Absetzsymptome bei Antidepressiva wie Venlafaxin & Mirtazapin

chief

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Hi,

ich halte nun schon seit 10 tagen ohne Opipramol durch. Mal wieder ein Versuch?
Ich halte gerade die Hölle aus und es ist mir egal. Die Absetzsymptome sind derart heftig. Es geht von Verzweiflung, Heulattacken, körperlichen beschwerden, Druck auf dem ganzen Bauchraum, kopfschmerzen über Ruhelosigkeit und Nervosität. "Es ist einfach grausam" hieß es in einem bericht des S.T.E.R.N,. Das kann ich nur bestätigen.

info: 2008 nahm ich ein jahr Citalopram, seit 2009 bis jetzt mehr oder minder Opipramol recht hochdosiert.
ich will nicht wieder anfangen und haue das durch.

was habt ihr denn für erfahrungen beim absetzen gemacht? Welche Symptome kennt ihr?

Antworten wären echt super. So, ich muss mich jetzt bewegen, denn das hilft

Chief Ende

14.11.2012 15:21 • #1


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Sarah

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Hallo Chief,

Schleichst du das Medikament aus oder hast du es abrupt abgesetzt? Und war das Ganze mit deinem Arzt abgesprochen?

14.11.2012 16:02 • #2


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Steffi

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Hallo chief,

ich habe mir erlaubt, deinen Thread ins Medikamentenforum zu verschieben. Ich denke, dieses Thema dürfte viele interessieren. Ich möchte nicht, dass es im Forum Depression untergeht.
Solltest Du das anders sehen, gib mir Bescheid.

14.11.2012 17:55 • #3


chief

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Hi steffi,
ich dachte, gerade im Depressionsforum lesen es mehr Leute?!?? Aber egal.

@Sarah: Ich habe es von der Höchstdosis, die ich oft nahm (300 mg) langsam reduziert auf 50 mg am Abend und seit 2 Wochen auf Null. Abgesprochen ist es nicht, mein Psychotherapeut lässt mir da relativ freie Hand. eine Neurologin wollte umstellen auf ein SSRI. Das will ich aber nicht. Ich habe ein hochsensibles Nervensystem, das ist Veranlagung. Da kannste nur für mehr ruhe sorgen. Antidepressivas helfen nur bedingt.
Das ist aber auch nicht relevant. mich interessieren nur erfahrungen anderer leidgenossen. denn ich finde, absetzen ist verdammt heftig.
So stelle ich mir das fegefeuer vor. der o.g. artikel aus einer Zeitung ist zwar von 2006, aber trifft genau ins Schwarze. Darf ich den link hier einstellen? Ansonsten gerne per P.N.

So, nun warte ich auf erfahrungen bzw. auf Symptome, die ihr so kennt...

LG
Chief

15.11.2012 06:46 • #4


Martina

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Ich habe beim Ausschleichen von Antidepressiva's noch nie Probleme gehabt - auch nicht beim Opipramol.

15.11.2012 07:39 • #5


monty

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Bisher habe ich nur jeweils auf ein anderes Medikament "umgestellt".
Das Ausschleichen des jeweiligen Medikaments habe ich auch stets langsamer gemacht, als vom Arzt empfohlen, weil ich Angst vor den Nebenwirkungen hatte. Hinterher habe ich dem Arzt jeweils erklärt, dass ich mir "mehr Zeit" genommen hätte, was er seinerseits ohne Widerspruch hinnahm.

Im Unterschied zu dir habe ich natürlich jeweils das neue Medikament gleichzeitig in kleiner Dosis dazu zu nehmen.
Derzeitig probiere ich das vierte Präparat.

Was nun vom Aus- oder Einschleichen kam, lässt sich nicht gut unterscheiden.

15.11.2012 10:42 • #6


chief

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Okay,

ich bin kein Fachmann und stelle mir den körper mal so vor:

Ich bin nervös und ständig angespannt. Mein Nervensystem ist ständig hochgepowert. Nun bekomme ich ein medikament, welches das unterdrückt . Mal mit Erfolg, häufig ohne. Aber im Allgemeinen bin ich ruhiger. nun nehme ich es drei lange jahre lang. Plötzlich, innerhalb von 4 Wochen, bekommt mein Körper keinen nachschub mehr. was soll er nun machen? Er rebelliert. Das passiert ja schon bei scheinbar harmlosem Kaffee Entzug oder beim Rauchen. Also ist es doch logisch, dass bei chemischen Substanzen heftigste Entzugserscheinungen auftreten können. Wie gesagt, ganz laienhaft gedacht.

