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Mit einer Depression in Urlaub fahren obwohl krankgeschrieben?

Zitat von Aita:
Ich habe die halbe Nacht wach gelegen und gegrübelt.
Ich möchte keinen Antrag auf Urlaub bei der Krankenkasse stellen, weil meine Angst zu groß ist, dass er abgelehnt wird.

Und wenn er abgelehnt wird? Dann stehst Du wieder da, wo Du jetzt stehst. Wenn man aus Angst nichts probiert, kann man auch nichts gewinnen. Und wenn der Antrag tatsächlich abgelehnt wird, kannst Du die Sache mit dem Krankengeld ja immer noch ansprechen. Oder einfach mal vorher den Arzt nach seiner Einschätzung fragen.

Schöne Grüße
Martina

29.01.2020 10:18 • x 1 #16


Albarracin
Hallo,

leider haben hier einige Poster ziemlich Falsches geschrieben. Also:

Für eine Reise innerhalb Deutschlands brauchst Du nie eine Genehmigung, du mußt es noch nicht mal der Krankenkasse melden. Du hast als Kranker keinen Hausarrest. Du mußt nur postalisch erreichbar sein - also im Zweifelsfall jemand haben, der nach Deiner Post schaut.
Für eine Auslandsreise brauchst Du immer eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse. Wenn die Reise ausdrücklich der Genesung dient oder aber auch der sozialen Teilhabe - zu der auch die Pflege von Partnerschaftsbeziehungen gehört - muß die Krankenkasse auch das Krankengeld weiterzahlen. Das verweigern aber die Krankenkasse in vielen Fällen mit völlig unzureichenden Begründungen.
Wenn Du allerdings während deines Urlaubs auf dein Krankengeld verzichtest, gibt es die Genehmigung relativ problemlos.
Du brauchst aber unbedingt die Empfehlung eines behandelnden Arztes. Allerdings darf die Lücke im Krankengeld nicht länger als 30 Tage sein.

Wenn Du einfach so ins Ausland fährst ohne vorherige Genehmigung der Krankenkasse, kann die Krankenkasse auch nachträglich das Krankengeld verweigern und bereits gezahlte Beträge zurückfordern.

01.02.2020 21:31 • x 5 #17


@Albarracin
Danke Wolfgang für deine Antwort,

was meinst du mit "nachträglich das Krankengeld verweigern" ? ,das ich dann überhaupt kein Krankengeld mehr bekomme, oder nur für die Zeit die ich im Ausland war?

03.02.2020 14:07 • #18


Resi
Zitat von Albarracin:
Wenn Du allerdings während deines Urlaubs auf dein Krankengeld verzichtest, gibt es die Genehmigung relativ problemlos.

Das ist jetzt etwas, was ich nicht verstehe.

Man bekommt doch Geld, weil der Versicherungsfall eingetreten ist und man zur Zeit nicht arbeitsfähig ist.
Der Versicherungsfall bleibt doch weiterhin bestehen, auch wenn man in "Urlaub" fährt, also bleibt doch auch der Anspruch auf die Leistung bestehen.
Ein Verzicht auf die Leistung würde bedeuten:
" ich bin jetzt mal 2 Wochen nicht krank/arbeitsunfähig, damit ich in Urlaub fahren kann, und danach bin ich wieder krank/arbeitsunfähig"

Macht man sich da nicht irgendwie unglaubwürdig?
Kann allerdings auch sein, daß ich einen kleinen Knoten im Hirn habe. . .

03.02.2020 14:16 • #19


Albarracin
Hallo,

@aita: es kann sein, daß Dir das KG für den Auslandsaufenthalt für den Auslandsaufenthalt nachträglich gestrichen wird und eine gezahlte Leistung zurückgefordert wird. Danach hast Du grundsätzlich wieder Anspruch.

@resi: Es geht bei dem Anspruch auf Krankengeld nicht um "gesund" bzw. arbeitsfähig. Es geht vielmehr darum, daß der Gesetzgeber den Anspruch auf Krankengeld grundsätzlich auf das Inland beschränkt hat gem. § 16 Abs. 1 Nr. 1 SGB V:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__16.html

Allerdings hat die Rechtsprechung diesen Grundsatz aufgeweicht, zuletzt das BSG am 04.06.2019:
https://www.vdk.de/deutschland/pages/ur.andsurlaub

04.02.2020 22:13 • x 2 #20


@Albarracin
Vielen Dank für deine Antwort.
Du kennst dich da anscheinend wirklich sehr gut aus.

Jetzt hätte ich nochmal eine andere Frage bzgl. Urlaub. Mein Psychiater und auch mein Hausarzt meinen, dass ich nicht mehr arbeiten kann.
Meine Frau und ich hatten geplant über Weihnachten nach Sri Lanka zu fliegen. Mein Krankengeld würde noch bis Januar 2021 laufen.
Wenn ich auf das Krankengeld verzichten würde, meinst du, dass die Krankenkasse dieser Reise zustimmen würde?

05.02.2020 14:22 • #21


Albarracin
Hallo Aita,

wie geschrieben dürfte die Krankenkasse keine Einwände haben. Allerdings muß so oder so dieser Auslandsaufenthalt bei der Krankenkasse beantragt werden und er darf nicht mehr als 30 Tage dauern.

Zitat:
Mein Psychiater und auch mein Hausarzt meinen, dass ich nicht mehr arbeiten kann.

Wieso stellst Du keinen Rentenantrag ? Damit hätte sich ggfs. das Problem erledigt.

05.02.2020 15:30 • x 1 #22


Ich komme gerade von meiner Ärztin und habe die Sache mit ihr besprochen. Sie hat mir gesagt, dass sie mir ein Schreiben gibt welches ich an die Krankenkasse schicken muss und die Krankenkasse den Urlaub gar nicht ablehnen darf.
Das schlimmste was mir passieren kann ist, dass ich kein Krankengeld für die Zeit bekomme.
Selbst ein Urlaub außerhalb der EU darf die Krankenkasse nicht ablehnen, es geht also lediglich um die Krankengeldfortzahlung.

@Albarracin
Du hattest mit deiner Richtigstellung also völlig recht.

Ich habe mir wirklich zu viele Gedanken und Sorgen gemacht und könnte mir dafür echt selbst in den Hintern treten.

Das nächste was ich jetzt in Angriff nehmen werde ist die Feststellung des GdB und dann schau ich mal weiter wie es mit einer Rente klappen könnte.

Es ist halt alles noch so neu und unbekannt für mich.
Ich war über Jahrzehnte ein Arbeitstier welches IMMER gearbeitet hat und ein schlechtes Gewissen hatte wenn ich mich mal für ein paar Tage krankmelden musste.

Gestern 13:53 • #23





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