Kontakt zum Ex-Freund abbrechen oder nicht

Bäumchen

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Liebe User,liebes Boardteam,

Nachdem ich länger nicht mehr hier war und noch nichts über meine Geschichte erzählt habe, dachte ich mir, ich schreib hier einfach mal etwas über mein akutestes Problem von allen, über meinen Freund und mich.

Ich bin jetzt seit knapp 11 Monaten mit meinem aktuellen Freund zusammen. Die Beziehung läuft sehr gut. Wir verstehen uns und führen eine Wochenendbeziehung. Aktuell planen wir unseren Sommerurlaub und alles scheint prima zusein. Es scheint nur so...

In mir drinnen brodelt es. Ehrlich gesagt weiß ich gerade nicht einmal womit ich anfangen soll. Zuerst einmal war da die Geschichte mit meinem Ex. Mit ihm war ich rund 13 Monate zusammen. Zumindest dachte ich so, bis ich herausgefunden hab, dass er woanders noch eine andere schwangere Freundin hat und ich hab ihn in den Wind geschossen.

Kurze Zeit später lernte ich halt meinen jetzigen Freund kennen. Wir waren zuerst befreundet und ich hab nicht sofort nach einem Ersatz gesucht.

Ihr müsst wissen, ich bin schon seit meiner Pubertät seit über 10 Jahren depressionskrank. Also quasi schon fast mein halbes Leben lang mit meinen 26 Jahren.Zuerst habe ich gar nicht begriffen, was mit mir los ist..irgendwann schon und hab mehrfach halbherzige Versuche unternommen, dies in den Griff zu bekommen,jedoch hat sich bisher kaum etwas daran geändert und ich habe mehr oder weniger nach mehreren Therapien und Medikamenten resigniert.

Aber um nochmal auf das eigentliche Thema zu kommen:
Dadurch, dass ich halt krank bin, hab ich ständig Probleme damit, meine Gefühle zu durchblicken.Manchmal bin ich emotionslos, manchmal bin ich völlig emotional geladen und weine grundlos. Dem entsprechend frag ich mich ständig, was mich an meine Mitmenschen bindet. Sei es jetzt im Freundeskreis, sei es jetzt bei meinem aktuellen Freund. Ich hab Angst, dass ich Liebe mit emotionaler Abhängigkeit verwechsel, manchmal wäre ich am liebsten mein ganzes Leben lang völlig alleine ohne emotionale Bindungen, manchmal kann ich aber auch so gar nicht ohne ein soziales Umfeld. Ich hinterfrage immer alles in meinem Leben. Am meisten hinterfrage ich meine Gefühle zu anderen. Dies verursacht Probleme, weil ich halt manchmal Angst habe mein Umfeld auszunutzen und natürlich meine Beziehung zu meinem Freund damit strapaziere.

Eine zusätzliche Komponente wäre halt auch noch die Sache mit meinem Ex. Bis heute ist der Kontakt nicht vollständig erloschen.

Ich weiß, dass ich ihn eigentlich hassen sollte, nachdem was er mir angetan hat,vorallem weil ich so etwas wie eine Eileiterschwangerschaft hinter mir hab, aber ich kann es nicht,weil ich blöderweise halt vieles von dem, wie er mir das erklärt hat, auf Grund meiner Krankheit nachvollziehen kann. Dem entsprechend dümpelt das vor sich hin, weil ich inkonsequent bin und er auch,obwohl seine Nochfreundin nichts von dem Kontakt zu mir weiß.Mein Freund jedoch schon.

Äußerlich herrschen geklärte Verhältnisse,jedoch verwirrt mich meine Gefühlswelt. Ich will meinen Freund nicht als Trostpflaster ausnutzen, er liebt mich über alles. Ich war schon so durcheinander als ich mit meinem Ex zusammen war und auch da hab ich mich immer gefragt,ob das jetzt nun Liebe ist oder bereits andere Komponenten eine viele größere Rolle spielen, wie Verlustängste, emotionale Abhängigkeit etc. Ich kenne ja die Symptome meiner Krankheit nur zu gut.

Vielleicht finde ich hier auch andere User, die das kennen und sich mit mir darüber austauschen wollen.

Liebe Grüße,
Bäumchen

01.05.2011 19:45 • #1


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JeanLucca

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Hallo Bäumchen,

ich habe Deinen Beitrag eben gelesen, der mich sehr bewegt. Ich kann Dich gut verstehen da ich auch so gefühlt habe (fühle). Allerdings mache ich es in einer Rückschau auf meine Beziehungen, da ich erst seit kurzem die Diagnose "Depression" erhalten habe, bzw. selbst zugelassen habe das ich Depression habe. Ich habe es schon lange vermutet - und genausolange habe ich es verdrängt.
Jetzt, da ich es aussprechen kann und es auch als einen Teil von mir annehmen kann, reflektiere ich mich. Das passiert bei mir ganz automatisch, ohne das ich mich groß konzentrieren muss. Irgendwie laufen total viele Schlüsselszenen wie ein Film bei mir ab die ich damals einfach hingenommen habe.

Zitat von Bäumchen:
Äußerlich herrschen geklärte Verhältnisse,jedoch verwirrt mich meine Gefühlswelt. Ich will meinen Freund nicht als Trostpflaster ausnutzen, er liebt mich über alles. Ich war schon so durcheinander als ich mit meinem Ex zusammen war und auch da hab ich mich immer gefragt,ob das jetzt nun Liebe ist oder bereits andere Komponenten eine viele größere Rolle spielen, wie Verlustängste, emotionale Abhängigkeit etc. Ich kenne ja die Symptome meiner Krankheit nur zu gut.


Das kenne ich. Ich habe mich in meinen Beziehungen auch so gefühlt. Nach aussen ist alles im grünen Bereich und innerlich pulsiert es in mir. Von mir weiß ich, dass es daran liegt das ich so erzogen wurde - Hauptsache_die_anderen_sind_glücklich.
Ich habe vorhin von Schlüsselszenen in meinen Beziehungen geschrieben, dass sind Momente gewesen in denen ich nicht wusste was meine Gefühle mir sagen wollen, in denen ich unsicher war ob ich Liebe oder ob ich hinnehme. Jetzt weiß ich das ich hingenommen habe. Mein Problem war, das mir eine Entscheidung fehlte. Irgendeine. Also eine Entscheidung ob ich so Leben will oder nicht. Ich habe mein Gefühlschaos für mich behalten, es brodeln lassen, jahrelang. Hätte ich mich dafür entschieden, aus irgendwelchen Gründen die Beziehung zu leben, ich glaube dann hätte das brodeln aufgehört. Aber ich war noch nicht soweit. Ich habe die Gefahren nicht kommen sehen und sowieso nie gelernt auf meine Gefühle zu achten sondern hatte immer einen geschärften Blick auf mein Umfeld - gehts dem Umfeld gut dann ist alles ok, egal wie ich mich fühle.

Eines ist bei mir aber anders. Ich habe nach einer Trennung immer jeglichen Kontakt abgebrochen. Konsequent. Zur Ex und auch zu gemeinsamen Freunden /Bekannten/Umfeld. Ich glaube das es daran liegt das ich mich nicht mit meinen Gefühlen auseinandersetzen konnte, sondern lieber abgehauen bin und vor der Auseinandersetzung geflohen bin.
Eine Beziehung war eine Ehe aus der ich 2 Töchter habe. Da ich unbedingt Kontakt zu meinen Kindern halten wollte, blieb auch der Kontakt zu meiner Ex nicht aus. Ich habe gut zwei Jahre nur das nötigste mit meiner Ex gesprochen, weil ich nicht wusste wie ich mit meinen verletzten Gefühlen umgehe.
Mittlerweile, und besonders jetzt nachdem ich all das von mir weiß, bin ich anders. Ich rede mit ihr und lass sie ein Stück in mein Leben - ja, und es tut mir gut.


Ich hoffe ich hab nicht zuviel geschrieben.

Zitat von Bäumchen:
Vielleicht finde ich hier auch andere User, die das kennen und sich mit mir darüber austauschen wollen.
Gern.

Lg

27.05.2011 14:43 • #2


Bäumchen

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Zitat von JeanLucca:
Hallo Bäumchen,
Das kenne ich. Ich habe mich in meinen Beziehungen auch so gefühlt. Nach aussen ist alles im grünen Bereich und innerlich pulsiert es in mir. Von mir weiß ich, dass es daran liegt das ich so erzogen wurde - Hauptsache_die_anderen_sind_glücklich.


