Kontakt zu Mitmenschen - Nervosität & Unsicherheit

pimpel

6
1
Hallo,

wie viele andere vor mir erkannt haben, gibts wohl schon zig Threads dieser Art.

Trotzdem muss ich mein Problem auch einfach mal loswerden, da ich sonst nicht wirklich jemand habe dem ich es anvertrauen könnte.

Eigentlich ist diese Geschichte ein ziemlicher Crux!

Ich bin 22 und zurzeit IT-Bereichsleiter einer großen bekannten Hilfsorganisation.
Ich habe ne große schöne Wohnung, nen dickes schnelles Auto und sonst mangelts mir an kaum irgendwas.

Aber ?

Mir fehlt absolut der private Kontakt zu meinen Mitmenschen.
Ich bin schon seit langen der Meinung das ich wahrscheinlich an sozialer Phobie leide. Was den privaten Bereich betrifft...
Ich kann stundenlang mit Kunden oder Kollegen, egal ob m. oder w., über berufsspezifische Sache plaudern. Ohne ein bisschen Nervosität oder Unsicherheit zu zeigen.
Auf Menschen zugehen ist absolut kein Ding. Nachn Weg fragen, Auskunft, Kasse, Beratung, alles kein Problem.

in solchen Situationen seh ich mich sogar als besonders Standfest!

Sobald ich mit jemanden Mittag esse, Kaffee trinke, unterwegs bin oder wie auch immer, schalte ich komplett ab.
Ich werde extrem ruhig, ich verliere jeglichen Humor, ich komm von selbst auf so gut wie keine Themen.

Freunde hab ich grundsätzlich, aber nur wenns ums kurzfristiges helfen geht. Gemeinsam etwas Unternehmen kommt ca. 5 mal im Jahr vor.
Und in genau solchen Begebenheiten, treten alle oben aufgezählten Dinge geballt auf! Verständlicher Weise, kapseln sich nach kurzer Zeit alle von mir ab.
Schlechte Laune wird mir nachgesagt, oder unsymphatie gegen bestimmte "Mitglieder". Es ist aber absolut nicht der Fall!
Die ganze Sache schaukelt sich natürlich demnach schön auf. Meißt habe ich gar keine Lust irgendwo hin zu gehen. Auf die Reaktion der Absagen folgt natürlich kein Jubel meiner Mitmenschen.

Ich hatte noch nie eine Freundin, nicht mal ansatzweise. Probiert hab ichs, aber es klappte nicht im geringsten nur irgendwie ein klein wenig Zuneigung zu bekommen.

Seit neusten habe ich eine äußerst nette und unglaublich intilligente Kollegin. Wir verstehen uns grundsätzlich sehr gut, außer es wird im geringsten Maße privat.
In solchen Situationen geht nichts mehr. Ich stammele nur noch vor mich hin (ungelogen).
Ich finde keine Wörter, fange fast an zu Stottern, esse wie ein Ferkel, werde ruckartig (stellt's euch bildlich vor) Nervös bei blickkontakt.

Über private Dinge von mir zu sprechen, kann ich mittlerweile soweit abkapseln, das ich nichts erzähle. Denn ich mach in meiner Freizeit so gut wie nichts.
Zurzeit besteht mein Tagesablauf aus: aufstehen, arbeit, heim, bett.
So wie jetzt sitze ich nach Arbeit zuhause und dann schwirren mir etliche Gedanken im Kopf rum, wieso ich denn nicht irgendwas unternehme. Ich bin täglich voller tatendrang!
Aber ich weiß nicht was und mit wem.

Manchmal bin ich einfach nur frustriert. Der krasse Gegensatz von Beruf zu Privat macht mich fertig.
Auf der einen Seite bin ich Kontaktfreudig schlechthin, auf der anderen Seite fühl ich mich wie ein 10 jähriges Schulmädchen.

Von irgendjemand Privat hilfe zu erlangen hab ich noch nicht versucht, da ich kaum der Meinung bin irgendwie erfolg zu sehen.
Alleine die Vorstellung jetzt aus Prinzip mit jemanden irgendwo hinzugehen, nur ums besser zu machen, halte ich für Ausweglos.
Ich werde kein Wort rausbekommen, da ich die Tatsache vor Augen habe...

