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Krankgeschrieben - was sage ich meinem Chef / Kollegen?

2019

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Hallo,

ich bin jetzt seit ein paar Tagen von meinem Hausarzt krankgeschrieben und will morgen zu meinem Psychiater gehen, da es mir leider nicht besser geht. Ich gehe davon aus, dass ich noch länger krankgeschrieben werde und selbst einen Klinikaufenthalt halte ich für wahrscheinlich.

Nun frage ich mich, was ich meinem Chef und den Kollegen sagen soll? Ich bin neu im Job. Bei meinem alten Arbeitgeber bin ich offen mit dem Thema umgegangen, doch da war das Verhältnis sehr familiär und vertrauensvoll. Bei meinem neuen Arbeitgeber bin ich mir unsicher.

Was sollte ich sagen, wenn ich länger krankgeschrieben bin? Sollte ich ehrlich sein? Ich habe überlegt, meinem Chef einen Brief oder eine E-Mail zu schreiben, in dem ich ihn meinen Zustand schildere - aber ich bin mir unsicher.

Freue mich über eure Tipps.

2019

06.01.2019 22:00 • x 1 #1


Mimi187

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Schönen Abend dir,

Ich denke dass du ehrlich damit umgehen solltest, das nimmt dir sicher eine Last von den Schultern.
Ein persönliches Gespräch ist bestimmt sehr schwierig in deiner Lage, da bietet sich eine E-Mail bestimmt gut an.
Dann kannst du dir vorher überlegen was du wie sagen möchtest.

Den Schritt in eine Klinik zu gehen finde ich stark
Ich wünsch dir das beste und dass dir die Therapie helfen wird

Lg Mimi

06.01.2019 22:42 • x 1 #2


Pilsum

Pilsum

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Hallo 2019,

willkommen im Forum.

Deine Frage finde ich nicht ganz einfach zu beantworten. Bist Du noch in der Probezeit?
Wenn ich das richtig weiß, brauchst Du dem Arbeitgeber nichts über Deine Krankheit mitteilen.
Das ist die eine Seite der Situation.

Die andere Seite ist, Dein Arbeitgeber möchte sicher gern wissen, wann er wieder
damit rechnen kann, Dich an der Arbeitsstelle einzuplanen.

Nichts zu sagen, finde ich daher eher falsch.
Am besten finde ich, das Krankheitsbild (Deine Diagnose) nicht vollständig weiterzugeben.
Du musst ja am Anfang nicht wissen, wie schwer Deine Krankheit ist und wie lange es dauern wird, bis Du
wieder arbeitsfähig bist.

Viele Grüße

Bernhard

06.01.2019 22:45 • x 2 #3


2019


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Hallo Mimi,
hallo Pilsum,

vielen Dank für eure Antworten.

Die Probezeit habe ich hinter mich gebracht. Ich will mit meinem Arbeitgeber ehrlich umgehen, weiß aber nicht, inwieweit das sinnvoll ist. Mitzuteilen, dass es länger dauern wird, ist da sicher der erste richtige Schritt. Aber natürlich werden die Fragen kommen, was denn mit mir sei. Warum sollte ich eine depressive Episode leugnen? Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich den Job verliere. Doch momentan bin ich sowieso sehr unglücklich darin.

Liebe Grüße
2019

06.01.2019 23:09 • #4


Pilsum

Pilsum

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Was macht Dich denn so unglücklich an Deinem Job?

06.01.2019 23:12 • #5


2019


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Ich bin schlichtweg überfordert und kann aufgrund meiner sozialen Phobie leider nicht meine Überforderung und das Nicht-Verstehen einiger Tätigkeiten zugeben bzw. ansprechen. Die Tätigkeit bereitet mir keine Freude (komme ursprünglich aus einer ganz anderen Branche).

06.01.2019 23:24 • #6


Pilsum

Pilsum

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Zitat von 2019:
Ich bin schlichtweg überfordert und kann aufgrund meiner sozialen Phobie leider nicht meine Überforderung und das Nicht-Verstehen einiger Tätigkeiten zugeben bzw. ansprechen. Die Tätigkeit bereitet mir keine Freude (komme ursprünglich aus einer ganz anderen Branche).


