwas zu akzeptieren, nicht dagegen anzugehen, es stattdessen anzunehmen. Verstehst Du, was ich meine ?

Zitat:
Ich gehe nicht gerade viel fort dank meiner Ängste und Depressionen
Allerdings habe ich schon etwas Minderwertigkeitsgefühle, wenn ...
... hätte ich nicht das Gefühl, da mithalten zu können.
... aber ich hatte nicht den Mut, mich zu treffen.
Ich denke, solange man die Krankheit verheimlicht, hat es keinen Sinn, aber der Mut es zu sagen, fehlt mir auch.
Ich habe einfach Angst vor der Reaktion, Angst verletzt zu werden.


Diese Aussagen von Dir sind allesamt negativ besetzt. Wahrscheinlich kannst Du es nicht mehr anders sehen, kannst Du nicht mehr anders denken, weil Du Dich schon zu stark damit identifiziert hast. Verstehe mich bitte nicht falsch ! Ich will keineswegs sagen, dass Du Dir Dein Leben in Deiner Erkrankung eingerichtet hast und nicht mehr in der Lage bist, Dir etwas anderes vorzustellen. Ich weiß, wie schwierig es sein kann, aus einer solchen Situation herauszufinden. Aber sag mir eines : was hast Du selbst getan, um auch nur eine Deiner obigen Aussagen zu widerlegen ?

Leid(en) entsteht dort, wo Du permanent Widerstand gegen etwas/eine bestehende Situation leistest (statt es/sie zu akzeptieren).

Was, glaubst Du, könnte Dir zu mehr Mut verhelfen ?

14.05.2010 20:50 • #24


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A


Hallo Glücksritter,

Mit einer Depression keine Beziehung eingehen?

x 3#3


Steffi

Steffi
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Hallo Glücksritter,

niemand spricht Dir das Recht ab, Dich hier zu äußern. Das ist okay. Dein anfängliches posting werte ich allerdings als Aufruf, eine Partnerin zu finden, die - wie Du - unter Depressionen leidet oder litt.

Wenn es Dir allein um die Frage einer Partnerschaft geht und Du darüber reden möchtest, tu es. Aber benutze das Forum bitte nicht als eine Art Partnerschaftsbörse, um den Richtigen oder die Richtige zu finden. Dazu ist es nämlich nicht gedacht.

Ich habe gelesen, dass Du 35 bist, und offenbar bist Du (wieder) allein. Deine Äußerungen hier vermitteln mir den Eindruck, dass Du die Welt in "Gesunde" und "Kranke" einteilst. Ich halte diese Klassifizierung für schädlich.

Als ich vor rund 10 Jahren krank war, habe ich eisern darüber geschwiegen, damit niemand es erfährt. Ich habe diese Erkrankung fälschlicherweise mit Schwäche auf eine Stufe gestellt. Erst als ich bereit war, es auch meiner Umwelt mitzuteilen, erfuhr ich, dass die meisten derjenigen, die ich ansprach, selbst schon mal von einer Depression o.ä. betroffen waren. Das erstaunte mich sehr, denn naturgemäß konnte man es niemandem ansehen und es bestand auch kein Anlass, darüber ohne Grund zu sprechen. Was ich damit sagen will ist, Du weißt nicht, wie viele Menschen in Deinem Umfeld leben, die Du kennst oder zu kennen glaubst, denen es ähnlich ergangen ist wie Dir. Das schließt neue Bekanntschaften ebenso ein. Warum überlässt Du es nicht dem Schicksal oder Zufall - oder nenne es, wie Du willst - früher oder später auf jemanden zu treffen, der genau Deinen Erwartungen entspricht ?

14.05.2010 18:40 • #22


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S
Na, so wie ich das verstanden habe, wurde ja nur gesagt, dass man sich weder gezielt (der Schwerpunkt liegt halt auf GEZIELT) einen Kranken oder nicht-Kranken sucht.

Liebe geschieht halt einfach so. Wenn es passiert, passiert es halt. Egal ob krank oder nicht-krank.

#2


G
So wie ich das verstanden habe,lag der Tenor darauf,daß 2 Kranke nur eine Belastung,eine Katastrophe,wie Dro.(ein übler Vergleich)füreinander sein können.
Dagegen will ich mich wehren,da ich wie gesagt andere Erfahrungen mit Beziehungen gemacht habe.
Es ist eben auch nicht so,daß mit einem gesunden Partner dieser einen mit der Gesundheit "ansteckt"
Wenn überhaupt,kommt man nur alleine raus.Der Partner kann einen nur begleiten und Verständnis zeigen,was meiner Meinung nach ein psychisch Kranker besser kann,sich hineinversetzen.
Was sich für mich bei dieser Diskussion an den unsensiblen Äußerungen wieder bestätigt.