Profesionelle Hilfe suchen halte ich für eine Möglichkeit, habe aber trotzdem eine Art Wand vorn Kopf was das betrifft.

Hmm mehr fällt mir erstmal nicht ein.
Vielleicht kann mir irgendjemand die Augen öffnen, oder eine Möglichkeit nennen profesionell hilfe zu erlangen.

Bis dahin werd ich mal so weiter dahin dümpeln

viele liebe Grüße

Pimpel

24.08.2009 16:59 • #1


baerbel13

5
Hallo Pimpel,

mir geht es sehr ähnlich wie Dir. Beruflich mit Kunden etc. kann ich sehr gut umgehen, da besteht ja von Haus aus ein Gesprächsthema. ABer wenn ich dann mit den Kollegen Mittag essen gehe oder wir Pausen haben, werde ich deutlich ruhiger. Ich sehe dann deutlich meine Defizite und das macht mich oft traurig. Das Ganze geht ein paar Jahre schon so, ich habe auch schon einige WOhnortswechsel hinter mir.
Dann habe ich dieses Jahr eine Therapie angefangen, weil der Leidensdruck zu groß war. Bis dahin konnte ich viel alleine meistern, ein Pluspunkt, aber ich hatte auch viel Tatendrang (wie Du)- weiss nur nicht so recht, wie ich dafür Leute mitbekommen kann. Also, mit der THerapie begonnen- alles geht langsam, aber ich erkenne kleine Veränderungen. Ich bin noch immer kein extrovertierter Mensch und werde es auch nicht werden. Dennoch verstehe ich mich jetzt ein wenig mehr. Es ist eine Verhaltenstherapie, da ich an meinem Verhalten etwas praktisch verändern möchte.
SUche Dir einen THerapeuten, Du hast 5 freie Probesitzungen, wenn DU Dir einen Therapeuten suchst, der auch mit der GKV abrechnet.

Hier mal ein paar Links:

http://www.therapie.de/psyche/info/frag ... en-finden/

http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/

LG BAerbel

24.08.2009 18:39 • #2


pimpel

6
1
Hallo,

danke für deine Antwort!
Es gibt noch andere Menschen mit diesem Problem, das beruhigt mich ein wenig.

Was ich vorallem nicht verstehe ist das es im eigentlichen Sinne keine defizite gibt.
Einzigster Punkt wäre das ich wenig Unternehme, das heißt ja aber nicht das ich (wir) nicht mitreden können.

Trotzdem fällt es mir extrem schwer. In dieser Situation nehm ich diese "Angststarre" so enorm bewusst wahr, das ich dadurch noch viel verkrampfter werde. Ein Teufelskreis...

Heute Mittag wars wieder so schlimm, das ich beinahe früher Feierabend gemacht hätte. Ich war nach dem Mittag so niedergeschlagen, ich habe mich sehr geschämt.
Erschwerend kommt dazu das kurze Zeit später ein weiterer Kontakt mit den Personen nicht ausgeschlossen ist. Meißt kann ichs, eben wegen beruflichen Themen, ganz gut ausblenden.
Aber manchmal füll ich mich dann einfach nur platt und möchte mich schnellst zurück ziehen.

viele liebe Grüße

Pimpel

24.08.2009 20:03 • #3


Avatar

Jellybaby

335
hi pimpel ,

Menschen mit solchen Problemen gibt es viele, da stehst du bei weitem nicht alleine. Wie du ganz richtig erkannt hast geht es dabei auch fast nie um echte Defizite die jemand hat. Es ist meistens eine Frage des Selbstwertgefühls und der Erwartungshaltung. Du hast diesen Teufelskreis sehr gut beschrieben. Man erwartet in Panik zugeraten, dadurch passierts dann auch. Und schon gehts los. Vieles ist auch einfach eine Frage der Übung.
So eine richtige Lösung kann ich dir auch nicht nennen, mir gehts da ähnlich wie dir. Verhaltens- oder Gruppentherapien sind bei sowas oft erfolgreich, wenn man sich drauf einlässt. Eine Liste mit zugelassenen Therapeuten gibts bei der Krankenkasse, dann bleibt nur alle anzurufen und sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Meistens heisst es man müsse ein paar Monate warten. Aber wenn man nach ein paar Wochen noch mal nachfragt gehts in der Regel schneller.

