Ich habe die Depression besiegt - hier mein "Trainingsplan"

Prométheus

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Hallo,

ich habe seit meiner Kindheit an Unruhezuständen und Nervosität gelitten und war über ein halbes Jahr lang schwer depressiv.

Inzwischen bin ich seit ca. 2 Monaten symptomfrei. (zumindest zu 99,9% - hin und wieder habe ich noch leichte Tiefs, die aber immer schwächer ausfallen)


Was mir dabei am meisten geholfen hat war dass ich mir Gedanken über die Mechanismen hinter der Depression gemacht habe und auf mehrere Möglichkeiten gestoßen bin das Problem an der Wurzel zu packen.

(Da mein Text etwas lang geworden ist habe ich versucht den Text durch Überschriften übersichtlicher zu gestalten)

Kern des Problems
Der Kern des Problems ist Stress. Daher setzen sämtliche Antidepressiva auch an dem Punkt an, dass sie den Stress herunterschrauben und somit stimmungsaufhellend wirken. (bei mir war es sogar extrem viel Stress da ich nahezu ständig nervös und angespannt war)


Dazu möchte ich noch etwas tiefer ins Detail gehen: Stress entsteht im Vegetativem Nervensystem. Das Vegetative Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasympathikus die wie „Gaspedal“ und „Bremse“ funktionieren. Der Sympathikus wirkt daher aktivierend während der Parasympathikus für die Beruhigung zuständig ist.

Bei Stresserkrankungen (Burnout, Depressionen, Nervosität, Somatoformen Beschwerden etc.) ist das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus gestört. Der Sympathikus reagiert zu stark und der Parasympathikus arbeitet zu schwach.


Das Vegetative Nervensystem trainieren
Dieses Ungleichgewicht lässt sich allerdings wieder beheben indem man das Vegetative Nervensystem trainiert. Das Prinzip dahinter ist relativ leicht und wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von Sebastian Kneipp entdeckt.

Beispielsweise setzen Kneipp-Anwendungen an diesem Punkt an indem sie durch kaltes Wasser den Sympathikus „stressen“ um gleich im Anschluss den Prasympathikus durch heißes Wasser zu aktivieren.

Nach dem Gleichen Prinzip geht man auch in der Sauna vor. (Aktivierung des Parasympathikus durch die Hitze der Sauna, „stressen“ das Sympathikus durch kaltes Wasser + mehrmalige Wiederholung des Vorganges)

Da der Sympathikus nicht zwischen unterschiedlichen Arten von Stressoren unterscheiden kann fängt er an insgesamt immer unempfindlicher auf Stressreize zu reagieren. Während gleichzeitig der Parasympathikus immer schneller und besser für Beruhigung sorgt.




Dadurch lässt sich das Vegetative Nervensystem insgesamt trainieren. Unterstützen lässt sich das ganze durch Ausdauersport und Entspannungsübungen.


Das Trainingsprogramm
Und so habe ich es geschafft

Mehrmals täglich abwechselnd heiß und kalt duschen. Dazu habe ich mich erst komplett heiß abgeduscht. Dann komplett kalt abgeduscht (Anfangs habe ich mit lauwarmen Wasser begonnen, da ich für kaltes Wasser noch zu empfindlich war). Das Ganze ca. 3 Mal wiederholen. Besonders wichtig ist es dabei die Fußsohlen und die Handflächen kalt und heiß abzuduschen. (macht ca. 50% der Wirkung aus)

Zudem war ich 1 bis 2 Mal pro Woche in die Sauna gegangen. (Jeweils mit 3 bis 4 Saunagängen. Dazwischen Abkühlung im Kaltwasserbecken und kurzem liegen im Ruheraum) (macht ca. 20% der Wirkung aus)

Jeden zweiten Tag Ausdauersport. (ich war dafür überwiegend mit dem Fahrrad gefahren. (macht ca. 25% der Wirkung aus)

Zudem habe ich – fast - jeden Abend Entspannungsübungen durchgeführt. (macht ca. 5% der Wirkung aus)

Die Wirkung
Nach zwei Tagen konnte ich schon kälteres Wasser vertragen. Nach ca. einer Woche hatte ich mich schon etwas ruhiger und besser gelaunt gefühlt. Und nach 4 Wochen hatte ich den Eindruck mich bedeutend entspannter und besser zu fühlen.
Zudem war ich dadurch wesentlich unempfindlicher gegen Kälte geworden. Davor hatte ich ständig gefroren.
Selbst jetzt nach 2 Monaten habe ich den Eindruck, dass es immer weiter bergauf geht.


