Depression und Entzündungen im Körper / Zusammenhang?

jannis

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Ein Freund, der seit Jahren an ständigen Depressionen leidet, hatte sich dieser Tage ein großes, sehr stark entzündetes Atherom (nix weiter Schlimmes) unter Vollnarkose herausoperieren lassen. Sofort als er aus der Narkose erwachte, fiel ihm auf, dass seine Depressionen wie weggeblasen waren, erstmals seit Jahren. Und dieser Zustand hält seither auch an, der ist wie ausgewechselt. Ist jemandem hier bekannt, ob es einen Zusammenhang zwischen Depression und Entzündung gibt?

16.04.2011 17:14 • #1


salamander

Ähm. Nein, nicht wirklich.

Vielleicht haben die Narkosemittel ja einen Einfluss auf seine Stimmung gehabt?
Vielleicht war seine depressive Stimmung auch eine Folge des Atheroms?

16.04.2011 17:38 • #2


Hüpfburg

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Ich kann mich dazu folgendermassen äussern.
Ich bekam eine Untersuchung unter Narkose. Ich schleppte mich regelrecht zum Arzt. Die Narkose hiel zwei STunden an.
Als ich aufwachte hatte ich ein Gefühl einer solch grossen Erleichterung welches ich nicht beschreiben kann.
Nur war bei mir der nächste MOrgen wieder genau so schlimm. Aber ich denke, es hängt mit dem Narkosemittel zusammen. Wäre mal interessant, welche sToffe bei einer Narkose im Gehirn zu diese Besserung beitragen.

16.04.2011 18:52 • #3


jannis

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Ja. der Zusammenhang mit dem Narkosemittel ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen. Ich hatte hier an anderer Stelle ja schon auf eine Studie zu "Ketamin" (auch einem Narkosemittel) verwiesen, aber dann hätte der Effekt bei meinem Freund vorübergehend sein müssen. - Oder aber, es ist halt eine Blockade gelöst worden, zumal er auch nicht schwer depressiv war, sondern eher an einer leichteren Form gelitten hat.

17.04.2011 09:41 • #4


jannis

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Nachtrag, ich hatte meinen Freund nach einigen Wochen wieder getroffen. Nach seiner Aussage kamen die Depressionen postoperativ in der gewohnten Form nach 2-3 Tagen wieder. Da mich aber schon interessiert hatte, wie sich dieser vorübergehende Effekt überhaupt erklären läßt, habe ich ihn gebeten, nochmals in der Klinik nachzufragen, was ihm überhaupt verabreicht worden ist. Dies war zur vorbereitenden Sedierung "Dormicum" und das Narkosemittel hieß "Propofol", diese Kombination ist bei Operationen gängig.

Danach habe ich einem befreundeten Neurologen per mail meine Frage zur antidepressiven Wirkung gestellt. Anders als erwartet, hat der nicht das Propofol sondern das Dormicum für die Wirkung verantwortlich gemacht. Aber er hat zugleich vor einer Einnahme zur dauerhaften Behandlung gewarnt, denn es handelt sich dabei um ein Benzodiazipin, mit dem bekannten hohen Abhängigkeitspotential.

05.05.2011 10:04 • #5


GastAccount

Michael Jackson ist an Propofol "verreckt". Ich denke das sagt alles. Nicht geeignet für den Selbstversuch.

05.05.2011 10:47 • #6


jannis

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Zitat:
Michael Jackson ist an Propofol "verreckt". Ich denke das sagt alles. Nicht geeignet für den Selbstversuch.


Nein, auf gar keinem Fall, das ist ein Anästhetikum und auch nur dafür geeignet, welchen Sinn das bei M. Jackson haben sollte, erschließt ich mir ebenfalls nicht. Dafür steht dessen Arzt (zu Recht?) vor Gericht. Aber auch Dormicum, von dem diese Wirkung nach Meinung des Neurologen ausgegangen sei, halte ich für problematisch, eben weil es ein Benzodiazipin ist.

05.05.2011 12:18 • #7

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