erwiesen ist ja z.B. auch, dass Blutdruckhemmer im Prinzip genau das gegenteil bewirken. Der Blutdruck erhöht sich, da immer mehr gegen den Senker gearbeitet wird. Beim Absetzen wäre also der Druck signifikant höher als vorher.
Also MUSS der Patient immer weiter die Medikamente nehmen. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie.
Ich weiß auch, dass viele Betroffene ohne Antidepressivas nicht auskommen. Bei mir ist es ja auch so gewesen, ich habe auch schon 2 Absetzversuche hinter mir.
Man lernt bei jedem Mal dazu.
Wenn ich nun durchhalte, wovon ich ausgehe, werde ich vieles anders machen, für Ruheinseln sorgen, Sport treiben, mich bewegen.
Alternativ nehme ich seit Monaten Vitalpilze(sehr gut) und mache eine EUT seit einer Woche.

Okay, gerne warte ich auf weitere Berichte...

LG
Chief

15.11.2012 11:27 • #7


GastAccount

Ich halte nicht viel davon mit Medikamenten rum zu spielen. Und der Vgl. Mit Blutdrucksenkenden Mitteln passt leider nicht ganz. Zu hoher Blutdruck ist meist chronisch, sprich Senker muss man den Rest des Lebens nehmen.

Wäre es nicht besser erstmal das Leben zu ändern, Ruheinseln anzuschaffen, Sport zu treiben und dann bei wirklicher Stabilität auszuschleichen? Meines Erachtens zäumst du das Pferd von hinten auf

15.11.2012 11:36 • #8


chief

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Tut mir leid, ich spiele nicht mit medikamenten. das überlasse ich den Ärzten. Zu hoher Blutdruck fällt nur in ganz wenigen fällen vom Baum. Vieles ist selbstverschuldet. Da kann man mit z.B. Nahrungsumstellung mehr erreichen.

Ich finde den vergleich sogar sehr gut. Wieviele menschen schaffen es denn nicht, abzusetzen, weil die symptome verstärkt zurückkehren??? Liegt doch auf der hand. Zumal ja auch keine 100 Prozentige Wirksamkeitsstudie zu z.B.SSRI besteht. Schau doch mal im www nach, wieviele berichte von Absetzsymptomen geschrieben wurden.

Auch kann ich nicht behaupten, dass ich das Pferd von hinten aufzäume. Ich lerne seit januar Tai Chi als beispiel. Das ist die Ruheinsel schlechthin. Doch das reicht nicht. Der Körper an sich würde sich nicht selber zerstören (Naja, bei Lupus schon). Er hat Kräfte in sich, die er mit medikamenten nicht entfalten kann.
Ich weiß, wie schwer es ist, finde aber die hier angefachte Diskussion sehr hilfreich.

Von daher vielen dank

LG
Chief

15.11.2012 12:14 • #9


Zeta

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Moin,

ich kann dir nur von meinen Absetzsymptomen bei Paroxetin erzählen, aber die waren auch schrecklich. Nach drei Tagen ohne Antidepressiva gings damit los (von 20mg auf 0, war die Entscheidung des Arztes, nicht meine).
Hoher Puls, innere Unruhe, kreisende Gedanken. Nach fünf Tagen Gefühl wie Watte im Kopf/als hätte ich Fieber oder Erkältung, Übelkeit, Heulkrämpfe, Stimmungsschwankungen zwischen Trauer, Wut oder einfach taub. Außerdem extrem wirre Träume (bspw. x mal im Traum aufwachen und dann nicht mehr wissen ob man wach ist oder noch schläft), wurde oft durchschwitzt wach. Dann kam Schwindel dazu, ganz schlimm wenn ich die Augen schnell bewegt hab. Das hat erst vor kurzem aufgehört. Die meisten anderen Symptome waren nach etwa zwei Wochen gegessen. Nur der Schwindel war hartnäckig.

16.11.2012 03:56 • #10


chief

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Moin,
oh, auch ein frühaufsteher. danke für Deinen Bericht. Klingt auch heftig. Ich habe heute 2 wochen rum und es ist eigentlich schlimmer als je zuvor. Bin um 4 Uhr aufgewacht und dann ging nix mehr. Bin total hoffnungslos, dass es schnell besser wird. werde es heute mal mit Schlafentzug probieren. Dass zumindest mal Erleichterung kommt, so hoffe ich. habe kaum Appetit, brennen und ziehen im ganzen Körper. bin total hochgepusht und fahrig. Habe auf einer www seite eine Übersicht über Symptome gefunden, zum ankreuzen, da habe ich fast alles ankreuzen können. na super.
Okay, in der hoffnung auf besserung. Sag mal ZETA, hast Du komplett abgesetzt oder umgestellt auf ein anderes Antidepressiva?

