Probleme in der Partnerschaft wegen Depressionen

Schlaflos82

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Hallo, ich bin 29 Jahre alt und leide seit 6 Jahren an wiederkehrenden Depressionen. Die erste begann 2005. Ich hatte gerade eine Umschulung begonnen und war seit 5 Jahren mit meiner ersten großen Liebe zusammen. Es gab zwar immer mal Stress bei uns, aber das verging wieder. Und auf einmal war er nicht mehr der Mann den ich bisher kannte. Er zog sich immer mehr von mir zurück, unternahm lieber was mit seinen Freunden als mit mir und dann fand ich heraus dass er heimlich 0190 Nummern anrief.

Als ich ihn zur Rede stellte, wiegelte er nur ab. Das ging weitere Wochen so, bis ich bei meiner neuen Arbeitsstelle jemand kennen lernte. Plötzlich bekam ich Aufmerksamkeit, man hörte mir zu und ich bekam einfach das Gefühl dass ich ein toller Mensch sei. Denn mein Freund sah mich nicht mal mehr an. Also machte ich Schluss und da begannen die Psycho-Spielchen. Auf einmal war ich wieder jemand für ihn und er würde mich ja so lieben. Dumm wie ich war, lies ich mich wieder auf ihn ein. Das Glück währte nur kurz denn immer wieder bekam ich zu hören was ich alles nicht konnte. Und dass ich ihm im Weg sei. Mir wurde täglich eingeredet dass ich nichts wert bin. Und da wurde ich depressiv.

Statt mir beizustehen,lies er mich ständig allein. Ich hatte keine Freunde mehr in meiner Heimat. Er kam mit ihnen nicht aus und somit schliefen die Kontakte ein. Er wusste dass ich bei Menschenmengen Panikattacken bekam und schleppte mich ausgerechnet auf ein Stadtfest. Es war ein Horror-Abend und ich durfte mir anschließend wieder Vorwürfe anhören.Wenn ich nicht funktionierte so wie er es wollte dann behandelte er mich wie Dreck." Du bist dumm, Du bist hässlich, verreck doch, dann hab ich endlich meine Ruhe vor Dir!"

Dieser Satz von ihm verfolgt mich seitdem und hat mir jedes Selbstbewusstsein genommen.Eine Woche später machte er Schluss. Und ich flehte ihn an bei mir zu bleiben. Ich war einfach zu schwach um mich gegen ihn zu wehren. Seine Antwort darauf: ich flog gegen die Tür. Ein anderes Mal schmiss er mich zu Boden ud drückte mir mit seinem Knie den Kehlkopf ab! Seitdem, hab ich wahnsinnige Panik und flippe sofort aus wenn jemand in meine Halsregion gelangt.

Auch wenns nur der Arzt mit nem Holzstäbchen ist, so kann er mich nicht untersuchen.Würgereiz.K-A. wie ich aus dieser Depression herauskam, aber es funktionierte.Mein Ex lies mich dennoch nicht in Ruhe. Ständig schrieb er mir SMS. Und das wir uns doch mal treffen könnten und wie toll ich doch ausgesehen hätte.daraufhin wechselte ich endlich meine Nummer und suchte mir mit Hilfe meines neuen Freundes eine neue Wohnung.

Mit meinem neuen Freund lief es richtig gut. Er war verständnissvoll, pflegte mich wenn ich krank war und gab mir sehr viel Liebe. Und so beschlossen wir zu heiraten. Wir planten unsere Hochzeit und wir waren echt glücklich. Nur im Bett lief absolut nichts. Erst dachte ich es lag nur an den Antidepressiva aber auch als ich diese absetzte änderte sich nichts. Und dann tauchte er wieder auf. Mein ehemaliger Arbeitskollege, ich nenne ihn mal Max. Und es war wie früher. Sofort diese Anziehung die ich nie bei meinem Freund gespürt hatte. Ich dachte wir könnten einfach nur Freunde sein, aber da hatte ich mich geirrt.

Und so verging die Zeit wie im Flug und ich wusste nicht mehr was ich machen sollte. Heiraten und die sichere Seite wählen, oder mit Max einen Neuanfang wagen. 3 Wochen vor dem eigentlichen Termin, sagte ich die Hochzeit ab. Ich konnte einfach nicht heiraten wenn ich mir meiner gefühle nicht sicher war.Jede Nacht lag ich wach und grübelte stundenlang was die richtige Entscheidung sei.Und je mehr ich darüber grübelte, umso depressiver wurde ich wieder. Die Entscheidung nahm mir schliesslich mein Verlobter ab. Er machte Schluss, eben weil er mit dieser Krankheit nicht mehr klar kam.

