Heilung bei Depression auch ohne Medikamente möglich?

Mandoline55

4
1
Hallo !
Wieso kommt die Depression immer wieder zurück?
Gibt es überhaupt eine Heilung?
Bei der geringsten Belastung ist sie wieder da ! Ich gehe auch in Therapie,nehme morgend 60 mg Cymbalta und abends 50 mg Trittico .

Mein Psychiaterin meint, es gibt Leute da erzeugt der Körper zu wenig von den Botenstoffen und darum muss man die Medikamente ein Leben lang nehmen. Gibt es das wirklich?

Liebe Grüße Mandoline !

25.01.2015 07:44 • #1


achtsamkeit

achtsamkeit

900
15
10
Hallo Mandoline,

da ich keine Ärztin bin, kann ich dir auch nichts bezogen auf die Aussagen deiner Psychiaterin machen.
Wahrscheinlich gibt es Menschen, die die <Depression völlig besiegen können und auch nicht ihr Leben lang Medis nehmen müssen.

Allerdings gibt es sehr viele, die ihr Leben lang Medis nehmen müssen, um die Depression in Griff zu bekommen. Dennoch ist man nie davor gefeit, dass
die Depression wieder auftaucht. Dafür hat man aber meist in der Therapie gelenrt die Anzeichen rechtzeitig wahrzunehmen und damit umzugehen.
Ich für meinen Teil habe die Depression als Teil von mir akzeptiert.

LG Achtsamkeit

26.01.2015 12:18 • #2


77Balea

109
14
2
Bei mir ist die Depri jetzt 20 Jahre und jetzt chronisch. Zwischendurch hatte ich auch lange Phasen ohne Depri, aber seit ca. 5 Jahren blüht sie wieder auf. Seit 3 Jahren bin ich auf 100mg Amitritylin, das ist auch das einzige was auf Dauer etwas hilft. Die meisten haben am Anfang eine gute Wirkung, aber nach ein paar Wochen läßt es nach, ich brauch dann mehr, bis es sich nicht mehr lohnt. Ich hab das Gefühl mein Hirn verbrennt die Sachen dann zu schnell. Das habe ich gerade beim Quetiapin. Die ersten 40 Tage waren toll, die Wirkung war super, aber jetzt wirkt er schon nicht mehr. Echt super schade. Hab am 10.02. wieder Termin bei der Neurologin. Zwischendurch hab ich auch schon über EKT nachgedacht, weil nix richtig und auf Dauer hilft.

27.01.2015 08:34 • #3


Mandoline55


4
1
Hallo Achtsamkeit!

Der Satz "die Depression ist ein Teil von mir" gefällt mir.So habe ich es noch nicht gesehen , aber stimmt total !

LG Mandoline 55

15.03.2015 00:04 • #4


Mandoline55


4
1
Hallo 77Balea !

Ich wünsche Dir , das du das wieder in den Griff bekommst. So ähnlich geht es mir auch.

Durch die Therapie kann ich zwar besser mit der Situation umgehen, aber manchmal hilft auch gar nichts.

LG Mandoline55 !