24.08.2009 20:21 • #4


pimpel

6
1
Hallo,

ich erkenne nicht den Ursprung dieser Blockade. Wieso besitze ich nicht die Fähigkeit normal mit anderen Menschen reden zu können ?
Wenn es keine echten Defizite gibt, wieso ist trotzdem dieses Verhalten da ?

Das zermürbt mich.

Ich weiß das ich morgen einen Auswärtstermin habe. Ich weiß das ich damit null Probleme habe.
Aber ich hoffe das ich um gottes Willen nicht auf irgendwelche privaten Sachen angesprochen werde.

viele liebe Grüße

Pimpel

24.08.2009 20:53 • #5


baerbel13

5
Hallo Pimpel,

warum DU über private Themen schwerer reden kannst, da mag es sehr viele Gründe geben. So kann es sein, dass Du <DIch nicht gut öffnen magst, dass DU vllt. denkst, dass es nicht interessant ist, was DU sagts etc.
Ich kann Dich sehr gut verstehen, ich stelle mir immer noch wieder diese Fragen. Was ich bisher jetzt aber schon gelernt habe ist dass, die ständige Selbstbeobachtung bei Gesprächen mit anderen in schwierigen Situationen dazu führt, dass man keine Kapazität für die Warnehmung nach aussen haben. D.h. wir können nicht wirklich erkennen, welche Signale mir mein Gegenüber sendet. Das alles ist sehr ermüdend, auch etwas was DU schreibst.
Und da ist noch die Erwartungshaltung und Bewertung von gedanken bzw. Gefühlen. Aber es kann auch sein, dass Dir wirklich die Erfahrung fehlt, im Privaten zu erzaehlen. AUch das ist ein Teufelskreis- etwas fällt schwer-es wird häufiger vermieden-fehlt dann die Reflektion-fehlt die Möglichkeit des Probierens-es fällt schwer es zu tun .....
Das sind alles Gedanken und ich denke, dass mit Unterstützung eines Therapeuten Dir geholfen werden kann.
LG Baerbel

24.08.2009 23:17 • #6


pimpel

6
1

Heute die geahnte Situation. Wir sitzen beim Mittag und ich hab mich wirklich bemüht mit zu reden.
Als ich dann ein mal "dran" war, musste ich jux in dem Moment husten und danach war meine Stimme halb weg.
Die ganze Sache schaukelt sich dann in 5sek so weit auf das ich mich einfach nur schäme umd dementsprechend ist die weitere Unterhaltung ausgefallen.

Mein gegenüber verstummt dann auch ziemlich schnell und wendet sich ab. Und wieder sitz ich still da und sag kein Ton...

Gesetzt dem Fall ich hole mir professionelle Hilfe. Wie geh ich da ran ?

Einfach sagen "Huhu ich hab da ein Problem" ? Wird man da überhaupt ernst genommen ?

viele liebe Grüße

Pimpel

25.08.2009 14:46 • #7


Avatar

Jellybaby

335
Ja sicher wird man da ernst genommen. Einfach anrufen und sagen was man will. Manchmal fragen die auch schon ein bißchen was, aber nicht immer. Wenn es heißt es gäbe erst in ein paar Monaten Termine trotzdem ja sagen und nach ner Woche oder zwei nochmal anrufen. Die schreiben sich das auf wer noch mal nachhakt. Das sind dann diejenigen die wirklich Hilfe suchen,und für die wird dann meistens zufällig plötzlich ein Termin frei.

25.08.2009 15:00 • #8


baerbel13

5
Hallo Pimpel,
rufe bei mehreren Therapeuten an. Dann ist die Chance schnell einen Termin zu bekommen höher. Du kannst einigen auch eine Mail senden und darin erklären warum Du eine Therapie möchtest.
Die Therapeuten verstehen, wenn Du nur wenig am Telefon reden möchtest. Vielleicht kannst DU nru kurz sagen, dass es Dir schwer fällt in nicht beruflichen Situation Gespräche zu führen und DU Dich dabei sehr unter Druck setzt und dass DU dafür Hilfe benötigst. Scheue Dich nicht. Das Kontaktieren ist schon Teil der Therapie.
Viel Kraft und Mut und Gelassenheit.
Lasse in den Situationen wie heute, die miesen Gefühle oder Gedanken kommen, verdränge sie nicht sondern sehe sie zunächst als ein Teil von Dir.
Ansonsten ist für small talk immer gut, dem Gegenüber Fragen zu stellen, Augenkontakt zu halten und davon auszugehen, dass wir alle Fehler machen.
Baerbel

25.08.2009 19:28 • #9


Annuschka

29
2
Hallo Pimpel,

auch ich kenne dieses Problem sehr gut. Und auch ich kann nur sagen: mach eine Therapie, es gibt hilfe!
Mich hat das jahrelang extrem belastet und auch behindert, aber ich habe es zumindest soweit in den griff bekommen, dass diese probleme nicht mehr in jedem gespräch und mit jedem auftreten; und wenn dohc, dass ich es zumindest akzeptieren und als "schief gelaufen" in die Schublade legen kann.
Dieses Problem als solches akzeptieren zu können, kann manchmal unheimlich helfen - finde ich.

Ich wünsch dir ganz viel glück und kraft

25.08.2009 23:32 • #10


Morgaine

Hallo Pimpel,

ich kann sehr gut nachempfinden, wie es dir geht. Ich habe fast das gleiche Problem, kann beruflich etc. gut mit Menschen kommunizieren doch sobald es um private Dinge geht, kommt nichts mehr. Ich habe lange und oft darüber nachgedacht, warum das so ist und bin zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht meine Vergesslichkeit sein könnte und auch noch daran liegt, dass ich privat eben auch nicht viel unternehme, nicht so humorvoll bin und eben eher zurückhaltend, auch nicht schlagfertig. Und das sind alles Dinge, die eine private Konversation ja ausmachen. Vergesslich - kann mich oft nicht mehr erinnern, was wer in einer best. Situation mal gesagt hat etc. Wenn man nicht viel unternimmt, hat man auch nicht viel zu erzählen, das ist alles irgendwie ein Teufelskreis. Ich bin auch schon seit einem halben Jahr in Therapie, geholfen hat es nicht sehr viel, obwohl es mir danach immer ganz gut geht. Aber es ist immer sehr schwierig, im Alltag dann umzusetzen.
Übrigens bin ich eigentlich lieber mit mehreren Menschen zusammen, als nur mit einer Person, weil ich dann nicht unbedingt gezwungen bin, das Gespräch zu führen, sondern dann eher passiv beteiligt bin. Aber oft geht es nicht anders und dann grüble ich vorher schon die ganze Zeit, wie ich das überstehen soll und überlege mir Themen, über die man sprechen könnte. Wobei ich auch wieder auf meine Vergesslichkeit stoße: ich versuche täglich die Zeitung zu lesen um informiert zu sein, auch über politische Themen, doch ich kann mir vieles eben nicht merken und im Gespräch fühle ich mich total schlecht, weil ich dann meine, nicht mehr mitreden zu können, weil ich's halt vergessen habe. Ich bin auch nicht so witzig und schlagfertig wie andere und finde mich selbst todlangweilig, daher habe ich auch nicht mal eine richtige Freundin. Konnte schon früher keine Kontakte aufrechterhalten. Wahrscheinlich muss man damit leben und versuchen das Beste draus zu machen.
Wünsche dir viel Erfolg bei der Therapeutensuche!

Liebe Grüße, Morgaine

29.08.2009 20:08 • #11


Avatar

Jellybaby

335
so ähnlich könnte die Antwort auch von mir gekommen sein.
Alles andere habe ich zumindest einigermaßen wieder im Griff, aber an dem Thema habe ich ganz schön zu knabbern. Aber damit abfinden kommt überhaupt nicht in Frage. Irgendwie und irgendwann bekomme ich den Dreh noch raus.

29.08.2009 20:49 • #12


pimpel

6
1
Hallo,

erstmal vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten!