Mein Fazit
Auch wenn sich dieser „Trainingsplan“ simpel anhört, ist er sehr wirkungsvoll. Ich bin dadurch meine Unruhezustände und meine Depression fast vollständig losgeworden und bin davon überzeugt, dass ich den Rest damit auch noch in den Griff kriege.

Daher möchte ich meinen Trainingsplan allen empfehlen die - noch - an Depressionen leiden.

05.03.2011 14:18 • #1


GastAccount

Auch wenn ich jetzt wie ein ganz böse Unke wirke, aber ich muss diesem Thread ein bisschen die Luft rausnehmen. 2 Monate symptomfrei mit gelegentlichen Einbrüchen ist noch keine Heilung. Wenn du mit dieser Technik ein Jahr lang gänzlich symptomfrei bist (also zu 100%), kannst du von Heilung sprechen.

Was mir allerdings bei deinen ganzen Bemühungen fehlt, und das wird dir wahrscheinlich das Genick brechen, ist die Frage, was hast du an den Ursachen der Depression getan? Im Moment bekämpfst du nur Symptome. Das verschiebt m.E. nur die Problematik, wird sie aber nicht ausmerzen.

Wenn sich nach einem Jahr herausstellen sollte, dass deine Techniken wirklich funktioniert haben (was sicherlich auch davon abhängig ist, wie schwer deine Depressionen waren), dann nehme ich das alles gerne zurück und behaupte das Gegenteil. Aber vorher bin ich doch sehr skeptisch.

05.03.2011 14:34 • #2


Prométheus

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Hallo ,

ok, 2 Monate sind tatsächlich noch etwas kurz. Aber angesichts der Tatsache, dass es mir davor wirklich extrem dreckig ging, sehe ich mich - dem Empfinden nach - schon jetzt als geheilt an.

Zitat:
Was mir allerdings bei deinen ganzen Bemühungen fehlt, und das wird dir wahrscheinlich das Genick brechen, ist die Frage, was hast du an den Ursachen der Depression getan? Im Moment bekämpfst du nur Symptome. Das verschiebt m.E. nur die Problematik, wird sie aber nicht ausmerzen.


Aus meiner Sicht ist es genau anders herum richtig. Ich habe die Ursache meiner Depressionen erkannt und sie behoben. Denn das Problem an dem ich seit meiner Kindheit gelitten habe waren meine schlechten Nerven. Dadurch, dass ich jetzt ein robusteres vegetatives Nervensystem habe kann mich nichts mehr so leicht aus der Bahn werfen. (wozu zuvor selbst minmale Anlässe gereicht hatten)
Insgesamt bin ich der Ansicht, dass die heutige Psychologie noch viel zu stark mit ideologischen Altlasten aus der Psychoanlayse belastet ist. Es ist längst überfällig sich von diesem ideologischen Gerümpel zu befreien. Wenn tatsächlich irgendwelche ominösen unbewussten Konflikte die Ursachen von Depressionen sind, warum helfen dann Medikamte wie z.B. Antidepressiva? Die Antwort ist: weil die Ursache für Depressionen nicht irgendwelche unbewussten Konflikte sind sondern in Wirklichkeit im Vegetativem Nervensystem zu suchen ist.
Sicherlich können die richtigen Denk- und Verhaltensmuster ebenfalls verstärkend bzw. lindernd auf eine Depression wirken. Aber der Entscheidene Faktor bleiben die Nerven (das vegetative Nervensystem).