LG
Chief

16.11.2012 05:41 • #11


77Balea

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Ich habe Anfang des Jahres Venlafaxin ausgeschlichen und abgesetzt. Mein Körper mochte das Zeug dann doch nicht mehr. Bei einer Dosis von 125 mg fing meine Schilddrüse an sich zu beschweren und drückte. Mein Kopf brauchte mehr und meine Schilddrüse wollte nicht mitspielen. Also fing ich an auszuschleichen. Solange ich immer noch ein paar Krümmel am Tag nahm war alle in Ordnung, aber wenn mein Kopf gar nix mehr bekam gings los. Ich hab dann versucht mit immer weniger in immer längeren Abständen, aber das hat auch nicht geholfen. Irgendwann konnt ich die Tabletten nicht kleiner teilen und hab gar nix mehr genommen. Der Entzug war wirklich sehr unschön. Mein Kopf war wie Matsch, alles fühlte sich verzerrt an. Nach 2-3 Wochen ging es dann langsam besser. Das musste ich dann einfach aushalten, weil zurück wollte ich nicht mehr.
Als die Entzugserscheinung dann endlich weg waren, ging es mir mental aber wieder schlechter. Ich hab dann die Neurologin gewechselt und die hat mich dann auf Amitiptylin eingestellt.
Das Citalopram konnte ich ohne Probleme ausschleichen und beende. Vom Fluoxetin bin ich gleich auf Venlafaxin umgestiegen.
Die Medis wirken leider bei jedem anders und auch der Entzug ist immer anders. Aber ich denke, wenn Du jetzt von dem Zeug weg willst und Du bist ja schon auf einem guten Weg, musst Du das jetzt einfach aushalten. Der Entzug kann nicht mehr lange dauern.

16.11.2012 07:41 • #12


chief

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Ich hoffe. Bin gerade auf ein anderes Forum gestoßen, wo es nur um Antidepressivas und deren Entzug geht. es ist ja der Wahnsinn.
das für und wider von Antidepressivas überhaupt wird auch viel zu wenig behandelt. Im Prinzip, und da wiederhole ich mich gerne, ist jeder patient ein versuchskaninchen der Ärzte und der Pharma industrie. Laut neusten Studien werden über 70 Prozent der Psychopharmaka von Hausärzten verordnet. Das sagt schon einiges aus.
Die Wirksamkeit ist überhaupt nicht belegt, die Nebenwirkungen hingegen schon. Das ist eine Grundsatzsiskussion.
Ich sollte , zum opipramol, auch noch Venlafaxin nehmen, damit Serotonin mehr bereitgestellt wird.

Ich habe dazu gelesen:

"Studien konnten zeigen, dass das Gehirn sich an die Medikamente in einer Weise anpasst, die das angebliche Problem überhaupt erst erzeugen. Bekommt ein Patient Dopamin-Blocker, reagiert das Gehirn darauf mit der Produktion von Dopamin und der Bildung von mehr Dopamin-Rezeptoren, um den Normalzustand wieder herzustellen. Bei depressiven Patienten, bei denen der Serotonin-Level künstlich angehoben wird, setzt das Gehirn folgerichtig mit der Produktion von Serotonin aus und bildet die entsprechenden Rezeptoren zurück. So erzeugt die Dro. genau den Zustand, den sie angeblich bekämpfen soll. "
Bericht aus einem Blog

Darf ich das hier reinsetzen, ich gehe davon aus.
Ich jedenfalls könnte mir in den Allerwertesten treten, weil ich überhaupt mal damit angefangen habe. Nun habe ich den salat und werde ihn verdammt nochmal aufessen, bis er komplett alle ist.

LG
Chief

16.11.2012 08:27 • #13


chief

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Mir fällt gerade noch ein, mich würde interessieren, wie lange ihr die medis genommen habt bis zum Absetzen...

Chief

16.11.2012 09:09 • #14


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Eloise

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Es tut mir leid, dass du mit dem Entzug solche Probleme hast, doch würde ich eine etwas "neutralere" Berichterstattung hilfreicher finden.

Du hast die Medikamente genommen, sie haben dir eine zeitlang geholfen und nun bist du stabil genug sie abzusetzen. Klar, ist es nicht schön Entzugserscheinungen zu haben, aber das macht den Nutzen der Medikamente für dich in der Vergangenheit doch nicht nichtig.

