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ME / CFS in Zusammenhang mit einer Depression?

Michi87

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Hallo zusammen,

kennt jemand das Thema ME/CFS, ist vielleicht sogar selbst betroffen oder kennt jemand, der davon betroffen ist? Ich bin jetzt nach einer etwas längeren depressiven Phase über den Berg. Ich fühle mich - vom Kopf her - nicht mehr niedergeschlagen, fühle mich sogar ausgeglichen. Allerdings bin ich körperlich seit vielen Monaten total abgeschlagen. Es fühlt sich an wie eine lang anhaltende Erkältung. Ich bin mir nicht sicher ob das eine Nachwirkung der depressiven Phase ist, aber es fühlt sich rein körperlich an. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

Kennt sich jemand damit aus? Evtl. auch im Zusammenhang mit Depressionen?

Grüße,
Michi

28.12.2021 22:27 • x 1 #1


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Schlüsselkind

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Bist Du denn mit ME/CFS durch Ärzt*innen diagnostiziert worden oder ist es erst einmal eine Vermutung deinerseits?

Ich bin chronisch an Endometriose erkrankt (Schmerzpatientin) und eine meiner Begleiterkrankungen ist bei mir das chronische Erschöpfungssyndrom, das leider oft neben anderen chronischen Erkrankungen auftreten kann.

Ich würde Dir empfehlen, Dich erst einmal mal körperlich gründlich untersuchen zu lassen, falls noch nicht geschehen, um die Ursache zu finden.

28.12.2021 22:49 • #2



Hallo Michi87,

ME / CFS in Zusammenhang mit einer Depression?

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Michi87

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Nein, mich interessieren eher Erfahrungen vor allem im Zusammenhang mit Depressionen. Z.B. ob bei manchen vor allem die körperlichen Symptome während der Depression im Vordergrund standen.

28.12.2021 23:11 • #3


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Catalie

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Bei mir stehen oft die körperlichen Beschwerden im Vordergrund, vorallem Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, aber vorherrschend in der depressiven Phase, nicht danach.
Was dich betrifft, würde ich In der heutigen Situation auch an Longcovid denken. Auch nach einer (unbemerkten) symptomlosen Coronainfektion kann es zu Longcovid kommen und ME/CFS ist eines der häufigsten Beschwerden.

28.12.2021 23:33 • #4


Michi87

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Bei mir bestehen zahlreiche Beschwerden schon länger als es Corona gibt, darunter eben auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, ständiges Krankheitsgefühl und mehr. Ich habe damals einen Ärztemarathon durchgemacht und fast alle Fachärzte gesehen - ohne Ergebnis. Es wurde schließlich eine Depression diagnostiziert, wobei Niedergeschlagenheit bzw. Hoffnungslosigkeit wenig ausgeprägt waren und auch nicht so lange angehalten haben. Ich frage mich daher ob noch eine zweite, organische Erkrankung vorliegt, da ich einfach nicht wieder auf die Beine komme. Aber wie gesagt, es wurde damals eigentlich alles durchgeprüft.

28.12.2021 23:51 • #5


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Jana7

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Hallo,
es gibt sicher Foren für ME/CFS.
Spontan fällt mir hierzu ein, dass man die Ursache für Depressionen nicht kennt. Und es mag mehrere Ursachen geben... Eine neuere Vermutung sind Entzündungen im Gehirn. Diesen Patienten hilft Cortison, Entzündungshemmer.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/...depressiv/
https://psylex.de/stoerung/depression/u...tzuendung/

Es gibt viel zu recherchieren...

Allergiker leiden zudem häufiger an Depressionen. Trotz Katzenallergie eine Katze zu haben - wie ich - ist sicher nicht günstig...

29.12.2021 10:22 • #6


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Greta

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Hallo @Michi87,

genau um dieses Thema ging es in meiner letzten Therapiestunde.
Mir geht es nämlich ganz ähnlich. Nach einer langen depressiven Phase fühle ich mich psychisch recht gut, bin aber körperlich nach wie vor sehr schnell erschöpft.

Mein Therapeut vermutet bei mir einen Zusammenhang mit dem gesunkenen Cortisolspiegel.
Ganz kurz: Unter Stress wird Adrenalin ausgeschüttet, aber nur für eine relativ kurze Zeit. Dann springt das Cortisol ein, d.h. der Cortisolspiegel steigt und sorgt dafür, dass man weitermachen kann bis zum Umfallen. Es braucht oft Monate, bis sich nach so einer Phase der Cortisolspiegel wieder auf Normalmaß gesunken ist. Da der Körper aber den hohen Spiegel gewohnt ist, reagiert er erstmal mit Erschöpfung und Müdigkeit.
So ähnlich jedenfalls
Mein Therapeut riet mir zu regelmäßigem Ausdauersport. Laufen, Walken, Radeln, Schwimmen... irgendetwas, das richtig anstrengt. Mindestens drei Mal pro Woche. Mit 20 Minuten starten und dann langsam steigern. Das sorgt auf die Dauer für einen Ausgleich des Hormonspiegels.
Natürlich ist das anfangs furchtbar mühsam, da man ja nunmal so erschöpft und müde ist.
Aber nach vier bis sechs Wochen soll es besser werden.