Im Moment gehts mir bisschen besser als sonst. Ich habe recht gute Laune und das Thema belastet mich zurzeit nicht so stark.
In letzter Zeit hatte ich viel um die Ohren, deswegen die späte Antwort.

Eigentlich bin ich ein sehr logisch denkender Mensch. Dinge oder taten die falsch oder nachteilig sind, versuch ich grundsätzlich einfach aus dem Weg zu gehen.

Daher habe ich versucht den einfachsten Weg einzuschlagen, ich habe mich am Wochenende durchgerungen mit einem Kollegen Fahrrad zu fahren.
Und es war sehr angenehm und ohne jeglichen Stress (außer die körperliche Anstrenung). Ich glaube geplaudert haben wir die ganze Zeit, ich war wenig bis gar nicht verkrampft.
Ich denke die Ablenkung des Fahrrad fahrens und das gemeinsame Wahrnehmen von Situationen macht die Sache 1000 mal angenehmer.
Der Redefluss muss nicht auf Teufel komm raus geschehen, in der Angst das es unangenehm wird. Man fährt Fahrrad, man macht also etwas ohne etwas sagen zu müssen.
Der Teufelskreis dreht sich somit genau in die andere Richtung. Das Gefühl nicht krampfhaft etwas erzählen zu müssen erzeugt eine Redefreiheit die ich selten in dem Maße erlebe.

Wenn ich mir jetzt meine Worte durchlese klingt alles so unglaublich einfach.

Leider sträub ich mich immernoch dagegen mir professionelle Hilfe zu holen. Meine selbstwahrnehmung sagt mir das es lächerlich ist.
Ich weiß nicht wie mein gegenüber denkt, auch wenn die Person mit professionellen Ambitionen ran geht.

Eins habe ich festgestellt, ich denke ein nicht minderer Teil an meinem Problem liegt am mangelnden Vertrauen in andere Menschen.
Ich erwisch mich oft dabei, anderen Menschen misszutrauen. Aber darüber muss ich mir noch weiter Gedanken machen, um es als eindeutigen Faktor anzusehen.

Jetzt werd ich erstmal was essen

grüße

31.08.2009 19:13 • #13


baerbel13

5
Hallo Pimpel,

Super Erfolg mit dem Fahrrad fahren. Ja es stimmt, je weniger Druck man sich macht, desto weniger schwierig ist es, ein Gespräch zu halten.
Dennoch denke ich, dass DU ja schon sehr unter Deinen Schwierigkeiten leidest und diese auch Deinen Alltag beeinflussen, so dass eine Therapie Dir hilfreich sein konnte. Ich habe auch jahrelang gedacht, ich brauche sowas nicht, zur Therapie gehen Personen, die "wirklich" krank sind (z.B. Depressionen), wo es eine Diagnose gibt. Denke vllt. nochmal über eine Therapie nach- Du kannst nur gewinnen.
Baerbel

31.08.2009 19:39 • #14


Morgaine

Pimpel, was die professionelle Hilfe anbelangt, so glaube ich, dass die meisten Menschen grundsätzlich erst einmal damit etwas negatives verbinden, alleine schon das Wort "Psychotherapeut, sagt ja schon aus, dass etwas mit der Psyche, dem Geist, nicht in Ordnung sein kann. Es gibt ja auch Schimpfworte, du Psycho etc. etc., aber es ist ja nur ein Psychotherpeut und kein Psychiater.

Psychotherapeuten verschreiben z. B. keine Medikamente, zumindest meine nicht und so ist mir das auch gesagt worden. Diese Menschen helfen dir in Gesprächen bei deinen Problemen, helfen dir, Lösungswege zu finden, Lösungen zur Selbsthilfe. Es hört sich wirklich bloß viel schlimmer an, als es wirklich ist. Ich gehe immer gerne zu meiner Therapeutin. O.k., da wird es auch Unterschiede geben, ist ja genau wie mit den Ärzten, es dauert, bis man den Arzt seines Vertrauens gefunden hat. Meine Therapeutin erzählt auch oft viel von sich selbst, ist total locker. Sie hat immer total gute Beispiele, Gesprächsvorschläge etc., aber es ist dann schon schwierig, das alles im Alltag umzusetzen. Aber es hilft alleine schon, einfach mal reden zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass man einen blöden Kommentar bekommt oder dass einem etwas peinlich sein müsste.

Schlimmer als eine Therapie fände ich ein Medikament gegen Depressionen, was mir mal mein Hausarzt - einfach so - verschrieben hatte. Ich hatte nur eine Tablette genommen (war schon eine Überwindung) und ich dachte, ich werde jetzt verrückt. Allein der Gedanke, was jetzt in meinem Körper passiert....Am Abend, als ich ins Bett ging habe ich dann gezittert, wie wahnsinnig, dass ich wieder aufstehen musste und in der Wohnung rumgerast bin.
Aber ich will hier keinem Angst machen, das hatte auch mit meiner Phobie gegen Medikamente zu tun. Leuten, denen es wirklich dreckig geht und die deshalb nicht arbeiten können, vielleicht ist das dann für eine Weile eine gute Lösung.

Aber wie gesagt, ich würde einfach mal hingegen, zu einem Therapeuten, es dauert eh eine Weile, bis du einen Termin bekommst. In der Zeit kannst du dich seelisch drauf vorbereiten und dir sagen, du musst ja nicht mehr hingehen, wenn es dir nicht gefallen hat. Und es weiß doch auch keiner, wo du hingehst...!

Liebe Grüße und viel Erfolg!

01.09.2009 18:55 • #15


pimpel

6
1
Hallo allerseits,

nun hab ich mich fast 2 Monate nicht mehr hier Blicken lassen!

Professionelle Hilfe hab ich bis jetzt immer noch nicht ersucht. Die letzte Zeit war, bis auf wenige Tage, sehr erlebnisreich (für meine Verhätlnisse).
Demnach gehts mir soweit ganz gut. Ich fühle mich sogar recht glücklich im Moment.

Die Probleme bestehen aber weiterhin in diversen Situationen und belasten mich noch sehr stark.

@Morgaine

Ich schaffe es einfach nicht, mich mit dem Thema Therapie anzufreunden.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das dadurch irgendeine echte Lösung entsteht.
Zehn mal Therapie, danach einmal "klick" und am nächsten Tag ist alles vergessen ? Das wird nicht funktionieren.
Zumal ich ja stets versuche, mich diesen Situationen auszusetzen, es aber nie funktioniert.

Ich stehe mittlerweile auf dem Standpunkt, das mein grundlegendes Misstrauen gegenüber Menschen schuld ist.
Wie ich in meinem letzten Post schon erwähnt habe und ich glaube nicht das ich dafür jemals eine Lösung finden werde.

Ich versuche mich damit zu arrangieren.
Ich muss nur aufpassen, immer genug zu tun zu haben, um nie ins grübeln zu kommen.
Blöd nur bei Wochenende, Urlaub etc....

Ebenso bin ich zurzeit dabei, die Sache, also mein Verhalten bzw. das Verhalten meines Gegenübers, abundzu akribisch zu analysieren.
Und wisst ihr was ?
In diesen Momenten bin ich recht locker drauf. Einzig das ich dann vom Thema nicht mehr viel mitbekomme und abwesend wirke
Ist in diesen Situationen dann auch nicht groß von Hilfe. Aber vielleicht erreicht mich irgendwann die "Erleuchtung" ?

Wer weiß

23.10.2009 20:40 • #16


Avatar

Countdown

38
1
Möchtest Du überhaupt mit anderen in Situationen reden, in denen das eigentlich nicht erforderlich ist? Dass Du es können möchtest, kann ich mir vorstellen. Es ist ja ein Zeichen von Normalität. Im Grunde geht es mir so, dass ich das eigentlich gar nicht will, sofern es nichts zu sagen gibt. Wenn ich esse, esse ich. Wenn es ein Thema gibt, zu dem ich etwas beizutragen habe, bin ich die reinste Plaudertasche. Das einzige, was mir daran nicht gefällt, ist meine Einstellung dazu. Ich würde gerne Spaß am Smalltalk haben. Alternativ würde ich gerne allen klar machen, mich in bestimmten Situationen einfach in Ruhe zu lassen. Das braucht großes Selbstvertrauen.

24.10.2009 11:03 • #17

Pfeil rechts