Lithium bei Bipolarer / Multipler Störung

wie ich in der Broschüre lese kann es Monate - Jahre dauern, bis Lithium seine stabilisierende Wirkum tatsächlich zeigt ---- darf ich nach euren Erfahrungen fragen?
Habe mich hier vor einigen Wochen ausgeheult, vielleicht erinnert "man" sich ? Bin leider zwischendurch richtig abgestürzt und habe mich selbst in die Klinik eingewiesen. Deshalb schlucke ich jetzt seit 14 Tagen Quilonum + Trevilor ........
Desweiteren freue ich mich über jeden Austausch über bipolare Störungen ..... in der Klinik, im Vergleich mit anderen meine ich festzustellen, das meine Manien bei weitem nicht so ruinös waren wie bei manch anderem ------ sollte ich vielleicht gar nicht behandeln ???? freundliche Grüße
Larissa

12.12.2007 12:27 • #1


Hallo,

bei der Behandlung und der Dosierung von Tabletten würde ich mich zunächst mal auf meinen Arzt verlassen. Selbstdiagnose ist bei unserer Krankheit extrem schwierig. Ich nehme seit 17 Jahren Lithium mit sehr guten Erfahrungen.

Gruß
Hans-Jürgen

18.12.2007 04:41 • #2


Hallo Larissa,

bei vielen medikamenten bildet sich ein sogenannter spiegel, der sich erst nach ein paar wochen/monaten "einpendelt". aus diesem grund wird auch immer wieder mit hilfe von blutabnahme kontrolliert, ob die medikation sich in einem richtigen bereich eingestellt hat.

das heißt jedoch nicht, dass das medikament erst nach monaten wirkt. also würde ich mich nicht durch die aussage in der broschüre zu sehr verunsichern lassen und nach 14 tagen spürst du mit sicherheit schon eine wirkung?

das du dich nach deinem absturtz selbst eingewiesen hast finde ich gut und dies bedarf viel mut.

wenn du die diagnose bipolar hast, dann ist es absolut richtig dich dagegen bahandeln zu lassen.

im vergleich zu depressionen ist bei der bipolaren krankheit das wichtigste, dass du medikamentös richtig eingestellt bist. eine therapie kann natürlich immer eine zusätzliche unterstützung sein.

wie geht es dir im moment?

18.12.2007 09:46 • #3


"Monate oder Jahre" kommt mir doch sehr lang vor. Bei mir waren es höchstens 2 Wochen, bis das Lithum gegriffen hatte. M.E. schützt Lithium sehr gut vor Manien (ich habe noch nie eine Manie unter dem Einfluss von Lithium bekommen, nur wenn ich es abgesetzt hatte), es ist aber kein Antidepressivum.

16.02.2008 16:34 • #4


Zitat von Rainer:

im vergleich zu depressionen ist bei der bipolaren krankheit das wichtigste, dass du medikamentös richtig eingestellt bist. eine therapie kann natürlich immer eine zusätzliche unterstützung sein.



Hallo, @Rainer, ich hänge mich mal hier dran, weil bei mir u.a. auch eine BipolarII- Störung festgestellt wurde. In wie fern meinst du, ist es das wichtigste, Medikamente zu bekommen - im Unterschied zu einer "reinen" Depression?
Ich bekomme übrigens kein Lithium, sondern Abilify.
Gruß Gemellus

26.06.2008 14:43 • #5


Lihium braucht etwa 6 Monate bis es richtig wirkt. Grundsätzlich ist Lithium giftig. Die Wirkung hängt auch davon ab wieviel du trinkst. Der Lithiumspiegel muss alle 14 Tage ermittelt werden. Etwa 0,6 - 0,8 Milimol pro Volumeneinheit ist O.K. Zuwenig L. bringt keine Wirkung, zuviel bringt Vergiftungserscheinungen. Fatal ist, wenn du zuwenig trinkst. Lithium wird auch bei ADHS eingesetzt. Dein wirksamer L. - Spiegel muß peinlich genau ermittelt werden!

