Lernen mit der Depression umzugehen möglich?

Fjölnir
Nun habe ich also mal beschlossen, einen Blick auf alles zu werfen um besser abwägen zu können, wie es mit mir und meinem Umfeld aussieht.

Diese Krankheit "Depression" ist bestimmt nichts, was man jemandem anderen wünschen würde. Ein steter Kampf durch das Leben, die Woche, den Tag...und Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht.
Denkste!!!!
Was hat man nicht schon alles erlebt?! Was nicht schon alles überlebt?! Ist das wirklich alles so unwichtig das man es in einem "kleinen" Anflug von Depression vergisst?
Oh nein. Es ist sehr schwierig an andere Sachen zu denken als seinen momentanen Zustand. Ebenso ist es sehr schwierig, sich selbst zu sagen: "Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!" Denn bis morgen ist es ja noch sooo lange hin. Doch mit ein wenig Übung und Disziplien habe ich gelernt, in meinen Phasen auf die kleine Stimme meines Herzens zu hören, und nicht auf die viel grössere Stimme meiner verletzen Seele.
Oft schreit meine Seele in Qualen auf. Doch ist die Erkenntnis nicht der erste Schritt zur Heilung?
Ich bin nicht sicher ob das was ich hier schreibe nur absoluter Blödsinn ist, oder vielleicht doch der richtige Weg auf der Suche nach meinem "nicht depressiven" Ursprung.
Doch bei einem bin ich mir sicher. Mir ging es bei weitem schon schlechter als jetzt!! Und ich habe es gemeistert. Ansonsten könnte ich dieses hier jetzt nicht schreiben...
Ich für meinen Teil sage: Depression, du bist mein anderes Ich, und wir müssen lernen miteinander umzugehen. Der Anfang ist getan.
Ich bin gespannt wie es weitergeht...

05.07.2012 16:23 • #1


hallo du

Zitat von Fjölnir:
Ich für meinen Teil sage: Depression, du bist mein anderes Ich, und wir müssen lernen miteinander umzugehen. Der Anfang ist getan.
Ich bin gespannt wie es weitergeht...


Das ist ein guter Anfang, alles gute auf deinen Weg.

little-tiger

06.07.2012 10:18 • #2


Fjölnir
Hallo little-tiger
Hab Dank :-)
Ich versuche das alles mittlerweile als Herausforderung zu sehen. Ich denke das es immer auf die Sichtweise ankommt. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch verschieden, doch habe ich die Erfahrung gemacht das es weniger schwer ist wenn man die Krankheit nicht als Fremdkörper sieht. Aus dem richtigen Blickwinkel verstecken sich auch sehr viele "positive" Aspekte darin. Alleine schon wie viel man über sich selbst lernen kann. Andere werden 100 Jahre alt und kennen sich noch immer nicht....

06.07.2012 10:30 • #3


hallo Fjölnir

interessanter Name, aus welchen Land stammt er ?? Neugierig wie ich bin

Zitat von Fjölnir:
doch habe ich die Erfahrung gemacht das es weniger schwer ist wenn man die Krankheit nicht als Fremdkörper sieht.


Dafür habe ich mehrere Jahre gebraucht.

Zitat von Fjölnir:
verstecken sich auch sehr viele "positive" Aspekte darin. Alleine schon wie viel man über sich selbst lernen kann


Oh, JA ! Aber um zu dieser "Erkenntnis" zu kommen ist es ein langer, harter Weg gewesen.Es ist nicht einfach sich mit sich selbst auseinander zu setzen UND ehrlich zu sich selbst zu sein.

little-tiger

06.07.2012 10:46 • #4


Fjölnir
Fjölnir ist einer der Beinamen des nordischen Göttervaters Odin und bedeutet "der Vielweise". Ich hoffe einfach das ich noch sehr viel dazu lernen kann.
Ohja, es ist ein langer, harter Weg. Ich selbst habe von meiner frühen Kindheit bis jetzt gebraucht, und am Ziel bin ich noch lange nicht.
Seit etwa 1,5 Jahren spüre ich erst ein wenig Spass am Leben. Das bringt dann auch gleich das nächste Problem mit sich: nun habe ich Zukunftsängste. Nicht in der Form das ich nicht weiss was in Zukunft aus mir wird oder so in diese Richtung. Eher in Form von: ich habe absolute Panik wenn ich dran denke das ich irgendwann mal sterben muss und dann nicht mehr da bin. Ich habe einfach Angst davor das ich nicht mehr teilhaben kann.