Hallo,
Ja, das mit dem "Hauptsache die anderen sind glücklich" kenne ich auch.Mein Freund ist glücklich. Er liebt mich über alles und sieht in mir die ultimative Traumfrau, die hübsch ist, die klug ist und ihn so akzeptiert und respektiert, so wie er ist. Ich bin loyal, ihm gegenüber treu, ehrlich und bereite ihm Freude.

Neutral betrachtet ist er eigentlich so alles, was sich so manch Frau wünscht.Er ist liebevoll, treu und macht alles damit ich glücklich bin. Ich denke früher oder später würd er mich auch heiraten wollen,um eine Familie zu gründen. Deswegen hab ich ja auch Gefühle für ihn entwickelt, weil er einfach einen unheimlich guten Kern hat und bestimmt nicht jeder Mann seine Frau so gut behandeln würde, wie er mich. Ich schätze ihn sehr.

Allerdings hat mich schon damals noch nie jemand nach meiner Lebensplanung gefragt.Für mich war der Weg im Leben vorher bestimmt, zumindest von meinen Eltern aus. Ich war ein kluges Kind, durfte direkt nach Grundschule ein Gymnasium besuchen und jetzt finanzieren sie mir auch die Studiengebühren. Mein Bruder hat auch studiert, geheiratet und eine Familie gegründet und im Grunde genommen erwartet jeder von mir irgendwie das selbe.Dass ich vielleicht ein ganz anderer Typ Mensch bin und mir bis heute nicht einmal sicher bin mit meinem Studiengang, ist bei niemanden gefragt. Nur wenige meiner Freunde wissen überhaupt von meiner Krankheit. Die Meisten denken, dass ich ein starkes Steh-Auf-Männchen bin, dass immer lächelt und anderen etwas Gutes tut und auch alles im Griff hat.

Aber meine Gefühlswelt hab ich halt nicht im Griff. Ich frag mich ständig, bei jedem Schritt den ich mache oder nicht mache, ob es richtig war oder halt nicht. Genau so zerbreche ich mir meinen Kopf ständig darüber über eine an sich funktionierende Beziehung, wieso ich diese führe und ob es wirklich Liebe ist. Vorallem was macht Liebe aus? Wo fängt Abhängigkeit? Kann man da überhaupt eine klare Linie ziehen?

Zumindest bin ich froh darüber, vielleicht nicht ganz allein mit diesem Problem zusein und hier mir mal so Manches von der Seele schreiben zu können.

Danke fürs zuhören

29.05.2011 21:38 • #3


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JeanLucca

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Hallo Bäumchen.
Vieles von dem was Du schreibst kenne ich auch. Erwartungen zu erfüllen zum Beispiel. Ich erfülle sie gern, solange ich mich gut dabei fühle und den Eindruck habe das ich es auch selbst möchte. Lange hab ich mich aber nicht gut damit gefühlt und gleichzeitig keine Kraft gehabt es zu ändern. Ich glaube ich wollte Niemanden verletzen oder hatte einfach zuwenig Selbstvertrauen. Ganz genau weiß ich es aber nicht.


Zitat von Bäumchen:
Aber meine Gefühlswelt hab ich halt nicht im Griff. Ich frag mich ständig, bei jedem Schritt den ich mache oder nicht mache, ob es richtig war oder halt nicht.

Positive Gedanken erzeugen positive Gefühle und negative Gedanken eben negative. Das funktioniert sogar, allerdings "vergesse" ich es häufig und dann zweifel ich auch bei jedem Handgriff. Manche Sachen hinterfrage ich aber ganz bewusst um halt zu schaun was es mit mir macht.



Zitat von Bäumchen:
Genau so zerbreche ich mir meinen Kopf ständig darüber über eine an sich funktionierende Beziehung, wieso ich diese führe und ob es wirklich Liebe ist. Vorallem was macht Liebe aus? Wo fängt Abhängigkeit? Kann man da überhaupt eine klare Linie ziehen?

Liebe. Wenn "man" liebt spürt "man" es. Ohne Zweifel, ohne Fragen. Alles ist gut. Alles.

Ich ziehe die Linie dort wo mir Abhängigkeit gut tut, ein Gefühl von Sicherheit gibt, ich dann gerne Abhängig von meinem Partner bin wenn ich mich auf ihn verlassen kann. Soviel zur Theorie
Gelebt hab ich das noch nicht wirklich, eigentlich genau das Gegenteil. Nur jetzt weiß ich was ich will und werde acht geben nicht nochmal hineinzutapsen. Abhängigkeit kann auch ein zwanghaftes Gefühl sein Erwartungen zu erfüllen die "man" gar nicht erfüllen will, sich nicht frei fühlen. So habe ich es jedenfalls mehrmals gelebt. Aus meiner letzten Beziehung habe ich 3 Jahre gebraucht um genug Kraft zu haben mich zu verändern. Ich habe gespürt das da irgendwas in mir rumort, konnte aber noch nicht genau deuten woher der Wind weht. Ich habe lange meine Liebe angezweifelt, sie hinterfragt. Ich glaube, wenn ich mich frei gefühlt hätte (ohne diese negative Abhängikeit) in der Beziehung, dann wären wir Heute noch glücklich zusammen auch wenn ich nicht Liebe. Es war das Leben was ich wollte mit einer tollen Frau.

Mir ist immer die Abhängigkeit zum Verhängnis geworden. Nicht die Liebe.

Ich hör Dir gern zu

30.05.2011 08:34 • #4


Bäumchen

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Zitat von JeanLucca:
Hallo Bäumchen.
Vieles von dem was Du schreibst kenne ich auch. Erwartungen zu erfüllen zum Beispiel. Ich erfülle sie gern, solange ich mich gut dabei fühle (...)

Ich ziehe die Linie dort wo mir Abhängigkeit gut tut, ein Gefühl von Sicherheit gibt, ich dann gerne Abhängig von meinem Partner bin wenn ich mich auf ihn verlassen kann. Soviel zur Theorie (...)


Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die sich wirklich bisher immer zu 100% auf ihren Partner verlassen können. Meiner gibt mir die Sicherheit, die ich brauche und zeigt mir immer wieder wie wichtig ich ihm bin. Er unterstützt mich so gut er kann.

Ich hab nur das Gefühl, dass ich vielleicht Probleme damit hab mich darauf vollständig einzulassen. Ich hab halt Zweifel, Verlustängste etc. und die machen das Ganze recht schwierig.

Erwartungen zu erfüllen hab ich immer irgendwie getan. Ich kenne es gar nicht anders. Irgendwann hab ich angefangen mich zufragen,ob es denn meine Erwartungen vom Leben sind oder doch eher die Erwartungen von anderen?

Es ist schwierig Entscheidungen zutreffen, wenn man weiß, dass man vielleicht sogar seine Familie aufs Spiel setzt, wenn man diese Erwartungen nicht erfüllt.Schließlich ist man auch irgendwo für das Glück anderer zuständig und kann sich nicht vor allen Pflichten drücken.

Ich hab letztens einen Brief bekommen von meiner Ärztin. Man hat bei mir Unregelmäßigkeiten bei den Zellen am Gebärmutterhals gefunden. Ich stehe jetzt wohl unter Beobachtung und muss da alle paar Monate hin. Ich weiß, was das bedeuten kann. Vielleicht bekomme ich im schlimmsten Fall Krebs.

Als ob das nicht genug wäre, hat sich auch noch mein Ex trotz mehrfacher Ansagen, mich doch in Ruhe zulassen genau am gleichen Tag gemeldet und gesagt, er würde sich Sorgen machen, weil ich mich nicht mehr melde und er hätte jetzt wohl Angst, dass ich zu seiner Freundin renne und ihr was erzählen könnte.

Mein armer Freund weiß schon gar nicht mehr wofür er mich zuerst trösten soll, für die verkorkste Exbeziehung, für die Hiobsbotschaft oder meine anderen 100 Probleme?

Mir wird das grad alles echt zuviel.

05.06.2011 20:37 • #5


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JeanLucca

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Hallo Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Ich hab letztens einen Brief bekommen von meiner Ärztin.
Uii. Der Brief ist ein dickes Päckchen das Du nun ständig mit Dir rumschleppst. Ich schick Dir mal viele liebe, gute Gedanken rüber.

Zitat von Bäumchen:
Es ist schwierig Entscheidungen zutreffen, wenn man weiß, dass man vielleicht sogar seine Familie aufs Spiel setzt, wenn man diese Erwartungen nicht erfüllt.Schließlich ist man auch irgendwo für das Glück anderer zuständig und kann sich nicht vor allen Pflichten drücken.
Das hört sich nach etwas konkretem an. Kannst Du für Dich schon formulieren über welche Entscheidung Du grübelst?

Lg, JeanLucca

06.06.2011 07:44 • #6


salamander

Hola,

In wie weit bist du denn selber glücklich? Steht dein glücklichsein mit dem glücklichsein deines Partners in einem krazzen Missverhältnis?

Erst, wenn du glücklich bist, kannst du auch andere glücklich machen. Ansonsten wirst du irgendwann mit deinen Ressourcen am Ende sein.

In mir spielt sich ein katastrophales Kindheitsbild von dir ab:
Als Kind Erwartungen anderer erfüllen (besonders Erwartungen einer Bezugsperson).
Das Bezweifeln deiner (kindlichen) Gefühle durch einer Bezugsperson.

Irgendwie ist es vermutlich auch dazu gekommen, dass du spontane Impulse deines Körpers nicht mehr wahrnimmst oder einfach ignorierst, einst wie es deine Bezugspersonen getan haben.

Auf den Punkt gebracht: Du wurdest durch deine Bezugspersonen entstellt bzw. missbraucht. Psychisch misshandelt.
Du hast vermutlich auch verlernt auf die Signale deines Körpers zu achten oder zu befolgen.

Es sind oftmals die gleichen typischen Muster die bei Depressionen auftauchen, das ist unglaublich.

Psychosomatisch könnte man die unregelmäüßigkeiten der Zellen am Gebärmutterhals (Als Symbol für Kinder und speziell für deine Kindheit) als eine Widerspiegelung deiner Kindheit deuten, als etwas, was dir etwas mit-teilen will, dessen Bedeutung mir aber nicht klar ist.

06.06.2011 10:11 • #7


Bäumchen

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Zitat von JeanLucca:
Hallo Bäumchen.
Das hört sich nach etwas konkretem an. Kannst Du für Dich schon formulieren über welche Entscheidung Du grübelst?
Lg, JeanLucca


Eigentlich schon:

Möchte ich meine aktuelle Beziehung weiter führen, obwohl ich weiß, dass meine Eltern sich abwenden würden,da sie ihn nicht akzeptieren werden?

Möchte ich wirklich Lehrerin werden und mein aktuelles Studium so weiter führen wie bisher?

Wie erfülle ich meine Wünsche?

Zitat von salamander:
Hola,

In wie weit bist du denn selber glücklich? Steht dein glücklichsein mit dem glücklichsein deines Partners in einem krazzen Missverhältnis?

Erst, wenn du glücklich bist, kannst du auch andere glücklich machen. Ansonsten wirst du irgendwann mit deinen Ressourcen am Ende sein.

In mir spielt sich ein katastrophales Kindheitsbild von dir ab:
Als Kind Erwartungen anderer erfüllen (besonders Erwartungen einer Bezugsperson).
Das Bezweifeln deiner (kindlichen) Gefühle durch einer Bezugsperson.


Vom Prinzip her hast du Recht. Mein Therapeut hat bei mir damals festgestellt, dass meine Depression mehrere Ursachen hat. Eine davon ist sicherlich das Elternhaus.

Es gab nie ein wirkliches Vertrauensverhältnis zu meinen Eltern. Sie haben mich zwar mit Liebe und materiellen Dingen überschüttet, allerdings halt nie mit Verständnis in bestimmten Situationen, wo ich es mir gewünscht hätte. Das ist bis heute nicht anders. Sie lieben eine Persone, die so nicht existiert.

Es gab mal ein Situation damals, da hatte ich einen Freund und meinen konservativen Eltern hat er halt nicht in die Sache gepasst, da ich mich ja auf die Schule konzentrieren sollte und die Jungs halt ablenken etc. Mir wurde jeder Kontakt verboten, manchmal hatte ich das Gefühl beschattet zu werden von meinen Eltern und allgemein durfte ich recht wenig als Jugendliche. Selbst meine gleichaltrigen Freundinnen durften nur selten zu Besuch kommen oder bei mir übernachten durften sie so gut wie gar nicht.

Ich mache meinen Freund sehr glücklich. Ich unternehme und spreche sehr viel mit ihm und führe an sich eine harmonische Beziehung. Unter anderen Umständen ohne meine Krankheit wäre ich glücklich, weil es genau das ist, was sich viele Menschen wünschen. Jeder Mensch möchte irgendwie geliebt werden für das, was er ist und er liebt mich halt genau so.

Irgendwann möchte er Kinder und heiraten. Seinen Werten und Zielen stehe ich nicht ablehnend gegenüber.Kinder sind toll und ich möchte auch gerne welche haben, wenns meine Gesundheit mal zulassen sollte, allerdings wäre es momentan recht ungünstig und fürs Heiraten wäre es noch zu früh. Unter Druck setzen tut er mich da sowieso nicht.

Allerdings ist es halt so, dass ich micht nicht glücklich fühle. Es ist halt typisch für meine Krankheit. Die Situation stimmt, aber man ist emotionslos oder fühlt sich halt nicht glücklich.Es ist halt wie man es öfter mal liest mit der dunklen Regenwolke über dem Kopf oder einem schwarzen Loch. Mich erfreut momentan nichts langfristig.Die Glücksgefühle stellen sich nicht mehr ein.

Psychosomatisch ist mein aktuelles Problem mit den Zellen nicht. Allerdings hatte ich früher als Kind Bauchschmerzen und die Ärzte haben immer gesagt es wäre psychosomatisch, weil es keine körperlichen Ursachen gab.Genau so wie meine Migräne aktuell.Die wird auch auf meine Depression zurück geführt.

06.06.2011 21:09 • #8


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JeanLucca

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Hallo Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Möchte ich meine aktuelle Beziehung weiter führen, obwohl ich weiß, dass meine Eltern sich abwenden würden,da sie ihn nicht akzeptieren werden?
Öhm, da sie ihn nicht akzeptieren. Eine kurze Nachfrage - Du meinst das sie die Entscheidung nicht akzeptieren und hast Dich verschrieben oder meinst Du es so wie es steht.

Mal angenommen, Deine Eltern unterstützen Dich bei Deinen Entscheidungen, egal wie sie ausfallen. Wie entscheidest Du dann?

Lg, JeanLucca

06.06.2011 23:11 • #9


Bäumchen

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Ich meine es so, wie es da steht. Sie werden ihn an meiner Seite nicht akzeptieren. Er passt nicht in ihre Vorstellungen und Welt hinein.

Wenn es einzig und allein nach mir gehen würd, würd ich mit ihm zusammen bleiben und vielleicht den Studiengang wechseln, aber das tut es nicht.

Allerdings kann ich schlecht so undankbar sein, nur weil meine Eltern mich nich verstehen und sie sitzen lassen für einen Mann oder mit dem Haufen Geld was bisher in meine Bildung geflossen ist.

So einfach ist das nicht.

06.06.2011 23:46 • #10


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JeanLucca

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Guten Morgen Bäumchen.

Nee, das ist wahrlich nicht einfach. Du stehst ja total in der Zwickmühle.

Zitat von Bäumchen:
Unter anderen Umständen ohne meine Krankheit wäre ich glücklich,
weil es genau das ist, was sich viele Menschen wünschen.
Darüber bin ich letztens schon gestolpert, war mir aber nicht sicher ob Du es so gemeint hast wie es da steht. Ich bin dadurch Krank geworden das ich das gelebt habe was sich andere wünschen.


Zitat von Bäumchen:
Wenn es einzig und allein nach mir gehen würd, würd ich mit ihm zusammen bleiben und vielleicht den Studiengang wechseln, aber das tut es nicht.
Ich kann echt die Dynamik spüren die da auf Dich wirkt.

