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Mit einer Depression in Urlaub fahren obwohl krankgeschrieben?

Hallo,

ich bin seit August letzten Jahres wegen Depressionen krankgeschrieben.
Ihr wisst bestimmt aus eigener Erfahrung, dass der Partner bei so einer Diagnose auch sehr mit leidet.
Meine Frau hat Ende März 2 Wochen Urlaub und ich möchte gerne, dass wir da ein paar Tage wegfahren.
Es wäre an einen Ort wo wir bestimmt schon 20 mal waren und wo wir immer sehr glücklich waren.
Wie sind eure Erfahrungen mit den Krankenkassen? Genehmigen sie so eine Reise?

Mir wäre es wirklich sehr wichtig, dass meine Frau mal wieder rauskommt und ich glaube auch, dass es mir wahrscheinlich guttun könnte.

Gruß
Aita

27.01.2020 09:02 • #1


Irgendeine
So weit ich weiß, musst du der Krankenkasse nicht mal sagen. Hab ich noch nie gemacht. Wenn du krankgeschrieben bist, darfst du alles, was deiner Genesung gut tut. Bei Depressionen kann das eben Ulaub sein.

27.01.2020 11:25 • x 1 #2


In dem Infoblatt von der Krankenkasse steht, dass man mit einem ärztlichen Attest bei der Krankenkasse einen Antrag auf Genehmigung stellen muss. Ich habe jetzt Bedenken, dass der Antrag abgelehnt wird. Es täte mir dann sehr leid wegen meiner Frau, da sie durch meine Krankheit inzwischen auch sehr angeschlagen ist.

Ich wollte deshalb mal hier im Forum fragen wie eure Erfahrungen mit Krankenkassen sind.

27.01.2020 11:34 • #3


sundancere20j
Hallo Aita,

soweit der Urlaub in der BRD stattfindet, steht dem nichts im Wege.
Hier solltest Du der Kasse jedoch Bescheid geben und nach Möglichkeit eine Bescheinigung vom Arzt (nicht Psychotherapeut) beifügen, dass der Urlaub den Genesungsprozess nicht beeinträchtigt, bzw. das dieser es für unbedenklich hält.

Dies vor dem Hintergrund, dass Du für die Kasse zumindest postalisch erreichbar sein musst, weil die ja beispielsweise auf die Idee kommen könnten Dir eine Einladung zur Begutachtung durch den MDK zukommen zu lassen. Würde der in den Zeitpunkt Deiner Abwesenheit fallen und Du würdest nicht erscheinen, würde Dein Anspruch auf Krankengeld ruhen, bis Du Deiner Mitwirkungspflicht nachgekommen wärst.

Auslandsaufenthalte musst Du Dir auf jeden Fall genehmigen lassen, ein Anspruch hierauf besteht nicht. Im Zweifel genehmigt Dir die Kasse dies sogar, jedoch ruht in der Regel Dein Anspruch auf Krankengeld während dieser Zeit. Du müsstest Dich nach Rückkehr dann zurückmelden, damit Dein Krankengeld wieder auflebt.

Es geht grundsätzlich auch um den Fakt, dass die laufende Behandlung/Therapie nicht zu lange unterbrochen wird, um den Genesungsprozess zu lange hinauszuzögern.

Viele Grüße
sundancer

27.01.2020 14:39 • x 1 #4


Irgendeine
Zitat von Aita:
In dem Infoblatt von der Krankenkasse steht, dass man mit einem ärztlichen Attest bei der Krankenkasse einen Antrag auf Genehmigung stellen muss. Ich habe jetzt Bedenken, dass der Antrag abgelehnt wird.


Okay, so eine Info habe ich nie bekommen. Als ich krankgeschrieben war, habe ich öfters meine Eltern im Ausland besucht (die wohnen allerdings auch nur 160km weit weg), ansonsten immer nur Reisen innerhalb Deutschlands und auch immer nur wenige Tage. Meine Ärzte wussten teilweise davon. Meine Krankenkasse hat sich nicht mal gemeldet, als ich (während ich krankgeschrieben war) im Urlaub ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

27.01.2020 22:30 • #5


sundancere20j
Zitat von Irgendeine:
Okay, so eine Info habe ich nie bekommen.


Du hättest ja auch durchaus auf die Idee kommen können, Deine Kasse zu fragen. Wenn Du auf der Arbeit Urlaub brauchst, fragst Du Deinen Arbeitgeber ja auch und nimmst ihn Dir nicht einfach. Und es gibt wahrscheinlich auch im SGB den Leitsatz, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.

Zitat von Irgendeine:
Als ich krankgeschrieben war, habe ich öfters meine Eltern im Ausland besucht (die wohnen allerdings auch nur 160km weit weg), ansonsten immer nur Reisen innerhalb Deutschlands und auch immer nur wenige Tage. Meine Ärzte wussten teilweise davon. Meine Krankenkasse hat sich nicht mal gemeldet, als ich (während ich krankgeschrieben war) im Urlaub ins Krankenhaus eingeliefert wurde.


Das heißt jedoch noch nicht, dass Dein Verhalten korrekt war oder ist. Sei froh, dass es kein Problem gab. Aber auch Du weißt es ja jetzt besser und kannst Dich entsprechend verhalten.
Denn ich möchte nicht wissen, wie Du es findest, falls Dein Glück vielleicht nur für eine Sekunde mal nicht hinsieht und die Kasse Dich wegen solch einer Sache in Visier nimmt.

28.01.2020 06:38 • x 1 #6


buddl1
dir steht ein Urlaub in der Krankheitsphase durchaus zu,
alles was deiner Genesung förderlich ist.
sicher, die Kasse kannst du durchaus informieren, gerade weil es ein Ort ist, der für euch ein wiederkehrender Focus war und bleiben soll. so wie du dies hier begründest wird auch die Kasse zustimmen
dessen bin ich mir sicher.
buddl1,

28.01.2020 06:54 • x 1 #7


Danke für eure Antworten.

Dann müsste mein Hausarzt mir eine Bescheinigung schreiben, dass der Urlaub meiner Genesung guttun würde, oder?
Soll ich selber auch noch ein Schreiben an die Krankenkasse verfassen, oder meint ihr die Bescheinigung vom Arzt reicht?
Ich bin dann schon 7 Monate krankgeschrieben und die Krankenkasse sieht ja auch aus welchem Grund.

Falls die Krankenkasse die Zustimmung verweigert, könnte ich ja immer noch anbieten auf das Krankengeld zu verzichten.

28.01.2020 08:38 • x 1 #8


buddl1
dein Hausarzt ist zu befragen, gibt er sein Okay, kann er im Zweifel der KV dies auch begründen/ erklären.
und 14 Tage in Deutschland, sind nicht ein Monat auf den Malediven
buddl1,

28.01.2020 09:29 • x 1 #9


Es wären 14 Tage in Südtirol in einer Ferienwohnung von Freunden wo wir bestimmt schon 20 x waren.

28.01.2020 09:41 • #10


buddl1
also nix exotisches, sondern bodenständiges.
keine großartigen Klima oder Zeit- Verschiebungen.
ich sehe da keinen Anlass es nicht zu dürfen, wenn der Hausarzt
diesem zustimmt.
buddl1,

28.01.2020 10:15 • x 1 #11


Irgendeine
Zitat von sundancere20j:

Du hättest ja auch durchaus auf die Idee kommen können, Deine Kasse zu fragen. Wenn Du auf der Arbeit Urlaub brauchst, fragst Du Deinen Arbeitgeber ja auch und nimmst ihn Dir nicht einfach. Und es gibt wahrscheinlich auch im SGB den Leitsatz, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.



Das heißt jedoch noch nicht, dass Dein Verhalten korrekt war oder ist. Sei froh, dass es kein Problem gab. Aber auch Du weißt es ja jetzt besser und kannst Dich entsprechend verhalten.
Denn ich möchte nicht wissen, wie Du es findest, falls Dein Glück vielleicht nur für eine Sekunde mal nicht hinsieht und die Kasse Dich wegen solch einer Sache in Visier nimmt.


Durch den Krankenhausaufenthalt wusste die Kasse ja, dass ich nicht zu Hause war. Du brauchst nicht gleich so unfreundlich werden. Ich habe die Frage von Aitu nach meinem besten Wissen beantwortet.

28.01.2020 11:38 • #12


sundancere20j
Zitat von Aita:
Es wären 14 Tage in Südtirol in einer Ferienwohnung von Freunden wo wir bestimmt schon 20 x waren.


Südtirol ist nicht Deutschland. Also auf jeden Fall beantragen bei der Kasse. Solltest Du auch jetzt machen, da Du einen Vorlauf von 4 - 6 Wochen einräumen musst.

Bei meiner Kasse war es so, dass die mir dann noch einen Vordruck geschickt haben, den ich ausfüllen musste. Und mein Arzt hat auch nen Fragebogen erhalten.

Ggf. rufst Du mal bei der Kasse an und fragst nach, wie die es wollen. Vielleicht, wenn die eigene Bögen haben, schicken sie Dir diese zu, damit Du, bzw. Dein Arzt es ausfüllen kann und Du es komplett einreichen kannst.

28.01.2020 15:21 • x 1 #13


Ich habe die halbe Nacht wach gelegen und gegrübelt.
Ich möchte keinen Antrag auf Urlaub bei der Krankenkasse stellen, weil meine Angst zu groß ist, dass er abgelehnt wird. Deswegen habe ich mir überlegt, der Krankenkasse von mir aus das Angebot zu machen die 2 Wochen auf das Krankengeld zu verzichten und mit meiner Frau wegzufahren.

Meint ihr, dass die Krankenkasse da etwas gegen haben könnte?

29.01.2020 09:00 • #14


buddl1
wenn du aber doch krank bist und auch bleibst, ändert es doch nichts an der Zustimmung vom behandelten Arzt.
Sicher, auf das Krankengeld zu verzichten ist eine Idee, nur stellt sich dann doch die Frage, ob die Krankheit so einschneidend, um nicht doch Arbeiten zu können. Die Kassen sehen doch nur Zahlen, nicht den Menschen. Es wäre so, als ob man das Pferd verkehrtherum satteln will.

wende ich an deinen Arzt und wie bereits erwähnt an die Krankenkasse. streichen können dann immer noch.
Fragen kostet nichts und dann kannst du auch wieder durchschlafen, was ich schon sehr wichtig empfinde, als
darüber ob sie mir die 14 Tage streicht oder nicht.
buddl1

29.01.2020 09:25 • #15





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