06.07.2012 10:58 • #5


hallo Fjölnir

Zitat von Fjölnir:
am Ziel bin ich noch lange nicht.


Damit bist du nicht alleine, aber warscheinlich ist der Weg dahin das eigentliche Ziel.Den in dieser Zeit setzen wir uns mit uns selbst auseinander und dürfen damit NIEMALS mehr aufhören, sonst drohen Rückfälle.

Zitat von Fjölnir:
Seit etwa 1,5 Jahren spüre ich erst ein wenig Spass am Leben.


Darum beneide ich dich glatt. Ich habe bisher für jedes Quentchen Spaß / Glück doppelt und dreifach bitter bezahlt.

Zitat von Fjölnir:
Ich hoffe einfach das ich noch sehr viel dazu lernen kann.


Das Unterschreibe ich sofort !

Zitat von Fjölnir:
ich habe absolute Panik wenn ich dran denke das ich irgendwann mal sterben muss und dann nicht mehr da bin. Ich habe einfach Angst davor das ich nicht mehr teilhaben kann.


Das ist doch wunderschön das du so empfindest ! Zeigt es doch das du L E B E N willst !

Ich empfinde es als Last zu Leben.Den ( nach meinen Empfinden ) Lebe ich NICHT, ich existiere nur.

little-tiger

07.07.2012 16:50 • #6


Fjölnir
Würde ich jetzt schreiben: "Denke positiv", wäre das absoluter Blödsinn und einfach nur Floskeln. Daher schreibe ich es auch nicht.
Ich kenne das Gefühl bzw den Zustand nicht zu leben, nur zu existieren. Vielmehr habe ich es als dahin siechen empfunden. Jeder Tag der vorbei war hat mich dem grossen Tag des Endes ein wenig näher geführt. Doch es ging mir nicht schnell genug. Im absoluten Widerspruch zu meinen jetzigen Ängsten. Auf jeden Fall kamen diverse Suizidversuche. Doch ich hatte stets "Pech" damit. Wie oft ich wegen den Versuchen in der Psychiatrie war, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich hatte keine Kraft und keine Lust mehr, mich durch jeden einzelnen Tag zu kämpfen.
Irgendwann habe ich angefangen die Dinge genauer ins Auge zu fassen. Den Schmerz direkt anzusehen. Ihm auf den Grund zu gehen. Mir haben 2 Bücher sehr dabei geholfen die Dinge auch mal aus einer anderen Sicht zu sehen. Hermann Hesse "Steppenwolf", und Paulo Coelho "Veronika beschliesst zu sterben". Keine Angst; ich bin kein Vertreter der für Bücher werben möchte
Es ging auf jeden Fall bergauf und bergab. Höhen und Tiefen. Und dann plötzlich 2 Jahre fast völlige Isolation und Resignation. Ich war nach den 2 Jahren innerlich absolut leer. In dieser inneren Leere konnte ich dann anfangen zu "pflanzen". Raus mit dem Grau und Trostlos.
Ich habe nachwievor meine Phasen. Daran wird sich wohl auch mein Leben lang nichts ändern. Aber was solls? Dann weiss ich wenigstens das ich Empfindungen habe. Und diesen Empfindungen und Phasen auf die schliche zu kommen; den Ursprung von alledem zu finden; das habe ich mir zum Hobby gemacht. CARPE DIEM

07.07.2012 17:53 • #7


Fjölnir
Ich bin ja doch nichts - ein leerer Mantel, ein Gedanke ohne Nest, ein Wort ohne Bedeutung, eine Warnung die zu spät kommt.
Ich bin nicht schön, und das Aussergewöhnliche tun andere.
Ich bin nichts und schon jetzt vergessen.
Vor diesem Glauben rettet mich nicht das Mitleid der Welt, nicht das Schicksal oder die Tränen und schon gar nicht die billige Ehrfurcht oder die noch billigere Demut.
Vielleicht aber die harte Stimme meines inneren Lehrers, die sagt: Glaub was du willst.

