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Liebes Aus wegen Depressionen

NoBody37

NoBody37

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Hallöchen, ich bin noch ganz neu hier und möchte gerne Mal ein paar Erfahrungen lesen die eine Beziehung mit einem Depressiven Menschen angeht.

Ich selbst habe Depressionen, diese wurden im Januar diesen Jahres diagnostiziert, seitdem arbeite ich sehr viel an mir und kämpfe um einen Therapie Platz.
Ich hatte eine Freundin, zu dem Zeitpunkt der Diagnose waren wir ein paar Monate zusammen, nun sind wir mittlerweile getrennt weil ich wohl alles zerstört habe, weil ich wohl nur Fehler machte, ich hab sie etwas auf Distanz gehalten, ja und ich war auch nicht immer Fair ihr gegenüber, aber ich verstehe nicht warum plötzlich alles aus ist, ich habe mehr als versucht normal zu sein, habe für jedes treffen meine ganzen Kräfte zusammen gesammelt und weiß seit gestern das wohl ich allein alles zerstört habe. Ich hatte nie das Gefühl das sie damit klarkommt das ich krank geworden bin, das ich teilweise anders Ticke und eben nicht mehr nur stark sein kann.

Ich weiß ehrlich gesagt im Moment nicht wie ich damit umgehen soll, ich hab ihr erklärt wie ich mich teilweise fühle, wie es in mir aussieht etc aber es kommt irgendwie kein wirkliches Verständnis.
Mittlerweile weiß sie nicht mal mehr warum sie noch Kontakt zu mir hat oder was sie überhaupt noch von mir will und damit kann ich kein Stück umgehen gerade

30.04.2022 10:13 • x 3 #1


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aurora333

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Liebe @NoBody37 es tut mir leid, dass Deine Freundin im Moment zaudert sich auf die Beziehung mit Dir ein zu lassen. Es ist leider so, dass viele Menschen Schwierigkeiten bekommen und sich verunsichert fühlen, wenn sie mit jemandem der depressiv ist konfrontiert werden. Sie ziehen lieber selbstbewusst erscheinende und in diesem Sinne starke Menschen vor. Der Grund dafür könnte sein, dass sie sich unbewussten fürchten selbst hinuntergezogen zu werden.

Wie Du mit der jetzigen Situation am besten für Dich umgehen sollst, kann ich Dir nicht sagen. Auf jeden Fall ist es gut, dass Du Dich hier im Forum gemeldet hast , und nun nicht mehr so allein bist. Vielleicht könnte Dir auch eine Therapeutin oder eine andere Ansprechperson helfen. In der Schweiz bietet sich rund um die Uhr die z.B.. Dargebotene Hand an, wo Du auch ein offenes Ohr finden kannst. Ich nehme an, dass es in Deutschland eine ähnliche Institution gibt.

Selbst habe ich auch erleben müssen, dass sich ein Freund von mir - der selbst an Dysthemie leidet - durch mein Depressivität bedroht fühlte. Wir entschlossen uns auf Distanz zu gehen, bzw. auf Kontakt vorläufig zu verzichten. Danach näherten wir uns langsam wieder an, jedoch mit selteneren Treffen. Aber das ist individuell, und ich weiss nicht, ob dieses Vorgehen auch bei Dir und Deiner Freundin richtig ist.

30.04.2022 10:43 • x 3 #2



Hallo NoBody37,

Liebes Aus wegen Depressionen

x 3#3


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ZeroOne

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Willkommen im Forum, @NoBody37 !

Es gibt sehr viele Menschen, die mit (insbesondere psychischen) Erkrankungen ihrer PartnerInnen und auch anderen Mitmenschen in ihrem Umfeld nicht umgehen können.
U.a. ist es eine Herausforderung, da es nichts richtig greifbares und kalkulierbares ist, wie z.B. ein gebrochenes Bein, welches nach ein paar Wochen wieder geheilt ist.
Andere wollen es einfach nicht. Sei es aus egoistischen Gründen, oder der Tatsache, dass psychische Erkrankungen für viele noch ein Tabu sind. Die einen können es tatsächlich nicht verstehen, die anderen wollen es einfach nicht.

Auf jeden Fall bist du nicht allein!
Die Zahl derer, die von ihrem Partner dauerhaft durch ihre seelische Erkrankung begleitet werden und danach vielleicht noch gemeinsam gestärkt daraus hervor gehen, ist leider überschaubarer, als umgekehrt.

Vielleicht ist Akzeptanz der beste Ansatz?
Akzeptieren, dass deine Freundin für sich eine Entscheidung getroffen hat. Was auch immer sie dazu bewegt hat - die Entscheidung bleibt.
Ich persönlich kann mich intensiver meiner Selbstfürsorge zuwenden, je eher ich mich von Dingen gelöst habe, die ich sowie nicht ändern kann und vielleicht nie verstehen werde. Auch, wenn das manchmal schwer fällt und - ganz ehrlich - nicht jedes Mal gelingt.

