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Depression oder Chronisches Erschöpfungssyndrom CFS

Michael808

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Heute bin ich einem alten Bekannten begegnet, der mich fragte, wie es mir geht. Ich habe ihm auch gesagt, wie ich mich so fühle, mal abgesehen von Selbstmordgedanken und den psychischen Problemen. Der meinte, davon habe er schonmal gehört, das könne das Chronische Erschöpfungssyndrom CFS sein. Davon habe ich ehrlich gesagt zum ersten Mal gehört aber habe zuhause gleich recherchiert, was es damit auf sich hat. Die Ähnlichkeiten sind ja tatsächlich verblüffend und oft wird wohl sogar von Ärzten das eine diagnostiziert, obwohl es sich um das andere handelt. Es gibt aber wohl auch folgende Unterschiede:

Zitat:
Beide Erkrankungen gehen mit großer Erschöpfung, Gedächtnisproblemen, Verlust der Libido und Schlafstörungen einher. CFS beginnt in vielen Fällen plötzlich und wird auch von grippeähnlichen Symptomen begleitet (Kopf-, Halsschmerzen, schmerzhafte Lymphknoten, Fiebrigkeit). Eine Depression entwickelt sich dagegen meist schleichend.

Während sich die Symptome einer Depression durch regelmäßige körperliche oder geistige Aktivität spürbar bessern, verschlechtert sie sich bei CFS zunehmend. Menschen mit einer Depression neigen dazu, sich zurückzuziehen und zu resignieren, während Menschen mit CFS in der Regel aktiv nach Hilfe suchen.


Quelle: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-. om-2016418

Joah. das wollte ich hier nur mal kundtun, für den Fall, dass hier auch jemand liest, der noch bei keinem Arzt war und sein Beschwerdebild vielleicht selbst schon verwechselt.

11.08.2019 19:20 • x 5 #1


Frederick1

lieber Michael,

da gibt es natürlich Unterschiede zwischen dem chronischen Erschöpfungssyndrom, dem burn out und der Depression.

Da kannst du schnell manches verwechseln. Aber bei allen ist der Lebenskrug zerbrochen. Wir Menschen wurden alle wie ein schöner Krug von einem Töpfer erschaffen, wir sind alle wertvolle Gefäße. Durch schlimme Ereignisse, durch Überforderung hat unser Lebenskrug Schaden erlitten. Riss überziehen die Oberfläche , haben sich oft tief eingegraben.

Manche Verletzungen waren so schwer, dass der Krug in viele Scherben zerbrochen ist.

Das ist mehr eine langwierige Depression.

Ein burn out ist eine Überforderung, eine körperlich innere Überforderung. Du bist ausgepowert und kannst nicht mehr.

Mit einer guten Therapie bist du aber schneller wieder hergestellt wie bei der Depression. Denn die hat oft etwas mit deiner Vergangenheit zu tun, und die kannst du nicht verändern, die bleibt und ist. Du hast eine komplette Unlust und Antriebsstörung, bei einem burn out hast du mehr Motivation, damit es wieder besser wird.

Und in unserer Leistungsgesellschaft wirst du als Mensch mit einem burn out mehr wertgeschätzt, als wenn du eine Depression hast.

Bei dem burn out ist die Achtsamkeit das Wichtigste, das du mit dir, besser umgehst.

Bei der Depression ist es wichtig, das du innerlich stärker wirst, mehr Selbstvertrauen entwickelst.

Hier im Forum haben wir viele Menschen mit Depression, viele Menschen auch mit burn out. Da beißt sich manches, aber manches ist auch gleich.

Selbst vergleiche ist es es, ein burn out ist wie ein Langlauf, wo du eher wieder auf die Füße kommst.

Eine Depression dauert oft viel länger, und es gibt nicht immer die komplette Heilung.

Mir hilft am meisten in der Depression, das ich glaube, das mein Leben trotz meiner Depression einen Sinn hat.

Damit ich nicht immer ein Gefangener meiner Lebensgeschichte sein muss. Nicht für immer ein Gefangener meiner Vergangenheit, meiner Gefühle, meiner Lebensmuster. Das ich mancher Lebenslüge nicht mehr glaube.

Nicht für immer total erdrückt von Traurigkeit, Schmerzen, Erinnerungen, Angst und Scham. Das es auch für uns Menschen mit Depression, Heilung gibt, Trost, Erneuerung.

Auf vielfache Weise wurden Menschen mit Depression misshandelt, wir haben unzählige Verletzungen ertragen müssen, wir wurden unserer Freiheit beraubt. Selbst wenn die Ereignisse schon Jahre zurück liegen, wirken sie oft noch weiter.

Oft geht es nur Schritt für Schritt besser. Unser Äußeres und Inneres wurde zerrissen, wir fühlen uns entblößt und beschämt, beschmutzt von Worten und Taten, wir wurden unserer Würde beraubt.

Doch wir dürfen unsere Lumpen auch Stück für Stück ablegen, wir dürfen neue Kleider anziehen, Kleider der Würde,

Kleider der Liebe, Kleider des Vertrauen zu uns selbst. Es ist immer wieder eine riesige Herausforderung für uns, uns in Achtung und Würde zu begegnen. Doch wir dürfen hier im Forum zusammenhalten, uns gegenseitig Würde, Achtung, Liebe, Selbstvertrauen schenken.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

12.08.2019 17:17 • x 7 #2



Hallo Michael808,

Depression oder Chronisches Erschöpfungssyndrom CFS

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ZeroOne

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Hi Michael808!

Das CFS ist irgendwie eine weitere, sinnlose Großbaustelle. Für mich fällt das fast schon in die Kategorie Definitionen und Diagnosen, die die Welt nicht braucht.