07.07.2012 19:24 • #8


hallo Fjölnir

Zitat von Fjölnir:
jeden Fall kamen diverse Suizidversuche


Die habe ich auch hinter mir.

Zitat von Fjölnir:
Doch ich hatte stets "Pech" damit.


Dito.

Zitat von Fjölnir:
Irgendwann habe ich angefangen die Dinge genauer ins Auge zu fassen. Den Schmerz direkt anzusehen. Ihm auf den Grund zu gehen


Das habe ich schon immer getan.Ich bin N I E weg gelaufen, habe mich I M M E R den Situationen gestellt.Habe A L L E S hinterfragt und versucht das beste daraus zu machen.

Nur... wirklich geholfen hat es mir nicht. Es hilft mir auch nicht wirklich weiter das die Therapeuten/Psychiater/Kliniken bestätigen das ich alles richtig gemacht habe und prima reflektiert bin.

Zitat von Fjölnir:
In dieser inneren Leere konnte ich dann anfangen zu "pflanzen".


WIE hast du das geschafft ? Wie hast du dein inneres wieder erreicht ?

Ich bin schon solange eine leere, tote Hülle.Was mich am meisten regelrecht lähmt ist diese unendliche Müdigkeit.

Zitat von Fjölnir:
Und diesen Empfindungen und Phasen auf die schliche zu kommen; den Ursprung von alledem zu finden; das habe ich mir zum Hobby gemacht. CARPE DIEM


Ich bin zur Zeit nicht wirklich empfindungsfähig, es kommen nur noch die ganz starken Emotionen( Wut/ Trauer/Schmerz ) zu mir durch, dann allerdings mit Macht.Womit ich dann überhaupt nicht klar komme.

Zitat von Fjölnir:
Ich bin ja doch nichts - ein leerer Mantel, ein Gedanke ohne Nest, ein Wort ohne Bedeutung, eine Warnung die zu spät kommt.
Ich bin nicht schön, und das Aussergewöhnliche tun andere.
Ich bin nichts und schon jetzt vergessen.


Genauso sieht es in mir aus.

little-tiger

08.07.2012 11:50 • #9


Hallo,

ich lese Eure Unterhaltung schon von anfang an.

So, wie es Dir geht little-tiger geht es mir auch schon länger. Nur so gut die Gefühle ausdrücken wie ihr beide das macht, kann ich leider nicht.

In der Psychiatrie und Therapie sagt man mir immer, das ich zu sehr für mich alleine leide, bevor ich darüber sprechen kann. Und akzeptieren, die Depression, versuche ich seit Jahren ohne Erfolg.

Ich hoffe, Ihr versteht meinen Gedankengang. Werde weiterhin dieses Thema beobachten.

Liebe Grüße
Hamsterbacke

08.07.2012 12:33 • #10


hallo Hamsterbacke

Zitat von Hamsterbacke:
ich lese Eure Unterhaltung schon von anfang an.


Schön das dich dieses Thema ebenfalls interessiert, ich wäre sehr gespannt was du dazu zu sagen hättest.

Zitat von Hamsterbacke:
Nur so gut die Gefühle ausdrücken wie ihr beide das macht


Dankeschön dafür, das gelingt mir auch nicht immer.Ich bin oft genug "Wortlos" und weiß nicht wie ich es in Worten fassen kann was da in mir passiert.

Zitat von Hamsterbacke:
In der Psychiatrie und Therapie sagt man mir immer, das ich zu sehr für mich alleine leide, bevor ich darüber sprechen kann


Das kenne ich nur zu gut ! Habe ich doch von klein auf gelernt das ich meine Probleme alleine lösen muß.Auch ist das ein Grund warum ich nur alle 2 Wochen Therapie habe.Ich brauche einfach Zeit um das erlebte in Worte fassen zu können.