Leider kommt es immer wieder vor, dass einem eine Arbeit nicht so viel Freude bereitet.
Andererseits, immerhin bekommst Du Lohn für Deine Arbeit. Das ist doch auch etwas.

Wenn Du einige Sachen nicht verstehst, finde ich, solltest Du dies nicht einer sozialen Phobie zuschreiben.
Den Mut musst Du schon aufbringen und sagen, was Du noch nicht verstanden hast.

06.01.2019 23:36 • x 1 #7


2019


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Die Arbeit bereitet mir aber nicht nur keine Freude. Sie ist für mich Horror, verbunden mit Angst und Todessehnsucht. Der Lohn kann dies leider nicht wettmachen.

Ich bin so mutlos und ängstlich, dass ich mich nicht traue, nachzufragen. Ich glaube, ich würde es auch nicht verstehen. Bei den bisherigen Übergaben konnte ich mich nicht konzentrieren, da ich abgelenkt war, Angst hatte und auch kein wirkliches Interesse vorhanden ist. Vielleicht bin ich auch einfach zu dumm, mich in die entsprechende Materie einzuarbeiten. Das klingt jetzt nach einer Ausrede, aber ich meine es Ernst.

06.01.2019 23:45 • #8


Ex-Mitglied

Zitat von 2019:
Die Arbeit bereitet mir aber nicht nur keine Freude. Sie ist für mich Horror, verbunden mit Angst und Todessehnsucht. Der Lohn kann dies leider nicht wettmachen.


Und dann machst Du dir darum Gedanken ob Du es deinem Arbeitgeber sagst?
Ich würde sagen das spielt dann für dich doch eigentlich nicht wirklich eine Rolle, dann würde ich es einfach so machen wie mir das Bauchgefühl raten würde. Einfach das mit dem du dich besser fühlst.
Allerdings wäre mir ein 4-Augen Gespräch lieber, denn ich hätte immer die Befürchtung das man eine Mail oder einen Brief, später gegen mich irgendwie verwenden kann.

07.01.2019 00:07 • x 1 #9


Mayke1

Mayke1

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Ich war in den vergangenen Jahren jeweils für mehrere Wochen wegen Burnout krankgeschrieben, habe aber jedesmal den Wiederbeginn geschafft. Meiner Chefin hatte ich nur vage Andeutungen gemacht, weshalb meine Dienstunfähigkeit länger dauert. Als ich im vergangenen Oktober aufgrund psychischer Begleitsymptome einer chronischen Krankheit dienstunfähig geschrieben wurde, hatte ich sogar einen Tag zuvor noch ein klärendes Gespräch mit meiner Vorgesetzten, in welchem ich ihr mein Dilemma darlegte. Mir ging es nicht um Verständnis für mich, sondern einfach darum, dass sie wusste, wie es mir an etlichen Arbeitstagen gehen kann. Nie mehr würde ich so offen sein! Es gereichte mir völlig zum Nachteil. Meine Krankheit wurde mir als große Schwäche bescheinigt und tauchte auch als Herabstufung in meiner periodischen Beurteilung wieder auf. Seit Wochen nun läuft die Kommunikation sehr schlecht. Krankmeldungen schicke ich kommentarlos ans Büro, (Kontroll)-Anrufe hebe ich nicht mehr ab. "Ach, ich wollte ja nur mal hören." oder "Wie kann es denn sein, dass man wegen so einer Sache so lange ausfällt, das kommt mir aber nun doch spanisch vor". "Wir finden, dass du dich nun mit deiner Krankheit genug in den Vordergrund gespielt hast." Leider fehlt mir die Kraft, mich bei dem mir vorgesetzten Amt zu beschweren.
Auch ich finde eine E-Mail recht gut, vor allem, weil du dir wirklich im Vorfeld genau deine Wortwahl überlegen kannst. Außerdem ist der Chef dann auch nicht gezwungen, dir direkt zu antworten. Dabei fallen so oft unüberlegte Worte.
Wie ist es dir denn in der Zwischenzeit ergangen? Deine Frage liegt ja nun doch schon einige Wochen zurück! Schreib doch mal!
Viele Grüße von Mayke