Ehrlich gesagt, hab ich's noch nicht versucht. Weihnachten, Verwandtenbesuch ... Ausreden finden sich immer; kennt man ja
Aber im neuen Jahr will ich starten. Denn ich habe einen Deal mit meinem Therapeuten und werde ihm berichten müssen.
Zitat von Schlüsselkind:
Ich würde Dir empfehlen, Dich erst einmal mal körperlich gründlich untersuchen zu lassen

Dem schließe ich mich natürlich an. Körperliche Erkrankungen (Eisenmangel, Schilddrüse etc.) müss immer erst abgeklärt werden!

Liebe Grüße
Greta

29.12.2021 10:52 • x 1 #7


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Catalie

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Zitat von Michi87:
Bei mir bestehen zahlreiche Beschwerden schon länger als es Corona gibt, darunter eben auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, ständiges ...


Ah okay, im Ausgangsthread hatte ich es so gelesen, dass diese Erschöpfung neu ist. Aber dann geht es dir wie mir. Ich bin auch schon von Arzt zu Arzt gerannt um irgendeine körperliche Ursache für diese Erschöpfung zu finden. War bei Endokrinologen, Nuklearmedizin, Magen und Darmspiegelung, hab mehrfach den Hausarzt gewechselt... Am Ende blieb Depression quasi als Außschlußdiagnose übrig, obwohl ich mich nicht depremiert/traurig/niedergeschlagen fühle. Natürlich bin ich durch die dauernd Erschöpfung matt und es zieht mich runter, dass ich sovieles nicht schaffe, alles kostet größte Anstrengung, nachst schlafe ich nicht/schlecht weil die Gedankenspirale abwärts dreht ich kann nicht mehr, Ich schaffe das nicht durch das nicht schlafen wird natùrlich die Müdigkeit nicht besser ein Teufelskreis... Ich behaupte also, Ich bin durch die Erschöpfung depressiv geworden und nicht erschöpft weil ich depressiv bin. Aber vielleicht ist das auch egal?
Ich verstehe dich gut, es ist alles anstrengend und ätzend...

29.12.2021 12:56 • x 1 #8


Michi87

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Zitat von Greta:
Mein Therapeut vermutet bei mir einen Zusammenhang mit dem gesunkenen Cortisolspiegel.

Ich bin immer etwas vorsichtig, wenn die Therapeutin versucht sehr komplexe medizinische Sachverhalte (die teilweise von der Medizin selbst noch nicht verstanden sind) auf einfache Art und Weise auszudrücken
Im Kern mag das aber trotzdem stimmen. Ich habe bei mir eine ähnliche Vermutung.

Zitat von Catalie:
Aber dann geht es dir wie mir. Ich bin auch schon von Arzt zu Arzt gerannt um irgendeine körperliche Ursache für diese Erschöpfung zu finden. War bei Endokrinologen, Nuklearmedizin, Magen und Darmspiegelung, hab mehrfach den Hausarzt gewechselt... Am Ende blieb Depression quasi als Außschlußdiagnose übrig, obwohl ich mich nicht depremiert/traurig/niedergeschlagen fühle. Natürlich bin ich durch die dauernd Erschöpfung matt und es zieht mich runter, dass ich sovieles nicht schaffe, alles kostet größte Anstrengung, nachst schlafe ich nicht/schlecht weil die Gedankenspirale abwärts dreht ich kann nicht mehr, Ich schaffe das nicht durch das nicht schlafen wird natùrlich die Müdigkeit nicht besser ein Teufelskreis

Ganz genau so war/ist das bei mir auch. Das einzige was mir im Moment auf die Stimmung schlägt ist die köerperliche Erschöpfung und das ständige Gefühl erkältet zu sein. Klar, das kann wiederum auch zu einer depressiven Verstimmung führen aber die eigentliche Depression habe ich mMn überwunden.

Zitat von Catalie:
Ich behaupte also, Ich bin durch die Erschöpfung depressiv geworden und nicht erschöpft weil ich depressiv bin. Aber vielleicht ist das auch egal?

Hm, schwer zu sagen. Am Ende sind es vielleicht nur zwei Seiten derselben Medaille?

29.12.2021 16:45 • #9


Lischen

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Naja, das Burnout wäre ja gerade eine Erschöpfungsdepression. (Ohne euch und eure Geschichte zu kennen.)

Ich glaube, da spielen so viele Faktoren mit rein, dass es immer schwer zu sagen ist, dies oder jenes käme von diesem oder jenem. Ich weiß allerdings, dass viele Patienten mit ganz primär somatischen Beschwerden (Kopfschmerzen, Tinnitus etc.) beim Hausarzt vorstellig werden, sich in Wirklichkeit aber eine Depression hinter diesen Symptomen verbirgt. Dass eine Depression sich mitunter auch sehr körperlich äußern kann, ist bestimmt der Fall. Aber das hilft dir nun @Michi87 wahrscheinlich auch nicht viel weiter. Bist du denn erleichtert, dass keine körperlichen Ursachen gefunden werden konnten und kannst das so annehmen? Oder zweifelt ein Teil in dir es an?

Auch an mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten ist immer zu denken. Nicht nur sedierende Antidepressiva, auch manch andere Medikamente können Tagesmüdigkeit hervorrufen.

30.12.2021 16:33 • #10



Hallo Michi87,

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Greta

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Hier habe ich gerade noch was interessantes zum Thema Cortisol und Erschöpfung gefunden:

https://www.heilpraktiker-heitland.de/d...l-fatigue/

30.12.2021 20:26 • #11

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