Ich war teilweise nicht mehr fähig den Abwasch zu machen oder den Müll runter zu bringen.Selbst einkaufen gehen war eine unüberwindbare Hürde. Und nun war ich wieder allein. Ok, dachte ich mir. Vielleicht st doch Max der Richtige für mich,. Doch nun zog sich dieser immer mehr von mir zurück. Ich kenne den Mann seit fast 7 Jahren und er hat mich nie belogen oder sonst was. Und nun erkenne ich ihn nicht mehr wieder. Vor 2 Wochen sagte er noch er liebe mich und plötzlich höre ich nichts mehr von ihm. Verabredungen werden nicht eingehalten und sein angeblicher krankenhausaufenthalt entpuppte sich heute auch als Lüge.

01.12.2011 00:30 • #1


Schlaflos82


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Ich verstehe es einfach nicht!!!

Ja ich bin krank,und brauche Hilfe.

Aber jeder wendet sich von mir ab.Meine "Freunde" ignorieren mich schon seit Monaten. Und mein Papa will auch nichts mehr mit mir zu tun haben, weil seine Frau ( die sind seit 20 Jahren verheiratet) mir vorwirft ich würde sie und ihn auseinander reissen wollen. Schwachsinn! Und somit bin ich nun ganz allein. Kein Job, keine Freunde, keinen Papa, keinen Mann und keine Hoffnung!

Ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll. Und erwische mich dauernd dabei wie ich darüber nachdenke einfach aufzugeben. Selbst wenn es einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt so kommt spätestens am Tag darauf der nächste Hammer und alles ist zunichte. Ich bin einfach müde. und weiß nicht mehr wofür ich überhaupt aufstehe.Die ständige Einsamkeit macht mich fertig.Und selbst wenn ich rausgehen will, wüsste ich nicht mal wohin.

Das war meine Geschichte. Sehr lang, aber ich musste mir mal alles von der Seele schreiben.

Schlaflos82

01.12.2011 00:31 • #2


Gummitwist78

Gummitwist78

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Guten Morgen Schlaflos!

Mich bewegt deine Geschicht sehr.
Ich kenne das Gefühl nur zu gut alleine zusein.

Ich habe auch an vieles Gedacht ob das alles Sinn macht.Aber es macht Sinn.Das Leben macht immer Sinn.Klar im ersten Augenblick nicht.
Aber es macht Sinn!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft in nächster Zeit.


Lg

Gummitwist

01.12.2011 07:31 • #3


achtsamkeit

achtsamkeit

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Hallo Schlaflos,
mich würde interessieren, wie deine Depression bisher behandelt wurde. Welche Medikamente nimmst du und welche Therapie machst du oder hast du gemacht?

LG Pelle

01.12.2011 12:47 • #4


Schlaflos82


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Hallo Pelle,
das erste Mal bekam ich Mirtazapin und bei meiner letzten Depression Citalopram. Habe beides nicht so gut vertragen. Und bei einer Größe von 1,70m und momentan 45,5 kg, sind die Nebenwirkungen wie Übelkeit usw. erst recht nicht gut. Habe erst im Januar die Möglichkeit wieder eine Therapie zu machen. Die bisherigen 2 Therapien waren nicht sehr erfolgreich. Kann Dir nicht genau sagen was für Therapieformen es waren. Nur soviel: autogenes training (hat bei mir gar nichts gebracht), Tagesstrukturierung und Gespräche.

lG Schlaflos82

01.12.2011 14:35 • #5


Schlaflos82


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Hallo Gummitwist78,

ja das Gefühl von jedem im Stich gelassen zu werden ist wirklich schlimm. Unerträglich sogar. Mein Umfeld reagiert auf meine krankheit mit Ignoranz und Ablehnung. Mir wird vorgeworfen dass ich die Schuld immer bei anderen suchen würde. Dabei bin ich diejenige die sich an allem die Schuld gibt und sich fragt: Was habe ich falsch gemacht? Bin ich ein schlechter Mensch?
Wenn ich nur einen kleinen Funken Hoffnung hätte, wäre die Situation erträglicher und ich könnte vielleicht noch die Kraft aufbringen dagegen zu kämpfen. Nur hab ich keine mehr!