Dankbarkeit. Das erinnert mich an die Geschichte von dem Obdachlosen der an der Strasse sitzt und mich fragt ob ich ihm nicht 5€ geben könne. Ich muss mich entscheiden ihm nichts zu geben oder die Euros zu geben. Mehr nicht. Ich könnte gut denken, "davon kaufst Du Dir ja eh nur Schnap." und sagen "Aber nur wenn Du Dir was zu essen kaufst". Damit würde ich aber Macht über ihn erlangen und ihm nicht vertrauen das er selbst entscheiden kann wie er sein Leben leben will. Dankbarkeit erhalte ich nur wenn ich den Fünfer gebe und nichts erwarte.

Salamander hat es oben schon geschrieben, wenn Du Dich weiter "leben_lässt" bist Du früher oder später ohne Ressourcen.

Ich bekomme Herzklopfen wenn ich mir vorstelle Deinen Eltern die Stirn zu bieten. Aber für Dich wird es Zeit.

Ich hab nebenan keinen mitfühlenden Smiley gefunden der ordentlich Kraft ausstrahlt, deshalb nehme ich keinen.

Lg, JeanLucca

07.06.2011 11:07 • #11


salamander

Hey Bäumchen,

Hast du mit Hilfe deines Therapeuten die alten schmerzhaften Erfahrungen und Enttäuschungen mit deinen Eltern emotional verarbeiten können? Hast du die Wut und den Hass auf deine Eltern spüren dürfen?
Das scheint mir ein ganz wichtiger Schritt für die Heilung zu sein.

07.06.2011 14:22 • #12


Isi

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"Irgendwie ich".
Was für eine Formulierung!
Ich frage mich, welcher Mensch sich selbst so beschreibt. Klingt so, als wärst du gar nicht dabei, hättest keine Entscheidungsmöglichkeit.
Klingt (ohne dich abwerten zu wollen) zugleich unselbstständig, und ein Stück weit anklagend ("irgendwie ich" = "man hat mich dabei nicht berücksichtigt").
Wer hat die Verantwortung für dein Leben - du, oder deine Partner?
Du ganz allein.

07.06.2011 21:14 • #13


salamander

Hey Isi,

Es ist oftmals ein typisches Merkmal von Depression, dass man nicht mehr wirklich weiß wer man ist, weil man sich für andere ziemlich verstellt/entstellt hat. Und das hat man dann solange gemacht, bis man eben keine Ahnung mehr hat, wer man ist.

Und da muss man dann auch Eigen-Verantwortung zeigen und dahin arbeiten, dass man wieder zu sich selbst findet.

07.06.2011 22:22 • #14


Sonnenblume20

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Zitat von Bäumchen:
Ich meine es so, wie es da steht. Sie werden ihn an meiner Seite nicht akzeptieren. Er passt nicht in ihre Vorstellungen und Welt hinein.

Wenn es einzig und allein nach mir gehen würd, würd ich mit ihm zusammen bleiben und vielleicht den Studiengang wechseln, aber das tut es nicht.

Allerdings kann ich schlecht so undankbar sein, nur weil meine Eltern mich nich verstehen und sie sitzen lassen für einen Mann oder mit dem Haufen Geld was bisher in meine Bildung geflossen ist.

So einfach ist das nicht.

Wenn man dem anderen etwas gibt, dann sollte es selbstlos sein. Deine Eltern verknüpfen das mit ihren genauen Erwartungen, wie sie Dich gerne hätten, in welchem Beruf sie Dich gerne sehen würden. Wenn man un´ter Bedingungen etwas schenkt, dann ist es kein Geschenk aus Liebe. Genau genommen kann auch keine reine Liebe von Seiten Deiner Eltern dahinterstecken. Ich schreibe das, weil ich z.b. selbst einen Beruf den Wünschen meines Vaters entsprechend ergriffen habe. Ich wollte ursprünglich eine andere Ausbildung machen. Das hat aber meinen Vater nicht interessiert.
So habe ich 25 Jahre einen Beruf ausgeübt, der mir nie Freude gemacht hat.

Ich habe es bitter bereut, dass ich das getan habe, nur um seinen Wünschen entsprechen zu können. Den Begriff , dankbar sein zu müssen, kenne ich auch nur zu gut.
Nie habe ich mich getraut, ihm zu widersprechen, denn ich habe auch finanzielle Zuwendungen bekommen.
Heute bin ich 45 Jahre und bin dabei, mich davon zu befreien. Ich finde es übrigens unverschämt, wenn Eltern ihren Kindern Undankbarkeit vorwerfen, nur weil sie andere Lebensvorstellungen haben und diese vielleicht auch verwirklichen wollen.
Das nenne ich Missbrauch und es hat nichts mit Elternliebe zu tun.
Du kannst doch aber trotzdem dankbar sein für Zuwendungen, die Du bekommen hast, auch wenn Du in Zukunft einen anderen Weg gehst.

Im Grunde genommen, wenn man es genau nimmt, müssen Kinder gar nicht "dankbar sein", denn sie können nichts dafür, dass sie auf der Welt sind. Wenn Eltern Kinder auf die Welt bringen, dann sind sie auch für deren Wohl verantwortlich, es ist ihre Pflicht, so für die Kinder zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Zumindest solange, bis sie erwachsen sind.

Du lässt Deine Eltern nicht hängen, das klingt so, als hättest Du mit ihnen einen "Vertrag", den Du nicht einhalten kannst.
Aber Du hast keinen Vertrag und Du bist nicht für deren Wohl verantwortlich, nur für Dein eigenes Wohl.

Du schriebst unter anderem, dass man schließlich auch für das Glück anderer zuständig ist.
Und genau das ist nicht wahr. Dieser Satz gilt allerhöchstens für Eltern in bezug auf ihre noch unmündigen Kinder.
Ansonsten bist Du alleine nur für Dein eigenes Glück zuständig. Natürlich bedeutet das nicht, dass man nun egoistisch durchs Leben laufen soll und es bedeutet auch noch lange nicht, dass man anderen keine Freude mehr bereitet.
Wenn man andere durch eine liebevolle Geste glücklich macht, ist das schön, aber keiner auf der Welt ist dazu verpflichtet.

Ich war mal in einer Reha und da hatte ich in der letzten Gruppentherapiestunde die Aufgabe, mich in die Mitte zu stellen und laut zu rufen: "Ich bin nicht auf der Welt, um Euch glücklich zu machen!"
Diesen Satz habe ich bis heute nicht vergessen, denn ich war und bin es auch heute noch teilweise auch der Meinung, ich müsste ständig die Erwartungen anderer erfüllen, nur damit es ihnen gut geht. Dass es mir damit aber schlecht ging, das habe ich lange Zeit nicht realisiert.

07.06.2011 23:37 • #15


Bäumchen

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Ich finde ihr interpretiert zuviel in meine Worte hinein.Meine Eltern haben mich nicht ins Studium oder damals aufs Gymnasium gezwungen, sondern hätten auch die Realschule und eine andere Ausbildung akzeptiert. Allerdings wurde mir halt nahe gelegt diesen Weg zugehen und nach "Höherem" zu streben, auch seitens meiner Lehrer, weil sonst davon ausgegangen worden wäre, dass ich zum Bsp. unterfordert gewesen wäre auf der Schule usw. und ich habs so gemacht.

Das Problem ist nicht mein beruflicher Werdegang, ich könnte immernoch umsatteln, da ich mich ja immernoch nicht fertig bin und einen anderen Weg einschlagen, das Problem ist eher, dass ich durch meine Entscheidungen anderen Menschen schaden werde.

Es gibt Mensch, die nur darauf warten sich über meine Eltern lustig zu machen und sie zu verspotten zu dürfen falls ich mal irgendwelche "Fehltritte" mir leiste. Sicherlich könnten sie auch darüber stehen, aber wie fühlt man sich denn als Elternteil , wenn andere Menschen einen ausgrenzen nur weil die Kinder meinen ihre Egotour durchziehen zu müssen? Meine Eltern müssten sich dann zum Großteil sozial isolieren und sie sind auch keine jungen Hüpfer mehr, die sich mal so eben einen neuen Freundeskreis suchen zu können und sich andere Verwandte aussuchen kann man sich gar nicht.

Da einfach zusagen "Hauptsache du bist glücklich, alles andere ist dabei völlig egal" ist einfacher gesagt als getan. Vielleicht werd ich komplett ohne Familie sogar noch unglücklicher als ohnehin schon? Schon mal daran gedacht? Es gibt nicht umsonst Menschen, die nach 30 Jahren oder noch länger anfangen irgendwelche verschollenen Elternteile auf der Welt zusuchen.

Das mit dem in den Wald rennen und laut aufschreien "Ich bin nicht für das Glück anderer zuständig" hab ich auch schon hinter mir, bringt aber nichts wenn man sich mitschuldig macht, dass man das mühseelig jahre lang aufgebaute Leben anderer zerstört.

Davon mal abgesehen, wenn die Freunde einen jemals in Stich lassen sollten und/oder der eigene Partner (Einige Freundschaften und Beziehungen sind halt leider nun mal vergänglich) gibt es zumeist immernoch die Eltern, die einen nicht bei einem ausgestreckten Arm verhungern und allein lassen würden. Immer öfter ist halt Blut immernoch dicker als Wasser.Das darf man auch nicht vergessen.

Meine Eltern verstehen mich nicht, es mag auch mit unter anderem daran liegen, dass sie auch ganz anders sozialisiert worden sind als ich, aber sie lieben mich trotzdem, auch wenn es vielleicht eine andere Art von Liebe ist, die man sich wünscht. Es ist keine Vertragsbindung, nur weil sie von mir erwarten, dass ich sie und ihr Leben nicht verletze.Vergleichsweise zu dem, was sie geben, bekommen sie nur recht wenig von mir zurück. Als Kind wurde man von ihnen gepflegt, man wurde unterstützt, ist in einem wohlbehütetem Elternhaus aufgewachsen, sie haben alles gemacht, damit es mir und meinem Bruder gut ging und und und...meine Eltern sind noch nicht mal pflegebedürftig oder wohnen bei mir als das ich ihnen nur ansatzweise zurück geben könnte für das, was sie für uns getan haben.

Bei meinen Freunden und meinem Freund kann ich so sein, wie ich möchte.Da muss ich mich nicht groß verstellen. Die wissen Bescheid über meine Krankheit und haben Verständnis dafür und bei Fremden ist es mir sowieso egal.

Therapeutisch wurde bei mir eine Menge getan.Ich hab Gesprächstherapien hinter mir, Verhaltenstherapien, Medikamente der unterschiedlichsten Art und Dosierung, Hypnose usw. Ich hab mich schon fast seit meiner Pubertät mit meiner Krankheit beschäftigt. Hab mehrer längere und kürzere Behandlungszeiträume durch. Darunter auch viele Ärzte. Dadurch, dass es bei mir sehr viele Auslöser für meine Krankheit gibt, darunter mit unter auch damalige soziale Faktoren wie Mobbing als auch zum Bsp. gesundheitliche Faktoren usw. ist es recht schwierig einen funktionierenden Behandlungsweg zu finden.Bisher gabs keine langfristigen Erfolge, nur Kurzfristige.

@Salamandar

Wieso soll man Menschen hassen, die einen nicht verstehen? Dann müsste ich ja eine ganze Menge Hass mit mir rumschleppen, weil es sehr viele Menschen gibt, die mich nicht verstehen.Dann müsste ich auch die Jenigen Menschen hassen, die zum Bsp. auch öfter meine Argumente bei Diskussionen nicht verstehen, weil sie einen niedrigeren Bildungsgrad haben und das Ganze nicht nachvollziehen können (Jetzt nicht falsch verstehen bitte!) Ich glaube nicht, dass das meine Probleme löst.

08.06.2011 20:13 • #16


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JeanLucca

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Hi Bäumchen.

Wir wollen Dich hier nicht fertigmachen "Hand_aufs_Herz". Wir halten Dir nur den Spiegel vor um Dir zu zeigen woran Du arbeiten solltest. Oder eben nicht, aber dann weisst Du zumindest warum Du Dich so fühlst wie Du Dich fühlst.

Ich kann gut verstehen das Du Deine Eltern "schützen" möchtest. Aber es wird Dir nicht besser gehen können wenn Du weiterhin das lebst was sie von Dir erwarten. Du merkst es doch schon selber das es Dir nicht gut geht damit. Das muss sich ja so anfühlen als ob Du eine Marionette bist.

Ist es eine Möglichkeit wenn Du ein Gespräch mit Deinen Eltern planst/gestaltest und Ihnen so offen wie hier von Deinem Dilemma erzählst? Also nicht fragen ob sie es ok finden - Du solltest Dir schon klar sein Deine Wünsche durchzusetzen. Das muss nicht immer direkt einen Scherbenhaufen zur Folge haben. Eigentlich müssten sie besonders stolz auf ihre Tochter sein, denn sie ist ja selbständig und übernimmt Verantwortung für ihr Leben.
Du kannst auch jemanden mit in das Gespräch nehmen um einfach nicht allein in die Situation zu gehen.
Im Moment sehe ich es als einzige Chance für Dich.

Lg, JeanLucca

08.06.2011 20:34 • #17


Bäumchen

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Hand aufs Herz:

Wäre ich wirklich eine Marionette meine Eltern, hätte ich nach dem Abi zu Hause gelebt, hätte eine Ausbildung gemacht und wäre mittlerweile verheiratet und hätte eine kleinbürgerliche Familie in irgendeiner Reihenhaussiedlung bei ihnen in der Nähe.

Stattdessen bin ich 250 km weit weg in ein anderes Bundesland gezogen, bin noch unverheiratet und lebe ein WG Leben. Die hören mich nur wöchentlich übers Telefon und sind den Großteil des Sommers sowieso im Ausland, wo ihr Zweitwohnsitz sich befindet.

Also eine wirkliche Marionette scheine ich nicht zusein. Finde ich zumindest.

Sie nicht zu schützen mag zwar gut und schön sein,aber das ist was anderes für mich als sie direkt in die soziale Vereinsamung zu stürzen. Es gibt Menschen, die ihnen heute nahe stehen und sich dann von ihnen trotzdem abwenden würden, wenn mein Bruder und ich uns in deren Augen daneben benehmen würden.

08.06.2011 20:54 • #18


Sonnenblume20

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Wenn es in den Augen anderer Menschen ein "Fehltritt" ist, einen Partner zu haben, der ihnen nicht gefällt oder einen Beruf zu ergreifen, der nicht in ihr "höheres" Weltbild rein passt, dann kann ich das wirklich nicht nach vollziehen, tut mir leid!
Und unter "Danebenbenehmen" verstehe ich eigentlich auch etwas anderes.

Außerdem finde ich trotz allem, dass es andere Verwandte oder Menschen, die sich bei einem "solchen Fehltritt" von Deinen Eltern abwenden würden, überhaupt nichts angeht, was Du und Dein Bruder für ein Leben führen.
Und wenn sie sich tatsächlich abwenden würden, dann sind sie es doch auch nicht wert, oder?
Schließlich ist es doch kein Verbrechen, den Beruf seiner Wahl zu ergreifen oder eben den Partner seiner Wahl.

Und selbst wenn irgendwelche Deinen Eltern nahestehenden Menschen nicht mit Deinem Leben oder dem deines Bruders einverstanden sind und sich distanzieren, dann kann man doch nicht gleich von sozialer Vereinsamung sprechen.
Und erst recht wärst Du auch nicht dran "schuld".


Wie gesagt, das sind meine Gedanken, wenn ich Deine Beschreibungen so lese.
Und diese Meinung habe ich aus selbst gemachten Erfahrungen und auch aus schon erlebter Therapie. Bei meinen Therapeuten habe ich gelernt, mein Weltbild zumindest in die Richtung zu verändern, dass es in meinem Leben in erster Linie um mich geht (natürlich bisher auch um meine Kinder, die aber jetzt erwachsen sind).
Hätte ich das nicht gelernt, dann würde es mir immer noch genauso schlecht gehen wie vor drei Jahren.
Und ich wäre immer noch in erster Linie die Wunscherfüllungsstation von den anderen.

Und glaube mir, ich habe auch zwei junge erwachsene Kinder. Ich würde nie von Ihnen verlangen, einen Beruf nach meinen Wünschen zu ergreifen bzw. sich einen Partner nach meinen Wünschen zu nehmen. Selbst wenn ich den Partner nicht so gerne mögen würde, dann würde ich trotzdem versuchen, ihn zu akzeptieren und mich nicht deswegen von meinen Kindern abwenden.

Ehrlich gesagt weiß ich im Moment nicht, wie wir Dir hier helfen können.
Viele Ausführungen von anderen hier scheinen Dir nicht zu gefallen oder Du gehst mit ihnen nicht konform.

Was glaubst Du denn, müsste passieren bzw. was könntest Du tun, damit es Dir besser geht?

08.06.2011 21:43 • #19


Bäumchen

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Meine Eltern haben das getan, was meine Lehrer damals für richtig hielten.Ich hatte eine Gymnasialempfehlung also wurde ich dahin geschickt. Danach hab ich das Abitur gemacht und bin studieren gegangen. Keiner hat mich dazu gezwungen und ich wurde auch nicht zum Lehramtsstudium geprügelt, sondern es war eine sinnvolle Alternative, weil ich naturwissenschaftlich nicht so begabt bin und ich jämmerlich ein einer Ausbildung oder einem Studium mit höherem mathematischen oder anderen naturwissenschaftlichen Anteil kaputt gegangen wäre.Ich bin halt auf der geistes-und sprachwissenschaftlichen Eben begabter. Das war schon bereits in der Grundschule zu.Davon mal abgesehen kann ich auch bis heute sehr gut mit Kindern und Jugendlichen umgehen und arbeite auch in diesem Zweig nebenbei. Ich sehe halt nur nicht die "Erfüllung" darin, die so manch anderer Lehramtsstudent darin sieht. Das ist das Problem.Das Problem sind nicht dabei meine Eltern, die mich aufs Gymnasium geschickt haben auf Grund der Empfehlung (Machen doch andere Eltern genau so) und mir meine Studiengebühren finanzieren.

Ich geb dir jetzt mal ein Beispiel liebe Sonnenblume, vielleicht verstehst du die Situation dann besser:

Meine Eltern sind alt. Die sind um die 60. Mein Vater geht langsam sogar auf 70 zu. Die haben jahrzehnte alte Freundschaften und die pflegen ihre verwandtschaftlichen Beziehungen sehr gut. Sie sind nicht einsam und sind überall gern gesehen, auch ihre Kinder.

Jetzt stell dir vor, du wärst Kind dieser Familie und lachst dir einen Neonazi als Freund an, der in das soziale Konzept deiner Familie nicht reinpasst, aber von dem du ausgehst, er würde dir selbst ganz gut in den Kram passen. Du versuchst diesen in die Familie zu intrigieren, die ihn aber nicht will und der Rest will ihn auch nicht. Stell dir vor der Rest wendet sich sogar von deinen Eltern ab, weil du diesen Typen unbedingt im Kreise der Familie wissen willst,obwohl vorher alles jahrzehnte lang wunderbar harmonisch verlief bevor du mit dem Typen aufgetaucht bist. Würdest du dann immernoch deine Egotour eiskalt durchziehen? Auch wenn du damit weißt, dass dies die Familienidylle deiner Eltern kaputt macht?Du wüsstest, dass sich fast jeder von ihnen abwenden würde? Natürlich wäre man dann mitschuldig an der Situation, weil man Unruhe gestiftet hat.

Ich denke auch, dass wenn Freunde und Familienmitglieder wie deine Brüder und Schwestern auf dich zukommen würden und dir ständig sagen würden, dass deine Kinder und deren Partner sich daneben benehmen und dir als Freunde mit Rat und Tat bisher immer sehr gut zur Seite gestanden haben, würden dir deren Worte plötzlich auch nicht den Buckel runter rutschen, sondern dich gleichermaßen verletzten wie die Egotour deiner Kinder, die das verursuchen und keine Rücksicht darauf nehmen.

Aber ich denke einfach, dass man heutzutage sowieso nur noch an sich selbst denkt und alles andere zweitrangig geworden ist. Deswegen lässt man auch die Älteren einsam in irgendwelchen Altersheimen sterben und einsam versterben auch irgendwelche Leute in ihren Wohnungen, wo dann die Leichen erst nach dem Einsetzen des Verwesungsgestanks gefunden werden.Das ist heutzutage auch ein gesellschaftliches Problem.

Traurig.

08.06.2011 22:17 • #20


Sonnenblume20

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Ich glaube, wir beide haben sehr unterschiedliche Ansichten.

Ich finde es auch am schönsten, wenn meine Eltern mit dem, was ich tue und mit den Menschen, mit denen ich mich umgebe, einverstanden sind, keine Frage.

Ich glaube aber auch, dass wir beide unterschiedliche Vorstellungen von Egotour haben.

Für mich ist es keine Egotour, wenn ich einem Beruf nachgehe, der mir Spaß macht, auch wenn ich den Beruf, den meine Eltern mir damals empfohlen haben oder mit dem sie mich gerne gesehen haben, aufgebe.
Es schadet doch keinem, wenn man einen Beruf seiner Wahl nimmt.
Ich musste meinen damals gewählten, aber nie geliebten Beruf, mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Ich beziehe z.Zt. eine Erwerbsminderungsrente, weil ich seit drei Jahren arbeitsunfähig bin. Und genau das gefällt meinem Vater auch nicht. Er kann mich auch nicht verstehen, meine Krankheit sowieso nicht,aber ich habe mittlerweile gelernt, dass ich zwar nicht gerade glücklich bin, dass er mich nicht versteht, aber es geht hier um meine Gesundheit und um mein Leben. Ich bin 45 Jahre und erwachsen und ich passe eben in die Vorstellungen meines Vaters nicht hinein.
Was ist daran nun ein Egotrip?

Natürlich ist es mit einem Partner etwas anderes. Der Partner, den man wählt, bringt man mit in die Familie.
Und am schönsten ist es natürlich auch, wenn alle ihn mögen.
Wenn ich aber meinen Partner wirklich liebe und ich meine Zukunft mit ihm verbringen möchte, weil alles passt, warum sollte ich dann auf ihn verzichten, nur weil meine Familie ihn nicht mag?
O.K., wenn ich auf ihn verzichte, sind die anderen glücklich, ich aber unglücklich. Ist das dann besser?

Es ist natürlich nicht leicht, mit diesem Konflikt dann zurecht zu kommen. Aber nochmal: Wenn sich alle Menschen von Deinen Eltern abwenden, nur weil ihnen Dein Leben nicht passt, das ist vielleicht ein Problem, aber nicht Dein Problem, auch wenn Dein Verhalten mit der Reaktion zu tun hat. Es ist ihre Entscheidung, das nicht zu akzeptieren.

Zitat von Bäumchen:
Jetzt stell dir vor, du wärst Kind dieser Familie und lachst dir einen Neonazi als Freund an, der in das soziale Konzept deiner Familie nicht reinpasst, aber von dem du ausgehst, er würde dir selbst ganz gut in den Kram passen

Ich hatte zwar schon lange Zeit keinen Partner, aber ich würde ihn mir "nicht anlachen" und ich bin auch nicht mit ihm zusammen, weil er mir "in den Kram passt". Ich würde einen Partner wählen, weil ich ihn liebe und das klingt doch schon ganz anders.

Zitat von Bäumchen:
Würdest du dann immernoch deine Egotour eiskalt durchziehen? Auch wenn du damit weißt, dass dies die Familienidylle deiner Eltern kaputt macht?

So wie Du Deine Worte wählst, klingt es so, als würde man ein Verbrechen begehen, als wäre man ein "Täter".
Wenn mein Verhalten bei anderen eine Reaktion auslöst, so bin ich doch für deren Reaktion nicht verantwortlich.
Schließlich zwinge ich sie ja nicht dazu, z.b. sich von mir und womöglich von meinen Eltern abzuwenden, nur weil ich als Erwachsene eine Entscheidung für mich getroffen habe.Diese Reaktion haben sie für sich eben so gewählt.
Sie könnten ja auch genauso gut versuchen, meinen Partner zu akzeptieren und vor allen Dingen mich in meinen Entscheidungen zu akzeptieren.
Eiskalt bin ich schon gar nicht, auch wenn ich im Vorfeld beschrieben habe, dass ich jetzt versuche, mehr nach meinen Wünschen zu leben.

09.06.2011 00:06 • #21


Sonnenblume20

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Zitat von Bäumchen:
Ich denke auch, dass wenn Freunde und Familienmitglieder wie deine Brüder und Schwestern auf dich zukommen würden und dir ständig sagen würden, dass deine Kinder und deren Partner sich daneben benehmen und dir als Freunde mit Rat und Tat bisher immer sehr gut zur Seite gestanden haben, würden dir deren Worte plötzlich auch nicht den Buckel runter rutschen, sondern dich gleichermaßen verletzten wie die Egotour deiner Kinder, die das verursuchen und keine Rücksicht darauf nehmen.

Es ist etwas anderes, wenn sich Menschen über meine Kinder beklagen, wenn sie noch klein sind und ich noch für ihr Verhalten verantwortlich bin.
Aber Du und Dein Bruder, ihr seid doch erwachsen, was bitteschön bedeutet denn "Sich daneben benehmen"?

Zitat von Bäumchen:
Deswegen lässt man auch die Älteren einsam in irgendwelchen Altersheimen sterben und einsam versterben auch irgendwelche Leute in ihren Wohnungen, wo dann die Leichen erst nach dem Einsetzen des Verwesungsgestanks gefunden werden.Das ist heutzutage auch ein gesellschaftliches Problem.

Traurig.

Das ist ja auch traurig, aber das hat doch mit Deinem jetztigen Problem nicht viel zu tun, finde ich.

Bäumchen, ich möchte gerne verstehen, was denn Dein eigentliches Problem ist und wie wir Dir hier helfen können!?

In Deinem Fall hast Du die Wahl: Entweder trennst Du Dich von Deinem Partner und verabschiedest Dich womöglich von Deinem wirklichen Berufswunsch, dann hättest Du wieder Harmonie in der Familie, wärest aber auf Dauer nicht glücklich oder Du versuchst, Deinen Wünschen intensiver nachzugehen, um zu erreichen, dass es DIR auf Dauer besser geht und nimmst womögliche Konflikte mit Deiner Familie in Kauf.
Etwas anderes sehe ich auf Dauer nicht.

09.06.2011 00:07 • #22


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JeanLucca

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Guten Morgen Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Also eine wirkliche Marionette scheine ich nicht zusein. Finde ich zumindest.
Umso besser. Wenn Du Dich so frei fühlst Dein Leben zu leben entgegen einigen Vorstellungen von anderen Menschen und trotzdem ein gutes Verhältnis zu Deinen Eltern hast, dann ist das doch gut. Darauf kommt es doch an, sich frei zu fühlen. Frei von Erwartungen, frei von Abhängigkeiten, seine Gefühle freilassen zu dürfen.
Ein Faden ist da aber noch der jetzt dauernd an Dir zupft. Wenn Du Dich von dem Faden lösen willst dann ist es dabei auch wichtig das Du Dich danach frei fühlst. Egal in welche Richtung Du Dich entscheidest.

Das Du Dir pauschale Entscheidungshilfen ranholst die einen WorstCase darstellen (soziale Vereinsamung, einsames Sterben, man denkt nur an sich selbst) hilft Dir nicht weiter. Ebensogut kannst Du für Dich ein Bild aufbauen was im schlimmsten Fall mit Dir passiert wenn Du Dich den Erwartungen unterwirfst.

Wie ich in Deiner Situation entscheiden würde kann ich nicht mit Sicherheit sagen weil ich zuweit weg bin. Ich würde aber in die eine Waagschale Deinen Freund legen (den Du liebst). In die andere Waagschale gehören Deine Eltern (die du liebst). Und dann würde ich mir vorstellen an welcher Schale ich von unten drücken müsste um für mich ein harmonisches Gefühl zu erreichen.
Bei Dir knallt die Waagschale mit Deinen Eltern runter weil da noch die Verwandten/Freunde Deiner Eltern/allgemeine Gesellschaft mit drinsitzen - die da eigentlich nicht mit reingehören.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 08:33 • #23


Bäumchen

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@Sonnenblume

Du hast das Problem immernoch nicht verstanden , weil du einfach deine Denk-und Lebenweise auf andere überträgst und davon ausgehst, dass andere Menschen genau so leben und denken wie du.

Jeder Familie, jeder Mensch hat seine eigenen Werte , seine eigenen Regeln das Leben , vorallem um das Zusammenleben möglich zu machen. Wenn sich jeder da so verhält wie er möchte, funktioniert das gemeinsame Zusammenleben nicht. Ich meine, wenn sich jeder gesellschaftlich so benimmt wie er möchte und es keine Gesetze geben würde an die sich alle halten müssten, hätten wir auch ein Problem. So muss auch jeder sich daran halten.Wenn man sich dann daneben benimmt, wird man halt dafür bestraft, in dem man isoliert wird. So läuft es so wohl gesellschaftlich ab, wenn man zum Bsp. eine Gefängnisstrafe erhält, weil man eine Straftat begangen hat als auch in vielen Familien, wenn man meint ständig Chaos im Familienleben verursachen zu müssen.Irgendwann ist bei jeder Familie die Toleranzgrenze erreicht. Vielleicht verstehst du das jetzt besser.

Das Beispiel mit dem Neonazi veranschaulicht es recht deutlich. Du würdest den ja auch nicht mit offenen Armen willkommen heißen und deine Tochter zu so einem "Prachtkerl" gratulieren. Jeder Mensch hat halt eine andere Grenze.

Daher ist es auch recht müßig mit dir darüber zusprechen, weil ich mindestens 2 Mal gesagt hab, dass der Wechsel meines Studiengangs immernoch möglich wäre und auch nicht unbedingt notwendig ist, weil ich damit ja an sich mit dem Lehramtsstudium klar komme und du das immernoch nicht verstanden zu haben scheinst.

Ich hab auch mindestens 2 Mal gesagt, dass mein eigentliches Problem auch nicht das Studium an sich ist, sondern einfach dass sich bei mir das Gefühl des Glücklichseins nicht mehr einstellt. Aber auch das verstehst du nicht.

Unter "Freiheit" versteh ich es ganz bestimmt nicht das Leben anderer Menschen willendlich kaputt zu machen , in dem ich meine Egotour in Sachen Liebe meine durchziehen zu müssen. Liebe kann sehr vergänglich sein und es gab schon eine ganze menge Menschen vor mir, die auf ihre Familie auf Grund von irgendwelchen Partnerschaften gepfiffen haben und dann nach gescheiterten Beziehungen wieder bei ihren Familien angekrochen kamen, weil halt doch nicht alles super Sonnenschein ist ohne Familie durch zuziehen. Familie gibt man nicht einfach so auf, nur weil bei einem der Blitz einschlägt und man meint die Liebe des Lebens gefunden zu haben. Das ist naiv

@JeanLucca

Du hast es begriffen . Ich muss mich entscheiden, ob ich in einer Beziehung glücklich werde bei der ich weiß, dass ich dadurch meine Familie nicht nur verliere, sondern auch gleich deren Leben mit kaputt mache. Dein Bild mit den 2 Waagschalen passt das ganz gut. Entweder das Eine oder das Andere. Beides zusammen ist so gut wie unmöglich.

Mein Worst Case Szenario entspricht der Wahrheit. Ich habs aus meinem Verwandtenkreis selbst miterlebt, wie bösartig mit der Familie meiner Tante umgesprungen wurde, weil meine Cousine damals mit ihrem Freund durchgebrannt ist. Ihre Familie hatte danach keine Ruhe mehr, ist ziemlich vereinsamt und die Beziehung meiner Cousine ist auch nicht sonderlich glücklich verlaufen. Sie kam dann auch wieder an bei ihrer Familie und musste um Verzeihung winseln, obwohl sie doch vorher lautstark allen die Stirn geboten hatte und meinte unbedingt irgendwelche Vorstellungen von Freiheit ihrer Familie aufdrücken zu müssen. Danach hat sie es bitter bereut alles so leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu haben.

Aber weißt du was, ich denke einfach egal wie ich mich entscheide, das Glücksgefühl kommt sowieso nicht wieder .

09.06.2011 09:27 • #24


GastAccount

Entschuldige, aber wenn deine Eltern solch seltsame Freunde haben, die sich abwenden, weil die Kinder (!) nicht den vorgedachten Weg gehen, dann ist das wirklich traurig für deine Eltern und sie sollten sich überlegen, ob das die richtigen Freunde sind.

Du bist für dein Leben verantwortlich und nicht deine Eltern. Du bist erwachsen, handle also auch so.

Es gibt gesunden Egoismus und ungesunden. Gesund bedeutet, dass man auch die Entscheidungen trifft, die einem selber gut tun, auch wenn es der eine oder andere nicht nachvollziehen kann. Ungesunder Egoismus bedeutet bei allem und allen über Leichen zu gehen. Das hast du ja gar nicht vor.