Ich weiß nicht wie du dich neben den Vitalpilzen sonst noch ernährst, aber vielleicht könntest du auch über die richtige Ernährung deine Entzugerscheinungen etwas lindern.

16.11.2012 09:24 • #15


chief

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Ich ärgere mich halt über mich selbst. Aber das sind erfahrungswerte. Ausserdem weiß ich ja gar nicht so recht, ob sie mir so geholfen haben. es gab ja auch mit den Antidepressivas echt heftige Phasen.
wenn man die geschicjte zurückverfolgt, dann wird man einfach nachdenklich. das werde ich derzeit halt. Wem die Mittel helfen, der soll sie unbedingt weiternehmen. Ich will nur diskutieren über den entzug, nichts weiter ist es ja, und die Symptome. Die frage, die sich halt stellt ist, warum gibt es denn diese symptome beim Einschleichen und Absetzen???

Im nachhinein betrachtet hätte ich halt auf Antidepressivas verzichten können, hätte ich alles bedacht und nicht sofort den medikamenten vertraut. Ich war halt sehr verzweifelt und habe dann die "bittere Pille" geschluckt.
Ich möchte nicht unneutral wirken. Ich schreibe wie ich denke.Sorry. Danke für die denkanstöße.

LG
Chief

16.11.2012 10:00 • #16


monty

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Dann auch von mir ein Denkanstoß: Vermutlich hätte ich mich ohne die Medikamente schon "aus dem Leben" geschlichen.
In meiner verzweifelten Situation haben sie mir damals wieder Hoffnung gemacht, dass es besser werden wird.
Natürlich habe ich auch "trotz" der Antidepressiva's schlechte Phasen, aber damals waren sie ein Lebensretter...

16.11.2012 10:23 • #17


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Eloise

704
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Du hast damals nicht alles bedacht oder es vielleicht einfach anders gesehen. Das kannst du jetzt nicht mehr ändern und musst dich daher auch deswegen nicht verrückt machen.

Ich hatte so meine Zweifel an Antidepressiva, weil ich als Angehörige schon damit in Kontakt kam, hab mich aber trotzdem dafür entschieden welche zu nehmen.

Die Symptome gibt es, weil die Medikamente massiv in den Hormonhaushalt eingreifen. Schau dir ne Frau mit PMS oder während der Schwangerschaft an - da braucht es nicht mal einen Eingriff von Außen.

Wie empfindlich unser Hormonhaushalt ist hab ich vor allem durch meine Schilddrüsenunterfunktion gesehen. Zum Teil konnte ich anhand meiner Stimmung sagen, dass meine Werte gerade nicht stimmen. Und das waren zum Teil noch Schwankungen innerhalb der Normwerte. Mein Thyroxin werde ich mein Leben lang nehmen müssen, aber nicht, weil meine Schilddrüse wegen des Medikaments den Dienst eingestellt hat. Sie löst sich einfach auf. Autoimmunreaktion. Auch sowas gibt es.

Bei dir ist es jetzt nun mal wie es ist und du kannst nur das Beste daraus machen. Also sei nicht so streng mit dir, wegen dem was du früher mal entschieden hast und find das richtige Tempo, in dem du den Entzug durchziehen kannst.

16.11.2012 10:41 • #18


Zeta

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Zitat von chief:
Moin,
oh, auch ein frühaufsteher. danke für Deinen Bericht. Klingt auch heftig. Ich habe heute 2 wochen rum und es ist eigentlich schlimmer als je zuvor. Bin um 4 Uhr aufgewacht und dann ging nix mehr. Bin total hoffnungslos, dass es schnell besser wird. werde es heute mal mit Schlafentzug probieren. Dass zumindest mal Erleichterung kommt, so hoffe ich. habe kaum Appetit, brennen und ziehen im ganzen Körper. bin total hochgepusht und fahrig. Habe auf einer www seite eine Übersicht über Symptome gefunden, zum ankreuzen, da habe ich fast alles ankreuzen können. na super.
Okay, in der hoffnung auf besserung. Sag mal ZETA, hast Du komplett abgesetzt oder umgestellt auf ein anderes Antidepressiva?