13.03.2019 13:47 • x 1 #10


mrsrobot

mrsrobot

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Nach meiner letzten Anstellung habe ich mich, nachdem es mich schnell überfordert hat, relativ direkt krank schreiben lassen und das war in der Probezeit. Früher hätte ich das nicht gemacht, aber es brachte mir nichts, da ich wieder angefangen habe, starke Angstgefühle mit anfangender Panik zu entwickeln. Das Arbeitsverhältnis hat mich sehr gestresst. Dem Arbeitgeber würde ich auch nicht mehr als notwendig mitteilen. Das muß nicht sein, ein wenig kann man sagen, aber nicht mehr. Dein Gegenüber erzählt Dir ja auch nicht alle Krankheiten und ob man die dann wissen will, ist noch eine andere Frage. Es klingt mir mehr so, als ob Du noch nicht weißt, wo es hingehen soll. Dem würde ich Raum geben und versuchen, das zu ergründen.

14.03.2019 07:09 • x 1 #11


Edelle

Edelle

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Hallo,

das ist ein Dilemma, in dem ich auch mal gesteckt habe. Damals wolle ich einfach alles daransetzen, die Stelle zu behalten - obwohl ich sie hasste und fürchtete. Ich habe sie schließlich doch verloren. Und es ging trotzdem weiter.

Heute würde ich anders handeln, z. B. auch keine Tabletten mehr einnehmen, um eine Arbeit halten zu können, für die ich weder geschaffen bin, noch wirklich daran hänge. Es ging einzig um die Existenzangst, die war mir im Weg.

Aber eine Arbeit muss trotz allem leistbar sein. Notfalls würde ich mich lieber ohne feste Stelle mit Aushilfsarbeiten über die Runden bringen - oder versuchen, in die Frührente zu gehen; damals war ich noch nicht soweit.

Und das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden.

Grüße von E.

14.03.2019 15:51 • x 1 #12


Caro1

Caro1

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Hallo 2019,

ich kann nur aus eigener Erfahrung etwas dazu schreiben.
Prinzipiell bist du zu gar keiner Erklärung verpflichtet,
das steht auf dem krankenschein,daß du krank bist.
Natürlich versucht man als AN ein vernünftiges Verhältnis aufzubauen,
denn man verbringt doch einen Großteil des Tages auf Arbeit,
die Vertretung will organisiert sein u.s.w.
Für mich stand damals fest, ich mußte den Kontakt zum AG suchen,denn
es wird nachgefragt,Kollegen erkundigen sich ,sind u.U.auch besorgt um dich u.s.w
Da ich mich schlecht fühlte, mit niemand sprechen /telefonieren konnte und wollte,
Habe ich eine Mail an meinen Chef gemacht und die Situation kurz erklärt und
dass ich zur Eigentherapie im Moment Ruhe und Zeit für mich selbst zur Findung brauche.
ich war erstaunt ,es wurde akzeptiert, keine Anrufe, im Gegenteil manchen Freunden musste ich sehr deutlich
sagen ,daß whats app /Anrufe oder gar unnangemeldete versuche mich zu besuchen sinnlos sind für meine eigene Genesung.
Ein paar vermeintliche Freundschaften gingen dadurch in die Brüche,das waren dann aber sowieso keine wirklichen Freunde.
Trau Dich, es wird dir besser gehen danach.
Ungeachtet dessen hast du allerdings doch ein ganz anderes Problem.wenn mich der Job krank macht ,
so wie du den Horror vor deiner eigenen Arbeit andeutest,da sind ganz andere Überlegungen notwendig oder ?
Ich habe 5 Jahre gebraucht ,um festzustellen,daß ich trotz eigentlich guter Umstände, die Firma wechseln sollte ,
habe das dann auch 2017 getan,gleich nochmal Anfang 2018 ,inzwischen geht es ganz gut.

Überlege mal, ob du da nicht einen ganz anderen Gedanken aufbringen solltest.

LG Caro1

Vor 55 Minuten • #13




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