Zitat:
Wenn sich nach einem Jahr herausstellen sollte, dass deine Techniken wirklich funktioniert haben (was sicherlich auch davon abhängig ist, wie schwer deine Depressionen waren), dann nehme ich das alles gerne zurück und behaupte das Gegenteil. Aber vorher bin ich doch sehr skeptisch.


Die Wette gehe ich gerne ein :)

Wobei ich dennoch glaube, dass es Dich am meisten überzeugen kann, wenn Du es selbst ausprobiert hast ;-)

05.03.2011 15:01 • #3


salamander

Hi Prome,

Es ist lobenswert und gut, dass du dir Gedanken gemacht hast.
Ich will aber kurz was dazu sagen:
Anti-Depressivia verändern die "brain chemistry", in dem z.B. Neurotransmitter daran gehindert werden, den synaptischen Spalt zu verlassen.

Anti-depressiva schrauben nicht den Stress herunter, das machen andere Medikamente.

Eine Krankheit auf lediglich eine Ursache zurückführen zu wollen in einer Welt welche offensichtlich sehr komplex ist, ist sehr beschränkt.

Es gibt in der Neurobiologie verschiedene Thesen, welche Depressionen gleich gut bzw. gleich schlecht erklären. Es stimmt also nicht, dass die Wissenscahften lediglich ihr Augenmerk auf die Psyche als Entstehungsort für Depressionen legen.

Was stimmt: Stress hat oft etwas mit Depression zu tun. Zwischen Stress und Depression scheint eine starke Wechselwirkung zu bestehen. Es ist also deshalb auch nicht verwunderlich, dass du dich besser fühlst, wenn du Aktivitäten unternimmst, die den Stress reduzieren.

Wenn du davon ausgehst, dass Stress nicht das gleiche wie Depression ist (und davon gehe ich mal aus), verwette ich meinen Ar. darauf, dass du, wenn der Stress wieder da ist, die Depression wieder zu spüren bekommst. Das ist eigentlich auch ziemlich logisch. Stress ist quasi ein Modulator der Depression. Stress kann eine bestehende Depression verschlimmern oder eine Stressverminderung kann eben eine Depression lindern, weil zwischen ihnen ein Zusammenhang besteht.

Wenn du dir der Heilung sicher bist, dann hör mit allen deinen Aktivitäten auf und schreibe mir in zwei Wochen, ob du dich immer noch geheilt fühlst.

05.03.2011 16:20 • #4


Serafina

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Hallo Prome,

hast du auch schon mal davon gehört oder gelesen, dass Menschen in depressiven Phasen nicht in der Lage sind, sich um sich zu kümmern, geschweige das von dir aufgezeigte Marathon-Trainingsprogramm zu absolvieren.

Ich empfinde deine Beiträge als Nichternstnehmen. Betroffene, denen es wirklich schlecht geht, müssen beim Lesen ein schlechtes Gewissen bekommen.

Wenn du mir sagen kannst, wo ich die Kraft hernehmen soll, wenn ich schwer depressiv im Bett liege und zu absolut nichts in der Lage, nehme ich deine Beiträge ernst.

Serafina

05.03.2011 17:07 • #5


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@Salamander

was willst Du mir damit jetzt sagen? Das ich keine Ahnung habe weil ich - im Gegensatz zu Dir - nicht Psychologie bzw. Neurologie studiert habe?

Und was soll das hier eigentlich?:
Zitat:
Wenn du dir der Heilung sicher bist, dann hör mit allen deinen Aktivitäten auf und schreibe mir in zwei Wochen, ob du dich immer noch geheilt fühlst.


Willst Du damit sagen: "Haha ... ich bin gesund und Du nur ein depressiver Freak, der ohnehin nichts auf die Reihe kriegt" ?



Da ich selbst einige Semester an einer Uni verbracht habe kenne ich die Schwächen unseres derzeitigen Bildungssystems nur zu gut. Ein System das auf Boulemielernen (exzessiv büffeln, Klausuren schreiben und dann alles wieder vergessen) und geistigem wiederkäuen basiert.

Und genau darin liegt das Problem. Sobald jemand mit einer neuen bzw. halbwegs neuen Idee kommt, wird von vornherein davon ausgegangen, dass die Idee zwangsläufig falsch sein muss, da sie dem wiederspricht was derzeit als Lehrmeinung (Dogma) weitergegeben wird.



Daher bleibe ich bei meiner These: Depressionen können geheilt werden wenn das vegetative Nervensystem gestärkt wird. Und es kann über Ausdauersport, Autogenem Training, Sauna und Kneipp-Anwendugnen gestärkt werden.



Und jetzt versuch bitte nicht krampfhaft nach Argumenten zu suchen die dagegen sprechen nur um Deine akademisch begründete Pseudoüberlegenheit zu bestätigen.

Der Grund warum Du Psychologie bzw. Neurologie studierst liegt nicht darin, Dir selbst geistige Überlegenheit zu suggerieren, sondern darin Menschen zu helfen die seelische Probleme haben.


Ok. Nichts für ungut.

Ich will Dich jetzt auch nicht unötig fertig machen. Alles was ich will ist anderen zu helfen die ähnliche Probleme haben wie ich sie hatte. (und ich weis nur zu gut wie es sich anfühlt wenn man seelisch völlig am Boden ist)

05.03.2011 17:26 • #6


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Hallo Serafina,

das will ich natürlich nicht. (das würde niemanden helfen sondern alles nur unnötig verschlimmern)

Ich will damit nur sagen, dass es Hoffnung gibt und dass es leichter ist als es auf den ersten Blick erscheint.


Man muss natürlich langsam anfangen und kann sich dann schrittweise steigern.

Als es mir noch extrem dreckig ging habe ich auch sehr langsam angefangen. Ich hatte anfangs kein kaltes Wasser vertragen und habe mich daher nur lauwarm abgeduscht. Ich habe dann die Temperatur immer weiter gesenkt bis ich eine Themperatur erreicht hatte die mir noch gerade so halbwegs angenehm war.

Mit der Zeit konnte ich mich immer weiter steigern.

Ähnlich war es beim Ausdauersport. Anfangs war ich nur langssam mit dem Fahrrad in der Gegend rumgefahren und erst später habe ich mich steigern können.

05.03.2011 17:32 • #7


salamander

Zitat:
was willst Du mir damit jetzt sagen? Das ich keine Ahnung habe weil ich - im Gegensatz zu Dir - nicht Psychologie bzw. Neurologie studiert habe?


nö. Ich studier auch keine Neurologie bzw. Psychologie. ich bin nur über die Fakten informiert.

Zitat:
Willst Du damit sagen: "Haha ... ich bin gesund und Du nur ein depressiver Freak, der ohnehin nichts auf die Reihe kriegt" ?

Nö. Ich will damit sagen, wenn du geheilt bist, brauchst du den Sport nicht mehr. Denn wenn du geheilt bist, ist es egal ob du Sport machst oder Sport nicht machst. Die Depression bleibt dann fern. Deshalb sagte ich, dass du mit dem Sport aufhören kannst.

Zitat:
Und genau darin liegt das Problem. Sobald jemand mit einer neuen bzw. halbwegs neuen Idee kommt, wird von vornherein davon ausgegangen, dass die Idee zwangsläufig falsch sein muss, da sie dem wiederspricht was derzeit als Lehrmeinung (Dogma) weitergegeben wird.


Du hast die Sache wohl nicht so ganz verstanden. Ich sagte, dass Stress schon etwas mit Depressionen zu tun hat, aber Stress als die alleinige Ursache herauszustreichen bedeutet die Komplexität der Welt zu verleugnen.

Zitat:
Daher bleibe ich bei meiner These: Depressionen können geheilt werden wenn das vegetative Nervensystem gestärkt wird. Und es kann über Ausdauersport, Autogenem Training, Sauna und Kneipp-Anwendugnen gestärkt werden.


Kann ich verstehen, dass du dabei bleiben willst.

Was machst du dann eigentlich mit den Menschen die an Depressionen leiden, die keinen Stress haben? Die gibt es auch. Nämlich 50% die in eine Depression reinrutschen hatten vorher keinen Stress.

Zitat:
Alles was ich will ist anderen zu helfen die ähnliche Probleme haben wie ich sie hatte.


Ich sagte bereits, dass Entspannungen helfen. Da widerspreche ich dir nicht. Lies meinen Post einfach nochmal. Ich sagte nur, dass Entspannungen bzw Stressabbau die Depressionen nicht heilen.

Zitat:
Und jetzt versuch bitte nicht krampfhaft nach Argumenten zu suchen die dagegen sprechen nur um Deine akademisch begründete Pseudoüberlegenheit zu bestätigen.


Krampfhaft? Nö das mach ich ausm Ärmel.

Interessant ist doch die Tatsache, dass du behauptest, ich sei dir überlegen, womit du anscheinend ein großes Problem hast (ob ich das bin interessiert mich ehrlich gesagt nicht). Jetzt machst du es genau umgekehrt. Du stellst dich als überlegen dar. Gleichzeitig verbittest du aber die komplette weitere Argumentation mit mir. Warum? Weil du Angst hast, dass ich deine These zerstöre? an der du krampfhast festhälst?

Du interpretierst Fakten als persönliche Angriffe. So hast du schon verloren.
In diesem Falle bleibe dann wohl ich der Überlegene.

Und jetzt lass mal so richtig die Sau raus.

05.03.2011 17:53 • #8


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Zitat:
Ich sagte bereits, dass Entspannungen helfen. Da widerspreche ich dir nicht. Lies meinen Post einfach nochmal. Ich sagte nur, dass Entspannungen bzw Stressabbau die Depressionen nicht heilen.


Ich sagte auch nicht, dass Entspannung und Stressabbau Depressionen heilen würden.

Meine Hypothese ist, dass eine Verbesserung der Stresstoleranz Depressionen heilt.

05.03.2011 18:29 • #9


GastAccount

@Prome,
Zitat:
ok, 2 Monate sind tatsächlich noch etwas kurz. Aber angesichts der Tatsache, dass es mir davor wirklich extrem dreckig ging, sehe ich mich - dem Empfinden nach - schon jetzt als geheilt an.


wie du siehst bin ich ja schon recht lange hier im Forum unterwegs. Und dem entsprechend habe ich hier schon viele Geschichten gelesen. Und auch die Geschichten, die davon berichteten, dass sie sich durch Sport so viel besser fühlen und jetzt auf keinen Fall mehr irgendwas brauchen, weil sie ja geheilt sind. Diese Personen haben alle die Ursachen negiert, frei nach dem Motto: Mir geht es doch jetzt gut, ich bin geheilt.

Soll ich dir was sagen?! Keiner von denen schneite nicht irgendwann hier wieder rein und berichtete davon, dass sie jetzt doch eine Therapie gemacht, letztendlich im Krankenhaus gelandet sind oder nun Medikamente nehmen.

Kurzzeitig hat ihnen dieses Programm Erleichterung verschafft, langfristig saß das Problem an einer anderen Stelle.
Zitat:
Es ist längst überfällig sich von diesem ideologischen Gerümpel zu befreien. Wenn tatsächlich irgendwelche ominösen unbewussten Konflikte die Ursachen von Depressionen sind, warum helfen dann Medikamte wie z.B. Antidepressiva? Die Antwort ist: weil die Ursache für Depressionen nicht irgendwelche unbewussten Konflikte sind sondern in Wirklichkeit im Vegetativem Nervensystem zu suchen ist.


Hier unterliegst du übrigens einem Denkfehler. Wenn es sich nicht gerade um eine bestimmte chronische Form der Depression, die einzig und alleine auf einen verminderten Serotoninhaushalt zurückführen lässt (diese Fälle sind übrigens selten), dann heilen Antidepressiva nicht. Sie machen einen nur lebensfähig, helfen einem den Antrieb zurück zu bekommen, evtl. besser zu schlafen, und so genug Kraft zu haben sich an die Ursachen der Depression (z.B. eine Post-traumatische-Belastungsstörung) zu machen. Eine PTBS hat nämlich nichts mit dem vegetativen Nervensystem zu tun, sondern damit, dass einem Menschen etwas sehr grausames widerfahren ist, was er nicht verarbeiten konnte.

Verkürzt gesagt: Antidepressiva können Depressionen nicht heilen!

Daraus erfolgt nun dein Umkehrschluss: wenn deine Therapie genauso wie Antidepressiva wirken, dann können auch Kneip-Kuren nicht heilen, sondern nur unterstützen. Genauso Sport und eine gesunde Lebensweise. Wenn man aber, wie Serafina schon schrieb, gar nicht den Antrieb dazu hat, weil man grübelnd im Bett liegt und die Decke anstarrt, bringen einem diese Vorschläge auch überhaupt nichts.

Und jetzt generell: es ist ziemlich armselig hier so gereizt zu reagieren, nur weil einige von uns deinem freudigen Ergebnis nicht entgegenjubeln. Wie gesagt, ich habe hier schon viel gelesen und mitgemacht und da ist man naturgemäß einfach etwas skeptischer und wägt solche Dinge erst einmal ab. Respektiere also bitte die Meinungen der anderen und werde nicht persönlich und werfe jemanden seine Berufs- oder Studienwahl oder sonst etwas vor.

05.03.2011 18:46 • #10


GastAccount

Zitat von Prométheus:
Und genau darin liegt das Problem. Sobald jemand mit einer neuen bzw. halbwegs neuen Idee kommt, wird von vornherein davon ausgegangen, dass die Idee zwangsläufig falsch sein muss, da sie dem wiederspricht was derzeit als Lehrmeinung (Dogma) weitergegeben wird.

Achja, von einer studierten Historikerin hier nun eine wiedergekäute Information. Deine Idee ist nicht neu, nicht einmal halbwegs neu. Diese Grundgedanken der schlechten Nerven bzw. Säfte hatten schon die alten Griechen. Und schon im 18./19. Jahrhundert mit der Gründung der ersten regulären psychiatrischen Anstalten war das Abspritzen mit kalten Wasser oder kalte Bäder in Eiswasser Usus. All das, um dem Patienten eine stärkere Konstitution zu verleihen. Denn psychische Erkrankungen wurde in erster Linie auf eine Schwäche der körperlichen Konstitution bzw. ihrer Säfte (Blut, Urin, Eiter, Galle) zurückgeführt (daher waren Frauen besonders stark für die Melancholie prädestiniert).
Und nun gehe ich wieder an mein Lehrbuch und schreibe brav ab, damit ich auch mal einen Doktor bekomme (denn das macht man ja so, hat uns der Freiherr ja so beigebracht )

05.03.2011 18:57 • #11


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Zitat:
Und jetzt generell: es ist ziemlich armselig hier so gereizt zu reagieren, nur weil einige von uns deinem freudigen Ergebnis nicht entgegenjubeln. Wie gesagt, ich habe hier schon viel gelesen und mitgemacht und da ist man naturgemäß einfach etwas skeptischer und wägt solche Dinge erst einmal ab. Respektiere also bitte die Meinungen der anderen und werde nicht persönlich und werfe jemanden seine Berufs- oder Studienwahl oder sonst etwas vor.


Ich reagiere nicht gereizt.

Es geht mir einfach nur darum, dass ich gerne Menschen helfen möchte die ähnliches durchmachen wie ich durchgemacht habe.