Du schreibst, dass du sehr an dir arbeitest und um einen Therapieplatz kämpfst. Bestimmt wird sich das auszahlen, auch wenn es aktuell vielleicht nicht danach anfühlt.
Es werden wieder bessere Tage kommen und die Erkenntnis, dass auch andere Mütter hübsche (und verlässlichere, gefestigtere) Töchter haben.

Alles Gute!

30.04.2022 12:05 • x 6 #3


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Laurien

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Hallo @NoBody37

Zitat von NoBody37:
ich hab sie etwas auf Distanz gehalten, ja und ich war auch nicht immer Fair ihr gegenüber, aber ich verstehe nicht warum plötzlich alles aus ist,


Zitat von NoBody37:
Mittlerweile weiß sie nicht mal mehr warum sie noch Kontakt zu mir hat oder was sie überhaupt noch von mir will und damit kann ich kein Stück umgehen gerade


Mir sind diese beiden Absätze aufgefallen. Was ist unter "du warst nicht immer fair zu ihr" zu verstehen? Das ist jetzt keine Frage, die ich hier für mich beantwortet haben möchte, sondern eine Frage, die du dir mal im stillen Kämmerlein stellen könntest (anbieten würde sich hier ein paar Tage Aufenthalt in einem Kloster / Berghütte oder ähnliches ohne Internetzugang oder ähnliche Beschallung durch elektronische Geräte oder andere Personen).

Waren es tatsächlich Kleinigkeiten und sie reagiert über, oder könnte da vielleicht mehr vorgefallen sein, dass sie nun für sich die Frage stellt, warum sie noch Kontakt mit dir hat. Was auch immer vorgefallen ist, wie wäre es, wenn es umgekehrt wäre, also sie sich dir gegenüber in derselben Art und Weise "nicht immer fair gegenüber" verhalten hätte. Würdest du das dann alles genauso bewerten wie jetzt? Würdest du mit ihr weiter Kontakt haben wollen, wäre sie so mit dir umgegangen?

Was den Menschen allgemein, unabhängig von Krankheiten, immer mehr abhanden zu kommen scheint, ist die Bereitschaft, zumindest zu versuchen, sich in die Schuhe des anderen zu stellen und die Sicht des anderen zu sehen / verstehen. Das bedeutet nicht, dass man zu dem zwingenden Ergebnis kommen muss, dass der andere immer Recht hat und man selbst sich immer falsch verhalten hat. Oftmals ist es einfach ein Kommunikationsproblem und es entstehen vermeidbare Missverständnisse mit Folgen wie jetzt bei dir.

Zu welchem Ergebnis du auch irgendwann kommst, vielleicht findest du doch etwas, was du besser hättest machen / kommunizieren können, vielleicht lässt sich mit dieser Freundin nichts mehr retten, aber eventuell nimmst du wichtige Erkenntnisse für deine nächste Beziehung aus der Sache mit.

LG

01.05.2022 10:40 • x 3 #4


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Jedi

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Zitat von Laurien:
Was den Menschen allgemein, unabhängig von Krankheiten, immer mehr abhanden zu kommen scheint, ist die Bereitschaft, zumindest zu versuchen, sich in die Schuhe des anderen zu stellen und die Sicht des anderen zu sehen / verstehen.

Finde ein guter Hinweis von @Laurien, doch bedarf es da einer guten Reflexionsfähigkeit u. sich gut u. realistisch
Reflektieren zu können, dieses wäre erst zu erlernen. - -
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Zitat von Laurien:
Oftmals ist es einfach ein Kommunikationsproblem

Ja, dass stimmt u. hängt sehr von dem Empfänger ab, was er/sie versteht, bzw. verstanden hat, bzw. verstehen will.
Auch ist die Eindeutikeit dessen, was der Sender sagen möchte, von großer Bedeutung.
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Zitat von Laurien:
Zu welchem Ergebnis du auch irgendwann kommst, vielleicht findest du doch etwas, was du besser hättest machen / kommunizieren können

Ich denke, dass es immer die Möglichkeit gibt, etwas besser machen zu können u. auch klarer Kommunizieren
zu wollen.
Zitat von Laurien:
nimmst du wichtige Erkenntnisse für deine nächste Beziehung aus der Sache mit.

Das gehört sicher zur Königsdisziplin, aus den gewonnenen Erkenntnissen, etwas für sich mitzunehmen.
Das gehört zudem, was auch Wachstum genannt wird - aus den gemachten Erfahrungen heraus zu wachsen !

01.05.2022 18:31 • x 2 #5

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