Mache mir ständig Sorgen - wie abschalten lernen?

cleo

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Hallo,

hoffe, das Thema passt hier rein (vllt auch in den Depr.bereich)... wollte mal fragen, ob es noch jmd so geht:

ich mache mir ständig Sorgen um alles mögliche, also Dinge die mein Leben betreffen- ob Finanzielles, Zukunft, Ausbildung/Beruf, Gesundheit usw.

Ich kann oft gar nicht mehr einschätzen, was mir wirklich Sorgen bereiten sollte, und was eher harmlos ist. Und wenn gerade aktuell nichts oder nicht so viel ist, dann schwöre ich Katastrophen förmlich herauf. Oft ist auch nur so ein diffuses Gefühl, etwas Schlimmes könnte passieren.... und die Sorgen und Ängste schwirren dann so in mir herum und richten sich mal auf dies mal auf jenes. Zurzeit ist es wirklich sehr schwer auszuhalten, es rattert ständig in mir, zumal mich das dann oft so runterzieht und wieder depressiver macht. Bin dann auch sehr angespannt und unruhig.

Glaube, was das verstärkt, ist das ich mich mit vielem so allein (gelassen) fühle und überfordert bin. Und das es eben einige Unklarheiten und Unsicherheiten in meinem Leben gibt. Aber irgendwie ist das ein Teufelskreis, da mich die Sorgen wiederm so blockieren manche Dinge anzugehen; das kostet so viel Kraft. Ich denke dann auch, dass viele Menschen ein einfacheres und schöneres Leben führen als ich; auch wenn das real vllt gar nicht so ist?! Möchte eigtl. nicht so ein Jammerlappen sein.
Mein Kopf scheint mir häufig im Weg zu sein und ich würde ihn manchmal gerne abschalten.....

LG, Cleo

02.03.2012 23:20 • #1


Psyche

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Hallo Cleo,
das sich ständig Sorgen machen ist oft Teil einer Depression. Jede äußert sich anders, Deine vielleicht durch das Katastrophieren und Sorgen. Es ist eine Spirale, wie Du schon sagst. Ich hab grad mal nachgelesen bei Dir. Du hast sehr lange mit Deiner Therapeutin gearbeitet und auf einmal hat die Therapie geendet? Kann es auch sein dass Du Dir deswegen ständig Sorgen machst, weil Du befürchtest alleine nicht klar zu kommen? Ich hab auch den Beitrag vom Herbst gelesen, wo es Dir eigentlich ganz gut ging, außer das der Herbst seine Stimmung auf sich übertrug.

Es gibt auch so etwas wie eine Abhängigkeit vom Therapeuten. Gerade auch wenn es 3 Jahre und mehr sind, die man zusammen durchsteht, kann man das Gefühl entwickeln gar nicht mehr ohne den Therapeuten zu funktionieren. Das ist aber ja nicht Sinn der Sache. Ihr habt Therapie gemacht, damit Du wieder ohne Depressionen und ohne Therapeuten leben kannst. Meinst Du, das könnte auf Dich zutreffen?

LG
Petra

06.03.2012 11:36 • #2



Hallo cleo,

Mache mir ständig Sorgen - wie abschalten lernen?

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cleo

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Hallo Psyche,

danke noch für deine Antwort . Leider konnte ich bisher noch nicht darauf eingehen - war/bin die letzte Zeit nicht so schreibfreudig. Hat mir aber weiter geholfen!
Das mit der Thera kann schon ein wenig stimmen, sicher hab ich da auch eine gewisse Abhgk. entwickelt. Versuche aber daran zu arbeiten und mich abzulösen, es gelingt auch schon besser.
Das Problem ist halt, dass ich dort fast 4 Jahre lang wöchentlich und eine zeitlang sogar öfter dort hin bin und dann eben seit Herbst so abrupt nicht mehr. Hatte jetzt in der Zwischenzeit nur 2 Sitzungen (die von der Krankenkasse übernommen werden). Und in der letzten Std. hat die Thera so oft gegähnt und genervt gewirkt, dass ich mich gar nicht mehr traue dort anzurufen :-/ (sie hat es aber angeboten).
Ja, also es ist sicher eine Angst, nicht ohne sie zu können; aber ich denk auch, ich bin einfach noch nicht wieder ganz gesund und bräuchte eben noch Therapiesitzungen (evtl auch bei anderer Therapeutin). Hab immer noch öfter mal sehr schlechte Phasen (wie aktuell); hatte gehofft im Frühling geht es mir besser, hatte jetzt auch ne zeitlang mehr Antrieb, aber jetzt wieder das totale Tief, mit Unruhe und Angst :-/. Die Gründe weiß ich zwar so etwa, aber finde da allein trotzdem grad nur schwer raus.