LG
Chief


Ich hab komplett abgesetzt. Im Moment bin ich auch eher abgeneigt andere Antidepressivas zu versuchen. Hab so ein klein wenig die Schnauze voll ;)
Ist natürlich nicht empfehlenswert, aber naja. Zumindest vorerst gibts für mich keine neuen Tabletten. Erst teste ich Psychotherapie aus, sobald meine Therapeutin freien Platz hat. Ich hab das Gefühl dass darüber reden mir persönlich eher hilft als täglich Tabletten zu schlucken. Genommen habe die Paroxetin von Februar dieses Jahres an, also etwa ein 3/4 Jahr. Hat mich ziemlich entsetzt wie stark die Absetzerscheinungen waren obwohl ich nur die 20mg Dosis hatte (ist glaube ich die 2. niedrigste?).
Wo ich diesen Beitrag von dir lese fallen mir noch Symptome ein, die ich gestern vergessen hab. Da wären auch Fahrigkeit und zum anderen extreme Probleme sich zu konzentrieren gewesen. Ich habe zeitweise auf den PC-Bildschirm oder den Fernseher gestarrt und alles ist einfach an mir vorbei gerauscht.

17.11.2012 01:44 • #19


Caspara

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Zitat von chief:
@Sarah: Ich habe es von der Höchstdosis, die ich oft nahm (300 mg) langsam reduziert auf 50 mg am Abend und seit 2 Wochen auf Null.[/code] Das ist schon mal sehr gut.
Zitat:
denn ich finde, absetzen ist verdammt heftig.
So stelle ich mir das fegefeuer vor.
Klingt wirklich sehr unschön. Wobei es mich im Grunde schon sehr wundert. Dass es Absetzphänomene gibt (gerade beim Opipramol) ist ja bekannt und deshalb soll man ja langsam runterdosieren. Durch die fehlende Sedierung kommen eben die Grundsymptome oft wieder verstärkt durch.

Aber als Info: Opipramol zählt man heutzutage nicht mehr zu den Antidepressiva. Es gilt eher als antriebsteigerndes Mittel gegen Ängste!

Es gibt aber noch einige andere Antidepressiva, die eher beruhigend wirken. Ob bei dir ein eher antriebsteigerndes Antidepressiva (wie Citalopram) angesagt ist, das besprich wirklich mit deinem Arzt.

Alles Gute,

17.11.2012 17:07 • #20


Caspara

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Zitat von chief:
Okay,

ich bin kein Fachmann und stelle mir den körper mal so vor:...
Laienhaft ist richtig! Deine Erklärung leider nicht!
Zitat:
erwiesen ist ja z.B. auch, dass Blutdruckhemmer im Prinzip genau das gegenteil bewirken. Der Blutdruck erhöht sich, da immer mehr gegen den Senker gearbeitet wird.
Das ist ein völlig anderes Prinzip - und auch hierbei ist es eben nicht erwiesen.
Zitat:
Ein Hoch auf die Pharmaindustrie.
Ja, denn ohne würden die Hochdruckpatienten längst mit hängender Lippe aufgrund ihres Schlaganfall gepflegt werden oder wären schon unter der Erde! Keine Stammtischparolen hier bitte!
Zitat:
Alternativ nehme ich seit Monaten Vitalpilze(sehr gut) ...
deren Wirksubstanzen leider überhaupt nicht zu kontrollieren sind
Zitat:
...und mache eine EUT seit einer Woche.
Was ist EUT?
European Urology Today oder Extreme Unreal Tournament?

17.11.2012 17:14 • #21


Caspara

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Zitat von chief:
Tut mir leid, ich spiele nicht mit medikamenten. das überlasse ich den Ärzten. Zu hoher Blutdruck fällt nur in ganz wenigen fällen vom Baum. Vieles ist selbstverschuldet. Da kann man mit z.B. Nahrungsumstellung mehr erreichen.
Na klar! Und dass die Blutgefäße im Alter einfach weniger elastisch sind und der Druck daher nicht "abgefangen" werden kann, das regulierst du auch mit der Ernährung. *io*

Zitat:
Zumal ja auch keine 100 Prozentige Wirksamkeitsstudie zu z.B.SSRI besteht.
Das stimmt zwar - aber was hat das mit dir und deinem Opipramol zu tun? Das Netz ist übrigens geduldig und jeder - ob er nun Ahnung hat oder nicht - kann sich hier als Experte aufspielen.

Ich finde deine Argumentation ziemlich verworren und weißt nicht, was du überhaupt erwartest. Was nützt es dir, wenn dir andere sagen, sie hätten ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht. Wird sich das auf dein Verhalten auswirken? Du scheinst da sehr klar zu sein, was das Absetzen angeht. Wenn du so eine negative Einstellung zu Antidepressiva hast, dann werden sie dir wahrscheinlich eher nicht helfen (sag ich jetzt mal aus meiner Erfahrung).
Such dir alternative Wege - aber glaube bitte nicht, dass du die einzig seeligmachende Lösung hast. Für dich vielleicht schon, aber nicht unbedingt für alle.