15.03.2015 00:09 • #5


Cantamo

6
2
Bei mir ist es auch so. Ich habe 5gute Tage dann wieder 5 schlechte Tage, nehme seit 14 Jahren Citalogram 40. Mein leidensweg begann 1993 Klinikaufenthalt.Dann der nächste Schub 2002 wieder Klinik.Dann war Ruhe bis Dez.2015 da schlich es sich wieder ein.Es wechselt seitem wie oben beschrieben. bin auch bei einem Therapeuten in Behandlung.Ich frage ihn immer wieder warum.Ich habe keine Sorgen mit nichts und niemanden Probleme keine finanziele Probleme und trotzdem schmeist es mich immer wieder zurück. nur eines hatteich. Ich war im Okt.2015 wegen meiner Lungenerkrankung zur Kontrille im Krankenhaus.da sagte mir ein Arzt das ein Verdacht auf Lympdrüse bestehtnkrebs, das entgültige Ergebnis aber erst in einer Woche kommt. Diese Woche war das Schlimmste was mehr in meinen Leben bis jetzt passiert ist,ich ging durch die Hölle, ich wäre fast durchgedreht. Nach einer Woche kam das Ergebnis das alles in Ordnung war. Das war aber bereits im Okt. die Depressiven Phasen begannen aber erst am 20.Dez. 2015. Kann das so lange dauern bis man das richtig realisiert, mein Therapeut sagt ja, ich kann das kaum glauben. Von Mai bis august hatte ich meine schwiegermutter auch noch als Vollpflegefall ich musste immer da sein, sie musste ja alle Stunde gewickelt werden.Seit Okt. muß ich nur noch für 1 Stunde am Tag für Sie da sein, ich habe sie wieder so gut hergestellt, dass Sie wieder fast alles selber machen kann. Ob das auch eingewirkt hat, weiß ich nicht, aber daas hätte ich ja jetzt alles nicht mehr und trozdem geht es mir immer wieder schlecht.Ich habe mir auch meinen Vitamin D Spiegel bestimmen lassen er liegt bei 6,3 üblich ist 40-50. Meine Hausärtztin hält von dem Zusammenhang mit meinen Phasen nicht viel, darum habe ich mir jetzt einen Arzt gesucht, der sich mit Vitaminmangel auskennt, der Termin steht noch aus.Es geht mir nicht so schlecht das ich gar nichts machen kann, aber es fehlt einfach der Antrieb die Lust und Freude. Ich bin normalerweise ein sehr lustiger und aktiver Mensch und das fehlt mir so. Mein Therapeut sagt man kann nicht immer auf 1000% fahren ich muß es auch zulassen das es mal weniger ist, ich soll es aktzeptieren das ich auch mal solche Tg. habe. Aber das will und kann ich nicht, es soll immer gleich gut sein. Denn dieses Gefühl der Lustlosokeit, Antribslosigkeit und Freudlosigkeit ist einfach zu furchbar. Ich weiß ja das es in ein paar Tg. wieder besser wird, aber soll das immer so weiter gehen...............

28.03.2016 18:28 • #6


Michael808

26
5
8

Ohne Therapie und Medikamente?

Puh, ich weiß gar nicht so recht, wie ich anfangen soll. Ich (m) bin nun 35 Jahre alt und befinde mich momentan in meiner 3. depressiven Episode. Die erste verflog irgendwann von selbst (ich wünschte, ich könnte den Hergang rekonstruieren). Die zweite man mag es kaum glauben irgendwann nach einer durchwachten Nacht, nachdem mir bereits Cipralex verschrieben war und ich dies auf eigene Faust gleich wieder absetzte (hat meine Selbstmordgedanken damals extrem verstärkt). Nun habe ich vor Antidepressiva höllische Angst und mag kaum wieder den Gang zu einem Psychologen wagen. Ich dachte mir, es ist einen Versuch wert, hier mein Geschichte kundzutun, auf das mir vielleicht doch jemand einen Tipp weiß, wie ich aus der Misere aus eigener Kraft wieder herauskomme. Es ist ein sehr langer Text, da es leider nicht in wenigen Sätzen gesagt ist.

Die anderen beiden Phasen hatte ich in den Jahren zwischen 20 und 30, wie auch dieses Mal, nachdem ich jeweils längere Zeit gek. habe. Ich dachte früher, dieser ganze Dro.-Missbrauch sei für das Dilemma verantwortlich. Allerdings bin ich irgendwann zu der Erkenntnis gekommen, dass der Zusammenhang anders rum liegt: Nicht durch das *beep* habe ich aufgehört, mich selbst zu lieben. Nein, ich habe gek. , weil ich mich selbst nicht mag, und das so glaube ich inzwischen bereits seit meiner Kindheit. Durch viel Nachdenken wurde mir das klar. Da hat ein Ereignis zum nächsten geführt. Ich möchte mal versuchen, es in der angenommenen Reihenfolge darzustellen. Doch eines vorweg: Meine (1 Jahr jüngere) Schwester hat das Problem nicht.

Am Anfang des ganzen steht möglicherweise die Tatsache, dass mir die männliche Identifikationsfigur gefehlt hat. Das heißt nicht, dass ich ohne Vater aufgewachsen bin, sondern: Mein Vater hat mir in Kindheit und Pubertät nicht das Gefühl gegeben, dass ich was kann, jemand bin, mich nicht gelobt. Meine Mutter dagegen hat mich schon auch gelobt und gezeigt, dass sie mich liebt. Aber das schien ab der Pubertät nicht mehr viel zu bedeuten. Möglicherweise hat das schon den Grundstein dafür gelegt, dass ich mich selbst nicht mag.

In der Pubertät, oder besser gesagt schon ab dem Eintritt in die Realschule kamen weitere Probleme hinzu, die meinem Selbstwertgefühl definitiv geschadet haben: Im Sportunterricht war ich in jeder Hinsicht einer der schlechtesten. Wie das in unserer Kultur so ist, zieht das auch nach sich, dass man dann von vielen Seiten ausgelacht wird. Ich war auch (und bin es heute noch) der Schwächste unter den Jungs und habe immer den kürzeren gezogen. Ich war immer einer der kleinsten und sehr dünn.