Was wäre z.B. wenn du erstmal mit deinen Eltern sprichst und ihnen von deinen Überlegungen und Bedenken berichtest? Damit hast du ja noch nicht gehandelt. Denn glaubst du nicht auch, dass deine Eltern nur das Beste für dich wollen und sich nicht wohl dabei fühlen würden, wenn du dich nicht wohl fühlst?

Nur mal so aus Neugierde: in welches Studium würdest du denn gerne umsatteln?

09.06.2011 10:01 • #25


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JeanLucca

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Hi Bäumchen

Zitat von Bäumchen:
Dein Bild mit den 2 Waagschalen passt das ganz gut. Entweder das Eine oder das Andere. Beides zusammen ist so gut wie unmöglich.
Öhm, so hab ich es nicht geschrieben und auch nicht gemeint. Ich wollte darauf hinaus das die Waagschaalen ins Gleichgewicht kommen, das Du die Gewichte die da nicht reingehören entfernst, schaust wie sie dann auspendeln und Du dann neu bewertest.

Denn ich glaube es ist sehrwohl möglich das Beides zusammen geht. Ich hab jetzt nicht den Blick auf die "Fremdgewichte" sondern auf Dich. Denn im Moment liebst Du und das ist entscheidend. Die andere Seite einer vergänglichen Liebe ist nämlich eine stabile langanhaltende. Hier holst Du Dir wieder ein WorstCase.

Das Beispiel Deiner Cousine muss nicht auf Dich zutreffen. Erstens bist Du nicht Deine Cousine und zweitens steht nicht fest wieviel die "andere Familie" selbst aus der Geschichte gelernt hat. Verrenn Dich nicht in Mutmaßungen.

Entscheidungen sind immer richtig wenn sie frei getroffen werden und sind nicht im Nachhinein falsch. Ich habe das auch gerne gemacht, dass ich meinte falsch entschieden zu haben wenn daraus etwas unangenehmes auftaucht. Das sind die Konsequenzen mit denen ich leben muss. Und ich muss weitere Entscheidungen treffen, egal welche Wege ich gehe. Entscheidung nach Entscheidung. Aber jede einzelne ist in dem Moment Richtig, in der ich sie treffe. Wenn ich sie dabei schon anzweifel dann fang ich an rumzueiern, fühle mich unwohl.

Ich glaube ganz fest, wenn Du Deine Gefühle Ernst nimmst, Dich für sie entscheidest und dazu stehst hast Du ein Glücksgefühl. Früher oder Später.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 10:09 • #26


Bäumchen

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Zitat:
Entschuldige, aber wenn deine Eltern solch seltsame Freunde haben, die sich abwenden, weil die Kinder (!) nicht den vorgedachten Weg gehen, dann ist das wirklich traurig für deine Eltern und sie sollten sich überlegen, ob das die richtigen Freunde sind.

Du bist für dein Leben verantwortlich und nicht deine Eltern. Du bist erwachsen, handle also auch so.

Es gibt gesunden Egoismus und ungesunden. Gesund bedeutet, dass man auch die Entscheidungen trifft, die einem selber gut tun, auch wenn es der eine oder andere nicht nachvollziehen kann. Ungesunder Egoismus bedeutet bei allem und allen über Leichen zu gehen. Das hast du ja gar nicht vor.

Was wäre z.B. wenn du erstmal mit deinen Eltern sprichst und ihnen von deinen Überlegungen und Bedenken berichtest? Damit hast du ja noch nicht gehandelt. Denn glaubst du nicht auch, dass deine Eltern nur das Beste für dich wollen und sich nicht wohl dabei fühlen würden, wenn du dich nicht wohl fühlst?

Nur mal so aus Neugierde: in welches Studium würdest du denn gerne umsatteln?


Manchmal hab ich das Gefühl, ich sprech hier eine andere Sprache. Die Entscheidung meiner Eltern steht, daran gibt es nicht zu rütteln.Sie haben die selbe Einstellung wie die Familie meiner Tante auch. Da brauch ich mich auch nicht vorsichtig ranzutasten. Sie haben mir schon immer gesagt wie sie zu bestimmten Dingen stehen und sie werden jetzt nicht neuerdings ihre Meinung dazu geändert haben, nur weil ich mal meine mit ihnen darüber sprechen zu müssen.Die lassen sich nicht manipulieren. Das ist auch keine Mutmaßung oder ein Worst Case Szenario, was ich mir ausmale, sondern bereits real existent.

Das Beste wollen halt meine Eltern für mich und das Beste sehen sie nicht in dieser Beziehung, aber du kannst dir ja mal meine anderen Postings vorher durchlesen. Begriffen hast du es auch nicht und wie ich in meinen vorherigen Postings bereits gesagt hab, wahrscheinlich ist es sowieso egal wie ich mich entscheide, ein wirkliches Glücksgefühl wird sich so oder so nicht einstellen.Somit hat sich die Sache mit dem "Dir gut tun" auch erledigt.

Ich red auch nicht nur von irgendwelchen Freunden meiner Eltern, ich red von Blutsverwandten wie Brüdern und Schwestern, Tanten ,Onkeln etc. Die kann man nicht mal eben so umtauschen oder aus dem Leben streichen wie man lustig ist. Ich finds ehrlich gesagt sowieso traurig wie man hier über zwischenmenschliche Beziehungen spricht.Das ist immernoch Familie, kein gebrauchtes Möbelstück, das man wegschmeißt und irgendwo neu erwerben kann.

Entweder er ohne Familie oder Familie ohne ihn. So schauts aus.

Ich würd wahrscheinlich was Journalistisches machen wollen.Das ist etwas, was ich nebenbei bis heute immer gemacht hab. Ich hab sogar eine Kolumne geschrieben für ein Onlinemagazin und die lief gut.

09.06.2011 10:23 • #27


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JeanLucca

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Hi Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Sie haben mir schon immer gesagt wie sie zu bestimmten Dingen stehen und sie werden jetzt nicht neuerdings ihre Meinung dazu geändert haben,
Na, Du hast ja schonmal entgegen den Einstellungen Deiner Eltern entschieden indem Du Dich für einen Menschen entschieden hast der eben genau diese Einstellung hat die Deine Eltern ablehnen. Im Prinzip hast Du eine andere Sicht der Dinge die Du aufzugeben bist. Schade eigentlich, denn ich finde das Dich das eigentlich auszeichnet, dass Du Menschen bis auf ihren wirklichen Wert herunterreduzieren kannst. Ihnen Ihre Meinung zugestehst, ihre Ansichten, Ihr Leben.

Das schaffst Du bei Dir selbst noch nicht.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 10:47 • #28


Bäumchen

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Zitat von JeanLucca:
Hi Bäumchen.

Das schaffst Du bei Dir selbst noch nicht.

Lg, JeanLucca


Es ist halt nicht mein Ding im Gegensatz zu wahrscheinlich anderen Personen , auf Gedeih und Verderb allen meinen Willen aufzuzwängen, nur weil ich meine irgendwelche gut gemeinten persönlichen Freiheiten ausleben zu müssen.Ich muss jetzt keine Art von Vergeltung üben und genau so meine Eltern behandeln wie meine Eltern mich behandeln. Damit stelle ich mich ja auf die selbe Ebene wie sie und Gleiches mit Gleichem vergelten, nur weil sie meine Lebensart nicht verstehen, ist das Allerletzte.

Bis zu einem gewissen Grad ist eine eigenständige Verwirklichung völlig in Ordnung, aber ich geh dafür nicht über Leichen.

09.06.2011 11:21 • #29


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JeanLucca

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Hi Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
...auf Gedeih und Verderb allen meinen Willen aufzuzwängen...
Genau darum geht es nicht. Es geht hier um Dich und das Du auf Deine Gefühle achtest. Im übrigen ist das auch der Tenor aus allen Postings.

Wenn Du Dich gegen Deinen Freund entscheidest dann ist das doch total in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, finde ich, das Du die Entscheidung selbst getroffen hast, die Konsequenzen bereit bist auszuhalten und Du mit Deinen selbst entwickelten Kompromissen die Dich zu der Entscheidung gebracht haben leben kannst.
Das ist etwas anderes als wenn Du entscheidest um es dritten Recht zu machen. Da hilft auch kein Schönreden, denn irgendwann kommen die verschluckten Gefühle hoch und zerreissen Dich. Dann bleibt bei Dir immer ein Gefühl das Du nicht frei entschieden hast.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 11:41 • #30

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