#3


S
Wenn man sich das worst scenario vorstellt, dass da 2 Leute mit major Depression sind die eine schwere Episode durchleiden und beide den ganzen Tag fast nur im Bett sind, da ist diese Kombination ja wirklich nicht sonderlich fördernd.

Es gibt halt immer zwei Seiten. Einmal kann es sein, dass depressivenbeziehungen einander sich runterziehen, es könnte aber auch anders herum sein.

Wie es aber der Fall sein wird, das mag niemand vorher zu wissen.

#4


G
Zitat von Glücksritter:
Was sich für mich bei dieser Diskussion an den unsensiblen Äußerungen wieder bestätigt.

Ich gehe mal davon aus, du meinst mich. Wer sagt dir eigentlich, ob ich "Krank" bin oder nicht. Woher nimmst du dir das Recht heraus, so über mich zu urteilen. Wenn du hier nur unken willst, weil dir unsere Antworten nicht gefallen, können wir die Sache hier auch ganz schnell beenden.

Bleib sachlich beim Thema, sonst schließe ich hier (was ich eigentlich tun müsste, da Serafina dich schon mehrfach ermahnt hat).

#5


G
Sorry
Ich war der Meinung ich bin sachlich beim Thema.
Ich wollte nur meine Meinung dazu schreiben.
Wenn du dich mit dem Zitat persönlich angegriffen fühlst(was nicht dran steht)tut es mir leid.
Ich hätte auch genug Grund,mich angegriffen zu fühlen.
Ich finde es auch unfair,einen Thread einfach zu schließen,weil euch meine Antworten nicht gefallen.
Unken will ich schon gar nicht.

#6


J
Zitat:
So wie ich das verstanden habe,lag der Tenor darauf,daß 2 Kranke nur eine Belastung,eine Katastrophe,wie Dro.(ein übler Vergleich)füreinander sein können.

Hallo Glücksritter!
Ich habe deinen Thread verfolgt und sehe es genau wie Salamander.
Zitat:
Wenn ihr der Meinung seid,daß Kranke keine Beziehung eingehen sollten,dann sprecht ihr allen Kranken dieses Recht ab.Sei es Rollstuhlfahrer,Diabetiker oder eben psychisch Kranke.
Das ist extrem runterziehend.

Das ist deine Interpretation, das hat niemand geschrieben, sondern es ging darum, daß dieses Forum keine Partnerbörse ist und es geht mir übrigens genauso, ich könnte mir auch schlecht vorstellen, daß es gut wäre, wenn mein Mann auch depressiv wäre, weil er kann mir dann
kein Partner sein, der mich begleiten und Verständnis zeigt, weil er u.U. mit sich selber beschäftigt ist.

Im Grunde genommen ist darüber alles gesagt, vielleicht wäre es eine Möglichkeit, wenn es dir gerade psychisch nicht so gut geht, wenn Du in eine Klinik gehst, entweder zur Reha oder zu einem "normalen" Klinikaufenthalt, da hast Du vielleicht die Möglichkeit, jemanden kennenzulernen.
Ansonsten kann ich dir nur den Rat geben rauszugehen unter Leute und nicht so sehr darauf zu achten, ob deine Gegenüber psychisch krank ist oder gesund, sondern ob sie dir sympathisch ist, alles andere ergibt sich dann.

#7


G
Hallo Josie und Salamander
Ich habe übrigens das "Worst Scenario" erlebt...ich habe meine Freundin damals in der Psychiatrie kennengelernt.
Wir beide sind der Meinung,daß das damals für uns beide wichtig und lebensrettend war und wir haben uns aus dem Gröbsten rausgeholfen,einfach indem wir füreinander da waren.Deshalb weiß ich von was ich rede.

#8


S
Hi Glücksritter :)

Da sieht man dann deutlich, dass selbst das worst scenario auch zwei Seiten haben kann.

Aber ihr wart auch in der Psychiatrie, wie wäre es gewesen, wenn ihr zu Hause gewesen wäret? Wäret ihr dann auch eine Stütze füreinander gewesen?

#9


J
Zitat:
Ich habe übrigens das "Worst Scenario" erlebt...ich habe meine Freundin damals in der Psychiatrie kennengelernt.
Wir beide sind der Meinung,daß das damals für uns beide wichtig und lebensrettend war und wir haben uns aus dem Gröbsten rausgeholfen,einfach indem wir füreinander da waren.Deshalb weiß ich von was ich rede.

Das war dann aber ein absoluter Glücksfall, weil die meisten Patienten mit Depressionen im Akutstadium einfach nichts fühlen können und deswegen auch nicht in der Lage sind, jemanden anderen in irgendeiner Form zu helfen bzw. für einen Anderen Gefühle aufzubringen und eine Beziehung einzugehen.

#10


G
Ich weiß nicht,wie man jemandem überhaupt "raushelfen"kann.Nicht mal Gesunde können das.Es war einfach die Tatsache:Da ist jemand an deiner Seite,der kann sich in dich reinversetzen,der versteht dich.
Was meiner Meinung nach auch ein 10 Jahre studierter Psychologe nicht kann,der es nicht selbst erlebt hat.