Noch minder wurde mein Selbstwertgefühl, als ich mich dann für das andere Geschlecht interessierte. Vielen Mädchen war ich nicht sympathisch. Aber leider haben auch die, die sich erst einmal für mich interessierten immer ganz schnell wieder das Interesse verloren. Es wird daran gelegen haben, dass ich zwar der nette Typ war, aber eben (siehe oben) kein Selbstbewusstsein hatte. In diesem Zusammenhang steht auch eine Erfahrung, die mich von allen heute noch am stärksten belastet: Ich hatte eine Freundin, mit der ich eines Tages im Bett landete und die dann nicht wollte. Das endete für mich in diesem Moment höchst frustrierend, so dass ich mich anzog und ging. Nicht dass alleine das schwierig zu verdauen wäre, es kam dann noch schlimmer: Ich wurde zufällig heimlich Zeuge, wie sie von einer anderen Freundin gefragt wurde, warum sie mich nicht will. Ihre Antwort darauf war, dass sie an diesem Tag vor meinem Besuch bereits mit einem anderen Kerl im Bett war. Als ob das nicht schon demütigend genug wäre, rechtfertigte sie dies dann auch noch damit, dass der einfach einen größeren P. hätte. Das hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, der mich zu völlig merkwürdigem Verhalten gegenüber weiteren Frauen brachte. Obwohl ich weiter gerne eine Freundin gehabt hätte wurde ich noch zurückhaltender als bisher. Ich schaffte es zwar einerseits immer wieder mal, Kontakte zu knüpfen. Allerdings verhielt ich mich dann unterbewusst so, als ob ich der Meinung wäre, man könne eine Freundin haben, ohne jemals intim werden ich weiß, völlig absurd. Aber der Schock über die Erfahrung saß zu tief und ich konnte darüber aus Scham mit niemandem reden. Es schlich sich die Gewohnheit ein, dass ich fast jedes Wochenende ziemlich viel Alk. trank.

Dann vergingen einige Jahre, bis ich plötzlich (mit ca. 22) zu *beep* anfing. Aus heutiger Sicht war ich dazu geradezu prädestiniert. Ich machte mir einfach über viele Dinge keine Gedanken mehr und verdrängte fast alle negativen Erfahrungen. Eine Freundin wollte ich nun gar nicht mehr, denn ich dachte mir: Hey, man kann doch auch einfach in den Pu. gehen. Davon wird zwar mein P. nicht größer, aber ich kann trotzdem Spaß haben und niemand erfährt etwas über diesen Teil meines Köpers. Das war tatsächlich eine annehmbare Lösung. Zwar sagten mir viele Prost. sogar, ich hätte einen schönen, großen P.. Aber das spielte für mich nun überhaupt keine Rolle mehr. Ich glaube ihnen das zwar nicht (hielt es für reine Kundenbindungsmaßnahme), aber es blieb ja alles innerhalb der Zimmer und ich brauchte mich nicht zu schämen.

Heute gehe ich zwar nicht mehr zu Prost., aber ich habe auch gar kein Verlangen mehr nach S.. Das liegt sicher an der Depression, aber nebenbei bekomme ich auch ständig mit, wie um mich herum Beziehungen scheitern, aus denen teilweise Kinder hervorgingen. Dies wiederum ist mir eine neue Warnung vor Beziehungen: Setze niemals Kinder in die Welt! Wenn fast alle Männer um mich herum scheitern, obwohl sie mein Problem gar nicht haben, dann würde mich eine Frau sicher auch irgendwann verlassen wieso sollte eine Frau es mit einem depressiven Typen wie mir auf Dauer aushalten. Ich lebe also inzwischen mit dem Gedanken, dass ich auf ewig Single bleiben werde. Damit habe ich mich quasi schon abgefunden, weil ich keine solche Enttäuschung riskieren will.

Das tragische ist aber: Nun durchlebe ich bereits die 3. depressive Episode und es gibt langsam gar nichts positives mehr, was ich anderen Menschen über mich sagen kann. Werde ich jemals aus diesem Drama rauskommen, ohne mir das Leben zu nehmen? Antidepressiva möchte ich durch schlechte Erfahrung nicht nehmen, aber eine stationäre Therapie würde meinen Job gefährden, an dem mir sehr viel liegt.

LG
Michael

21.04.2019 14:41 • x 1 #7




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag