Habe ein halbes Jahr Mirtazapin zum Schlafen genommen. 7,5mg. Vor 2 Wochen versucht abzusetzen. 4 Wochen reduziert auf 3,75mg dann weggelassen. Die erste Woche ohne war völlig in Ordnung. In der 2. Woche wieder vermehrt unruhe und schlechter Schlafe. Gestern wieder genommen. Sind das typische Absetzsymbtome? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
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#1
12 Antworten ↓
Fritz Mitglied
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Hi LUMBA1977
Ich glaube, dass es sich um Absetzsymptome handelt. Das geht vielen Patienten so. Mit den Medis funktionierte es so olala. Dann glaubt man, dass es vielleicht ohne die Medikamente auch geht. Man reduziert die Dosis oder schleicht das Medikament vollkommen aus. Aber die psychische Krankheit schlägt zurück. Also wie der die ursprünglich Dosis, dazu Geduld, Geduld bis die Wirkung wieder einsetzt. Also, es ist nichts tragisches! Servus
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#2
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Hallo LUMBA1977,
Mirtazapin zum Schlafen
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LUMBA1977 Mitglied
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Danke für dein Feedback. Würde es auch weiterhin nehmen bekomme allerdings Fresssucht davon. 10 Kilo rauf. Habe auch mal Quetiapin bekommen. War mir allerdings zu heftig. Alternativen ? Morgens nehme ich 75mg Sertralin für den Antrieb und Angst. Bin mir auch nicht sicher ob es das Richtige ist. Problem ist bei mir nicht der Antrieb sondern eher das Gegenteil. Bin immer unter Strom und kann ganz schlecht runterkommen und Entspannung zulassen.
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#3
Dys Mitglied
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Es ist zu Erwarten, dass wenn man ein Medikament ausgeschlichen hat, das schlafanstoßend wirkt, es wieder schwerer wird einzuschlafen. Ohne aber an der Ursache der Schlafstörungen zu arbeiten, dürfte dauerhaft auch keine Besserung zu verzeichnen sein. Das Problem der Gewichtszunahme ist bei Mirtazapin bekannt. Am besten, wenn man an der Schlafhygiene nichts verändern will oder kann, mal den Arzt fragen, welche Alternativen er vorschlägt und dann bleibt nur Ausprobieren.
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#4
L
LUMBA1977 Mitglied
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Das schlechter Schlafen ist noch ok für mich. War immer schon ein schlechter Schläfer. Nur diese innere Unruhe mit Herzrasen macht mich kirre. Sobald ich Mirtazapin nehme wird es besser. Vielleicht Kopfsache. Steiger mich dann auch immer rein.
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#5
Fritz Mitglied
704
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Hi LUMBA1977 Ich nehme auch Qetiapin zum Schlafen und morgends Sertralin Ein paar kg. wiege ich zuviel, dass muß wieder runter. Aber lieber 5 kg zuviel und zufrieden, als 5 kg. weniger und depressiv. Alles nicht so einfach. Servus
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Nuance Mitglied
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Es können Entzugserscheinungen sein. Die sind tückisch und halten sich nicht an strikte, geplante Reduktionen. Von 3,75mg auf Null - das war gewagt.
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#7
L
LUMBA1977 Mitglied
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Ja, ok. Aber wie soll man die Tabletten noch kleiner machen? Halbiere 15mg auf 7,5mg. Diese schneide ich mittels Tablettenschneider auf 3,75mg. Dann bleibt nur noch ein Grümmel über den man nur noch schlecht teilen kann. Tropfen gibt's nicht, oder?
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#8
Dys Mitglied
2142
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Es gibt tatsächlich Menschen, die sehr krasse Symptome beim Ausschleichen erfahren und dann das Medikament auflösen und immer kleinere Dosen heraus pipettieren. Das sind aber glücklicherweise Ausnahmen. In der Regel sollte es reichen, so wie Du es machst.
Ich hatte seinerzeit keine Symptome die es mir unmöglich machten von 30mg auf 15mg und weiter auf 7,5mg und dann auf 0 auszuschleichen. Also die umgekehrte Variante, wie ich es eindosiert hatte. Natürlich fällt beim Ausschleichen die sedierende Wirkung weg und damit muss man dann umgehen, dass eben kein ausreichender Wirkstoff mehr im Organismus ist. Die unangenehmen Nebenwirkungen bleiben aber deswegen ja nicht ein Leben lang.
Es könnte halt auch zum Nocebo Effekt kommen, der im Gegensatz zum Placebo Effekt eben suggeriert, es ginge einem schlecht, weil man etwas nicht mehr einnimmt. Denn beim Placebo Effekt nimmt man ja keinen Wirkstoff und trotzdem tritt scheinbar eine positive Wirkung auf.