Ansonsten ist es denk ich so, dass ich allgemein Probleme damit habe, für mich zu sorgen, Verantwortung zu übernehmen, ich werde glaube ich zurzeit erst so richtig erwachsen, das ist zwar einerseits toll (manchmal kann ich das auch genießen), aber das bringt auch viele Ängste mit sich; Angst, dass sich dann gar keiner mehr um mich kümmert und ich vllt nicht klarkomme (finanziell, emotional usw)
Ich war eigtl schon als Kind oft sehr auf mich allein gestellt und als Teenie nach der Trennung meiner Eltern sowieso...war damals absolut überfordert, habe das aber gar nicht gespürt, es war einfach normal für mich und ich war dem Alter unangemessen erwachsen. Naja, das kennen hier ja viele...
Heute merke ich eben, dass ich dieses Defizit an versorgung und sicherheit immer noch mit mir rumtrage....und ich mich total dagegen wehre, erwachsen zu werden. Manchmal fühle ich mich mit meinen Ende Zwanzig immer noch wie ein ausgesetztes Waisenkind in meiner Whg und mit meinem Leben, so als ob das total unstimmig wäre. Und dann fällt es mir furchtbar schwer, mich um ganz alltägliche Sachen zu kümmern, wie Einkaufen gehen, kochen, Papierkram usw. Nur um meinen Hund kann ich mich komischerweise immer kümmern, das ist irgendwie was anderes.

Ups, jetzt hab ich aber ziemlich viel getextet ... hoffe, es ist einigermaßen verständlich.

LG, Cleo

24.03.2012 20:06 • #3


Psyche

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Hallo Cleo,
völlig verständlich dargestellt.
Sieht so aus, als gleitest Du ins andere Extrem ab. Von viel zu früh Erwachsen und sich ständig überfordern in die Regression. Das ist natürlich nicht gut, da ist was in der Therapie aus dem Ruder geraten. Solche Phasen darf man während der Therapie haben, damit man das Defizit beheben kann, aber es sollte nicht soweit gehen, daß man hinterher in diesem Zustand verbleibt. Irgendwie hat sich Euer Verhältnis verselbständigt und ihr habt die Kurve zum Schluß nicht mehr gekriegt. Es ist ja so, daß dieses ständige überfordern in der Jugend verhindert hat, daß Deine Emotionen ihre tatsächliche Reife durchleben konnten und darum innerlich darauf stehen geblieben sind anstatt sich weiter zu entwickeln - auch wenn man das nach außen nicht gemerkt hat. Darum wird man ja in der Therapie wieder dorthin zurück geführt. Aber dann sollen die Emotionen im Rest der Therapie reifen, so daß man seine altersgerechte Emotionalität entwickeln kann - sprich JETZT eine reife, selbstbewußte Frau wird, die weiß was sie tut und wo sie außerhalb der Therapie Geborgenheit suchen und finden kann.

Eine andere Therapeutin wäre vielleicht hilfreich, aber vielleicht eine die nicht behütet und führsorglich ist, sonst bleibst Du in der Regression, sondern fordert und Ansprüche an Dich stellt. Mir fällt da eine Verhaltenstherapie ein z.B. Wie sieht Deine Kassensituation aus, mußt Du nicht ein Jahr warten, bis Du eine neue Therapie beantragen kannst?