lG Schlaflos82

01.12.2011 14:43 • #6


achtsamkeit

achtsamkeit

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Hallo schlaflos,
deine Situation ist schwer zu ertragen für dich, wenn du keinen in deinem Umfeld hast, der dir zur Seite steht.
Du bist ja meiner Meinung nach auch sehr dünn bei einer Größe von 1.70.
Du solltest auf alle Fälle mit deinem Arzt (Psychiater?) sprechen, damit er die passenden Medikamente für dich herausfindet.
Autogenes Training ist keine Therapie . Es gibt noch eine Reihe anderer Entspannungstechniken, die dir vielleicht mehr zusagen würden.#
Was hälst du davon, wenn du mit deinembehandelnden Arzt sprichst und in eine psychosomatische Klinik gehst . Dort wärst du in einem Umfeld von Menschen, die dich verstehen und du könntest dort Techniken lernen, die dir zusagen.
Zudem wäre es sicher gut einmal ganz aus deinem jetzigen Umfeld zu gehen.

LG Pelle

01.12.2011 17:07 • #7


Schlaflos82


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Hallo Pelle,
Mein "Normal-Gewicht" ist sonst 50 kg. Egal was und wieviel ich esse,es wird nicht mehr. Ich hatte mit 16 Jahren mal 59 kg und dann ging es ohnemein Zutun einfach runter auf besagte 50kg. Die Ärzte fanden auch nicht heraus warum. Ein Klinik-Aufenthalt kommt für mich überhaupt nicht in frage da ich eine regelrechte Phobie vor Krankenhäusern habe. Wurde da schon mehrfach falsch behandelt und diagnostiziert. Wurde mit verdacht auf Leukämie eingewiesen, nach sämtlichen Untersuchungen hiess es dann es wäre Zöliakie und nach 3 Jahren, kam heraus dass es doch keine war. Auch als ich mit 19 einen Schlaganfall hatte, wurde keine Ursache festgestellt. Und so weiter... bekomme sofort Panik wenn ich auch nur ein Krankenhaus sehe.

lG Schlaflos

01.12.2011 17:48 • #8


Tho

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Hallo Schlaflos82,

es gibt Kliniken, die eher einem Hotel ähneln als einem "normalen" Krankenhaus. Dort wärst du nicht alleine, sondern umgeben von Menschen, die in der selben Situation sind. Ich selber brauchte allerdings auch einige Zeit, bis ich bereit war, in eine Klinik zu gehen, nicht weil ich Angst davor hatte, sondern einfach weil ich beruflich zuvor viel in Massenunterkünften leben musste. Ich suchte das alleine sein.

Auch wenn beim Klinikaufenthalt nicht alles schön war, so hat er mir rückwirkend betrachtet doch den entscheidenden Impuls gegeben, um wieder ins "normale" Leben zurück zu kehren.

Der Tho

02.12.2011 08:02 • #9


achtsamkeit

achtsamkeit

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Eine psychosomatische Klinik hat nichts mit einem normalen Krankenhaus gemein.
Schau dir einfach mal im Internet solche Kliniken an. Ich war zB. damals im Saarland .
Ich bin immer noch der Meinung, dass dir ein Aufenthalt dort gut tun würde.
Es entspricht ja einer Reha/Kur!

LG Pelle

02.12.2011 12:16 • #10


Sarah

Sarah

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Hallo Schlaflos,

ich kann den anderen nur beipflichten, was die Räumlichkeiten in vielen Kliniken angeht. Ich war auf der psychotherapeutischen/psychosomatischen Station der Uniklinik Göttingen. Und die Station hatte eher was von Jugendherberge als von Klinik. Von den 10 Zimmern gab es in einem der Einzelzimmer ein Krankenbett, alle anderen hatten normale Betten drin. Wir hatten ein Wohnzimmer mit Couch und Sesseln, eine eigene Küche die man immer nutzen konnte etc. Und auch die Mitarbeiter hatten "normale" Klamotten an. Als ich meinen Therapeuten mal im weißen Kittel gesehen habe musste ich einen Lachkrampf unterdrücken smilie_happy_299.gif Außerdem war die Station in einem eigenen Gebäude mit den anderen psychiatrischen Stationen, so dass man vom "normalen" Krankenhausbetrieb kaum was mitbekommen hat.

Gib dem Gedanken eines Klinikaufenthaltes eine Chance. Viele Kliniken haben auf ihren Internetseiten auch Bilder von den Stationen und Zimmern. Und in aller Regel macht man vorher ein Vorgespräch, so dass man sich die Räumlichkeiten vor Ort ansehen kann. Ich habe mich auch lange gesperrt, aber im Nachhinein war der Aufenthalt für mich Gold wert.

Liebe Grüße

Sarah :a010:

09.12.2011 12:57 • #11




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