Zitat von Hamsterbacke:
Und akzeptieren, die Depression, versuche ich seit Jahren ohne Erfolg.


Das war/ ist ein langer Weg und ich bin noch dabei.

Zitat von Hamsterbacke:
Ich hoffe, Ihr versteht meinen Gedankengang


Ich für meinen Teil sehr gut.

little-tiger

08.07.2012 13:00 • #11


Fjölnir
Hallo little-tiger
Ich kann gar nicht so genau sagen wie das alles von statten gegangen ist. Natürlich weiss ich wie schlimm es ist wenn in einem nur die negativen und grossen Gefühle regieren. Mein Leben hat sich auf diesen Emotionen aufgebaut. Natürlich habe ich auch mal gelacht. Doch war das ein Lachen von aussen, nicht von innen. Ich hoffe du verstehst. Es kam einfach nicht von Herzen. Wenn sich tatsächlich einmal Freude eingestellt hat, hatte ich das Gefühl zerplatzen zu müssen. Es war einfach zu viel für mich und tat so weh das ich regelmässig Tränen in die Augen bekommen habe. Ich war eigentlich nie ein Mensch der sich seiner Gefühle geschämt hat. Eher ein Emotionaler Typ. Und daher war es ganz schlimm für mich, als ich gemerkt habe das ich überhaupt nicht mehr richtig heulen kann. Der Schmerz, die Angst...nichts konnte hinaus. Und so ist es noch immer.
Ich verstehe sehr wohl wie es ist in seinem Tränental gefangen zu sein.
Ich hatte damals angefangen Gedichte zu schreiben und zu zeichnen. Ich denke das ich versucht habe mich innerlich zu zerreissen. Ich weiss nicht wie ich es besser ausdrücken soll. Es musste krass sein. Es musste weh tun. Je selbstzerstörerischer es war, desto besser. Mir ging es danach auch nicht wirklich besser weil es raus war. Eher ging es mir noch schlechter weil ich mich so darein gesteigert hatte.
Irgendwann hat es dann angefangen abzuflachen. Die Bilder sind einfache Bilder geblieben ohne einen Kopfschuss oder ähnlichem und Gedichte schreibe ich nicht mehr. Nun bin ich auch seit kurzem in ambulanter Therapie und kann zusehen wie das Bild in meinem Kopf sich langsam zusammen fügt. Mein Therapeut ist auch der Meinung das diese ganze Zeit der Selbstverletzung und des Quälens auf einer Seite auch geholfen hat im nachhinein besser "sehen" zu können. Und ich rede nicht von 1-2 Jahren. Dieses ganze Selbstzerstückeln ging 20 lang. Kurze Zeit hatte ich mal Medikamente genommen. Doch eigentlich nur weil es in der Psychiatrie ein Muss war.
Wie ich schon sagte: Ich kann nicht genau sagen wie oder was ich gemacht habe damit es besser wurde. Ich denke einfach, ich habe der ganzen Sache die Zeit gegeben die sie brauchte. Natürlich hätte es auch nach hinten losgehen können, doch jetzt bin ich froh das keiner meiner Versuche die Sache frühzeitig zu beenden geglückt ist.
Natürlich kann ich hier nur meine Erfahrungen mitteilen. Und es tut mir wirklich von Herzen leid das ich dir nicht besser helfen kann :-(
Doch ich hoffe mein offenes Ohr hilft wenigstens ein bisschen

08.07.2012 13:16 • #12


Fjölnir
Hallo Hamsterbacke
Es freut mich das du es hier bei uns interessant findest :-) Es freut mich das du dich mit einbringst. Ich persönlich sage mitlerweile: Für jedes Problem gibt es auch eine Lösung. Sicher ist es schwer bis unmöglich diese Lösung zu sehen wenn man bis über beide Ohren in der Sch...... sitzt. Daher finde ich einen solchen Austausch wie hier sehr wichtig. Vielleicht haben andere Leute mit ähnlichen Problemen ganz andere Gedanken auf die ich alleine niemals kommen würde.
Das ist das erste Mal das ich in einem Forum bin. Und bis jetzt finde ich es doch sehr lohnend. Ich hoffe euch bringt es ebenso viel!!!

08.07.2012 13:22 • #13


hallo Fjölnir

Zitat von Fjölnir:
Natürlich weiss ich wie schlimm es ist wenn in einem nur die negativen und
Zitat von Fjölnir:
grossen Gefühle regieren


ich bin ja inzwischen froh darüber überhaupt wieder was zu fühlen, nur wäre es schön nicht jedesmal gleich komplett überrannt zu werden davon.

Zitat von Fjölnir:
Natürlich habe ich auch mal gelacht.


Ja, wenn ich denke das es jetzt an dieser oder jener Stelle erwartet wird.

Zitat von Fjölnir:
Doch war das ein Lachen von aussen
Zitat von Fjölnir:
nicht von innen. Ich hoffe du verstehst. Es kam einfach nicht von Herzen


Ganz genau ! Mein Körper lacht , doch mein inneres bleibt völlig unberührt.Ganz genau so geht es mir wenn ich Musik höre.Sie berührt mich nur noch auf 2 Arten : ich finde sie erträglich oder sie quält mich.

Zitat von Fjölnir:
Ich war eigentlich nie ein
Zitat von Fjölnir:
Mensch der sich seiner Gefühle geschämt hat.


Geschämt habe ich mich dessen noch nie, ich zeige sie nur nicht jeden.Da ich schon sehr früh gelernt habe das dieses als "Schwäche" und Angriffspunkt genutzt wird.

Zitat von Fjölnir:
Der Schmerz, die Angst...nichts konnte hinaus. Und so ist es noch immer


Ja, und es wird nicht weniger, egal wie oft und intensiv man sich damit auseinandersetzt.

Zitat von Fjölnir:
Ich hatte damals angefangen Gedichte zu schreiben und zu zeichnen.


Das ist lange her bei mir das ich zuletzt Gereimt habe.Gemalt habe ich zuletzt in der Kur, in einen geschützten Umfeld.Hier , zu Hause , fehlt mir die Kraft dazu.

Zitat von Fjölnir:
Ich verstehe sehr wohl wie es ist in seinem Tränental gefangen zu sein


"Mein Tal" ist sehr, sehr tief; sehr, sehr schwarz; sehr, sehr kalt; und saugt mir jede Form von Kraft oder Energie aus.

Bei jeder Belastung ( z.B. Stress auf der Arbeit ) ist meine "Glasglocke" wieder da und schirmt mich völlig von meiner Umgebung ab.Was natürlich etliche Schwierigkeiten mit sich bringt.

Zitat von Fjölnir:
Eher ging es mir noch schlechter weil ich mich so darein gesteigert hatte.


Das kenne ich auch, allerdings habe ich es ( fast ) immer geschafft da wieder raus , bzw. runter zu kommen.

Zitat von Fjölnir:
Nun bin ich auch seit kurzem in ambulanter Therapie


Gratulation ! Das ist ein wichtiger Schritt auf den Weg zur Gesundung.

Ich hatte schon mal mit Anfang/Mitte 20 J. versucht eine Therapie zu machen.Wurde aber von ALLEN ( ca. 7-10 ) Therapeuten damals abgewiesen mit der Begründung : Man kann nicht die derzeitige Belastung U N D die Vergangenheit bearbeiten.Dazu wäre man nicht fähig.

Dabei wollte ich nur Hilfen haben wie ich was Handhaben könnte, heute wäre es eine VT.Also habe ich es selbst gemacht, so gut es ging.

Ich bin seit mehreren Jahren in ambulanter Therapie.Inzwischen bei der Zweiten Therapeutin.Darum mußte ich hart kämpfen.Mein erster Therapeut war plötzlich verstorben und meine Krankenkasse wollte erst keine Weiterführende Behandlung erstatten.