Auch kommt es mir wie ein Sammelbecken vor, wo so ziemlich alles reingeworfen wird, das länger andauert, aber nicht klar einer anderen Krankheit zugeordnet werden kann. Das sieht man irgendwie schon daran, dass es schon länderspezifische CFS-Kriterienkataloge gibt, die sich entsprechend unterscheiden. Einig ist man sich wohl hauptsächlich in dem Kriterium, dass man mindestens 6 Monate darunter leiden muss, um es als CFS zu bezeichnen.

Spannend am CFS finde ich allerdings, dass die Ursachen nicht nur in der Psyche (oder diese beeinflussende Rahmenbedingungen) festgemacht werden, sondern oft an greifbaren physischen Erkrankungen, wie Virusinfektionen (z.B. infektiöse Mononukleose, Pfeiffersches Drüsenfieber / EBV, Lyme-Borreliose, etc.).

Liegt keine Infektionserkrankung zugrunde, die z.B. mit Antibiotika behandelt wird, oder begleitende Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen, bei denen Schmerzmittel helfen, dann bringt die Diagnose CFS dem Patienten auch nicht viel, denn die Behandlung gleicht der anderer psychischer Erkrankungen: Psychopharmaka, Psychotherapie, Entspannungsverfahren, ggf. Ernährungsumstellung, sportliche Aktivität, etc.

Persönlich denke ich daher, dass es kein Hals- und Beinbruch ist, wenn z.B. der Hausarzt oder Internist eine Infektionskrankheit erkennt und behandelt. Und der Psychiater/Psychotherapeut gesondert davon eine Depression erkennt und behandelt. Auch wenn daraus nicht die Diagnose CFS gebastelt wird, so wird sich beim Patienten hinsichtlich der Behandlung nicht viel unterscheiden.

Ich finde klasse, dass du das Thema CFS eingebracht hast! Vielen sagt das (noch) nichts.

LG
ZeroOne

12.08.2019 17:47 • x 4 #3


Michael808

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Ja ich konnte mich in diesem einen Punkt doch wiedererkennen: Ein halbes Jahr musste vergehen, dass ich mich mit dem Gedanken anfreundete, einen Psychologen aufzusuchen. Einzig meine Ablehnung von Psychopharmaka ist rationaler Natur.

Wobei ich die Unterscheidung anhand solcher grippeartiger Beschwerden nicht ganz sehe. Ich fühle mich auch ähnlich, wie wenn ich Grippe hätte, nur sind die Symptome nicht so stark wie bei einer Grippe.

13.08.2019 11:38 • x 1 #4


Michael808

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Wie ich nun in mehreren Artikeln gelesen habe, wurden zwar Effekte in Versuchen mit Mäusen beobachtet, allerdings lautet das Fazit überall, dass sich davon keine konkreten Ernährungsempfehlungen für den Menschen ableiten ließen. Einzig bei zentrum-der-gesundheit.de werden Vorgehensweisen zur Darmsanierung beschrieben. Allerdings auch in Verbindung mit Nahrungsergänzungsmitteln eines bestimmten Herstellers. Da bin ich halt insgesamt skeptisch. Es käme auf einen Versuch an. Es wird da zwar von einer Hirn-Darm-Achse geschrieben, allerdings hat hier im Forum wohl schon jemand von einem Arzt erfahren, dass wohl auch diese GABA-Tees nicht ins Gehirn gelangen würden. Wen dem so ist, scheint sich da über Nahrungsergänzung nichts machen zu lassen.

13.08.2019 20:05 • x 2 #5


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ZeroOne

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Hi @Michael808 !

Ich glaub, wir sind jetzt im falschen Thread gelandet, aber egal:

Zitat von Michael808:
Wen dem so ist, scheint sich da über Nahrungsergänzung nichts machen zu lassen.


Über Ernährung wohl schon. Mir ist da wieder ein Buch eingefallen, dass mir bei einer Therapie in die Hand gedrückt wurde. Ich muss aber gestehen, dass ich es nicht gelesen hatte, nur kurz überflogen. Keine Ahnung, ob die Lektüre was taugt.

Ich habe den Titel gegoogelt: GAPS - Gut and Psychology Syndrome von Dr. Natasha Campbell-McBride. Sie behauptet mit ihrer Ernährungstherapie Krankheiten von Autismus, ADHS bis hin zu Depression und Schizophrenie beeinflussen zu können. Auch schreibt sie über die Bedeutung von probiotischer Ernährung.

LG
ZeroOne

15.08.2019 17:16 • x 2 #6


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Grothszes

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Zitat von ZeroOne:
GAPS - Gut and Psychology Syndrome von Dr. Natasha Campbell-McBride


Da mir im Moment sowieso nichts anderes einfällt, was mir helfen könnte und da ich eh Probleme mit der Verdauung habe, werde ich mir wohl mal dieses Buch bestellen. Vielleicht ist das eine geeignete Schnittstelle, damit es mir besser geht. Und scheint ja von einer seriösen Person geschrieben worden zu sein. Danke fürs Reinstellen @ZeroOne.

12.06.2022 05:53 • #7


Michael808

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Zitat von Grothszes:
Da mir im Moment sowieso nichts anderes einfällt, was mir helfen könnte und da ich eh Probleme mit der Verdauung habe, werde ich mir wohl mal dieses Buch bestellen. Vielleicht ist das eine geeignete Schnittstelle, damit es mir besser geht. Und scheint ja von einer seriösen Person geschrieben worden zu sein. Danke ...

Einen Versuch ist es vielleicht Wert. Vielleicht wirkt es schon über den Placebo-Effekt. Da es an sich nicht verkehrt ist, seinem Verdauungstrakt gutes zu tun, würde ich nicht davon abraten.

14.06.2022 09:18 • x 1 #8

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