17.11.2012 17:19 • #22


Caspara

154
Zitat von chief:
Im Prinzip, und da wiederhole ich mich gerne, ist jeder patient ein versuchskaninchen der Ärzte und der Pharma industrie. Laut neusten Studien werden über 70 Prozent der Psychopharmaka von Hausärzten verordnet. Das sagt schon einiges aus.
Ja? Was sagt das denn aus? Aus meinen Augen sagt es aus, dass viele Patienten ihren Hausärzten vertrauen, dass es zu wenige Fachärzte gibt, die zu lange Wartezeiten haben und dass Hausärzte zu wenig geschult sind (sich schulen lassen!).
Zitat:
Die Wirksamkeit ist überhaupt nicht belegt, die Nebenwirkungen hingegen schon.
Wo hast du das denn her?
Zitat:
"Studien konnten zeigen, dass das Gehirn sich an die Medikamente in einer Weise anpasst, die das angebliche Problem überhaupt erst erzeugen. Bekommt ein Patient Dopamin-Blocker, reagiert das Gehirn darauf mit der Produktion von Dopamin und der Bildung von mehr Dopamin-Rezeptoren, um den Normalzustand wieder herzustellen. Bei depressiven Patienten, bei denen der Serotonin-Level künstlich angehoben wird, setzt das Gehirn folgerichtig mit der Produktion von Serotonin aus und bildet die entsprechenden Rezeptoren zurück. So erzeugt die Dro. genau den Zustand, den sie angeblich bekämpfen soll. "
Was für Studien? Dazu hätte ich gerde die Quelle.

17.11.2012 17:23 • #23


chief

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Wessen Wasser ich trinke, dessen Lied ich singe...

Schau mal in anderen Foren nach. Da gibt es viele ähnliche Erfahrungen.
Die nun augebrochene Diskussion deinerseits finde ich unangebracht. Viele meiner informationen habe ich von meinem Facharzt für Psychotherapie. Auch spezialisiert auf Psychosomatik.
Seit 5 jahren habe ich mir auch selber ein kleines Wissen angesammelt.
Was ist wahr, was ist falsch. Lässt sich das genau beantworten? Als Ärztin kennst Du ja sicherlich die Geschichte der Psychopharmaka.
In den USA entstanden und als Heilsbringer nach Europa geschleppt werden Milliardenumsätze getätigt.
Wo geht es denn in unserer gesellschaft nicht um ökonomische interessen???

Eigentlich finde ich, jetzt mal als Kernaussage, bevor ich wieder wirres Zeugs rede wie du sagst, es wird zu schnell ein Medikament verordnet im gesamten Medizinwesen. Wollen die Ärzte wirklich nur die Symptome bekämpfen oder die Ursache erforschen? Dazu ist doch im kranken gesundheitswesen eh kaum Zeit.Ärzten kann da ja nicht einmal ein Vorwurf gemacht werden.

Erkläre mir mal, warum mittlerweile die Homöopathie und andere Heilberufe aus dem Boden sprießen.Ja, natürlich gibt es auch da Unterschiede.
In einem Forum gibt man seine Meinung wieder, beleidigen oder veralbern muss man/ich mich hier nicht lassen.
Wer es lesen will liest es , wer nicht der halt nicht.
Ich habe in den letzten jahren auch die Hölle mehrfach durchlebt und bin immer noch weit unten.

in diesem sinne wünsche ich IHNEN einen schönen Tag und weiterhin viel Erfolg
P.S.: Meine Mutter und mehrere Bekannte haben durch Vitalpilze gerade ihre Zucker,-Cholesterin,- und Blutdruckwerte in
einen grünen Bereich gebracht, dass die Ärztin sich wundert.
EUT ist eine Eigenurintherapie.

LG

Chefchen

20.11.2012 11:54 • #24


chief

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Ich bezweifle auch gar nicht, dass Psychopharmaka eine gewisse wirkung haben. Sie helfen einigen sicherlich wieder hoch, aber man sollte alles bedenken, genau abwägen, ob und wie es helfen kann. Da bedarf es Fachpersonal. Ein Hausarzt kann das einfach nicht gewährleisten, das stimmt doch wohl.

Das ganze system ist halt krank, wenn es eine völlig blödsinnige Bedarfsermittlung gibt. Bedarf ist da, logisch, aber auch da sollten wir uns alle fragen, warum? Die schnelle Zeit, voll digitalisiert, schürt Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit.
Die Menschen verlernen, mit Einsamkeit umzugehen, denn mit Handy und Co. ist man ja im Prinzip nicht alleine. Aber das ist ein anderes Thema, nur der fisch fängt IMMER am Kopf an zu stinken...

