Zitat von Glasscherbe: Es kommt immer phasenweise.
Ja, das kenne ich auch. Ich habe tatsächlich meine vernünftigen Phasen. Aber bisher hatte ich die nur, wenn ich am untersten Limit war, wo gar nichts mehr ging. Wo ich ganz sparsam leben musste, damit ich überhaupt wieder einen kleinen Freiraum schaffen konnte, um auch Geld wieder ausgeben zu können.
Wenn dann gar nichts mehr geht, dann habe ich zwar auch den Drang, aber die Vernunft siegt. Denn die Vorstellung mich so hoch zu verschulden, wie manchmal bei "Schuldnerberater Peter Zwegat" zu sehen, die lässt mich doch sehr davor zurück schrecken. Und trotzdem ist es sehr anstrengend, denn ich muss mir wirklich laufend und ständig vor Augen halten, dass nichts mehr geht! Und die Zeit, bis wieder irgendwas geht, die kommt mir dann so ellenlang vor.
Aber ich kann natürlich auch nicht dafür garantieren, dass es mir nie passieren würde. Denn in Phasen, wo mir das Geld nur so durch die Finger fließt, da ist mir nämlich alles egal. Ich kann da sogar mit der Vorstellung leben, dass die Bank mir mein Konto sperrt und finanziell alles über mir zusammenbricht. Ich habe in so einer Phase sogar den Wunsch, dass es einfach mit mir geschehen soll. Da würde ich die Verantwortung auch gerne abgeben.In dieser Phase bin ich mir egal, da gibt es in meiner Vorstellung keine Zukunftsperspektiven für mich.
Vielleicht hilft es mir ja auch, dass ich noch zwei Kinder habe, die noch nicht selbstständig sind. Wenn ich mir vorstelle, es käme hier der Gerichtsvollzieher ins Haus und ich müsste ihnen sagen, dass ich sie nicht mehr versorgen kann, weil ich nicht haushalten konnte, dann könnte und würde ich auch im Erdboden versinken.
Ja, da ist es auch wieder: Ihnen bei vollem Bewusstsein zu erklären, dass ich zwanghaft Geld ausgeben MUSS, weil ich nicht anders kann, das würden sie wahrscheinlich nie verstehen!
Zitat von Serafina:Der Kauf bringt mir das Erfolgserlebnis, was ich im realen Leben nicht habe. Ich habe es erkannt. Aber ich tue es trotzdem. Das ist sehr niederschmetternd und armselig. Und ich fühle mich dabei ganz klein.
Genauso fühle ich mich dann auch. Ich könnte es bei mir sogar so bezeichnen, dass es für mich nicht unbedingt ein Erfolgserlebnis darstellt, sondern etwas, was ICH mir schenke, weil es bei mir emotionale Bedürfnisse gibt, die nicht erfüllt wurden und werden. Sozusagen fühle ich mich, was das betrifft, im Dauerhungerzustand, der durch Kaufen ein bisschen gebessert wird. Leider nur sehr kurz !
Zitat von Serafina:Mein Analytiker hat mal gesagt, sobald wir erkennen, warum wir was tun, ist das er erste Schritt zur Bwältigung.
Das ist ein sehr weiser Satz. Und genau das ist auch mein Beweggrund, diesen Thread eröffnet zu haben. Ich möchte mir ganz ehrlich anschauen, was da mit mir passiert und vielleicht herausfinden, warum es passiert. Damit ich durch dieses Bewusstwerden Wege finden kann, aus dieser Sucht rauszukommen.
Und jetzt habe ich noch ein Anliegen:
Ich habe diesen Thread für MICH eröffnet, um einen Platz zu haben, mein Kaufverhalten und die Auswirkungen für mich zu dokumentieren.
Ich habe auch geschrieben, dass Feedbacks willkommen sind. Dazu stehe ich auch auf alle Fälle noch.
@Angelika, ein so ausführlicher zweiseitiger Bericht Deiner Lebensgeschichte war aber damit nicht gemeint. Das ist mir dann doch zuviel, hierbei würden auch meine eigenen Dokumentationen untergehen, was ich nicht möchte.
Ich habe diesen Thread aber auch bewusst nicht im Tagebuchbereich eröffnet, weil er im Suchtforum eher wahrgenommen wird und damit auch zur Information dienen kann, zumal es hier noch keinen Thread mit diesem Thema gibt!