LG
Petra

25.03.2012 10:45 • #4


cleo

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Hallo Petra,

danke für deine Ideen dazu. Hm, vllt habe ich das jetzt doch ein bisschen zu negativ oder falsch dargestellt (hatte gestern n schlechten Tag :-/); also ich denke generell, bin ich schon auf dem Weg zur erwachsenen Frau, die für sich sorgen kann - aber ich stecke eben noch sehr in diesem Prozess drin, und oft fühlt sich das dann eben noch sehr anstrengend an und dann hab ich öfter mal so kleine Rückfälle, wo ich mich dann kindlich fühle und vllt auch ein wenig so verhalte. Und dann bin ich eben mit diesen Erwachsenen-Dingen völlig überfordert. Ich meine aber, dass diese weniger geworden sind. Prinzipiell ist es schon so, dass ich glaube ich diese zwei -ich nenn sie mal- Alterstufen , also dieses Alt-und jung fühlen zugleich, mehr und mehr ausgleichen kann und mich Gleichaltrigen wieder näher fühle, was ich sehr schön finde.
Und auch körperlich/äußerlich hat sich viel getan - ich fühle mich fraulicher und sehe auch weiblicher aus (konnte mich lange nicht so gut mit dem Frau-sein identifizieren), und es würde mich nicht wundern wenn ich noch ein paar cm wachsen würde .... Ist schon erstaunlich solche Veränderungen in dem Alter noch an sich zu bemerken. Glaube manchmal wirklich die Pubertät hat bei mir einfach 10 Jahre länger gedauert.

Meine Thera hat mich ja auch wieder dazu gebracht, im Leben wieder mehr Fuß zu fassen- bin in der Zeit der Therapie körperlich wieder ziemlich gesund geworden (zeitweise ging es mir so schlecht, dass ich kaum aus dem Haus konnte) und mache jetzt z.B. eine Ausbildung die mir viel Spaß macht usw. Aber vllt hast du recht und sie war im großen und ganzen eher nachsichtig und fürsorglich und hat nicht soo viel gefordert. Vllt war das auch ein Grund, dass es sich die letzten Sitzungen für mich eher abweisend von ihrer Seite aus angefühlt an.

Also es sieht so aus, dass ich erst in 1 1/2 Jahren wieder ne tiefenpsychologische Therapie machen kann; könnte aber eine Verhaltenstherapie machen, also das würde von der Krankenkasse übernommen.

LG, Cleo

25.03.2012 17:56 • #5


Psyche

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Liebe Cleo,

na das hört sich doch mal ganz anders an. Ja, Einbrüche gibts immer mal, kenn ich von mir auch. Solange die nicht andauern und sich festfressen ist alles gut. Hab einfach mal ein Auge drauf wie oft und wie lang diese Einbrüche sind. Wenn sie Überhand nehmen solltest Du was tun, ansonsten mein Tip - wenn sie nur dann und wann kommen und wieder schnell verschwinden, durchstehen und nicht überbewerten. Jeder Mensch hat schlechte Tage an denen er gerne die Verantwortung weg schieben möchte.

26.03.2012 09:11 • #6


cleo

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Danke für deine lieben Worte, Petra. Ja, also bin schon auf einem guten Weg - glaube ich- aber die Einbrüche habe ich halt schon noch öfter mal, kann das gar nicht so genau eingrenzen; meine Stimmung schwankt zumindest täglich und auch tagsüber mal von zuversichtlich zu völlig pessimistisch - diese Instabilität macht mir etwas Sorgen. Wo wir wieder beim Thema wären...
Und du meinst, es ist normal, dass im Laufe dieses Prozesses die Ängste dann auch nochmal stärker werden (das war ja mein Eindruck die letzte Zeit)? Ich hatte gehofft, das wird eher besser :-/.
Liebe Grüße, Cleo

26.03.2012 19:30 • #7


Psyche

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Liebe Cleo, Einbrüche wird es immer geben. Ich sehe aber auch an Deinen Beiträgen, dass es reichlich schnell bei Dir wechselt. Ob DAS dann noch im Normalbereich ist, kann ich Dir nicht sagen, das hängt sicher auch von Deinen Lebensumständen ab. Manchmal hat man ja auch Grund für seine Ängste. Das ist aus der Distanz und ohne Dich gut zu kennen nicht zu beurteilen.

27.03.2012 08:48 • #8



Hallo cleo,

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Wie alt bist du?
Weil du schreibst das Erwachsen werden?

13.10.2019 15:24 • #9

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