In diesem sinne.

20.11.2012 12:19 • #25


Caspara

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Zitat von chief:
Zitat:
Viele meiner informationen habe ich von meinem Facharzt für Psychotherapie. Auch spezialisiert auf Psychosomatik.
Seit 5 jahren habe ich mir auch selber ein kleines Wissen angesammelt.
Und auch da werden Sie ja Quellen haben - oder glauben Sie alles, was Sie so hören?
Auch Fachärzte müssen ja Quellen ihrer Informationen haben - leider hat die Statistik und damit auch die Möglichkeiten der Manipulation derselben nur einen sehr kleinen Anteil am Medizinstudium. Und auch das ist bei vielen eben sehr lange her.

Zitat:
In den USA entstanden und als Heilsbringer nach Europa geschleppt werden Milliardenumsätze getätigt.
Ja, die Entwicklung gerade solche Medikamente, die in den Hirnstoffwechsel eingreifen und physiologische Rezeptorprozesse wieder auf die normale Aktivität "einjustieren", sind teuer zu entwickeln. Was hat das mit den USA zu tun?
Zitat:
Wo geht es denn in unserer gesellschaft nicht um ökonomische interessen???
Nirgendwo, möchte ich meinen. Aber ich finde das auch verständlich - so lange es nicht überhand nimmt. Auch die Psychotherapie hat für den Therapeuten den Zweck, dass er sein Geld verdient. Der wird Sie auch nciht kostenlos behandeln. Was glauben Sie ist teurer - Medikation oder Psychotherapie?

Zitat:
...es wird zu schnell ein Medikament verordnet im gesamten Medizinwesen.
Das ist ein Manko unseres Gesundheitswesens, da stimme ich Ihnen zu. Einerseits haben die Ärzte keine Zeit mehr für den einzelnen Patienten, andererseits haben aber viele Patienten auch die Vorstellung, dass der Doktor ihnen etwas aufschreibt und dann geht es ihnen wieder gut. Von Selbstverantwortung wollen die meisten erstmal gar ncihts hören.
Zitat:
Wollen die Ärzte wirklich nur die Symptome bekämpfen oder die Ursache erforschen?
Ärzte sind in erster Linie für die Therapie zuständig. Und nciht jede Depression hat ja eine greifbare Ursache. Meist liegen lange gebahnte Verhaltensweisen, die eben nicht gerade günstig für die psychische Gesundheit sind, zugrunde (über seine eigenen Grenzen gehen, weil sonst die Umwelt mich nicht mehr mag...).

Zitat:
Erkläre mir mal, warum mittlerweile die Homöopathie und andere Heilberufe aus dem Boden sprießen.
Die Nachfrage regelt das Angebot in dem Fall. Klar wollen viele Menschen jemanden haben, der ihnen mal zuhört. Der sie als ganzen Menschen betrachetet. Das hat die alternative Medizin der "Schulmedizin" sicher voraus. Aber auch der Heilpraktiker behandelt dich nicht umsonst.

*offtopic* Jetzt hab ich mich so am Riemen gerissen, um im Höflichkeits-Sie zu schreiben und jetzt bist du auch wieder beim Du... *g*
Zitat:
In einem Forum gibt man seine Meinung wieder, beleidigen oder veralbern muss man/ich mich hier nicht lassen.
Ich hoffe nicht, dass mein Post so bei dir angekommen ist. Ich bin für klare Worte - aber beleidigen will ich hier niemanden.

Zitat:
P.S.: Meine Mutter und mehrere Bekannte haben durch Vitalpilze gerade ihre Zucker,-Cholesterin,- und Blutdruckwerte in
einen grünen Bereich gebracht, dass die Ärztin sich wundert.
Auch ja, die Pilze: Ich bin eigentlich jemand, der der Meinung ist, dass Wirkung wichtig ist, egal was sie bringt. Aber gerade in der Naturheilkunde werden teilweise üble Dinge verkauft (vertickt hätte ich fast geschrieben), wo niemand wirklcih sagen kann, was an Inhaltsstoffen pro Gramm überhaupt drin ist. Gerade diese getrockneten Pilze - am besten noch direkt aus China - kommen mir da in den Sinn.
Ich rate immer zur strikten Vorsicht. Gerade bei Pilzarten, die potentiell eben auch giftig sein können. Jede Pille muss tausendmal nachweisen, dass nicht ein Milligramm zu viel vom Wirkstoff darin ist (auch bei Naturheilpräparaten - siehe Baldrian), aber getrocknete Pilze oder Tees und sowas kann von der Dosis zwischen 0 und 100 schwanken. DAs finde ich halt gefährlich und würde es nie jemandem raten.

