Kann wieder Entscheidungen treffen und habe Lust auf Kontakte

jadel

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Ich mag nicht mehr beschreiben, wenn es mir nicht gut geht. Ich versuch zu beschreiben, wie ich aus einem Loch auferstehe.

Es bildet bildet sich nach 2 Jahren eine eigene Sicht auf die Depri (D E P R I geht nicht *urgs*). Uns fehlt die Liebe, die Liebe zu uns selbst und das Vertrauen darauf, das uns andere lieben. Die Konsequenz daraus ist nicht einfach. Liebe Dich selbst, dabei kann Dir kein Anderer helfen.

In der letzten Woche wurde ich von meinem Thera enttäuscht. Ohne Ankündigung ist er nun 2 Wochen im Urlaub. Mein Tief ist gerade tief. Die Sitzung brachte mich nicht weiter. Ich war frustriert. Ich wurde ärgerlich. Und irgendwann gegen Ende der Woche, als ich den Ärger lange genug mit mir herumgetragen hatte, sagte ich mir, hier in abgeschwächter Form: „Lasst mich doch in Ruhe.“. Ein Gefühl machte sich plötzlich breit, völlig überraschend. Es ging mir gut. Ich wußte was ich wollte. Es trug mich durch den Rest der Woche.

Die grundlegenden Fragen sind nicht hinweggefegt. Ich hatte Kraft etwas zu tun. Es entstanden auch die folgenden Zeilen:

So einfach soll es sein
bei mir sein
Kraft haben
wissen was ich will.

Dann kann ich dies sagen
rufen oder still für mich
damit den Ärger begraben:
-- Lasst mich doch in Ruhe! --
ich tue was ich tun will
Ihr müßt damit leben.

Ich werd' keinem schaden
Und die, die Ihr mich mögt
das bin ich.

Nun stehe ich da, kann es noch nicht glauben, das ich plötzlich Entscheidungen treffe und auch wieder Lust auf Kontakte habe.
Jadel

06.08.2011 19:48 • #1


Avatar

Pyxidis

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Hallo Jadel,

ich habe Deinen Beitrag als positiven Beitrag, wie Du aus dem Loch rauskommst, bewertet und damit in unser Forum Raus aus dem Loch verschoben.

Viele Grüße und noch viel Lust auf Kontakte
Scorpio

06.08.2011 21:40 • #2



Hallo jadel,

Kann wieder Entscheidungen treffen und habe Lust auf Kontakte

x 3#3


byron

Hallo jadel!

Zitat von jadel:
Und irgendwann gegen Ende der Woche, als ich den Ärger lange genug mit mir herumgetragen hatte, sagte ich mir, hier in abgeschwächter Form: „Lasst mich doch in Ruhe.“. Ein Gefühl machte sich plötzlich breit, völlig überraschend. Es ging mir gut.

Diesen Effekt finde ich immer faszinierend; ich kenn das auch. Meist muss einfach wirklich erst mal alles zusammenkommen, das Tief muss sich unerträglich oder unüberwindbar anfühlen ... und dann plötzlich kippen Angst und Verzweiflung manchmal wie von einer Sekunde auf die andere um in Mut und Entschlossenheit. Man hat dann plötzlich Energie, um Dinge anzugehen, und vor allem sieht man plötzlich auch wieder einen Sinn darin. Es ist, als würde man erst dann wieder so was wie eine Lebendigkeitsberechtigung spüren, wenn man von allem zu lange und zu heftig zerfressen ist. Dann kippt plötzlich dieser Schalter im Kopf ...

Das Fatale daran ist, dass man nicht aus eigener Kraft zu diesem Punkt findet: man kann es nicht mit Gedanken oder sonst was herbeiführen - es funktioniert nicht! - Bei dir war ja offenbar die Wut oder der Ärger letztlich das Auslösende, was zu diesem SO nicht! Ich reiß jetzt das Ruder rum! hingeführt hat. Ich frage mich nur wirklich immer, warum man nicht schon vorher darauf hinsteuern kann: man weiß es besser, man redet sich die tröstendsten und ermutigendsten Sachen ein - aber es funktioniert nicht. Erst wenn alles zu heftig wird: dann kommt das ohne eigenes Zutun wie von selbst Tja, soll wohl so sein ...

Ich freu mich jedenfalls mit dir über deine Energie - genieß das Gefühl und mach was draus!

Liebe Grüße,
byron

07.08.2011 09:51 • #3


jadel

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Hallo Byron,
Zitat von byron:
Das Fatale daran ist, dass man nicht aus eigener Kraft zu diesem Punkt findet: man kann es nicht mit Gedanken oder sonst was herbeiführen - es funktioniert nicht!


Wirklich nicht? Wenn ich meine Situation vor dem Besuch beim Thera angucke, war ich nicht in der Lage Abstand ZU GEWINNEN - LOS ZU LASSEN: Um dann alles aus etwas entfernter Sicht zu betrachten. Loslassen kann sein: reden mit jemand anders oder einfach mir etwas gutes tun und in MASSEN am Leben teilhaben (Arbeit, Freunde).

Ich schaffte dies vor einem Monat in einer für mich sehr kritischen Situation. Es war etwas passiert, das mich dazu bewegte, ein mir sehr wichtiges Seminar fast abzusagen. Ich nahm am Seminar teil, zwar mit halber Kraft, aber ich tat es. Im Seminarverlauf wollte ich dann frühzeitig aussteigen. Ich tat es nicht und ließ die Situation los. Ich wurde abgelenkt und belohnt. Die Situation hatte mich nicht mehr im Griff.

Je eher ich mitbekomme, das etwas faul ist, jemand an mir herumzerrt, ich etwas gegen meine innere Stimme tue, desto eher kann ich mich auf die kommende schlechte Laune, das Rumhängen, das Versinken einstellen. Desto eher kann ich etwas tun, das mein Selbst beruhigt und mir meine Kraft zurück gibt.

Ein wenig Achtsamkeit gegenüber mir selbst, weniger Achtsamkeit gegenüber dem Außen, das hilft mir.
LG Jadel

07.08.2011 15:25 • #4

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