Gruß

Matthias mknoll68

19.09.2008 18:47 • #6


Wurde bei mir innerhalb von 6 Wochen eingestellt, und dann nach und nach reduziert. Dabei wurde anfangs zweitägig der Lithiumspiegel ermittelt. Versuch dich auf keinen Fall selber einzustellen, sondern ziehe unbedingt einen Arzt zu rate!
Solltest du schon angefangen habe, achte auf Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, unkontrollierbares Zittern der Hände oder ähnliches.( In diesem Fall so schnell wie möglich, soviel wie möglich trinken).

@mknolle:
Hast recht, aber
grundsätzlich ist alles giftig.

16.11.2008 22:25 • #7


ich nehme auch Lithium Quilonorm, bei mir dauerte es auch ca. einen, zwei Monate bis es half. Übrigens Lithium wirkt primär gegen den Abflug jedoch auch gegen das Untendurch. Als es mir mit dem Lithium wieder besser ging, d.h. nicht mehr so schlecht setzte ich das Medikament ab. Mit fatalen Folgen: drei Monate nach dem Absetzen merkte ich noch nichts negatives. Aber dann, dann gings nur noch den Berg runter. Also, aufgepasst. Mein Spiegel liegt bei ca. 0.6. Das heisst aber nicht dass jede Person auf 0.6 eingestellt werden soll. 0.6 ist eher ein unterer Wert. Kontrolle über den Spiegel mache ich 2 mal im Jahr, also nicht alle 14 Tage. Ein riesiges Problem habe ich leider immer noch. Am morgen gehts mir immer, schon seit Jahren richtig beschi.... Im Verlauf des Tages wird mein Zustand immer ein klein wenig besser. Am Abend aber erst am Abend unterrichte ich Informatik!!!! Wer hat da einen Tipp gegen das Morgentief??

es Grüessli Adrian

14.02.2009 20:24 • #8


Mir hat ein Arzt gesagt, dass die meisten Abstürze kommen, weil die Leute das Lithium eigenmächtig absetzen. Lithium macht ja nicht süchtig und man merkt auch keine besondere Wirkung, die geamte Umwelt merkt aber eine Wirkung, wenn man es wegläßt. Leider ist man dann für Argumente nicht mehr zugänglich, weil man sich ja eine eigene Realität kreiert, die man für richtig hält. - Ich erlebe genau das derzeit bei einem sehr guten Freund und bin frustriert, nicht mehr zu ihm durchdringen zu können, er hält das wirre Zeug, das er von sich gibt, für die einzige Wahrheit.

22.03.2009 15:18 • #9


Unter dem Einfluss von Lithium hatte ich noch nie einen Absturz in Richtung Manie. Auch wenn ich die Behandlung nicht für ursächlich sondern für symptomatisch halte, würde ich Lithium niemals absetzen ohne engmaschige ärztliche Kontrolle. Verlockend wäre das natürlich, weil man sich in der Manie deutlich besser fühlt (ich habe noch nie so gut ein Musikinstrument beherrscht wie in der Manie) als in der Depression, allerdings ist das Ausmass der "Kollateralschäden" nicht steuerbar. Meine Arzt hat mir gesagt, dass ich sein einziger Patient sei, der Lithium konsequent nimmt. Das hängt mit meiner Angst vor dem "rapid cycling" zusammen, denn dann wird die Krankheit immer schwerer beherrschbar.

23.03.2009 17:08 • #10


könntest du das mit den Absetzerscheinungen, die du hast, etwas genauer beschreiben?

Ich vermisse meine manischen Phasen nach über 1 Jahr Lithium am Stück. Durch die Antidepressivas bin ich so medikamentös eingestellt, dass ich leicht schlechte Stimmung habe und nach oben überhaupt (nie!) was geht.

20.06.2009 20:11 • #11




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