Bei mir trat nach dem Ausschleichen jedenfalls nichts negativeres auf, als zunächst etwas schwerer in den Schlaf zu finden. Ich habe aber ein bisschen mehr an meiner Schlafhygiene geändert und dann wurde es besser. Dennoch kommen immer wieder Phasen, da klappt es eben auch mal nicht mit dem schlafen wie gewünscht. Mirtazapin ist zumindest kein überlebenswichtiges Medikament, dessen nicht mehr Einnehmen zum Tod führen könnte.
Natürlich reagiert jeder Mensch/Körper unterschiedlich auf Medikamente und so ist es dann gerne mal an einem Selbst, ob man auch mal aushalten kann, wenn unangenehme Symptome auftreten, die nachweislich eben gefühlt sind, aber keine wirklich körperlichen Auswirkungen darstellen. Und deswegen gibt es keine generelle Aussage, wie was zu sein hat und was man dagegen zu tun hätte, die eine generelle Anwendung zu finden hat. Am Ende ist ja das eigene Empfinden ausschlaggebend dafür, was man probieren will. Wenn man den Anspruch hat, es dürfte einem keinerlei unangenehmes Empfinden geschehen, dann wird man natürlich auch nicht versuchen es ohne irgendetwas zu überwinden. Allerdings ist zumindest anzunehmen, dass auch unangenehme Phasen, sich hin zu angenehmen ändern können, weil das so auch im Leben passiert.
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x 1#9
L
LUMBA1977 Mitglied
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Oh danke für den ausführlichen Text. Es ist mir bewusst, dass ich schulmedezinisch kerngesund bin. Du hast natürlich recht dass man auch gefühlt schlechtere Phasen mal durchlaufen muss im Leben. Bin halt immer auf der Suche nach dem Not Aus Knopf der mir nur positive Gefühle herbeizaubert. Mein Therapeut ist auch der Meinung dass ich immer auf der Flucht vor meinen Gefühlen bin da ich nie gelernt habe in der Kindheit damit umzugehen. Meine Eltern (Nachkriegsgeneration) haben mir beigebracht immer zu funktionieren und bloß keine Schwäche zuzulassen. Für sie war es wahrscheinlich überlebenswichtig. Leider habe ich diese Muster bis heute in mir und muss daran arbeiten sie aufzulösen. Ist halt anstrengend
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#10
Dys Mitglied
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Naja, mal meine persönlichen Erkenntnisse. DIE Glücks(gefühl) Pille gibt es nicht. Ich kann Gefühle aber auch nicht dahingehend beeinflussen, dass ich mir aussuchen kann, was ich fühlen will. Ebensowenig kann ich Gedanken die mir kommen, egal ob im Zusammenhang mit auftretenden Gefühlen oder aber eben einfach so, nicht nicht denken, oder bevor sie eben kommen, ausschließen. Also muss ich einen für mich vernünftigen Umgang damit führen und einzig dies alleine kann ich auch, wenn ich es schaffe, weil mir schon eine gewisse Selbstwirksamkeit gegeben ist. Und ein Umgang ist es auch, mal etwas auszuhalten, dass ich nicht angenehm empfinde, aber nicht ändern kann, oder mal nicht dem ersten Impuls sofort eine Handlung folgen lassen zu müssen. Es ist auch eher nicht zu erwarten, dass ein Therapeut einen wie auch immer gearteten Schalter in einem umlegen könnte und alles wäre gut. Bestenfalls kann er unterstützen, dass man selbst erkennt, was man an und für sich ändern kann und selbst auch zu akzeptieren, dass es eben nicht einfach sein muss und einem auch etwas abverlangt. Üblicherweise verlernt man etwas erlerntes nicht so einfach, aber dieser Umstand muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, das es nicht möglich ist, etwas hinzuzulernen. Selbst wenn man dadurch erkennen kann, dass so manches erlernte nicht zwangsläufig noch so gehandhabt werden muss, wie es früher vielleicht mal zweckmäßig gewesen ist.
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#11
L
LUMBA1977 Mitglied
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Da hast du natürlich mit allem Recht. Hoffe nur dass mir die Therapie weiterhilft im Umgang mit der Unruhe. Die Unruhe entsteht ja eigentlich nur durch ständiges Grübeln und Sorgen. Warst oder bist du auch in Therapie und bringt es dich weiter ?
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#12
A
Hallo LUMBA1977,
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Dys Mitglied
2142
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Ja ich war und bin aktuell wieder ambulant in Therapie. Es half immer aber es ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon, wenn man es vergleichen müsste.