Ich behaupte auch nicht vollständig verstanden zu haben wie Depressionen fuktionieren. (An dem Punkt wird noch lange Zeit Forschungsbedarf bestehen.) Zudem bestreite ich auch nicht dass bestimmte Formen von Gesprächstherapien Depressionen heilen können. (auch wenn ich persönlich nicht an die Psychoanalyse glaube, halte ich dennoch sehr viel von Verhaltenstherapien)

Ich sage nur, dass ich auf eine Möglichkeit aufmerksam geworden bin die Stresstoleranz nachhaltig zu verbessern und mir diese Möglichkeit geholfen hat meine Depression abzubauen.

(dass eine verbesserte Stresstoleranz Depressionen entgegenwirkt ist zudem wissenschaftlich unbestritten)



Wenn diese Erfahrung die ich gemacht habe anderen Menschen dabei hilft ihre Depression loszuwerden - oder zumindest zu lindern - würde es mich daher sehr freuen.

05.03.2011 20:21 • #12


Unhappy

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Sicherlich können die hier erklärten Maßnahmen keine Heilung einer Depression erzielen.
Die Ursachen können einfach zu vielschichtig sein.

Ich denke jedoch, das eine Verbesserung der körperlichen Konstitution durch Sport
und "Abhärtung" das Wohlbefinden steigern kann.
So auch meine Erfahrung.

Gesund wurde ich dadurch aber bisher nicht. Und ich stimme auch serafina zu:
In einer akuten depressiven Phase schafft man diese Aktivitäten nicht.

Es kann aber dazu beitragen,wenn man schon wieder stabiler ist, sich wieder wohler in seinem Körper zu fühlen. Rückfälle zu vermeiden.
Das ist doch schon mal was!

Soweit ich gelesen habe gibt es auch wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit regelm. sportlicher Betätigung
gegen Depressionen belegen.

Und das kalte Duschen... Geschmackssache.
In der Reha hatte ich Kneipp Anwendungen, wegen meinem niedrigen Blutdruck.
Ich fand es sehr unangenehm, kalt und warm abgespritzt zu werden.
Duschen ist da noch angenehmer.


Ich denke, der Zweck heiligt die Mittel

06.03.2011 10:39 • #13


achtsamkeit

achtsamkeit

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Hallo,
für micn ist es erst einmal okay, dass du hier schreibst was dir geholfen hat und dass du davon überzeugt bist und auch anderen
damit eine Möglichkeit darzustellen .
Jeder kann für sich entscheiden was er davon annehmen möchte oder nicht, denn wie immer zum Glück sind wir alle verschieden und
wie Medikamente/Therapien/Entspannungstechniken usw. bei dem einem vollen Erfolg bringen, so haben sie bei einem anderen keinen Effekt und wieder andere können sich damit gar nicht erst anfreunden.
Gut, dass wir die Freiheit haben für uns auszusuchen, was uns gut tut.

Grüße Pelle

06.03.2011 12:27 • #14


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Hallo Unhappy und Pelle

freut mich endlich mal ein positives Feedback zu bekommen :)

An das kalt und heiße Duschen musste ich mich auch erst gewöhnen. Deshalb hatte ich mit lauwarmen Wasser begonnen und mich dann immer weiter gesteigert. (erst lauwarm, dann heiß, dann etwas kälter und dann wieder heiß, dann kalt und dann wieder heiß usw.)

Wobei mir das kalt und heiß duschen inzwischen eher Spaß macht, da ich jedes Mal merke, dass ich immer mehr Kälte vertrage.


Ähnlich ist es mit Ausdauersport und der Sauna. Man merkt sehr schnell, dass man Fortschritte macht (bessere Ausdauer, bessere Kälteresistenz usw.) was einen zusätzlich dazu anspornt weiter zu machen.



Bei mir war allerdings zeitweise das Problem aufgetreten, dass ich Phasen hatte in denen ich immer wieder dachte, dass alles nutzlos wäre und ich ohnehin nie wieder gesund werden würde. Aber irgendwie habe ich mich dann doch dazu aufraffen können weiter zu machen. Wobei ich jedes Mal festgestellt hatte, dass es sich lohnt. Da ich - trozt zahlreicher Rückschläge - immer weiter voran gekommen bin.

06.03.2011 18:26 • #15




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