Ich nehme seit einigen Jahren Medikamente und bin sehr froh darüber das es sie gibt.Auch ich war in der Psychiatrie, dort wurde mein phyotisches Erleben gut behandelt.Es tritt jetzt nur noch in starken Belastungsituationen in abgeschwächter Form auf.

Zitat von Fjölnir:
Dieses ganze Selbstzerstückeln ging 20 lang.


Auch bei mir war der Zeitraum über mehrere Jahrzehnte.

Zitat von Fjölnir:
Ich denke einfach, ich habe der ganzen Sache die
Zitat von Fjölnir:
Zeit gegeben die sie brauchte


Da sind wir wieder bei den "bösen" Wort, seufz, ich weiß ich brauche Geduld, schließlich hat sich diese Erkrankung über mehrere Jahrzehnte aufgebaut und es braucht Zeit da was zu verändern oder umzubauen.

Zitat von Fjölnir:
Natürlich kann ich hier nur meine Erfahrungen mitteilen.


Genau dafür sind wir hier ! Um uns miteinander auszutauschen.

Zitat von Fjölnir:
Und es tut mir wirklich von Herzen leid das ich dir nicht besser helfen kann :-(


Du hilfst mir schon sehr viel ! Dankeschön dafür ! Alleine dadurch das du verstehst was ich schreibe und es nachvollziehen kannst.Es tut so gut wenn man nicht alleine ist.

little-tiger

08.07.2012 19:23 • #14


Fjölnir
Hallo little-tiger
Natürlich ist es schlimm wenn einen seine Gefühle überrennen. Ich schätze, das hat mit der eigenen Tolleranz gegenüber seinen Gefühlen zu tun.
Das mit der Musik war bei mir nie so wie du es schilderst. Musik war schon immer mein Ein und Alles. Es ist ein sehr starkes Medium und konnte bei mir stets alles Mögliche auslösen. Meist habe ich es allerdings zu selbstzerstörerischen Akten gebraucht. Es gibt eine CD vor der ich gar Angst hatte :-D Es war dann doch ein wenig zu arg.
Ohja, das seine Gefühle gerne mit Füssen getreten werden ist mir nicht fremd. Bereits in Kinderschuhen durfte ich mich auf die Welt bereitmachen. Ich mache meinen Eltern da keine Vorwürfe. Ausser vielleicht den, das sie mich überhaupt gezeugt haben. Das war unverantwortlich und dumm. Doch seis drum. Es ist wie es ist und man muss das Beste draus machen.
Nun, gereimt habe ich nie :-D Es waren eher kleine Geschichten in Gedichtform. Sie haben sich nicht gereimt, waren nur lyrisch. Wenn du magst kann ich dir ja mal eins aus alten Tagen zeigen.
Was sagt denn deine Psychologin zu deinem Ergehen? Kann sie dir nicht mit Tipps und Tricks etwas helfen? Ich meine die du in Akutsituationen anwenden kannst?
Ich nehme schon lange keine Medikamente mehr und das finde ich auch in Ordnung so. Wenn es weh tut soll es richtig weh tun. Das hat mir bis jetzt geholfen und ich bleibe da meiner Linie treu. Allerdings muss ich anmerken das ich gewillt bin nun in der Therapie auf Medikamente zurück zu greifen WENN es nicht anders geht. Wer weiss was da noch so alles hoch kommt. Aber auch nur wenn ich es ohne nicht ertrage und merke das die Therapie darunter leidet.
Ja, ich weiss. Zeit ist auch nicht wirklich eines meiner Lieblingswörter. Ganz im Gegenteil. Dennoch ist es ein Fakt den ich mir vor Augen halten muss. Ich musste der Sache einfach die Zeit lassen. Aber Menschen sind verschieden, die Krankheit ist bei jedem verschieden und somit ist natürlich auch der Weg bei vielen ein anderer.
Und um dann einfach noch eine Floskel hier anzubringen: Die Hoffnung stirbt zuletzt!!

09.07.2012 08:42 • #15




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