#11


S
Hi Glücksritter,

Also die Grundregel ist, dass Psychologen, Psychologie studieren, weil sie selber seelische Probleme haben. Somit sind die meisten Psychologen schonmal gute Leute, denen man sich anvertrauen kann.

Natürlich hat nicht jeder Psychologe jede psychische Krankheit durchgemacht. Das würde ja auch gar nicht gehen.

Es gibt aber auch Leute und zu denen würde ich mich hinzu zählen (ich hatte selber auch seelische Störungen), die sich einfach saugut in andere Leute hinein zu versetzen vermögen.

Mein Psychologieprofessor scheint auch so ein Mensch zu sein. In den Vorlesungen kann er die Stimmungen und die Denkweisen der seelisch Gestörten an mich vermitteln.

Edit: (Zeile Verschoben zur besseren Klarheit ;)): Er würde dies nicht können, wenn er diese Leute nicht verstehen würde.

Andererseits gibt es mit 100%iger sicherheit auch psychologen die nach 80 Jahren immer noch keine seelische Gestörten verstehen werden...

#12


G
An Salamander:
Ja,ich wollte damit keine generelle Verurteilung der Psychologen betreiben,Es gibt bestimmt solche und solche.
Ich meinte nur die simple Tatsache:Ein Kind weiß nicht,was Schmerzen sind,bevor es sich selbst das Knie aufgeschlagen hat.
Wenn ein anderes Kind vor Schmerzen weint,weiß der andere nicht,warum,er kann sich nicht hineinversetzen,solange er das Gefühl nicht selber kennt .Genauso ist es mit psychischen Erkrankungen.Ich selber maße mir zB auch nicht an,zu behaupten,was in einem Psychotiker während eines Schubs vorgeht,weil ich das nicht erlebt habe.
Ich weiß nicht,wie das ganze gelaufen wäre,wenn wir uns außerhalb der Klinik getroffen hätten.Wahrscheinlich wäre es einfach nicht passiert,da Depressive sich sehr zurückziehen.Trotzdem ist bei vielen der Wunsch nach einer Partnerschaft da.
Aber wer redet denn vom anderen Beispiel?
Muß es denn immer gut sein,wenn man einen "Gesunden"Partner hat?Was ist mit den Minderwertigkeitsgefühlen,Angst,nicht "mithalten" zu können,dem Versteckspiel,bis man dem Partner(sofern man ihn neu kennengelernt hat)alles erzählt?Wird er es verstehen oder mich ablehnen?Das sind doch auch Punkte,die man nicht eiunfach vom Tisch wischen kann.

#13


S
Zitat von Glücksritter:
Ein Kind weiß nicht,was Schmerzen sind,bevor es sich selbst das Knie aufgeschlagen hat.[...]Genauso ist es mit psychischen Erkrankungen.Ich selber maße mir zB auch nicht an,zu behaupten,was in einem Psychotiker während eines Schubs vorgeht,weil ich das nicht erlebt habe.


ja, ich stimme dir zu.

Zitat von Glücksritter:
Aber wer redet denn vom anderen Beispiel?


Ich wollte nur zu bedenken geben, dass der Kontext in dem sich psychisch Kranke treffen mitbestimmend ist, ob zwischen ihnen eine Beziehung stattfinden kann, oder nicht.

Zitat von Glücksritter:
Muß es denn immer gut sein,wenn man einen "Gesunden"Partner hat?

Nein.

Zitat von Glücksritter:
Was ist mit den Minderwertigkeitsgefühlen,Angst,nicht "mithalten" zu können,dem Versteckspiel,bis man dem Partner(sofern man ihn neu kennengelernt hat)alles erzählt?Wird er es verstehen oder mich ablehnen?Das sind doch auch Punkte,die man nicht eiunfach vom Tisch wischen kann.


Seh ich genau so.

#14


A


Hallo Glücksritter,

x 4#15


G
Hallo an alle Moderatoren
Ich finde es schade,daß man hier nicht einfach seine Meinung vertreten kann,ohne Angst zu haben,daß die Diskussion geschlossen wird oder man gesperrt wird(wie oben angedroht)Nur weil man meint,die eigene Meinung sei die einzig richtige.
Das ist Zensur.
Vielleicht fühlen sich mancher auf den Schlips getreten,wenn man die sicher gutgemeinten Ratschläge nicht prickelnd findet.Aber ich finde,das muß man sagen dürfen,natürlich in einem gewissen Rahmen,das sollte ein Moderator verkraften.
Auch ein Moderator ist nur ein Mensch und sollte bereit sein,dazuzulernen.
Ich habe auch nicht die Macht,einfach den Thread zu schließen,weil mir etwas nicht passt.
Ich kann dann nicht einmal mehr darauf antworten.
Nur zum Bedenken...

#15

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