Zitat:
EUT ist eine Eigenurintherapie.
Danke für die Erklärung. Unter welchem Wirkprinzip funktioniert das bei dir?

Ich wünsche dir auch alles Gute und viel Erfolg bei deinen Therapien,

20.11.2012 16:29 • #26


Caspara

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Zitat von chief:
Ich bezweifle auch gar nicht, dass Psychopharmaka eine gewisse wirkung haben. Sie helfen einigen sicherlich wieder hoch, aber man sollte alles bedenken, genau abwägen, ob und wie es helfen kann. Da bedarf es Fachpersonal. Ein Hausarzt kann das einfach nicht gewährleisten, das stimmt doch wohl.
Da stimme ich dir voll zu.

Zitat:
Das ganze system ist halt krank, wenn es eine völlig blödsinnige Bedarfsermittlung gibt. Bedarf ist da, logisch, aber auch da sollten wir uns alle fragen, warum? Die schnelle Zeit, voll digitalisiert, schürt Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit.
Die Menschen verlernen, mit Einsamkeit umzugehen, denn mit Handy und Co. ist man ja im Prinzip nicht alleine. Aber das ist ein anderes Thema, nur der fisch fängt IMMER am Kopf an zu stinken...
Es stimmt schon, dass alles schneller und effektiver wird und werden muss - aber kannst du daran jetzt im Augenblick etwas ändern? Wenn ja, dann ist das sehr gut und dann würde ich es sofort tun an deiner Stelle. Wenn nicht, dann gibt es noch die Möglichkeiten, die krankmachende Situation zu verlassen oder sie zu akzeptieren (Love it, change it or leave it!).
Meint, dass jeder für sich selbst über Veränderungen nachdenken sollte. Oder eben über eine akzeptierende Grundhaltung. Die Situation zu verlassen ist oft leider nicht möglich!

20.11.2012 16:32 • #27


chief

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Aber ganz genau.

21.11.2012 10:36 • #28


chief

82
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Es ist halt wie es ist Frau Ärztin. Tschüß und alles Gute

Chief

21.11.2012 10:39 • #29


Pyxidis

1045
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Also wie meist im Leben gibt es kein schwarz und weiß, sondern irgendetwas dazwischen.

Ich selbst habe nach zwei Zusammenbrüchen Psychopharmaka genommen und sie haben mir sehr dabei geholfen wieder stabil zu werden. Ich habe in dieser Zeit mit Hilfe der Psychopharmaka viel gelernt in der Therapie und konnte gleichzeitig überhaupt wieder am Leben teilnehmen und es gestalten.

Jetzt bin ich an dem Punkt wo ich versuche auf diese Hilfsmittel zu verzichten und die dann auch meist viel stärker auftretenden Gefühle auszuhalten und vor allen Dingen etwas aus ihnen zu machen. Ich übe es jetzt mit meiner Wut umzugehen und alte Muster nämlich statt wütend zu werden, depressiv zu werden, zu durchbrechen. Zudem kann ich es viel besser aushalten mich abzugrenzen und die dabei auftretenden Verlustängste auszuhalten, eben weil ich mein Leben jetzt so gestaltet habe, daß ich mich in ihm wohlfühle und nicht mehr so hilflos auf andere Menschen angewiesen bin.

Lange Rede kurzer Sinn. Das alles wäre ohne die Hilfe von Medikamenten nicht möglich gewesen. Und ja es war gut, daß ich in dieser Zeit weiter arbeiten gehen konnte und ein normales Leben führen konnte. Es hätte mir nicht geholfen, zwar ohne Medikamente zu sein, dafür aber nur noch im Bett liegen beispielsweise. So wäre ich nicht vorangekommen.

Und ja jetzt möchte ich darauf verzichten, weil ja jetzt ich so weit bin, Dinge anzuwenden, die ich in der Therapie gelernt habe.

Und ich es vor allen Dingen natürlich auch nicht gut finde, Psychopharmaka zu schlucken.

Wo ist das Problem Chief? Vielleicht solltest Du Dein radikales Denken mal überdenken, denn alles hat immer zwei Seiten.

Und übrigens ich bin keine Ärztin und denke genauso.

Viele Grüße
Pyx

26.11.2012 11:44 • #30

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